Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 591 (4.9.1936)
- Date
- 1936-09-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S DIE NETTE WELT Nr. 591 vom 4. September JC Q RABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH iTi^n, /. 2?ez., Seitensieüengasse 2, III Samstag ^^gg^^l^^^^j^^^^^^gj^^^^^g^^j^J^^g^i^^^^^^J^^^^^^^^ Elendsquartieren müssen wir jetzt ansiedeln. Woher den Boden nehmen, wenn nicht au9 den Reserven des Keren Kajemeth? Unsere Lebensmittelversorgung darf nicht mehr von arabischer Willkür und Streiklaune abhängen. Also: dringlichstes Gebot neuer jüdischer Landwirtschaftsbetriebe! Schließlich die nationale Kapitalreserve: Schon im jetzigen noch so bescheidenen Umfang leistete sie uns nützlichste Dienste; aus Mitteln der Jewish Agency wurde das finanzielle Fundament zur neuen nationalen Landwirtschaftsbank und auch zu jenem Werk gelegt, das heute so recht das Symbol ungebrochenen Pioniergeistes des Jischuw geworden ist, zum Hafenbau in Tel-Aviv. Ueber zweihundert Meter weit ragt heute schon Tel-Avivs imposante Landungsbrücke ins Meer hinaus. Nur ein Volk von ungewöhnlicher Zuversicht und Selbstsicherheit wagt sich in derartigen Zeiten an solch ein Bauvorhaben heran. Ueber die Beziehung des paULstinensisch-jUdischen .Wirtschaftslebens zu den nationalen Fonds ist in diesen Monaten viel nachgedacht worden. Es ist klar: Der Jischuw, der in zwölf Monaten, int denen es höchstens sechs leidliche „normale" Wochen gab, auch weiter an neuen Häusern baute, neue Fabriken, Pflanzungen, Handels-, Bank- und Verkehrsunternehmungen ins Leben rief, trotz Depression, trotz Unruhen — er kann sich, wenn es sein muß, auch ohne das Geld der Diaspora helfen. Aber, das gilt eben nur für die Menschen, die bereits im Lande sind, heute wohl 430.000 Seelen, und nicht für jene vielen Hunderttausende, die noch draußen auf Einlaß warten. Ihnen den Wohn- und Arbeitsplatz in Palästina zu bereiten, geht begreiflicherweise weit Uber die Kraft des Jischuw hinaus und verlangt in der Tat die Kooperation, der gesamten Judenheit. Das führt uns unmittelbar an die Grundfrage unseres heutigen Kampfes in Palästina heran. Ein jeder Jude hier im Lande weiß, daß die Aufrechterhaltung der Alijah das höchste politische Ziel und die oberste Lebensnotwendigkeit des Jischuw wie des ganzen jüdischen Volkes ist. Zu den Zertifikaten müssen jedoch auch der Boden, der Kredit, die fachliche Instruktion und die Kulturarbeit für die neuen Siedler hinzukommen, und die finanzielle Vorsorge dafür ist die Aufgabe, mit der unsere nationalen Fonds in das neue Jahr 5697 hineinschreiten. Der Jischuw und sein Werk haben sich in harter Prüfung bewährt, im wirtschaftlichen und kulturellen Pionierdienst als Wegebauer für die neue große Alijah und als politische Kämpfer für das Recht auf Alijah. Das war der Inhalt von 5696. Die Verwirklichung der neuen großen Alijah erwarten wir von 5697. Uns den nationalen Boden und das nationale Kapital dafür zu geben, geht heute alle Juden an! ■ Unsere Leser werden auf die Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon Nr. R-41-4-20. E Deutsche FlQdtftlHiige 1 Achtung! Der Hochkommissär für die deutschen Flüchtlinge beim Völkerbund bereitet eine Aktion vor, durch die jenen Emigranten, welche keine giltigen Pässe besitzen oder deren reichsdeutsche Pässe nicht mehr erneuert werden, „Identitätszertifikate" verschafft werden sollen. Es handelt sich nun darum; einen Ueberblick darüber zu bekommen, wieviele Emigranten solcher Ausweispapiere bedürfen. Es werden daher alle in Wien wohnhaften Deutschlandsemigranten, deren deutscher Reisepaß bereits abgelaufen ist oder im Jahre 1936 abläuft, ersucht, ihre Daten der Fürsorge- Zentrale der isr. