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Die neue Welt · 1936-03-13 · Heft 545 (13.3.1936) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 545 (13.3.1936)
Date
1936-03-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 545 vom 13. Mätt 1936 fettf M ......Hl Der palästinensische fremdenverkehr Vor d«r Fttihjahrssalson 1936 Von Dr. J> Adl*r, tel-Aviv Im palästinensischen Hotel-, Pensions-, Verkehrsunä Vergnügungsgewerbe stehen die Zurüstungen für die kommende Prühjahrssaison 1936 kurz vor dem Anschluß. Der Tourist, der von früheren Reisen her Vergleichsmöglichkeiten besitzt, wird manchen Fortschritt, wahrnehmen. In Tel-Aviy hat man die Strandpromenade wesentlich verlängert und - dadurch in" der Richtung nach Jaffa zu ein neues Badegelände erschlossen. Das aufblühende Seebad N at h a n i ä hat nunmehr die Autostraßen Verbindung «Wm Bahnhof Tulkarem und zur Hauptstraße Tel-Aviv " 7-Tulkarem—Äffuleh—Haifa erhalten. In Jerusalem " Ist seit dem 6. Jänner das viertausend.1 ährige Wasserproblem glücklich gelöst. Auch Haifa, das .Kamel-Gebirge, Kalliah am Jam-Hamelach, Tiberlas und Safed haben dem Besucher viele neue Annehmlichkeiten zu bieten. All die Tausende von palästi hensischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, denen die "Fremdenmdüstrie Beschäftigung und Brot gewährt, sehen der bevorstehenden Touristiksaison mit <■ um so stärkerer Spannung entgegen, als man allge mein hofft und wünscht, daß die Erträgnisse des Fremdenverkehrs einen gewiäsen Ausgleich für die . Einbußen bringen möchten, die unser Wirtschafts lebän infolge der Depression der letzten Monate in awderen Erwerbszweigen erlitten hat. Dane* ist die Frage wieder aktuell geworden, wieviel denn eigentlich die Fremdenindustrie Jahr für Jahr dem Lande an Gewinnen zuführt. Leider sind für eine Bilanz dieser Art amtliche Unter lagen nicht vorhanden. Im Gegensatz zu anderen Fremdenverkehrsländern schweigt sich in Palästina " die Regierung, deren „Blue Book" ja sonst so mit teüungsbedürftig ist, über die wirtschaftliche Seite der Touristik völlig au s und begnügt sich mit de* lakonischen Mitteilung, daß im Jahre 1934; im ganzen 91.823 „Travellers" in Palästina eingetroffensind, ohne irgendeine Sp^ezifizieruhg'Äach Geschäftsreisenden, Studienreisenden und eigentlichen Pilgern, Ver ghüguhgs^und ErholüngsreiSenden („Touristen" im engeren Sinne) zu unternehmen. Man ist daher hin sichtlich der Erträgnisse des, Fremdenverkehrs auf p.r i y a t e .S c h ä t z u n.g e n angewiesen. Die Zahlen, ^i^ anj^haufigstjen genannt werden,Vfrauten: ■-. Palästinas Verdienst an der Ausländer-Touristik: . (Vergnügungs- und Erholungsreisenden- und Pilgerverkehr) , , 1932: 300.000 pal. Pfund 1933: 500.000 „ „ ,1934: 400.000 „ „ 1935: , 350.000 „ : Da bedarf es eines Kommentars. Den Aufstieg von 1932 auf 1933 braucht man wohl nicht weiter zu erklären. Warum dann aber der überraschende Abstieg, in 1934, im Widerspruch zu der jenes Jahr restlos beherrschenden „Prosperity"? Die Antwort finden wir darin, daß die berüchtigte 60-Pfund-Klausel, die von der Mandatsverwaltung kurz vor Ende 1933 stipuiiert wurde, sich 1934 zum erstenmal voll ausgewirkt hab Bekanntlich schreibt diese Klausel vor, daß die jüdischen Touristen, die zu uns kommen, vorher -bei dem britischen Konsulat eine Kaution von 60 pal. Pfund zur Sicherung ihrer Rückkehr hinterlegen müssen. Erfahrene palästinensische Hoteliers haben;berechnet, daß im Jahre. 