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Die neue Welt · 1936-11-03 · Heft 605 (3.11.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 605 (3.11.1936)
Date
1936-11-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 605 vom 3. November 1936 zent zurück, während sich die Gesamteinfuhr Palästinas in dieser Zeit um fast 26 Prozent senkte. Die Irak-Petroleum-Gesellschaft verschiffte vom Jänner bis August 1&36 über Haifa 1,33 Millionen Tonnen im Werte von 1,06 Millionen Pfund. In den ersten acht Monaten 1935 waren es 1,24 Millionen Tonne* Oel im Werte von 989.673 Pfund. * . Ein Bericht der österreichisch-palästinensischen Handelskammer ergibt, daß die Außenhandelsbeziehungen zwischen Oesterreich und Palästina im ersten Halbjahr 1936 stark zurückgegangen sind. Die Ausfuhr Oesterreichs nach Palästina ist um fast 40 Prozent gesunken, während die Einfuhr aus Palästina nach Oesterreich sich um 25 Prozent vermindert hat. Im ersten Halbjahr 1936 ist die Einfuhr von Orangen von 97 auf 21 Waggon zurückgegangen, die Einfuhr von Grapefruits dagegen von 4 auf 8 Waggon gestiegen. Auch die Einfuhr von Wein hat sich fast verdoppelt. In der Kategorie der Rohstoffe und Halbfertigfabrikate zeigt sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 1935 eine Erhöhung von 72.000 auf 175.000 Schilling. Auch die Einfuhr von Fertigwaren aus Palästina hat sich bedeutend erhöht. Einwanderung im SepSember Aus Jerusalem: Offiziell wird mitgeteilt, daß im Monat September 1936 S895 Juden, unter ihnen 17?. in der Kapltalistenkatcgorie, als Einwanderer nach Palästina gekommen sind. (J. T. A.) Naziagifaforen im Irak Aus Jerusalem wird gemeldet: Aus Bagdad wird gemeldet, daß dort wieder zwei Juden, diesmal angesehene. Persönlichkeiten, dem Terror der arabischen Nationalisten zum Opfer gefallen sind. Einer von ihnen ist der Vorsitzende des Bagdader Strafgerichtes, Jechesldel Mar ad, der andere der jüdische Großkaufmann Menasche Burdia. Die amtlicho Bestätigung dieser Nachricht steht noch aus. Weiter wird mitgeteilt, daß Agenten Nazi-Deutschlands die Führung der arabischen Terroristen übernommen hätten. (J. T. A.) Neue Luftlinie Warschau—Haifa Aua Jerusalem: Das erste Passagier-Flugzeug, dasden neuen Flugdienst Warschau—Haifa eröffnet, traf am 28. Oktober in Haifa ein. Zum Empfang waren der polnische Konsul Kournikowsky, Vertreter der Palästina-Regierung sowie ein zahlreiches Publikum erschienen.' Wetterbedingungeu waren so ungünstig, daß der Flug, anstatt, wie geplant, ritir einen Tag in Anspruch1 zu nehmen, zwei Tage dauerte, da in Rhodos eine Zwischenlandung gemacht werden mußte. (Palcor.) Weitere Veränderungen im Justizwesen Aüs; Jerusalem: Wie die Palcor erfährt, sind nach dem Rücktritt des Oberrichters Sir Michael M c D o n e 11 weitere wichtige Veränderungen im Justizwesen in Aussicht genommen. Die Richter des Obersten Gerichtes Manning, Plunkett' und Evans werden in kürze versetzt werden. (Palcor.) Ein Todesurteil .. Aus Jerusalem: Der Araber Äliadam Ibrahim wurde heute " vom Kriminalgericht in Haifa wegen Schießens auf Militär zum Tode verurteilt. Richter Copland,, der.zusammen mit den Richtern Shaw und Emimi die Verhandlung leitete, erklärte in der Urteüsbegründung, daß diejenigen, die auf Truppen schießen, kein Erbarmen verdienen. (Palcor.) Unabhängige Arbeiterpartei Englands an die Kgl. Kommission Aus London: Die Unabhängige Arbeiterpartei Englands hat der Kgl. Kommission für Palästina eine Denkschrift übersandt, in der die Schaffung einer politischen und gewerkschaftlichen Bewegung, die beide Volksstämme -Palästinas umfassen .und sowohl von zionistischer als, von arabisch-feudaler Führung frei sein .soll, sowie dier Aufrechterhaltung freier Einwanderung gefordert werden. (J. T. A.) lieber Boykott der Kgl. Kommission darf nicht geschrieben werden Aus Jerusalem: Die Palästina-Regierung hat der