Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 593 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 20 Groschen freilag/ den II« September 1#J» DIE NEUL mm mmä NBBwHB 10« Jahrgang Nr* 503 V* b* b* Zeitung vom Verleger versendet „«Journal exp£di6 par l'fiditeür*1 187 Ti«. Univ, e^tötsbibIiothek Wien, 1. R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatltc» SSfcty 1.S0, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—: Bumünien monatlich Lei 40.—, vierteljahrig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 80.—, vierteljährig Lewa 80.—: Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweis und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franc« 1.50, vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich, Redaktion w. Verwaltung : IX, Üniversitätsstr. 8, Tel. A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u. Freitag ORBIS SPOLEN Abfahrt: Jeden zweiten Sonntag Anmeldungen,: Poln. Reisebüro „ORBIS" l. K&rntnerstrane 41, R-ai-5-78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro l. Friedrichstrane 7, B.s7*soo, i. Graben 20, u.a».o.as Unsere nächste Ausgabe i n .s Rosch-Haschana-Nummer Dienstag, den 15. September, so daß unsere Bezieher sich Mittwoch, den 16. September, im Besitz der | Zeitung befinden werden. Die Nummer wird in. vergrößertem Umfang und reich illustriert, u. a. Beiträge von Emanuel.bin Glorion, Dr. M. Grünwald, Dr. Joachim Prinz, Karl Wolf skehl und Dr. Alfred Werner .enthalten. Einigkeit Zur Wahl in die Wiener Judengemeinde '. .'Am .8. November - findet in Wien die Neuwahl /des. jü<iiscnenGemeihdevorstandes'•; statt.''"-" Ah> 'die 50.000 Wähler sollen entscheiden; in welchem Geiste ' die zweitgrößte Judengemeinde der Welt künftig gegleitet und nach außenhin vertreten'werden soll. Nun f erheben sich- Stimmehj welche fordern, daß man in 'dieser schweren Zeit, da das Judentum von Feinden .ärger bedroht wird . als je. zuvor,., einen Wahlkampf , vermeiden solle. Sie fordern die Erstellung einer ■ Einheitsliste, welche alle Parteien umfaßt, damit der Welt das Bild jüdisch e r E i n i g k e i t geboten werde. Streit und. Gezanke sollen in Zeiten der Gefahr verstummen. Die gewiß gutgläubigen Mahner zur Einigkeit hätten recht, wenn es bei dieser Wahl wirklich nur um eine Aufteilung von-Mandaten unter Personen und Gruppen der oder jener; Parteischattierung ginge, die in Fragen der Verwaltung der Gemeinde wohl verschiedener Meinung sind, aber, sonst auf dem ge- .meinsamen Boden der jüdischen Solidarität, der Einheit des jüdischen, Volkes und der Einheit der. jüdischen Gemeinde stehen. In diesem Falle wäre es sicherlich frivol, den Kampf zu suchen. Aber der Fall liegt anders. In Wien gibt es eine Gruppe, welche früher die Gemeinde beherrschte und ■ wieder die Führung erlangen will, auf Grund eines Programmes, welches die jüdische Solidarität ver-! leugnet. Es ist die „Union österreichischer Juden", deren Führer unentwegt, allen Lehren der jüngsten Vergangenheit zum Trotz, auf dem .Boden der jüdischen Assimilation», das heißt 'der Zertrümmerung und Auflösung des Judentums \ stehen. Sie lehnen die •jüdische Einheit grundsätzlich ab. ' Aber, nicht etwa nur theoretisch. Sie handeln in diesem Sinne. Sie verkünden, daß die Juden Wiens - nicht einheitlich, sondern , in zwei Kategorien zu scheiden sind. In die „Bodenständigen", welche sich rangepaßt haben und ein „vaterlandstreues** Element ' darstellen und in, die „Fremden"; und „Zugereisten", deren Einfluß, eingedämmt werden muß. Sie begnügen . Sich'aber nicht damit, diese dem jüdischen Einheitsgedanken hohnsprechende These