Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 566 (5.6.1936)
- Date
- 1936-06-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Na 566 vom 5. Juni 1936 blickte ihm so tief in die Augen, aus denen er altes herauslesen wollte, d<iß er nicht bemerkte, wie wir, die Chederjungen, eine lustige Chewre, uns leise davonschlicfteA, hinaus aus dem Cheder ins Freie'... Und als wir zurückkamen in den Cheder — saßen sie noch beisammen... „... Rotel Maarawi!'...", sprach der Rebbe leise und. mit zitternder . Stimme, „... JKotel Maaarawi." ... das ist uns geblieben von unserem Beth Hami Kdasch, von unserer ganzen Herrlichkeit, von unserem ganzen Staat! JLotel Maarawi!' JCotel Maarawi!'.. Und der Rebbe weinte still .., 7cU scUäfne h%UU! . Ich hatte einen Freund, einen guten Freund. Wir haben gemeinsam gelernt, in einem. Cheder, zusammen brüderlich gelebt, gemeinsam gespielt, Freud und Leid geteilt... ,Fortuna", die blinde Fortuna, hat meinem Freunde zugelächeltf ihn beglückt. Es ging ihm zusehends besser und besser, er wuchs und ward groß... Und ich? ... Ich blieb unten... Lange Zeit verstrich... Wir sahen einander nicht, ioir begegneten ■ einander nicht... Das Leben wirft den einen in diesen Winkel der Erde, den anderen in jenen... Wir schritten im Leben auf verschiedenen Straßen dahin, strebten verschiedenen Zielen zu. Wir wohnt&n in verschiedenen Städten. Da geschah es, daß ich einmal in die Stadt kam, in der mein Freund wohnte, ich sehe sein Haus und bleibe stehen: „Söll ich eintreten?" Ich entschloß mich, einzutreten... Und stellt euch vor —, er hat mich erkan nt!... „Was treibst du, Bruder? .Wie geht es dir? ..." .:}-} ■ {^-Einei^eile,standen wir i»»/jy-oX'*.'.a t*'-»*.... Hinein, ih%d$n;Salon — führte'er michr/inoM^Er-'yerstdnd und fßfäpe,. .tfaiS mich das wundere .. .."Undsagte mir, indem er _mein Aeußere& betrachtete: „ ... Verzeih', Bruder, mein^ Guter... Sei mir nicht bös ... ich kann nicht ,— ijc% schäme mich ..." , (,-•■••■. , j'~,£)u schämst dich? Du schämst dich über ■mich?. . ." . -,. v/j.: •:'. '•" '•• ■ . - * - ■?JLch, nein, behüte... Nicht das meine ich ... Nicht das habe ich gesagt! Ich habe gesagt, ich schäme mich mit. :. mit meinem prächtigen Haus ... vor dir, dir, meinem, alten Freund gegenüber ... vor dir ... vor dir;... . schäme ich mich :.. Sag* mir bitte, wo wohnst duf jy.ie steht'ß mit dir? Wo bist du zu Hause? Ich will kommen! Ich,, will, bei<dir sein, ich will bei-di-r -sein!.. ." ■; iEr warf einen Blick auf meine ausgetretenen, zerrissenen. Stiefel und wurde rot .vor• Scham . .•. .Ich verstand ihn} .ich . verlieh, ihm, mit dem ganzen Herzen, ja, mit dem ganzen Herzen!..... .. (Uebersetzt von M. S. Brafmann.) Irving Wassermann, der junge, überaus begabte Klavierkünstler- (Meisterschule Professor Steuermann), wird-am 10. Juni uni halb 8 "Öhr' abends im Rahmen der Wiener " Festwochen beim.' '''Ib'töi^at'ionalen Festabend Im F,estsaal -des Militärkasinos, "L, Schwarzenbergplatz, mitwirken. ' "•■ Jüdisches Kulfurfhcafer I., Franz-Josefs-Kal 3, R-28-2-36. Sonntag, 7. Juni: Nachmittagsvorstellung von Cederlund und Dahlbergs Rassertstück „Die Gr e'n z. e". deutsch von Albert Ganzert. Kleine Preise. Beginn: 17 Uhr. Ein interessantes Gastspiel. Das „Jüdische Kuiturtheater" wurde nach Paria zu einem mehrwöchigen Gastspiel eingeladen und wird dieser Einladung Mitte Juni Folge leisten. Zur Aufführung werden außer der „Grenze" die Repertoirestücke „Sch'ma Israel" von Ossip Dymow, ,,D i e Goldene Kette" von J. L. Perez und „Der Sänger seiner Trauer" von Ossip Dymow gelangen. Der Leiter der Bühne, Direktor J u b a 1, wird das Gastspiel persönlich leiten. ludische Kulturstelle I., Franz-Josefs-Kal 3, R-28-2-36. In der Jüdischen Kunststelle (an die Oesterreichische Kunststello angeschlossen) erhalten die Mitglieder Karten für sämtliche Privat-, Bundestheatcr und Konzerte zu ermäßigten Preisen. Sonntag, 7. Juni, 10 Uhr vorm., Führung: Im Zyklus „Das barocke Wien" Unteres Bclvedere, Oberes Belvcdere, Schwarzenbergpalais, Palais Schönborn. Leitung: Hugo Friedmann. Treffpunkt: III., Rennweg, Unteres Belvedere ft—10, 10 Uhr vormittags. _' Jüdische Künstlerspiele II., Praterstraße 34. Vor Abschluß des Gastspieles Sevilla Pastor, finden Freitag, den 5., Samstag, den 6., und Sonntag, den 7. Juni, die letzten Vorstellungen ' der großen nationalen Revue ,,H a 11 o, hallo, lladlo Jerusalem", ein Bilderbogen vom