1934 mindestens 20.000 jüdische Touristen (Vergnügung^- und Erholungsreisende) vom Kontinent, die pro Person in Palästina durchschnittlich 20 pal. Pfund, insgesamt also mindestens 400.000 pal. Pfund ausgegeben hätten, nicht gekommen sind, weil die 60-Pfund-Klausel sie fernhielt. In entsprechender Weise hat die Klausei den palästinensischen Fremdenverkehr natürlich auch im vjahre 1935. dezimiert, und dazu kam — um den weiteren Verdienstrückgang zu erläutern— noch die Tatsache, daß die internationale Spannung im Mittelmeerraum unsere letzte Herbstsaison; insbesondere den christlichen Pilgerverkehr zur Advents¬ und Weihnachtszeit, empfindlich beeinträchtigte. Die Touristik hat also von der allgemeinen Prosperität, wenn man vom Jahre 1933 absieht, so gut wie nichts gehabt und ist von der Depression besonders schwer betroffen worden. Daher iät es zu verstehen, daß heute das Verlangen auf Abschaffung der 60-Pfund-Klausel und auf positive Maßnahmen zur Förderung der Touristik seitens ,der wirtschaftlich interessierten Bevölkerungskreise dringlichst erhoben wird. Man will das Argument; der Mandatsverwaltung, daß die Kautionspflicht der Touristen, nur eine „Formalität" sei, die denjenigen, ' der pünktlich zurückreise, nicht belaste, keineswegs gelten lassen. > i&s ist vielmehr aktenniäßig bewiesen wor- . den, daß zahlreiche Touristen auf die geplante Palästina-Rciso verzichten mußten, weil sie neben den $ k;o s.t e n nicht außerdem noch in bar . die 60 pal. Pfund aufbringen konnten, deren Hinterlegung das britische Konsulat beanspruchte. Auch kann die Palästina-Regierung das Faktum nicht bestreiten, daß nicht wehige jüdische Palästina-Interessenten von der Reise deshalb ansehen, weil sie in dem Käuüonszwang eine be- Ie 1 digende Diskriminierung gegetiüber den nicht jüdischen Touristen erblicken, für die, wie man weiß, die Klansei nicht gilt. , Die Fachkreise heben mit Recht hervor, wie stark die. abschreckende Behandlung* des Fremdenverkehrs in Palästina mit der Zuvorkommenheit kontrastiert, die in den anderen Fremdenverkehr s 1 ä n der n rings um das Mittelmeer den ausländischen Besuchern zuteil wird. Soll das ' in der kommenden FrÜhjährssaisoh, die uns durch günstigen Verlauf — im Zusammenhang mit der Werbekraft der diesjährigen Tel-Aviver Levantemesse' — eine wesentliche Erholung des Geschäftslebens * und eine bedeutende Expansion des Arbeltsmarktes bringen könnte, wiederum nicht besser sein? Wie wir hören, Wird geplant, die 60-Pfund-Klausel und ihren zerstörenden Einfluß auf die palästinensische Fremdenindustrie demnächst zum Gegenstand einer I n t e rpellation im britischen Parlament tu m ach e n. Aeußerst reformbedürftig erscheint auch die amtliche Behandlung der Touristen . in Pa- ' lästina selbst. Die P ä ßu n d Zollabfertigung stellt immer noch eine mehrstündige Belästigung dar und könnte doch bei einigem Organisationstalent sehr vereinfacht und abgekürzt werden. , Am schlimmsten versagt aber die palästinensische B a h n v e r w a 11 u n g. Sie hat für die Förderung der Touristik überhaupt nichts übrig, mit der einigen Ausnahme, daß sie den aus Aegypten kolitmenden Reisenden einen Rabatt' gewährt, allerdings nicht für palästinensischef Refs*^ ziele, sondern —rso unglaublich es auch klingt r-*" nur für Transit r e i s en nach de m> LJ- 1 banon! -% ■ <: : Die Fremdenverkehrskreise fordern von 4er: Bähnverwaltung:-vbr* älleih/ daß sie' sich sofort1: init den großen Autobus'*Kabperativefn an* den Verhandlungstisch setze, um nach-dem Vorbilde anderer Reiseländer ein Touristen-Generalabönnehient! zu schaffen, welches dien, Touristen für eine Iwstiftamte Periode, zur beliebigen Benützung s.