innerhalb der jüdi- Istanbul direkt für die Herbstmesse und beginnende Saison Aus Perserteppiche eingelangt. . \ . . . Fabelhafte QualitütsstUcke, unerreicht In Farbe und Dessins zu staunend billigen Preisen, Zahluneserleichterunpen trotz Engros-Preise ohne Aufschlag im Spezialgeschäft für PERSER- UND ORIENTTEPPICHE Uorkrlns 12 kIä Eingang Weihburggasse 0~""m- Objekte Messe s Hofburg, Saal H England will Schluß machen Oberbefehlshaber Dill Aus London: Seitens des Kolonienministers ■ wurde am Dienstag, den 8. September, morgens, der Fresse mitgeteilt,. daß Generalleutn an.t J. G. Dill, bisher Chef der Operationsabteilung des Kriegsministeriums, zum militärischen Oberbefehlshaber Uber alle Truppen in Palästina ernannt .worden ist. Zum Befehlshaber der ersten Division, die sich in den nächsten Tagen nach Palästina in Marsch setzt, wurde General Armitage ernannt. (Bisher hatte der High (fommissioher den Oberbefehl inne.) Kundgebung des Kolonienministeriums Aus London: Das Colonial Office begleitet die Mitteilung über die Betrauung des Generals'Dill mit dem Oberkommando in Palästina mit einer Kundgebung, in der alle zur allgemeinen Beruhigung gemachten Anstrengungen dargelegt werden und in der ausgeführt wird: „Es kann nicht zugelassen werden, daß die G ewalttaten und die Drohung, - mit. welchen die Führer der Araber auf die. Politik der britischen Regierung Einfluß gewinnen, wollen, fortgesetzt werden; Zu den hohen Feiertagen billige Sonderfahrten mit '^^■■Hi;:^^ || VI iiX und Czernowiftz «tS:Ä?55^^ „Francopel", III, Schwarzenbergplatz 7. Tel. U-16-4«fi0 -,. „Cetfok", I, Kärntnerstraße 32, Tel. R-23-4-88 , GerngroO, VII, Mariahilfeistraße 42, Tel. B-38-2-68 . .. Es müssen sehr energische Maßnahmen getröffen werden, daß die bisherige Unruhe und die Ausschreitungen in Palästina in kürzester Zeit beseitigt werden. Deshalb wurde nach Palästina eine weitere Division entsandt. Mit dem militärischen Oberkommando in Palästina wird General Dill, ehemaliger Chef der Operations- und Nachrichtenabteilung im Kriegsministerium, betraut werden. Die britische Regierung erklärt neuerlich, daß sie von dem aufrichtigen Wunsch beseelt ist, gegenüber den Arabern und Juden eine gerechte und unparteiische Politik zu betreiben und für den Frieden und die Entwicklung,Palästinas zu arbeiten, und sie hofft, daß sich die* angekündigte königliche Kommission wird nach Palästina 'begeben können, sobald die Buhe wiederhergestellt sein wird. POLEN Bekannt billige Reisen,nach Abfahrten: 13. und 27. September 1936 Reservlett Plätze Iabm.TmuiIm* für die Reisen zu JOlTl" I OWilli Auskünfte: Dr. $. Totkor, Reisebüro „IN DIE WELT" (W. M. Renne.?). Wien IX, Liech<ert8leinstr.-2, Nähe Schottenfing. Tel. A-14-504 Die Regierung denkt nicht daran, das Mandat über Palästina aufzugeben." Verhängung des Siandredtls Aus London: „Daüy Telegraph" berichtet aus Jerusalem, daß die Beweise sich dafür häufen, daß die Führer die Kontrolle über die Terroristen verlieren. Unter der Leitung des geschultert Revolutionärs Fauzi el Kaukadyi würden nunmehr die Terroraktionen mit größerer Wirksamkeit durchgeführt/In amtlichen Kreisen, schreibt das Blatt, scheint nun allgemein die Auffassung zu herrschen, daß die Verhängung des Standrechtes nur noch eine Frage von Tagen sein kann und spätestens beim Eintreffen der Verstärkungen aus England verkündet werden wird. Man glaubt, daß das Kommando der palästinensischen Streitkräfte in nächster Zukunft von der Luftflotte auf die Armee übergehen, wird. Der engflisdie Kriegsmanister Aus London: In einer in Rothesay gehaltenen Ansprache erklärte der