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Die neue Welt · 1936-11-03 · Heft 605 (3.11.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 605 (3.11.1936)
Date
1936-11-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 10 Groschen üiensiaq, den 3« November f#36!#♦ Jahrgang DIE NEUE 186 fcö. Ün* Nr* 605 V« b* t$ Zeitung vom Verleger versende! «Journal expedle par I'Mitetrr«4 ■T ■> il REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN s Oesterreich monaülcn 8 1.40, rtertelJMirJg s , ganzjährig 8»«i Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljahrig Zloty 4.50? XMheeSosIowskel monatlich Ke 6.—/ riertdJährlg Ko ß.—j Jtifoslswien monatlich Dinar 14.—, riert«l- Jährlg Dinar 40.—Bnm&nlen monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.-: Dentaehland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.-; Bnlrarien monatlich Lewa 80.-, vierteMahrig Levra t J^Men monatlich Lire 5.-., vierteljährig Lire 14.-; Schwel« und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franci 1.60, vierteljährig Schweizer Francs 4.5a Mit B bezeichnete Anseigen Bind entgeltlieb, Redaktion U.Verwaltung: IX, Universitatsstr, 8,7el. A-20*2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag tiiiudeelteUstetltt — ftmdmedi! Wählerversammlungen der „Zionistischen Liste" Dienstag, 3. November 1936, 8 Uhr abends Cafe* Lovrana, III., Löwengasse. Redner: Kabb. Dr. Z. Kanner, R.-A. Dr. Otto Lifczis, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde. Gasthof Matzing er, IV., Karolinengasse Nr. 15. Redner: Kultusvorsteher Dr. I. H. Körner, Dr. Paul Berger, Dr. Willy Perl. Caf6„AugeGotte s", IX., Nußdorf erstraße. Redner: Kultusvorsteher Dr. Isidor K1 a b e r, Kultusyorsteher Dr. Leopold Plaschkes. Kasino Zögernitz, XIX., Döblinger Hauptstraße. Redner: Staatsrat Dr. Desider Friedmann, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Wolf gang v. Weisl, Dr. Sal. Wolf. Mittwoch, den 4. November, 8 Uhr abends, Hotel Bayrischer Hof, II., Taborstraße 39- Es sprechen: Dr. Leopold Plaschkes, Dr. Israel Zwi Kanner, Dr. Willy Perl, Dr. M. Rosenb'erg. Donnerstag-, den 5. November, H o te 1 Continental, II., Taborstraße 4, 8 Uhr abends. Es sprechen: Staatsrat Dr. Desider Friedmann, Dr. Oskar Grünbaum, Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich. SCarbavettvorstellustgen Mittwoch, den 4, November, Tschechisches Restaurant, Kabarett, ^^fMargaretinplatz. Regiebeitrag. Meiseis-Kabarett: Mittwoch, den 4. November, Hotel Stefanie. Beginn 8 Uhr abends. ,..Donner st ag, -den t5.^November, Verbands^ heim,. Kabarett, VI., Königseggasse. Regiebeitrag. Samstag, den 7. November, Kabarett, XIV., Mariensäle, Reindorfgasse. Regiebeitrag. Alle Veranstaltungen beginnen um 8 Uhr. Niedriger hängen l : Ein Leser übermittelt uns einen ihm zugesandten Aufruf der „Union", in.welchem neben den obligaten Denunziationen gegen Zionisten noch eine allerletzte und all erschwerste enthalten ist. In dem vom Listenführer Dr. Oppenheim unterfertigten Aufruf wird mit Bezug auf die Zionisten.von jüdisch-marxi- 3 tisch er Wahlpropaganda gesprochen. Jetzt ist wirklich alles da, was ein Antisemit gegen die österreichischen Juden braucht. Die „Union" liefert alles. $ Auf diesem famosen Aufruf befindet sich der Vermerk: „Mit Berufung auf Frau. Hof rat Gans bitten wir Sie..." Auf solche Schandstücke setzt man 'den' Namen ahnungsloser Frauen. Denn wir können nicht annehmen, daß die genannte Dame gewußt hat, S2U welchem niederträchtigen Denunziantenstreich man Jhren Namen gebrauchen wird. Der Umsturz im Irak Aus Jerusalem: Die hebräischen Tageszeitungen „Dawar" und „Haarez" richten Forderungen an den Völkerbund und Großbritannien, die Juden im Irak in Schutz zu nehmen, deren unschuldiges Blut infolge der Hetze vergossen wird, die auf Agenten der arabischen Führer in Palästina zurückgeht. Die palästinensische Presse fügt hinzu, daß die Mordtaten an l^uden im Irak einen