-ä iX? h'.-'e 1" Bahn- :und Autobus-Linien des Landes legitimieren soll. Ein besonderer Anreiz zum Erwerb des ^jSerieralabonnements , solldadurch' geboten: Werden, daß in diesem Falle auch die Gebühr; ..des Touristenvisums zurückerstattet wird, falls mäh . nicht auf die kostenlose Erteilung des Töuristenvisums * überhaupt zukommt. Weitere Wünsche an die Regierung beziehen .sich VI. JdboOntky \ Im TtlcgrammfHI; M. f, OtUI Rrii« in ^aläilinot Kathollfchar Führer *fi tff* fBdltdi« Jügtftd. Hdihomer Haiair mar«<hUrt — «rofilitt Lesen Sie unter anderem in: „DIE NATION" OOdltch* Revue) Zweites März-Heft bereits erschienen. Bei Kolporteuren erhältlich oder zu beziehen durch die Verwaltung: 1, Biberstraße 17 auf die Errichtung eines Fremdenverkehrs- Departements, auf die Organisierung einer amtlichen Palästina-Touristik-vPropaganda im Auslande, auf fördernden Anteil der Regierung bei der Herstellung von Palästi na - F iimen, Palästina- Reisehandbüchern, Palästina-Prospekten, Palästina- Plakaten, was alles sehr wichtig uncU nützlich wäre. Aber der erste und eiligste Schritt, der allem anderen vorangehen muß, um die kommende Saison zu retten, hat darin zu bestehen, dr.?, der beschämende Kautionszwang für jüdische Touristen schnellstens verschwindet! Jüdische Einwanderung im Februar 1936 Nach dem Bericht der Jewish Agency sind im Februar d. J. 2 270 jüdische Einwanderer nach Palästina gekommen. Unter ihnen 661 Personen auf Kapitalisten vieum, 602 auf Grund von Arbeiterzertifikaten, 820 als Angehörige palästinensischer Einwohner, 100 als Schüler und Studenten und 27 (einschließlich Angehörige) als Rabbiner und Kultusbeamte. Kapitalsbewegung in Palästina 1935 Aus Jerusalem: Nach Schätzungen des American Economic Committee for Palestine wurden i. J. 1935 etwa 15 b i s 16 M i Iii onenPfund nach Palästina gebracht, i. J. 1034 wurde das hereingebrachte Kapital auf 12 bis .15 Millionen Pfund geschätzt. Juden haben i. J. 1935 mindestens 11 Millioneni Pfund mehr in Unternehmungen investiert. Gegenüber 1034 haben sich die Bankdepo- . s i t.e n um 2 Millionen Pfund erhöht. Numerus clausus für jüdische Arbeiter Aus Jerusalem: Die Arbeiter-Tageszeitung „D a v ä r"-wendet si&Pm einem-Leitartikel sehr scharf gegen das'von der P¥l ä etina-Regierung eingeführte System, bei Aufnahme von Arbeitern zurv Durchführung öffentlicher Arbeiten eine Art Numerus clausus für Jüdische Arbeiter gelten zu lassen. „Davar" fordert Beseitigung dieses Systems. - Warum - nur .< vom ^SUrum < t iw« vielen gläubigen Juden in Wien wetdek anläßlich der .Pessach-Feiertftge — wie immer — hur die so feinen, vorzüglich schmeckenden Strüm-MAZBOth kaufen. Vor:• allem auch deshalb. •^weil Herr Strum als frommer Jude allgemein bekannt ist und daher di« volle Gewahr dafür bietet, daß Iri seinem Betrieb di« streng orthodoxen Kasohruth-VorschrlRen auf das genaueste und verläßlichste eingehalten werden. Ein weiterer: wichtiger Grund, .die'• Strutn-Mazzoth . zu bevorzugen, ist die Tatsache, daß . die „Maazoth-Blickerei H. Strum" ausschließlich jüdische Arbeiter beschäftigt. Entscheidend .für die besondere Beliebtheit der Strum-Mazzöth, ist deren