Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 607 (10.11.1936)
- Date
- 1936-11-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 607 vom 10. November 1936 Irakischen Propalästina-Komitees, Hakman Suteiman, erklärt, das Komitee werde seine Arbeit wir Unterstützung der Araber Palästinas fortsetzen. Die Irak-Regierung, schreibt das Blatt weiter, werde sich jedoch bedauerlicherweise im Gegensatz zu dieser privaten Organisation nicht mit palästinensischen Angelegenheiten befassen. (J. T. A.) Palästinafrageit im Unterhau§ Colone! Weg d wo od als Interpellant In der Sitzung des Unterhauses richtete der Abgeordnete Josiah Wedgwood an den Kolonienminister Ormsby-Gore die Frage, ob die Regierung dafür, sorgen wolle, daß die Araber in Palästina entwaffnet werden, ohne daß gleichzeitig auch den Juden die Waffen genommen werden, da doch diese ihre Waffen zum Selbstschutz benötigen. Ormsby-Gore erwiderte, die Regierung erwäge die Entwaffnung von Personen in Palästina, die unberechtigterweise Waffen besitzen, seien es Araber oder Juden. Zur Boykottbewegung in Palästina führte der Minister aus, es sei ihm nicht bekannt, daß vom Mufti ein antijüdischer Boykott angeordnet wurde. Wörtlich sagte der Minister: „Ich erfahre, daß es unter gewissen Arabern eine Bewegung zum Boykott der Juden gibt, ich habe aber keine Beweise in den Händen, daß die Anordnung zu diesem Boykott vom Mufti in Jerusalem gegeben wurde." Eine weitere Frage des Abg. Wedgwood betraf die Erlangung einer Schätzung der von Juden durch arabische Aufrührer in den letzten sechs Monaten unmittelbar erlittenen Schäden und die Zahlung einer Entschädigung. Der Minister antwortete, er werde durch den High Commissioner feststellen lassen, ob eine solche Schätzung zur Verfügung gestellt werden könne. Zur Frage von Entschädigungen könne er keine Mitteilung machen. Abgeordneter Wedgwood wünschte weiter zu wissen, ob der Kolonienminister sich bemühen werde, die Quelle ausfindig zu machen, aus der die Araber das Geld und die Waffen für die Fortsetzung der Unruhen während sechs Monaten erhielten. Der Minister antwortete, er sei davon überzeugt, daß die Palästina-Regierung die größten Anstrengungen gemacht habe, um diese Quellen zu erforschen. (!) * Schließlich fragte Abg. Wedgwood, ob der Kolonienminister darüber Informationen erhalten habe oder erhalten könne, daß die deutsche Regierung Juden erlaubt, 8000 Mark Kapital aus Deutschland bei einem SOprozentigen Abzug auszuführen, und ob er das von Juden bei der Einwanderung nach Palästina verlangte Vor zeige kapital so weit ermäßigen wolle, daß auch, solche Juden aus Deutschland auswandern können. Minister Ormsby-Gore antwortete schriftlich, er halte es nicht für nützlich, detaillierte Informationen über die ziemlich komplizierten Regelungen für den Kapitalstransfer aus Deutschland nach Palästina gegenwärtig herrschenden Verhältnisse eine Herabsetzung des von Einwanderern verlangten Mindestkapitals wirtschaftlich nicht gerechtfertigt werden könnte. 