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, sofort mitzuteilen. Jene Deutschlandsemigrantcn, die überhaupt keinen Paß haben, mögen dies ebenfalls der Kultusgemeinde schriftlich mitteilen und gleichzeitig angeben, aus welchem Grunde sie keine Dokumente besitzen. Der Hochkommissär legt weiters Wert darauf, zu erfahren, wie viele deutsche Flüchtlinge in den einzelnen europäischen Ländern weilen. Jene in Oesterreich weilenden jüdischen Emigranten, die bisher bei der isr. Kultusgemeinde Wien nicht registriert wurden, sowie jene, die seit mehr als einem Jahre daselbst nicht vorgesprochen haben, werden ersucht, Namen, Adresse, Staatsangehörigkeit, Beruf, Geburtsdaten und eventuelle Auswanderungswünsche schriftlich bekanntzugeben. Da es sich lediglich um Vorarbeiten handelt, sind Anfragen über den Erfolg dieser Aktion derzeit zwecklos. Das Ergebnis wird seinerzeit in den Tagesblättern verlautbart werden. Neu renoviert I Restaurant „Zum Braten" II, Negerlegasse 2 IttO streng orthodox utfD Reichhaltige Menüs S —.90 bis S S.30 Gute Küche / Billigste Preise Chanson-Abend Kurt Bry. Sonntag, den 6. September, 18 Uhr, findet Im Jüdischen Kulturtheater (I., Kai 3) ein Chanson- Abend Kurt B r y s mit vollständig neuem Programm statt. Karten von S 1.— bis 2.50 in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai Nr. 3, Telephon R-28-2-36. Wiener Jüdischer Gesangsverein. Es ist dem Wiener Jüdischen Gesangsverein gelungen, zwei neue Werke lebender jüdischer' Komponisten zu erwerben, welche im Laufe der> Saison zur Uraufführung gelangen. Die Proben beginnen bereits am 8. d. M. und finden jeden Dienstag halb 8 Uhr abends im Konzerthaus, Holländersaal, statt. Sangesfreudige Damen und Herren sind zur Mitwirkung höflichst eingeladen. Jüdischer Sport- und Schützenverein „Haganah". Der provisorische Urlaubsbetrieb endet am 15. September. Nach den Feiertagen haben sich alle ordentlichen Mitglieder an ihren Uebungsabenden um 8.10 Uhr im Heim, IX., Hörigasse 14, einzufinden. Eintritt neuer Mitglieder -und alle Auskünfte jeden Montag, Dienstag und Donnerstag um 8 Uhr im Heim. Jüdisches Volksbildungsheim „Bialik", VII., Kaiserstraße Nr. 30. veranstaltet in seinem Heim anläßlich der hohen Feiertage einen feierlichen Gottesdienst mit Predigt. Kartenverkauf täglich — außer Samstag — in den Amtsstunden von 11 bis 1 Uhr vormittags und 5 bis 9 Uhr abends. In den gleichen Amtsstunden werden auch Einschreibungen für Hebräischkurse zum nächsten Semester vorgenommen. Besondere Neuheiten bringt das Institut Bständig, Wien, I., Teinfaltstraße 1, Ecke Freyung 5. Zwerg-Sohlen (ohne Metall), die leichten, unzerbrechlichen, elastischen, orthopädischen Schuheinlagen, die bequem in jedem Schuh getragen werden können. Occulta-Lastex-Strümpfe für Krampfadern und empfindliche Füße (Venenentzündungen und Thrombosen), nach Länge und Breite dehnbar, faltenlos am Bein sitzend, dabei.wasch- und kochecht. Das neue Abso- Bruchband mit drehbaren Schwammgummipelotten und elastischem Gurtverschluß, durch welches auch die schwersten Brüche leicht und ohne Beschwerden zurückgehalten werden. Ein Besuch des Institut Bständig wird daher für Fußleidende sehr interessant sein. ^■^^tecL .