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Die neue Welt · 1936-04-03 · Heft 551 (3.4.1936) · page 9

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 551 (3.4.1936)
Date
1936-04-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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1 Nr. 551 Vom 3. April 1936 DIE NEUE WELT Sdte* SafuUtkkdaldti... Frd nach A. Schlonski So bestieg ich denn das schwankende Schiff, das micli,gen Erez Israel trägt. Nicht, gleich Jona, dem Propheten, der vor Gott nach1'arschisch entfloh, Bestieg ich das Schiff,, das gen Erez Israel zieht — Erbarmen.ziL. erflehen kam ich: Himmlischer Vater, oßrzeih. Ein foUngebet zittert auf den Lippen der Welt und niemand ist, der es spricht! f), meine Seele gleicht , einer heiligen Rolle, aus der . . der -Name des R.eiligenSchadaj ausgelöscht \, ^worden. . So ging ich denn — ohne Gebetmantel,ohne Stirnrolle. Keinen Vaier im Himmel. Niemand segnet meinen Weg.. Weder Vater, noch Mutter. Irgendwer hat unter den Sternen Grabeszeichen aufgeschrieben, Ein Friedhof auf dem. Himmelsgewölbe. — So bestieg ich das Schiff. das mich gen Erez Israel . trägt. Ich zahlte den Preis, mein Bündel war geschnürt.. In mich gekauert sitz' ich,an des Schiffes Rand und horche dem heiligen .Sang, der Chnluzim: Am jisrbel chaj Am. Jisroel. chaj — Volk Israel lebt — Volk Israel lebt. Da -rr hockt es auf meinem Bündel, bucklig — wie . .ein Fragezeichen-~ Weist'* mit Fingern auf mich: und du?1 Und stehe — ein Verlorener — mir gleichend — an , -meine.r Seite saß ...... . Und'sang mir ein wohlbekanntes. Lied: Auf dem Wege, steht, ein Baum, ...- Neiget tief: sich In den Raum — /Ein Jude nach...Erez Israel .geht, . Geht und weiht, gar sehr. .... ' . * ' Ichhjn.auj das Schiff gestiegen, das inich führt in ..Meiner. Väter Land. Wett.titier dem Meer gibt es ein Land, Italien: ein \ Volk, gleich eiriem großen Gesang, Der,,Hiinmel ei\\^(iuarpll, die Bettler strecken ihre ,;. fiajide aus . .... ' . , Und-singeii Äriih. aus „Bajazzo". **'./' IcIk.aber, bin auf das Schiff gestiegen und fähre iii /meiner Väterx Länd. ' W-pt^Jenseiis 'der/ Meereh gibt es: Britannien, das .. große,, graue, Und'Trähkreich^ das lärmende, und Deutschland. — und Höllaml — und die Schweiz — : Icii.[''aber bin ahf' das ' Schiff gestiegen, das nach Erez Israel fährt. lTgenitm[w^int''eihe Mutier, die meine: Oj a briwale der mämen. O, *MuUer, Mutter, dein einziger Sohn wandert . ärmer als arm, Alsjhäfe er hie einer Mutter Sohn gewesen. Ich. hin äuf das 'Schiff gestiegen, das gen Erez ', .Israel zieht: Wohl.gibt, es mächtigere Länder in den Fernen, ge~ . wältige Reiche, Ich aber^ Mün Lewi Jizchak ooh Berdiczew, sage: Jigadät wejikadasch sehne rabo. — Und bin auf das Schiff gestiegen, das nach Erez ' Isradl fährt•'■,.> '..-■>■ , KBNO-PROGRAJViME © KREUZ-KINO . ,!, Wollzelie 17 Telephoh R-24- 2-16 VorsteUu^en.:i«,t¥#,jw.tttp, Charly Chan's Geheimnis Warner Oland SCHAFFER VI, Mariahllferstraße=37.; Telephon B-20.203 , *v*. %».>i9 Schwarze Fahnen über China Clark Gable, Jean Harlow STAFA, VII MarlahJlfarstraBe )20 Telephon B-88-0-68 Wochentags: »,;T„ 9 Uht IX, .Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beging V«t«,.$», v*io Das atemberaubende Erlebnis Dr.Sokrates mit Paul Muni HELIOS-KINO I, Tab or straße 38 I ' - •' - ' Telephon R-41-3-50 Vom 3. bis 6. April IfS Jftdi'sdie Feier am jüdischen Tfedh Von Bath-Arje. Sabbath und Feiertage sind die Merksteine auf dem Wege des Juden. Und hier nun' entfaltet sich das Wirkpn der jüdischen Frau in Sinnigster und innigster Weise. Ah das jiddische Haus, ist die Weihe unserer Festtage; gcx knüpft — und die jüdische. Frau ist seine Priesterin. Was nur dem Wesen des Tages Ausdruck zu verleihen vermag, das stellt die Frau auf . den jüdischen Tisch, den Altar des Hauses. Zwei nur ihr überantwortete Zeichen der Weihe bilden das Zentrum des. .Sabbat- und Feiertagstisches: Licht und Brot. Jeder jüdische Festtagstisch ist beherrscht vom Scheine der Kerzen, auf jedem jüdischen Feiertagstisch