1(J. T. A.) Einigkeit in der Berliner jüdischen Gemeinde Aus Berlin: Zu der bevorstehenden Neuwahl der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin hat der Gemeindevorstand einen von dem Vorsitzenden der Gemeinde, Dir. Heinrich Stahl, und denr übrigen Mitgliedern des Vorstands Karl Fuchs, Georg Kareski,. Alfred Klee, Moritz Rosenthal, Kurt Tuchler und Adolf Schoyer unterzeichneten „Aufruf zur Einigkeit" erlassen, in welchem es heißt: Am 29. November finden die Wahlen zur Repräsentantenversammlung unserer Gemeinde statt. Wie kaum jemals zuvor mahnt die Situation der Juden zu Einheit und Solidarität. Gemeinsam ist uns unser Geschick, verbunden wollen wir es tragen. Die Meinungsverschiedenheiten, die uns in früheren Jahren getrennt haben, haben an Bedeutung verloren, die gemeinschaftlichen Aufgaben sind in den Vordergrund getreten. Zu gegenseitiger Hilfe und zu gegenseitigem Beistand sind wir verpflichtet. KlNO«PROGRAMME KREUZ-KINO i, Wollzeile 17 Telephon K-24-2-16 Vorstellungen s H, *M>, V*9, V%10 Jamei Cagney, Patricia Elllt und Allain Jenkln» STAFA, VII ShOW' MariahilferatraBe 120 ^■■wWW Telephon B-33-0-68 Wochentag»: S, 1, Uhi Boat Irene Dünne Allan Jones Paul Robeson scHÄpFf« Ein schwerer Junie VI, Mariabüferstraße 37 « . . Teleohon B-20-203 James Cagney, Patrizia to ™« «"< AHal" >™M^_ VOTIVPARK ShOW- IX, Währingerstraße 12 _ Telephon A-18-3-96 BO&l Irene Dünne Allan Jones Paul Robeson Beginn; 4, **, Eine Fülle von Aufgaben harrt der Lösung. Die jüdische Jugend bedarf der Hilfe und Unterweisung, der jüdische Mittelstand ringt um seine wirtschaftliche Existenz. Zehntausende jüdischer Menschen hat unsere jüdische Winterhilfe zu betreuen. Ueber allem aber steht die Notwendigkeit, für Tausende und Zehntausende von Juden Auswanderungsmöglichkeiten nach Palästina und überseeischen Ländern zu schaffen, neue Existenzen und Heimstätten für Juden zu bereiten. In dieser Situation wäre es verantwortungslos, einen Wahlkampf innerhalb unserer Gemeinde heraufzubeschwören. Wir legen deshalb der Gemeinde eine Einheitsliste vor, in der alle Richtungen vertreten sind. Keine hat. ein Uebergewicht, kein Jude soll den anderen majorisieren. In aller Eindringlichkeit und mit dem gebotenen Ernst richtet der Gemeindevorstand an alle, die es angeht, die Aufforderung, keine anderen Vorschlagslisten einzureichen. Wer in dieser Stunde seine Hand zur Störung des Gemeindefriedens bietet, verletzt die' Interessen der jüdischen Gesamtheit und stört die Arbeit der Gemeinde. Ein Brief David Frankfurters Aus Amsterdam: Ein Amsterdamer Jude, der während seiner Anwesenheit in der Schweiz David Frankfurter einige Gaben überbrachte, hat von diesem das folgende Dankschreiben erhalten: „Verehrter Herr! Ihre Aufmerksamkeit hat mien gerührt, denn sie war der erste Ausdruck eines mitfühlenden Herzens seit den schrecklichen Geschehnissen, als ich beschlossen hatte, alle Brücken hinter mir zu verbrennen. Wie schwer ist es in unserer Zeit, ein Mensch, und gleichzeitig ein Jude zu sein; in einer Epoche, in der einzig Brutalität und Gewalt verherrlicht werden. Dlea eben kennzeichnet die Tragik meines Lebens: nichts ist mir mehr verhaßt als Gewalt; etwas, das jedem Juden fremd ist. Um solche Pillen herunterschlucken zu können, die kein anderes Volk als das jüdische ertragen kann, muß man aber auch Taue statt Nerven besitzen. Denn am wenigsten hat man Verständnis dafür, daß ein Jude ein menschenwürdiges Leben führen und wie ein Mensch behandelt sein will. Und diese Behandlung des- Juden im zwanzigsten Jahrhundert, mitten im zivilisierten Europa, nimmt niemand mehr Wunder. Auf diese Weise wird man aus dem äußeren Chaos in ein inneres Chaos gestoßen, aus welchem man schließlich keinen Ausweg findet. Möge daraus etwas Gutes erwachsen!' Ihr D;avid Frankf urter." jüdische Künstlerspiele II., Praterstraße 34 Mittwoch, den 11., und Donnerstag, den 12. d., finden zwei Werbevorstcllungen