-"V" •'- ^j**) >-r- ~ ' > »*" ■/gt ,f *L ///)' ■ .7^1* AH M: Von S 2 Wochenraten er« halten Sie alle Gegenstände In gröBter Auswahl und bester, QualitHt bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 193-124 Telephon B-32-2-24, Israelitische Kultusgenteinde Wien Dispens der jüdischen Schüler vom Schulbesuche an den hohen jüdischen Feiertagen. Der Stadtschulrat für Wien hat im Wege des Verordnungsblattes vom 1. Juli 1936 alle Unterrichtsanstalten in Kenntnis gesetzt, daß die israelitische Schuljugend an den Tagen des Neujahrs-, Versöhnungs, Laubhütten-, Passah- und Wochenfestes Anspruch machen kann, vom Schulbesuche befreit zu werden. Zugleich wurden die Direktionen (Leitungen) ermächtigt, jene israelitischen Schüler- (innen), die zwecks Vorbereitung zum Versöhnungsfeste darum ansuchen, Freitag, den 25. September 1936, ab 12 Uhr mittags von der Teilnahme am Unterricht zu befreien. Vom Vorstand der IsraelitischelrKultusgemeinde Wien werden die jüdischen Eltern dringend ersucht, von diesem ihnen zustehenden Rechte Gebrauch zu machen. Befreiung der jüdischen Kinder vom Schreiben, Zeichnen und Handarbeiten usw. an Sabbaten. Der Stadtschulrat für Wien hat sub. Z. 2316III a ex 1930 an alle Unterrichtsanstalten den folgenden Erlaß herausgegeben: „Die Direktionen (Leitungen) werden auf den K. U. M. Erlaß vom 21. Jänner 1876, ZI. 1208 (Vorschriftensammlung: Die Mittelschulen Oesterreichs von Halma Schilling S, 43), und auf den K. U. M. Erlaß vom 19. Februar 1876, ZI. 1683, M. V. Bl. Nr. 9, aufmerksam gemacht, wonach bei Verfassung der Stundenpläne auf das israelitische Gebot, am Sabbat des Schreibens, Zeichnens, überhaupt der Handarbeit Bloh zu enthalten, tunlichst Rücksicht zu nehmen und jeder direkte oder indirekte Zwang zur Uebertretung dieses Gebotes zu unterlassen ist. Stadtschulrat für Wien." — Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ersucht die jüdischen Eltern dringend, von diesem ihnen zustehenden Rechte Gebrauch zu machen. , Gottesdienst für Jugendliche an den hohen Feiertagen. Der Vorstand der Israelitischen KuHusgemeinde Wien veranstaltet an den kommenden hohen Feiertagen im Festsaale des Hotel „Post", I. Fleischmarkt 20 (Eingang, I., Drachengasse 1), einen F e s tgottesdienst, der hauptsächlich ■ für die reifere Jugend beiderlei Geschlechts (im Alter von 15 bis 20 Jahren) bestimmt ist. Der Zutritt zu diesem Gottesdienste, der nach dem Vorbild und im Umfang der Gemeindegottesdienste abgehalten wird, erfolgt auf Grund unentgeltlich ausgegebener Karten, deren Verteilung tunlichst im Wege der Jugendorganisationen erfolgen soll. Die Jugendgruppen werden ersucht, ein Verzeichnis jener Jugendlichen, die Eintrittskarten zu diesem Gottesdienste wünschen, bis spätestens Dienstag, den 8. September d. J., dem Jugendreferate der Kultusgemeinde zu übermitteln. Die Ausgabe der Karten auf Grund der Verzeichnisse erfolgt am 9. und 10. September d. J., während die Einzelkarten an Jugendliche ab Freitag, den 11. September d. J., im Jugendreferate, I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, von 9 bis 12 Uhr vormittags ausgefolgt werden. WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5696 * September *y\bn vmn Elul Freitag 4 17 Sabbateingang 6.25 Samstag 5 18 Sabbatausgang 7.15 Sonntag 6 19 Montag 7 20 Dienstag 8 21 Mittwoch 9 22 Donnerstag 10 23 EM Restaurants, Cafes etc. Cafe Abbazia, II.. Ausstellungsstraße 1, Tel. R-44-5-58. Warme und kalte Küche. Bier vom Faß. Klubzimmer. Samstag u. Sonntag Konzert Musikschutz frei. A. Barschak, Ii., Große Scblffgasse 3. Streng ups Vorzügliche Küche. Billige Preise. Dalmatia Weinhaus, IV., Rechte Wienzeile 27, Telephon A-37-0-25. Filiale: I., Tuchlauben 11, Tel. U-27-1-61. Original serbische Küche, jugoslawische, dalmatinische und serbische Weine. Kaffee-Restaurant „De France", I.. Schottenring 3, Telephon A-16-3-74. Erstklassige Küche. Billige Preise. Saal und Klubzimmer zu vergeben. Krystall-Cafe, I., Aspernplatz l. Tel. U-14-5-50. ü-14-5-51. Elegantes, billiges Großcafe. Warme Speisen. Deutsch am Schottenring 12, Tel. U-213-55. Selchwaren, Dellkatessen und Gaststube. Cafe Edison, VIIL. Alserstraße 9 (Käthe Seidmann), Tel. B-43-0-47.