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Die neue Welt · 1936-11-24 · Heft 611 (24.11.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 611 (24.11.1936)
Date
1936-11-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sefte*. DIB NEUE WELT Nr. 611 vom 24. November 1936 tung, Arbeit und Aufmerksamkeit beansprucht. Man muß auf jede Eventualität, auf jede Frage gefaßt sein. In solch einer Zeit muß man sich nicht brüsten, „die ganze Verantwortung" auf sich genommen zu haben. Man muß sich entschließen, zu direkter Mitarbeit die besten Kräfte des Volkes heranzuziehen. Emen anderen Weg hat die Jewish Agency beschritten. Sie hat sich mit einer Wand umgeben und sich mit ihren Experten und Beamten in ihre Büros eingeschlossen. Politische Kommission? Unnötig. Wir wollen alles allein erledigen. Beihilfe seitens der führenden Persönlichkeiten des Jischuws? Eine überflüssige Sache. Und es regnen Papiere, Dokumente, Vorschäge über die Köpfe der Exekutivemitglieder, Welche schließlich verwirrt werden und nicht imstande sind, das ungeheure Material zu bewältigen und aus der ersten Vorbereitungsarbeit herauszukommen.; Deswegen ist man nicht vorbereitet. Deswegen, hat das engere Aktionskomitee bis heute eigentlich nichts beschlossen und nicht die Möglichkeit gehabt, seinen Stempel den wichtigsten Plänen.- der Exekutive aufzudrücken. Inzwischen ist die Kgl. Kommission eingetroffen und hat ihre Arbeit begonnen. Es ist kein Wunder, daß der l Jischuw und insbesondere die Mitglieder des Aktionskomitees von ernster Unruhe bezüglich der Art unseres Auftretens vor der Kommission erfaßt sind. .;. •Aus London schreibt man mir, daß die kleine beratende politische Kommission, die dort seit den Unruhen funktioniert, eingegangen ist. Jedenfalls werden .ihre Mitglieder nicht mehr einberufen. Aua all den Plänen, wie beispielsweise eine Konferenz des christlichen Pro-Palästina-Komitees, Delegationen der großen jüdischen Gemeinden, welche der Kommission unsere Not schüdern sollen, ist nichts geworden. Unsere besten Kenner des Mandats und aller Probleme, welche mit ihm verbunden sind, werden ignoriert. Fachleute auf dem Gebiet der Kolonisation, welche. eine eigene Meinung haben, werden zur Mitarbeitnicht zugezogen. Die Angelegenheit Propaganda -und Aufklärung befindet sich wie früher in schwächen Händen, obwohl wir erstklassige Kräfte auf diesem Gebiet besitzen. Auch der Kontakt mit der jüdischen Presse des Landes ist so schwach, daß keiner weiß, wie die offizielle Linie läuft. Ein ent-. täuschendes, entmutigendes Büd! Die; Mitglieder der Exekutive nehmen zuviel auf sich. Unter völliger Anerkennung ihrer Fähigkeiten muß ich . doch sagen, daß ihre Schultern nicht breit genug 4ind, die gewaltige Verantwortung nach innen und außen zu tragen. Die kurzsichtige, engherzige Haltung-bekundet nicht Stärke, sondern Schwäche — kurzumdie Angst vor sogenannten „Außenseitern", die vielleicht Anteil haben könnten an den historischen Verdiensten der Exekutive. Leider haben wir kein Parlament. Sonst könnte man offen den Zustand aufdecken, der voller Gefahren und Ueberraschungen ist. Die Mitglieder des engeren Aktionskomitees sind müde vom langen, zu langen Reden,' welchem die Exekutive sich hingibt. Auf der Beratung