englische Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p: In Palästina haben wir ein Manddat zu - verwalten, das uns als ein Pfand übergeben worden ist. Größe Geduld wurde von uns geübt in dem Bemühen, -Arabjer^undTJuden miteinander zu versöhnen. Leider sind im Zusammenhang mit dem durch den Ober- <st.en Arabischen Ausschuß erklärten Generalstreik viele Menschen umgekommen. Vier Monate sind nun verstrichen, ohne daß eine irgendwie nennenswerte Verbesserung eingetreten ist. Es kann kein Zweifel über die klare Pflicht der Regierung bestehen, nunmehr ohne weitere Unterhandlungen den Gewalttaten, die soviel Menschenleben gekostet und so viel Leid verursacht haben, ein Ende zu machen. Die Regierung muß die britische Autorität in Palästina behaupten; ein Durchgreifen tut dringend not, weil die zur Untersuchung der Ursachen der Unruhen eingesetzte königliche Kommission ihre Aufgabe nicht beginnen kann, bevor die Ordnung wiederhergestellt ist. Ich zweifle nicht, daß Offiziere und Mannschaften der Streitkräfte Seiner Majestät ihre Pflicht mit jener Humanität und Gemütsruhe durchführen werden, die in so erfreulicher Weise charakteristisch für sie sind* Die Truppensendungen Aus London: Der Garnisonsadjutant jder ersten Division, von der jetzt Teile nach Palästina gehen, Captain G. H. M o r e 11, erklärte: Es stehen uns nur wenige Tage zur Verfügung, um den Abtransport nach Palästina vorzubereiten, aber unsere Schlagfertigkeit ist auf der Höhe, und wir brauchen uns diesbezüglich keine Sorgen zu machen. — Laut „Daily Teleschen Gesellschaft zu verfechten. Die Wiener Juden haben es erlebt, daß die Führer der „Union" zur österreichischen Regierung gegangen sind und zur höllischen Freude aller Judenfeinde, in einem Memorandum Schutz der „vaterländisch gesinnten" und bodenständigen Judenschaft vor „Ueberfremduhg" durch Absetzung der zionistischen Mandatare und Auflösung des Gemeindevorstandes gefordert haben. Die „Union" bemüht sich aber nicht nur:um:die Herabsetzung der Nichtbodenständigen, sie strebt ebenso die Diffamierung des Zionismus an und führt einen Kampf gegen das jüdische Palästina. Auch die Ziohisten werden als schlechte oder unzulängliche Patrioten, als Menschen, welchen man die; Erziehung der Jugend nicht anvertrauen darf, hingestellt. Das in einer Zeit, da das Jüdische Nationalheim für die Judenschaft der ganzen Welt und vor allem ihrer Jugend ein Gegenstand heiliger Sehnsucht geworden ist, da die nicht jüdische Welt, alle Kulturstaaten das Recht des jüdischen Volkes auf sein Nationalheim feierlich anerkennen, ........ $: ■, „ \fon diesem fiegteh^unfete aus. ist der Kamp! um die Wiener Judengemeinde und für ihre Einheit zu betrachten. Gerade um der jüdischen Einigkeit willen muß man gegen jene Elemente Stellung nehmen, welche diese Einigkeit zerstören wollen und sie mit den verwerflichen Mitteln der Angeberei und Verdächtigung bekämpfen. Platz auf einer Einheitsliste ist für alle jene, die zum jüdischen Volke stehen. Für jene, welche die Einheit des Volkes leugnen, -ist kein Platz., Der Kampf gegen sie ist nicht überflüssig. Er erweist sich als unvermeidlich. Wer sich außerhalb des Rahmens jüdischer Solidarität stellt, dem gebührt kein Anteü an der Führung der Gemeinde, die ja ihren Sinn verliert, wenn sie nicht der Ausdruck dieser Solidarität ist. Das muß jenen gesagt werden, die um jeden Preis eine „Einheitsliste" wollen. Einzige Jüdische Handelsschule für Knaben und Mädchen. Unterricht laut Normallehrplan für Handelsschulen. . Aben0kur«e j Für kaufmännische Fächer. Sprachen usw. Wien II, Taborstraße 39. Tel.A-45-6-57. Prospekt gratis!