- Kalte und warme Küche. Bier vom Faß. Billige Preise. Saal und Klubzimmer abzugaben. CafeVBejtanrant Espresso, i., Kotenturmstraße i. Internationale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Hotel Cafe-Restaurant Excelslor, I., Rotenturmstraße 24. Ganztägiger Restaurationsbetrieb. Bier vom Faß. Eisen, Feinwurst und Selchwaren "it>3, I., Schwedenplatz 1, II.. Praterstraße 33. Prater-Hauptallee, VII., Neubaugasse 15, Bad«n bei Wien. Caf6 Froyung, I., Renngasse 1. Blllardsalon, Bridgestube, warme und kalte Küche. Cafe" Fürstenhof, II.. Praterstraße 25, Tel. R-48-2-66 (Leo Meixner). Erstklassige Abendmenüs von 8 1.— aufwärts. Cafe-KondltoreJ Neumann, II.. Gredlerstraße 2 (Telephon A-42-3-81). in.. Löwengasse 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant Neugröschl, II., Lillenbrunngasse 12, Telephon Nr. A-48-5-86. Renommierte Küche jüdischer Spezialitäten. Cafe" Metropol, IX., Berggasse 33, Tel. R-52-0-57. Angenehmes Familiencafe. Billige Preise. Alle Speisen und Getränke. Einkellnersystem. Klubzimmer. Cafe" National, II., Taborstraße 18. Cafe Nizza, II., Taborstraße 60 (Alfred und Gustav Faachkes), Tel. R-40-5-76. Bürgerliches FamlliencaW. Nizza-Menü und Nizza-Platten. Zivile Preise. Cafe" Rotunde, II., Ausstellungsstraße 23, Tel. R-45-3-65. Beste; Meinl-Katfee. Caf6 Schottentor, 1., Dr. Karl-Luegerrlng 10. Telephon ü-26-5-90. vis-ä-vis der Universität Restaurant Schwarz, II., Rotensterngasse 81, Telephon Nr. R-41-4-38. Jüdische SpezlalkUche. Cafe" Hotel Silier, I,. Schwedenplatz 3. Bester Schlagoberskaffee, Spezialitäten in Gefrorenem. Restaurant „Spritzer", früher „Hotel National'*, jetzt II., Hammer-Purgstallgasse 7. Vorzügliche Wiener und Internationale Küche, Tel. A-45-5-42. 8ehweden-C»f«\ I., Schwedenplatz 1, Tel. U-23-5-78. Alle In« und ausländischen Zeltungen. Moderne Billards, Bridgesalon. SWERTE FIRM Hotel-Restaurant „Stephanie", II., Taborstraße 12. Vorzügliche Wiener Küche. Speisen am Rost Menü ab S 1.60. Täglich frische Fische. Cafe Johann Strauß (ehemals Residenz), I., Franz-Josefs- Kai 31; Kalte und warme Küche. Erstklassige Weine, Bier vom Faß. Bridgesalon, Schachzimmer, Billardsalon. Asphaltkegelbahn und Klubräume. „Vegetarla" Caf6-Restaurant, Diätküche, Milchspeisen, II., Obere Donaustraße 89 a, Telephon A-48-8-71. „Wlenea" Restaurant, II., Ob. Donaustraße 91, Telephon Nr. A-41-4-78. Jüdische Spezialitäten und vegetarische Speisen. Maria-Thereslen-Stüberl, 1., Maria-Theresten-Str. 4. Küche des Hotel de France. Täglich ab 20 Uhr Musik und Gesang. Heilanstalten, Bäder etc. Heilanstalt „Thermla", 1., Franz-Josefs-Kai 1, Telephon Nr. R-29-1-37. Behandlung von Ischias, Gicht, Rheumatismus, alle physikalischen Prozeduren. Ischias-Schnellkuren. Brünnlbad, IX., Borschkegasse 4 (Lazarettgasse 20/22), Tel. A-20-0-53. Heißluft-, Wannen- und Schwimmbäder. Erstklassiger Schwimmunterricht. Ganze Woche geöffnet. Clnsiusbad, IX., Clusiusgasse 9. Tel. A-18-1-40. Unter ärztl. Leitung. Phys. 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