der Vertreter des Jischuws war es so wie immer: Von den sechs Stunden, welche der Beratung gewidmet wurden, hat Herr Ben Gurion drei gesprochen! Ein bißchen zuviel. Schließlich ist das Aktionskomitee kein Seminar für Propagandisten. Seine Aufgabe besteht darin, nicht nur zu hören, sondern auch zu handeln und hauptsächlich: zu beschließen. Es, ist der Wächter, der Vertrauensmann der ganzen/Bewegung, welche jetzt ihr e Blicke auf Jerusalem richtet. Ich befürchte, daß sie eine große Enttäuschung erleben wird. Die, jüdische Welt will endlich klare Worte hören: Ist die Exekutive tatsächlich auf eine Begegnung mit1 der Kgl. Kommission vorbereitet? Besitzt sie eine klare Linie und endgültige Pläne? Sind die Vorbereitungen zu Ende oder befindet man sich noch auf halbem, Weg? Hat sie die Absicht, die breiteren Schichten zu engerer Mitarbeit heranzuziehen oder will, sie-ihre Politik der Isolierung und der Ueberschätzung ihrer Verdienste und ihrer Größe weiterbetreiben?; Wir fragen: Seid ihr vorbereitet? Vereinigung jüdischer Aerzte. Dienstag, den 24. November, findet präzise um 19.30 Uhr im Saale der Bäcker-Znnung, Wien, VIII., Florianigasse 13, eine au ß error d e»n t liehe Generalversammlung der Vereinigung statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Wahl des Presidenten; 2. Vortrag Dr. Siegfried Plaschkes; 3. Progtainmatisches; 4. Allfälliges. — Die Kollegen werdengebeten, pünktlich zu erscheinen. JU SCHIFFMANN tfhßiieH, tt»£ * * 0 3 Waschstoffe, Samte: Sport-Flanelle, stropazf&hig, per m.....S —.69 Kretonne, Blaudrucke, Wäsche-Flanelle uni . . S —.19 Schottenn. Streif-Flanelle f. Blusen u. Pyjamas S —.98 Trachten-Dirndl-Kretonne, Markenware, p. m . . S —.98 Veloursüanelle. zarte Blumenmuster f. Kleider S 1.18 Winterdirndl-Stolfe, lebhafte, gewebte Schotten S 1.50 Schwerer Noppen-Tweed, f. Kleider, Markenware S 1.50 Boucle-Flanelle, Blumendessins, 80 breit . . . S 1.75 Mode-Diagonal, zarte Dessins, kleine Fehler . . S 1.75 Bluroen-Double-Veloure, schwere Winterqualität S 1.98 Köper-Kleider-Samt, S 3.90, Waschsamt-Iinprhne S 1.50 SnmeifcSdmlie f Sf^lSir "fjÖÖ Seidenstoffe: Wäsche-K-Seide, in vielen Farben, p. m . . . S 1.25 Kunstseiöen-Tafft, schöne Streifdessins, 90 breit S 1.50 Kunstseiden-Mooscrepo, knitterfest ..... S 2.25 K.-Seiden-Satin-Lame, große Farbenauswahi .. . S 1.75 K.-Seiden-FUunisol, schöne Kleiderware . . . S 2.50 K.-Seiden-Matt-Taffet fleurs, Schpttendessins . . S 2.50 K.-Seiden-Crepe-Mirabella f. Abendkleider, 90 cm S 2.90 Crepe-Mbngol-Imprüne (K.-Seide), herrliche Dessins, 90 cm ...........S 2.90 Mode-Seal-Imitatlon, 110 breit.......S 5.50 Derart, »eibr.. aef., ©r. 70 S Wollsvotfe: Reimvoll-Tweed, für Kleider, per Meter . . . . S 1.90 Kleider-Fresco, reüie Wolle, 100 breit.....S 2.90 Moos-Crepe, schmieg3. Gew., reine Wolle, 100 cm S 8.50 ReinwoU Mel6-Tweed, schöne Kleiderfarb., 130 cm S 3.90 Crepe Travers, Modekleiderst., r. Wolle, 130 cm S 4.50 Mantel-Boucle oder Shetland, 140 cm . . . . S 4.90 Reinwoll-Schotten, mod. Farbstellungen, 130 cm S 5.90 Relmvoll-Mantel-Flausch, blau oder genoppt, 140 cm ......'....... . . . S 6.90 Fischgrat, Strapaz-Qualität, 140 cm . . . . S 7.90 lange Wevmel Q affc ftntbcuS Damen» Konfektion: Hubertus-Mantel für Damen und Herren........ Dunkelblaue Mäntel Herrenfasson, ganz gefüttert . . . . . . Boucle-Mäntel mit Schalkragen aus Fuchslamm, ganz K.-Seide gefüttert . . Capeartige Boucle-Mäntel, m. SilberfuchslammTVerbr., K.-S.-Mongol gef. Aparte Cape-Mäntel« aus gutem Boucl6, mit 2 Reihen Pelzverbrämung und ausgearbeitetem Kopf, ganz K.-S.-Mongol gefüttert Einfarbige Wollstofl-Kleider mit Bubikragen oder Herrenfasson .... Qeblumbte Flanell-Schlalröcke oder Tweed-Kleider in zarten Dessins . . . ir ir 38" 59 12 4 90 .90 bis 5 $af)re Q blau, braun S £U Für die Wohnung: Wäsche-Webe, 120 cm. S —.98, 80 cm . . . S —65 Frottier-Handtiicher, per Stück . . S 1.49, 1.25, S -—.79 Bettuch-Webe, 140 cm, S 1.25, 120 cm . . . . S —.98 Farbige Bettzeuge und Inlette, 80 cm . . S 1.25, S —.98 Indanthren-Tischtücher, 120/120, S 2.45, 80/80 . . S 1.39 Indanthren-Vorhang-Netzstolfe, 130 cm, p. m S 1.50 Jacquard-FlaneUdecken, 120/180 S 4.90, glatte . . S 3.75 Fensterschützer, tambouriert, alle Farben, 110/130 cm.............S 4.70 3 teil. Batist-Vorhänge, mit Eins. u. Spitzen . . S 4.90 Bettwäsche-Garnitur (1 Tuchent, 2 Polster) S 7.90, S 5.90 Kaffee-Tischgedeck (1 Tischtuch, 6 Servietten) S 5.90 Speise-Gedeck für 6 Personen, Damast S 14.90, Jacquard............. . S 9.80 Batist-Doppcl-Bettdecken (gestickt S 12.90) . . S 7.90 Steppdecken, beiderseits Cloth, 130X175 cm . , S 12.50 Jehuda Ehrenkranz. Heute, Dienstag, 8 Uhr, Im Mittleren Kouzerthaussaal einziger Vortragsabend in deutscher Sprache unter dem Titel „Tod und Liebe". Restliche Karten an der Abendkasse. Jüdisches Kulturtheater. Heute, Dienstag, den 4. November, 20 Uhr: Premiere des Spieles in drei Bildern „Das Lied vom Licht" von Albert Ganaert. Regie Rudolf Müller. Mitwirkende: Alice Koch'und Lisi Mayer-Weinberger, Hans Holtz, Joachim Laatz, Fritz Links, Rudolf Müller, Michael Orlan, Rudolf Weiß. Bühnenbild: Oskar Fischer. .riidlHche Künstlerspiele, II., Praterstraße 84. Einen ungeahnten Erfolg erzielte da« lustige Volksstück „Mottet Pantoffel" von A. Kalmanowicz mit Davis Seidermann und Ohana Lern er In den Hauptrollen, so daß es auch diese Woche ab Freitag weiter auf dem Spielplan verbleibt. Ein ungarischer „Seim-Gotha" Aus Budapest wird berichtet: Der ungarische Genealoge Bela von Kempelett arbeitet derzeit an einem großen Werke, in dem sämtliche jüdischen Familien sowie adeligen Familien jü-. discher Herkunft Ungarns Platz finden sollen. In einem dem Mitarbeiter des „Egyenlöseg" gewährten Interview äußert sich v. Kempelen über seine Arbeit wie folgta „Mich leiten weder antinoch philosemitische Gesichtspunkte. Grund zur Beunruhigung liegt also nicht vor, wenngleich sich bei mir schon mehrere Repräsentanten des Adels gemeldet haben, die sich energisch dagegen verwahrten, daß ich ihren jüdischen Ursprung in dem Werke lüften will. Es werden etwa 2000 adelige jüdische oder ehemals jüdische Familien in dent Werke genealogisch bearbeitet. Die ersten ungarischjüdischen Adeligen waren die Uli mann s und die Wodianers; auf ein ehrwürdiges Alter blickt auch die Familie Goldberger von Buda zurück, die die erste Blaudruckfabrik begründete. Hervorzuheben sind ferner die Familien Dirsztay, Doczy, Ballagi, Hazai, Koränyi — der getaufte Baron Alexander Koränyi ist der