erschütternden Beweis liefern, welches Schicksal die Juden bedroht, die unter nationale Regierung der Araber kämen. (Palcor.) Aus London: Reuter meldet: Wiewohl der Umsturz Im Irak nicht in direktem Zusammenhang mit den Unruhen in Palästina gebracht wird, glaubt man in Londoner politischen Kreisen, in den Ereignissen in Bagdad dennoch das Symptom einer Gärung sehen zu können, die den ganzen mittleren Orient umfaßt. Aus Jerusalem: Die arabischen Zeitungen in ^Palästina meldeten am 29. Oktober, daß der Ministerpräsident des Irak Yassin Pascha Haschemin und der Außemninister Nurl Pascha es-Said in der ersten J^ovemberwooha in Palästina eintreffen werden, um hier die Ankunft der britischen Kgl. Kommission zu erwarten Und ihre Erklärungen vor derselben abzugeben. m können. Mit der neuen Lage 3m Irak bringt man es im Zusammenhang, daß für zwei im Nahen Osten stehende britische Bataillone, eines in Kairo und eines In Jerusalem, die bewilligten Urlaube zurückgezogen worden lind, eo daß diese Truppen fu* den jederapitlgen Abtransport bereitstellen, Tt A.) „Wenn die Zionisten bei den Kultuswahlen siegen, dann werden die österreichischen Juden die Gleichberechtigung verlieren und unter Minderheitsrecht, d. h. unter Fremdenrecht gestellt, Numerus clausus kommt!" Das ist der e i n zi ge Wahlschlager der „Union" geworden! Sie klammern sich an ihn als einzigen Rettungsanker. Ein dummes Märchen! Die Zionisten haben ja bereits im Jahre 1932 bei den Kustiiswahien gesiegt, in Wien, Linz, Graz, Klagenfnrt und in allen anderen größeren österreichischen Judengemeinden. Ist das „Fremdenrecht" gekommen und der Numerus clausus? Es ist nach diesen zionistischen Siegen im Jahre 1934 eine neue, österreichische Verfassung gekommen, und vor ihrer Publikation haben die zionistischen Mandatare bei der Regierung vorgesprochen, um die jüdische Gleichberechtigung zu wahren. Und die sur Zeit der „zionistischen Herrschaft im Kultusrate" entstandene Verfassung ist so gerecht und gut, daß die „Union" ihrer Begrüßung durch den Kultusvorstand f r e u di g zugestimmt hat. Und das schreckliche „Minderheitsrecht", mit dessen Kommen die 'Union droht, ist ja bereits d a. Es :ist bereits-in der .öisterrcicliißchen Verfassung verankert, denn dort heißt es wörtlich: „Alle österreichischen Staatsangehörigen ohne Unterschied der Rasse, der Sprache oder Religion sind vor dem Gesetze gleich und genießen dieselben politischen und bürgerlichen Rechte." „Oesterreichische Staatsangehörige, die einer Minderheit nach Rasse, Religion* oder Sprache angehören, genießen dieselbe Behandlung und dieselben Garantien; rechtlich und faktisch, wie die anderen österreichischen Staatsangehörigen. Insbesondere haben sie dasselbe Recht, Wohltätigkcits-, religiöse oder soziale Einrichtun- | Aus Jerusalem wird gemeldet: Die von jüdischer Seite unternommenen Vorbereitungsarbeiten für die Zustellung von Material an die in kurzem in Palästina eintreffende Kgl. Untersuchungskommission stehen vor dem Abschluß. Das zur Vertretung des jüdischen Standpunktes erforderliche Material hat der letzten Sitzung des kleinen Actions-Comites bereits zum größten Teil gesichtet und geordnet vorgelegen. Es wurde in dieser Sitzung eine provisorische Liste derjenigen jüdischen Persönlichkeiten zusammengestellt, deren Vernehmung durch die Kommission im Zusammenhang mit der von ihr durchzuführenden Untersuchung beantragt werden soll. Es wird mitgeteilt, daß diese Liste auch den Namen des Präsidenten Dr. Chalm Weizmann enthält. Die letzten Vorbereitungen werden in der für nächste Woche einberufenen neuerlichen Sitzung des Kleinen Actions-Comites getroffen werden. Zu dieser Sitzung werden auch Vertreter sämtlicher führenden jüdischen Institutionen und Organisationen eingeladen werden. Zweck der Beratung wird es hauptsächlich sein, eine einheitliche Haltung der jüdischen Vertreter vor der Kgl. Kommission zu sichern und die Liste der zu vermehrenden Personen zu vervollständigen. Die Haltung des Kleinen A.