jüdischen Leben, von A. Meiseis statt. Sonntag nachmittags bei ermäßigten Preisen „H u 1 i e Kabie n". Montag, den 8., ,,A Mojd achwa t". Dienstag, den 9., „K omödianti n". Mittwoch, den 10., Sondervorstellung des Schauspielers B. Sigal, „Dos schönste Mädel", mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle. Donnerstag, den 11., als Abschiedsvorstellungen: nach mittag halb 4 Uhr „Die S c,h i k e r t e" und abends' halb 9 Uhr „Hallo, hallo, Radio J c r u s a 1 c m". . Montag, den 8. Juni 1936, veranstaltet ein Ehrenkomitee eine Abschiedsvorstellung f tir" . den Schauspieler; ' M a r k'u s He rschko witsch. Zur Aufführung gelangt ) ,„A Moid. a chwat", Komödie in 3 Akten von Siegel,*Musik von Rümschlnsky, mit S e v 111 a. P a stör in der Hauptrolle. Ferner Markus Herschkowitsch in „Gott der Rache'.' <3. Akt) von Schalom Asch. Die Lcgitimlstischcn Jüdischen Frontkämpfer im „Eisernen Ring" veranstalten am Mittwoch, den 10. Juni d. J., pünktlich halb 9 Uhr abends; im Saale des Zweiten KaffeehausCs. Prater, Hauptallee 9, einen Kamera dschattsabend unter der Devise „Ernstes und Heiteres". Auftreten erstklassiger Kunstkräfte; Regiebeitrag 50 Groschen. Hasmonea-Makkabi. Kommenden Sonntag spielt Hasmonea- Makkabi mit drei Mannschaften'gegen Semperlt, und zwar spielt die Jugend und die Reserve um 8 und 10 Uhr am E-Werk-Platz, während die 1. Mannschaft ihr Meisterschaftsspiel um 18 Uhr am Technischen Union-Platz in Heiligonstadt austrägt. Hilfsverband der 'jüdischen Kriegsopfer. Die für den 6. Juni angesetzte Akademie, mußte infolge eingetretener Hindernisse v e r s c h o b e rt .-werden. Der Ersatztermin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Gelöste Karten behalten Gültigkeit oder werden im Lokale des Hilfsyerbandes, VIII.,' Bennoplatz 1 a, eingelöst. .',',•..,">. i Wiener Bet Hamidrasch,-Wien. IL. Tempelgasse 3. Vorlesungen Jm-Som m*-e rsemester 1936 (5696): Sonntag: 5 bis 6: Prof Dr. Krauß, Geschichte ,der Juden der, neuesten Zeit; 6 bis 7: Prof. Dr. Krauß, Traktat Semachot. Montag: Q bis 7: Prof. Dr. Krauß, Geschichte der Juden der neuesten Zeit; 7 bis 8:. Rabb. Z 1 k i e r, Midrasch Tanchuma. Dienstag: 6 bis 7: Rabb. Dr. Taubes, Mischneh Torah Sefer Ahava; 7 bis 8:. Oberrabb. Dr. Taglicht: Traktat Derech Erez. Mittwoch: 6 bis 7: Rabb. Dr. Rosenmann, En . Jakob (Sanhedrin); 7 bis 8: Rabb. Lektor Dr. Rubin, Sprüche der Väter. Donnerstag: 6 bis 7: Rabb. Doktor Rosenmann, Sprüche Salomos; 7 bis 8: Rabb. Lektor' Doktor Rubin, Talmud Traktat Megilla, Samstag: 11 bis 12: Prof. Dr. KraußV Traktat Semachot'; 5 bis 6: Rabb. Lektor Dr. R u b i n, Bibelvortrag. . L Todesfall. Bundesführer-StellVertreter des „Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", Diplom-Käufmann ..Ernst S t i a ß n y, hat' durch das" Ableben seiner Mutter Frau T h er.e s e S't 1 a ß n y, ' einen. " unersetzlichen Verlust erlitten. Das Leichenbegängnis fand Donnerstag, den 4. Juni, statt. Beginn des Freitagabendgottesdienstes in den Gemeindesynagogen während der Sommermonate. Ab Freitag, den 6. Juni 1936, beginnt der Freitagattendgottesdienst in den Gemeinde* sy^agogen bis auf weiteres um 7 Uhr 30 Minuten. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-s c h U 1 e r i n n e n): Samstag, den 6. Juni d. J.> um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Vereinssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im IL, IX. und XX. Bezirke: Samstag, den 6. Juni d. J., um V45 Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, und in den Vereinssynagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Krakauer Festtage. Anläßlich der „Krakauer Festtage" führt das polnische Reisebüro „Francopol" einen Sonderzug nach Krakau. Preis Wien—Krakau—Wien S 52.—. Vom 14. bis 23. Juni d. J. Visum gratis! Abfahrt von Wien am 14. Juni, Rückfahrt ab Krakau am 23. Juni» aufgelöste Rückfahrt möglich. Die historischen Krakauer Festtage bilden eine Sehenswürdigkeit sondergleichen, in ihrem Rahmen finden eine große Anzahl von volkstümlichen, dramatischen und musikalischen Aufführungen statt, Feuerwerke, Umzüge und Feste auf der Weichsel, etc. Sofortige Abmeldung erbeten an „Francopol", Wien, III., Schwarzenbergplatz 7, Telephon U 16-4-90. UesiaütmU Bittet ßestrenommierie Küche REICHHALTIGE MENOSäS 1.90 UND 2.60 iCHWECHATER BRÄU il,Hammcr-Purgstall-Gasse 3 (nächst Salz loibrDAß) «Tel. 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