arabischen und hebräischen Presse verboten, für eine Boykottierung der Kgl. Kommission Propaganda zu machen oder auch nur die Möglichkeit einest KINO.PROGRAMME KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon H-24-2-16 Vorstellungen: 4, Vit, ftio MiUie Jimas Cigniy, Patricia Ellii und Allaln Jenklnt STAFA, Vli MariahilferstraBe 120 Telephon B-33-0-68 Wochentags: *, 7, Uhi solchen Boykotts zu erörtern. Für die Verletzung dieser Vorschrift werden strengste Strafsnaßnahmen angedroht. „Manchester Guardian" veröffentlicht den fext von Urkunden, die die Polizei in Barcelona abgefangen hat. Aus den Urkunden geht hervor, daß die deutschen Nationalsozialisten in Ccuta, Larache, Tcluan und anderen Städten Ortsgruppen und Stützpunkte errichet haben. In den marokkanischen Hafenstädten haben sie einen „Hafendienst" organisiert, dessen Ziel politische, militärische und wirtschaftliche Spionage Ist. Bisher wurden alle Brefe der Nationalsozialistischen Zentrale an das „Bureau Ribbentrop" adressiert. Dortliin, und zwar zu Händen des Grafen D ü r c k h e 1 m, Ist auch eine Sendung gerichtet, die sich mit Marokko befaljt. In dem Schreiben heißt es, daß die Eingeborenen Deutschland freundlich gesinnt seien. Deutschland würde nicht wie Frankreich einen Stamm gegen den anderen ausspielen, sondern mit den Herrenvölkern Marokkos, insbesondere den Berbern, freundschaftliche Beziehungen unterhalten. Die Juden dagegen, die sich jetzt benähmen, als ob sie die Herren Marokkos wären, würde man bekämpfen wie in Deutschland. Schon das allein werde die Mohammedaner für die deutsche Sache gewinnen. Die „N e u e Zürcher Zeitung" melüet aus Mailand: Infolge der Judengeaetzgcbung in Deutschland Ist eine größere Zahl deutscher Juden nach Italien ausgewandert, wo sie sich verhältnismäßig leicht anpaßten und in verschiedenen Erwerbszwcigen betätigten. Anch Kapitalbeteiligungen deutscher Juden in italienischen Unternehmungen scheinen in Ziemlich großem Umfange vorzuliegen. Besonders augenfällig ist die Einwanderung jüdischor Aerzte und Zahnärzte, die »ich das Recht zur Ausübung des Berufs erwerben, indem sie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen ablegen. In einigen italienischen Zeitungen und Zeitschriften mit antisemitischem Einschlag ist gelegentlich dieser Zustrom als unerwünscht bezeichnet worden. Nun ist von kurzbefristeten Ausweisungen ohne Angabe der Gründe die Rede, die auf dem Verwaltungsweg gegen einzelne Eingewanderte erlassen werden. //Offene Augen" "Sine literarische Komödie in den „Jüdischen Kttnstlerspiele n". Nach Operette und Melodram ein literarisches Stück zu spielen, ist zweifellos ein Wagnis, zumal sich das jüdische Theater immer wieder an dasselbe Publikum wendet. David Seide r mann konnte sich dieses Experiment erlauben, weil er in Wien bereits künstlerischen Kredit besitzt. Vor dem Zuschauer rollt das Schicksal einer Frau ab, die Blindheit vortäuscht, um besser sehen zu können: die Untreue ihres Mannes, den Zusammenbruch ihres seelischen und materiellen Glücks. Frau Chana L e r n e r zeigt sich jetzt in einer wirklich großen Rolle, die sie meisterhaft beherrscht; neben ihr bewähren sich Susi Gorlitzka, Adolf Bell und Lore Glücksmann. Dolly Nachbar gestaltet sehr dezent die Figur eines gedrückten, innerlich wissenden Mannes. Ein paar schöne Lieder und Couplets, Seidermanna packender Schlager „Chassene im Städtl" bringen Stimmung ins Haus. Es gibt Ergriff enheit,. Nervenauf peitschung, Beifallsstürme. Malach, der Autor des Stückes, hat mit „Offene Augen" das Repertoire der» „Jüdischen Künstler/« spiele" bereichert. Die Freude an schönen weißen Zähnen ist oft größer? als die Sorge um ihre Gesunderhaltung. Erhalten Sie sich beides: Schöne und gesunde Zähne, indem Sie morgens und abends die bekannte Qualitäts-Zahnpasta Chlorodont benutzen. 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