besondere Schmackhaftigkett. Strum- TVtazzoth, -Färvel und -Grieß werden aus nur allerfeinsten Mehlsorten unter Aufsicht des Rabbinats der israelitischen Kultusgemeinde mit elektrischer» Maschinen patentamtlich geschützter Sonderkohstruktion (eine-Art „laufendes Band") erzeugt. Als besondere „Delikatesse" werden von vielen Tausendert 'die berühmten runden .Strum'-Mazzoth gelobt, die nicht nur in Wien. ' Bondern auch ■ in' der österreichischen Provinz und im. Ausland stark gefragt werden. Darum: Feierl. das PessaclvFest 1936 nur mit „Strum-Mazzoth", Erzeugung 1936! . G. W. *Müe grouen geljt es an! b*n testen Uöoc^en f«^ man tägl'trfi ^«ufeitb« an$ aUeit Xßttttct* SBcjittcn unh Utclen ^roUtn^ottcm \>ot btn 2k^mif«nftcrn, in fem ©crföuföröumcn... twt Sdjtffötann, ^ctborfti'rtfHJ 48. S^te(c, >ic $ttm ctften SMafc fmtttitr ftöuntcn üftcr blc ,flkit<tbc bet «Sc^agct", Welten bic tecfrlüffcttb MÄiicw Wtti\e für unmdfi;«^. Oft fßttt mnn SJu§tttfe te>ie: fod mBflli^?!0... „UnfliaubUrfj!".jw^ttifl!" «fn»; %nä) Mefc 29t»(^c Bieten toir in äUcu äf^teiltutgen «e«f<rtiött^teifc, Wc" Bettietfett, tetä „ißktvcnltauä bet @^mtf(iiheit'r leine« 9t(inten wft »er^t fit%tt ttnb feinen IRuf <tU „ScntvnU bet S8\UieUH" niititti^i terbknt. $\et nut einige t>oh ben bieten 9W8r$»®enfÄti0nen: 3 n b e r" o. n f c t i i o n s * 3t 6 i e i t u n gr 93oucI^!D?äntel, gana Ä.*6ctbe gef. S 19.—, SKobcrne Sfriii)* iafitssUKäntel, glatt ob. engl, gem., ganj Ä.*S.*3Jloh'g'öl gefüttert S 29.—, SteMge Örüfiia^rssCComnlets aus engl, gern, aßoCftoffen (Paletot, Sajofe unb Stbotten^rufe S 24.~, Sparte grü|ia^rs*Äoitünte, Satfe riieftnärts ntobem gcaogen, Ä^Setbe gef.^S 29.—, Ä.*6.*9KongoI^Iu|en mit langen Vermein S .4.90, §p]enröcle aus neuen gfrüiiar)r.s[toffeit S 11.90, SMCftoff* ober Ä.»SisaRongoI3Äleibet mit langen Vermein S 9.—, pftüfija^rs* Üetber aus SBoUftoffen, mit ft.*Seibens<5d)ottett fornbiniert § 19.—, Sparte 3erfen3Äleibet S 14.—, 3Jlobeme 3)amen>$üte mit Slumengeftecf S 2.90, j)am.en?SBojcaIfs ob. Sämifd)*6d)uRe S 11.90. 3 n unjerer Salme mute: (BeblümteDirnbl S 1.90, 3ep jtr^dnslleibcr S' 1.90, (Stamin=Äleiber ((ginselptfe) S 1.90, Sdjtafröcfe in Xupfmuftem S 2.90. 3 n b e r .6 t,o f f * 31 b t e i i u n g: Difoube für SOJäfctje unb Äleiber (fteftc oi& 5 SOttr.) p. .9Tltr. 59 ©rofdjeu, Saljbuiger iithbl^ep^ite; ^etri. S^ottenmufter (Kefte Bis.. 5 9J?tr.) .98 (5ro|d)en, aj?obe*6d)ottens»oucle, inbant^reneff)t $ 1.75, lD?attfeib«n9„ßoon,,sSmpr., Ä.*S. (SRefte bis 5 ÜJltr.), p. ajltr, S 1.50, Ä.s6etbensaJ?ongoI, fd)öne Äleiber« imb guttetfarben S 1.90, Ä.»Seiben»(5eorgette, 90 breit S 1.90, ^.*SeibeH»Xinitt*3mpr., bas fdjiniegfame Äletb^rgemebe S J.98, Ä.*6<ii)en*5aine, ftrapaäfär)iges 9Kantelfutter, 80. cm S 1.98, £.*Seiben?2)larocam5Saiin, fd)n)cre-Quolität, 90 breit'S 2.90, Ä.sSetben*2f!amtfoIs3mpr., neuefte ^lefber^enins S 3.90, Ka^ancttc für Älciber, per «Dieter S 1.90, lReinu)oa*Äieiber*S«oppen S 2.40, fÄeinmon* SWantei--5BoucIe, 140 breit S 4.90, SReintüoß*S^tianb, für JDTäntel unb Äoftüme, 140 breit S 4.90 etc. »efi^titren ©ie nwft % e u te iinferc 48 «Setfaufenfter. „^ktmbe ber ®ti)X*Qe*" ertlnrt, tomrum Sftufenbe aueS btx uns föMfen, 9o uktt Äi« «ue% tooljtrcn — ®ö|iffmmtnd 9Wärj« ^n^ftriime^ — werben 3fpten ben l»%nen! ftWimen ®\t, Wenn inÖgHe^/ fcfjpn b^r» mttti»fl gu ettofienboön: 0, V, C II., Saftorfttafc 48

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