liegt zur Erinnerung an das Manna der Wüste zweifach das Brot; ein. Zeichen, daß am Wochentag die Mahlzeit' für den Ruhetag wohl vorbereitet Ist;' Licht und Brot: lebenspendend und. beglückend -• und doch schlicht und prunkloä. „Am Schabbosabend ist jeder' Jude — arm oder reich -/König in seinem Hause", sagt ein jüdisches Volkslied. Und die Spenderin der Königspracht ist die jüdische Frau. Daher auch hat die Weisheit unserer Lehrer angeordnet, daß der Gatte, am Freitagabend, wenn er aus dem Hause der Andacht zur Andacht des Hauses, zum Kiddusch heimkehrt, das Höhelied, der jüdischen Frau singt: Esches chajil, das Lied, das den Schlußakkord der Sprüche Sälomos bildet: Ein wackeres Weib — wer findet es? Köstlicher als Perlen ist Jein Preis. — Wundervoll in seiner Schlichtheit malt der Psalmist, König David, das Bild der Harmonie des echtjüdischen Hauses: Dein Weib, wie ein blühender Weinbaum im Innern deines Hauses, deine Kinder wie Oelbaumsprößlinge rund um deinen Tisch! Den Kidduschb.e.c'her ,füllt. Wein, als edles Getränke der Würde des. geweihten Mahles entsprechend. Während der Becher erhoben wird, decken wir das Sabbat-' brot mit liebevoll angefertigter Decke zu! Ein wundir-1"" voller Gedanke; das. Brot soll nicht durch den Wein zurückgesetzt erscheinenrnicht beschämt werden. Die Berches (ein Ausdruck,:.der' entstanden ist aus dem: Wort Berachäh das gesegnete Brot also) deckt ein Sprüch aus dem Zehnwort, der uns die Heiligkeit.des Schabbat und der Feiertage ins: Gedächtnis ruft: Sachor et Jörn Haschabbat lekadscho: .„Gedenke des Ruhetages, ihn zu; heiligen". Kunstfleiß"und Schönheitssinn haben all 'die''* Dinge, die zum Schmuok des Sabbat- und Festtagstisches dienen, liebevoll, ausgestattet: oft trägt ein geschnitzter Holzteller mit dem Satz aus dem Prediger Salomos: „Geh, '. . ßdiis" . .-. •: \ iß dein Brot in Freude" die Berches; auweilen auch trägt das schöne silberne BerchesmesÄr diesen Spruch. Kidduschbeeher sind häufig altv&rerbtes Gut, das die Namen der Beschenkten und der Geber führt. Daß Blumen dem festlich gedeckten Sabbat- und Feiertagstisch nicht fehlen, und nie fehlten, lehrt uns manch ein Hinwels im Talmud. Die schönste Zierde des jüdischen Tisches aber ist — der arme Wanderer, der Gast! Von jeher galt und gilt ihm im Judentum größte Sorgfalt; und nicht die Speise ist die Hauptsache, das „Wie" des Gebens ist weit bedeutungsvoller als das „Was". .,Es seien die Armen Kinder deine Hauses" heißt es in den Sprüchen der Väter. Nicht fortzüdenken vom jüdischen Tisch ist der Gast, der Orech, am S;eder. Eröffnen wir den Gang durch unsere Häggadäh mit der lauten Aufforderung an jeden Dürftigen, mit uns zu essen und mit uns Pessach zu feiern. Alle Symbole der Sedernacht gemahnen uns daran, daß bis zur wunderbaren Errettung wir Fremdlinge waren im Lande Aegypten und daß wir deshalb wissen, wie dem Gedrückten ums Herz ist. Unser Pessach-jSröt ist Mazioth, das Brot des Elehds; an die Bitternis der Khechrscnäft läßt urt$ MOror zurückdenken, die Fron. der Arbeit ruft"' uns Charosseth der Lehm, ins Gedächtnis. Das-Ei, das im Keime erstickte Leben, symbolisiert zusammenfassend die Zeit der Betrübnis; der Knochen endlich kündet uns vom Befreiungsopfer, das unsere Väter, zum Wegzug gerüstet, dargebracht hatten. Vier Becher dejr Freude leeren wir in Anlehnung an die vier göttlichen Verheißungen der Befreiung, die sich an das Pessach-Erlebnis unseres Volkes schließen. Der Bitte, daß auch uns der Weg zum Heiligtum führen möge, gibt der Becher für den Propheten Elijahu, der einst den Anbruch der Freiheit künden wird, Ausdruck. So klar stehen Befreiung aus Mizrajlms Knechtschaft und endliche Freiheit zur raessianischen Zeit vor unserem Auge, daß wir uns zum Zeichen aiessr Freiheit, dem freien Manne des Morgenlandes, gleich, auf - die linke Seite lehnen. nDD ^fi> -»pd F einwursfu. Selch waren- Spezia'itäten orlh -ittrj in allen ihren Verkanfss'el en Fabrik und Versand: Wien mt Raheng. 13. 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