für das jüdische Theater, und zwar die musikalische Komödie von j. Malach „Offene Augen" in der Premierenbesetzung statt. Für Freitag, den 18. November, hat die Direktion das lustige Volksstück „Ein Herz das b ä n g t" mit original jüdischen Volksweisen angesetzt. In den Hauptrollen treten Davis Seid ermann, Chana Lern er, Lore Glück am ann, Susi Gorlitzka, Wolf Rein glas und Dolly Nach« bar auf. Austritte aus dem Judentum Kornfeld Saiidör, Kaufmann, geb 13. XI. 1886 Du« najksa Streda, verh., XXI., Ostmarkgasse 22. — Eckstein Egon, Privatbeamter, geb. 30. XI. 1907 Wien, led.* IX., Alserstraße 10. — Leier Gisela, Kontoristin, geb« 20. I. 1909 Wien, led., XX., Lände 134. — Menks Sofia, Näherin, geb. 4. VIII. 1915 Arnheim, led., XX., Vorgartenstraße 103. — Hauch Hermine, Porzellanmalerin, geb. 25. III. 1914 Wien, led., XX., Kolpingstraße 18. — Furcht Margarethe. Dr., Privatangestellte, geb. 10. L 1879 Wien, led., XVIII., Colloredogasse 13. — Urban, geb. Gerngroß Elisabeth, Private, geb. 7. V. 1911 Wien, ger. getr., XIX., Billrothstraße 59. — Löffler Otto, Handelsangestellter, geb. 17. II. 1906 Wien, verh., VH., Neustiftgasse 53. — Löwy Ren6e, geb. 13. IV.' 1921 Mauer, led.* XIII., Weidlichgassc 7. — Holzer, geb. Hofbauer Irmai Josefa, Private, geb. 17. IX. 1900 Brünn, ger. getr., V., Ziegelofengasse 16. — Brandweiner, geb. Urban Magdalone, Krankenpflegerin, geb. 28. II. 1893 Breslau, verh. XVI., Klausgasse 23. — Schnee, geb. Brkal Wilhelmine, geb. 28. IV. 1887 Wien, verw., XIII., Hofwiesengasse 44. — Karpel Hella, geb. 5. VI. 1914 Wien, led., XH., Längenfeldgasse 68. — Munczak Rudolf, Mechanikerlehrling, geb. 6. VII. 1917 Wien, led., III., Hohlweggasse 32. — Pohl, geb. Singer, ger. geseh. Gerson Malvine, Schriftstellersgattin, geb. 20. I. 1869 Budapest, verh., IDT., Stanislausgasse 2. — Saonger Ernst, Hochschüler, geb. 8. VII. 1913 Wien, led., III., Czankagasse 7. — Gröschler Berta, geb. 3. III. 1913 Wien, led., XIII., Felbingergasse 56. — Dürrheim Georg Erich, Hochschüler, geb. 19. VII. 1908 Wien, ■led., XV., Vogelweidplatz 4. — Eckenberg, geb. Gersch Maria, Private, geb. 3. V. 1903 Leobersdorf, ger. getr., I., Blumenstockgasse 5. — Schlesinger Rudolf, Zahntechniker, geb. 20. XII. 1899 Wien, led., I. Annagasse 3< — Wurst Ernestine Sofie, Private, geb. 13. XI. 1913 Wien, led., II., Reichsbrückenstraße 22. — Horacek Gertrud, Lehrmädchen, geb. 26. VII. 1922 Wien, led., II., Kaiserwasserstraße 36. — Weskamp, geb. Lampel Olga, Private, geb. 10. VI. 1895 Wien, verh., II., Zirkusgasse 35. — Henj Therese, Private, geb. 15. IX. 1901 Wien, led., Tl., Kleine Pfarrgasse 10. Ql|%, h {*Kä 1f ") u Einfarbige Mäntel ganz K.-Seide gefüttert, schwarz, braun oder blau.......S Cape-artige Mäntel aus gutem Boucle*, mit breiter Edellammverbrämung,ganzK.-S.- Mongol gefüttert....... S Aparter Cape-Mantel m.2fach. S« Iberfuchslamm-Verbr. u,au8gearb.Kopf,ganzMong. gef.S 1^-5 Mongol-Impriml-Kasak zu jeder Schoß passend .... . J K.-S.-Marocain-Kleid mit Kragen und westenartigem jD Einsatz aus Crepe-Satin......SW Elegantes Kajak-Kleid aus guten Mode-Wollstoffen, mit ßj . apart. Samt autputz *•!•« r> Mode-g V/T larben............... J80 .80 t _ i>i 11 Schott. Mode-Flanelle licht- und waschecht, p. M. . . . . S Kleider-Schnürlsamte in allen Modefarben...... . S K.-S.-Crepe-Flamisol für das elegante Tanzkleld . . . .S Kleider-Samte tlorfest, alle Modefarb., 70 cm . . . 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