bekannte Herzspezialist —, ferner die Familie Wertheimer, die im XVI. Jahrhundert aus Frankfurt a. Main einwanderte. Da sind ferner die Familien Teleszky (Johann Teleszky, getauft, war vor einigen Jahren Finanzminister), der als Jude geborene katholische Bischof Wilhelm Fraknoi, die Familie Baron Biedermann und Baron Orosdy." + Die Aufregung der betroffenen Herrschaften ist begreiflich. Wozu hat man sich eigentlich getauft und mit herabgekommenen Aristokraten ehelich vermischt, was ein Heidengeld kostete, wenn jetzt die glücklich verwischte jüdische Herkunft schwarz auf weiß aufscheint. Ob der Verfasser mit der Herausgabe des Buches ein gutes Geschäft machen wird, ist fraglich, daß er aber mit der Nichtherausgabe massenhaft Geld verdienen könnte, ist sicher. Austritte aus dem Judentum Jolan Pajor (früher Pollak), geb. 30. November 1880 Vel. Beckerek, ledig, IX., Kinderspitalgasse 1. — Berta Palenker, Private, geb. 16. Juni 1921 Wien, ledig, XV., Camillo-Sitte-Gasse 9. — Amalia Budracki geb. Löffler, Private, geb. 9. Mai 1899, ger. gesch., III., Hinter© Zollamtsstraße l7- — Gustav Herzog, Schriftsetzer, geb. 20. Februar 1912 Wien, ledig, III., Reimweg 102. — Fritz Jakob Mandl, Filmreporter, geb. 13. Juli 1908 Köln, verh,, III., Klimschgasse 8/10. — Bettina Elmer, Sängerin, geb. 25. Auril 1905 Wien, ledig, IX., Marktgasse 8. — Hedwig Schwarcz geb. Farkas, geb. 18. Mai 1896 Neudau, verh., XVII., Veronikagasse 50/9. — Emil Wiltschek, Handelsangestellter, geb. 22. Mal 1901 Wien, ledig, II., Schreigasse 12. — Lilly Reichmann geb. Dörfler, geb. 19. Dezember 1907 Wien, verh., IX., Alserstraße 22; Dr. Felix Reichmann, Buchhändler, geb. 4. September 1899 Wien, verh., IX., Alserstraße 22. — Edith Schönau, Handelsschülerin, geb. 3. Oktober 1921 Wien, ledig, III., Obere Vdaduktgasse 10. — Anna Rosenfeld, Kontoristin, geb. 17. Juli 1895 Wien, ledig, III., Dianagasse 8/7. — Hans Rosenberg, Privatbeamter, geb. 2. Jänner 1901 Wien, ledig, IV., Karolinengasse 19. — Dr. Lisbeth Angela Redlich, Aerztin, geb. 10. März 1911 Wien, ledig, XX., Lände 32. — Gustav Bernfeld, Vertreter, geb. 14. August 1881 Wien, verh., XVIII., Weimarerstraße 31. — Max Meth, Mechanikergehilfe, 28. August 1905, Wien, ledig, VI., Gumpendorferstraße 57. — Julius Hitz, Altersrentner, geb. 15. April 1865 Prag, verh., V., Högelmüllergasse lb. — Abraham Jakob Schwarcz, geb. 7. September 1893 Tolcsva, verh., XVII., Veronikagasse 50/9. —■* Rudolf Jokl, Lehrling, geb. 1- September 1922 Wien, ledigv XIX., Heiligenstädterstraße 82. KREUZ-KINO I, Wollzeile 1? Telephon R-24-2-16 Vorstellungen: k, ¥*d, V18. VO0 Franchot Tone, Joseph Callela, Madge Evin« SCHXFFER VI, Marlahilferstraße 37 Telephon B-20-203 deginn; 'M, Vi«, %8, %10 M in englischer Originalfassung S T A F A. VII Paul Müni als Louis Pasteur f in Mari ahilferstraBo 120 Telephon B-38-0-68 Wochentage 3, 7, » Ulli Erbfeind der Menschheit VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: *, »A«, Vtt, »Aio Sie und der Kammerdiener William Powell, Carola Lombard fflgentttmßr, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. - Druck: Druckerei* und Verlags-A.-G. Iguaa Steinmann, beide wi«. X&t ünlveraitätsstraße 6—8. 6 «w«

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