-C. Das Kleine Aktionskomitee hat sich mit 13 gegen 9 Stimmen für den Grundsatz nationaler Parität von Juden und Arabern in Palästina ausgesprochen. Die neun Stimmen der Opposition sind von den Vertretern des Mlsrachl, 'des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten (B-Gruppe) und der Judenstaatspartel abgegeben worden. Die diesen Fraktiogen, Schulen und andere Erziehungsanstalten zu errichten, zu verwalten und zu beaufsichtigen." Ist das „minderes" Recht? Fremdenrecht? Neinf Es ist nicht Beeinträchtigung, sondern Garantie der Gleichberechtigung. #. In welchen Ländern gibt es einen Numerus clausus? In Ungarn befinden sich alle Judengemeinden in Händen der Assimilationsjuden, d. h. der Gesinnungsgenossen unserer „Union". Dort herrscht der Numerus clausus für Juden! In Rumänien beherschen die Unionisten alle Judengemeinden. Dort gibt es einen Numerus clausus für Juden! In der Tschechoslowakei sind die Juden als Nation anerkannt und über 80 Prozent aller Juden bekennen sich zu ihr. Inden größten Judengemeinden sitzen die Zionisten. Dort herrscht vollige Gleichberechtigung. Dort gibt es keinen Numerus clausus! In Jugoslawien sind alle Judengemeinden zionistisch. Dort herrscht völlige Gleichberechtigung, dort gibt es keinen Numerus clausus!. In Deutschland waren alle Judengemeinden a n t i z i o n ist i s c h. Was hat es genützt?. Ist dadurch das Unglück auf gehalten1 worden?. '' v~"*->^~ " ....... Juden! Es. brennt nicht und die Unionisten schreien „Feuer". Taschendiebe schreien in einem vollen Saal „Feuer", um die Leute in Verwirrung zu bringen und ihnen bequemer die Taschen leeren zu können. Ihnen geht es um die Uhren und Brieftaschen. Der „Union" geht es um eure Stimmzettel. Sie wissen, daß ruhig und vernünftig denkende Juden sich gegen den bankrotten Unionismus und für den arbeitenden, fortschreitenden Zionismus entscheiden müssen. Sie schreien „Feuer", um die ihnen gefährliche Ruhe und Vernunft zu betäuben und Panik zu stiften. Juden! Fallet auf diesen plumpen Trick nicht herein! nen angehörenden Mitglieder des Aktionskomitees haben ihr Ausscheiden aus der auf dem Luzerner Kongreß geschaffenen Koalition für den Fall angedroht, daß die Exekutive sich die Paritätsforderung au eigen machen sollte. Der Beschluß des Kleinen Aktionskomitees, das ist der in Palästina lebenden Aktionskoraiteemitgliedcr, kann natürlich für die Zionistische Organisation nicht bindend sein. Die Wichtigkeit der Stellungnahme zur Kgl. Kommission erfordert, daß entweder das Große Aktionskomitee oder ein außerordentlicher Kongreß einberufen werde. Rokadi — Bürgermeister von TeI#Aviv Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Palästina-Regierung hat den Streit um den Bürgermeisterposten in Te 1 - A v i v — bekanntlich wollten die bürgerlichen Parteien den mit 8 gegen 7 Stimmen des Stadtrates zum Bürgermeister gewählten Kandidaten der Histadrut, Mosche Chelouche, nicht anerkennen — in der Weise entschieden, daß sie den bishexügen Vizebürgermeister Israel Rokacb, der als Kandidat der Bürgerlichen in der Minderheit geblieben war, zum Bürgermeister von Tel-Aviv ernannt hat. Die Entscheidung der Regierung hat großes Aufsehen und Proteste hervorgerufen. Wie die J. T. A. erfährt, war die Regierung anfangs entschlossen, den als Nachfolger Dizengoffs in den Stadtrat hinzugewählten Nathan D. Kaplan zum Bürgermeister, und Israel Rokach sowie den Arbeiterparteiler Dov Hos zu Vizebürgermeistern zu ernennen. Die Kundgebung über die Aussetzung der Wahl von Chelouche und die Ernennung des neuen Stadtpräsidiums sollte am 29. Oktober in der „Offlclal Gazette" erfolgen, im aller* letzten Augenblick aber wurde die Veröffentlichung ye*s« schoben»; (J, 3\ A.)' j Die zionistische Politik gegenüber KgL K®mira§§£on Weizmann soll vernommen werden

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