Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 531 (24.1.1936)
- Date
- 1936-01-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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DOS NEUE WELT Nr. 531 vom 24. Jänner 1936; Die Hebraisierung der zionistischen Jugend In 65 Heimen sind ständig 1720 Menschen erfaßt. — 2570 Mittelschüler in freiwilligen Kursen Allwöchentlich nehmen die Ankündigungen der Hebräisch-Kurse in den .Wiener jüdischen Blättern größeren Umfang an. Unser M.-L.-Mitarbeiter befragte in diesem Zusammenhang den Jugendreferenten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Inspektor Oehler: „Wie steht es um die Hebraisierung der Wiener zinistischen Jugend?" Schon längere Zeit wurde in mehreren zionistischen Wiener Jugendvereinen neben Sport, Wanderung und rein .weltanschaulicher Schulung auch die hebräische Sprache gepflegt. Zu freiwilligen Kursen kamen in zahlreichen Heimen Jugendliche zusammen, um durch die meist älteren Freunde und Führer mit den Anfangsgründen der hebräischen Sprache bekannt gemacht zu werden. Bald vermochte dieser Unterricht den Anforderungen nicht mehr zu entsprechen. Man zog Lehrer heran, um die Schulung systematisch zu gestalten. In diesem Stadium trat man nun öfters an die Kultusgemeindc mit dem Ersuchen heran, Beihilfen für die Lehrkräfte zu gewähren. Der Wunsch wurde erfüllt. Die Zahl der Kurse schwoll aber derart an, daß der Ueberblick verlorenzugehen drohte. Im Mai 1925 ging die Kultusgemeinde an 'die Schaffung eines eigenen Jugendreferats, dem es von nun an oblag, die Kontrolle der Kurse durchzuführen. 11 Jugendverbände gab es damals, die sich sofort der neuen Stelle anschlössen. Im Laufe der Zeit stieg die Zahl der Vereine schnell an, bis sie schließlich 36 erreichte. .Neben den Jugendlichen, die für sich in Anspruch nehmen dürfen, daß sie zuerst die Hebraisierung angestrebt haben, kommen in der letzten Zeit immer mehr Erwachsene zu den Kursen und heute dürfen sie beinahe schon als die eifrigsten Hörer angesehen werden. Die Kultusgemeinde hat selbst Hebräisch-Kurse für die Lehrkräfte ihrer Schulen ins Leben gerufen. Selbstverständlich werden hier, entsprechend dem Bildungsgrad der „Schüler", besondere Anforderungen gestellt. In diesen Kursen wird neue und alte hebräische Literatur, darunter auch Mischna und Talmud, vorgetragen. Außerordentliche Verdienste auf diesem Gebiete müssen dem hebräischen Pädagogium zugesprochen werden, wo Lehrer ausgebildet werden, die in der ganzen Welt gesucht und beschäftigt sind. Die „Histadruth I vv r i t h" ist die zweite Vereinigung, die recht ansehnliche Erfolge aufzuweisen hat. Daneben seien aber alle anderen Verbände erwähnt, die in 65 Heimen laufende Kurse durchführen und im Schuljahre 1934/35 die ansehnliche Zahl von 1720 jungen Menschen mit der hebräischen Sprache vertraut machten. Insgesamt wurden im letzten Jahr in Wien wöchentlich 295 hebräische freiwillige Unterrichtsstunden erteilt. Hierin sind die Kurse eingeschlossen, die im Rahmen der Mittelschulen durchgeführt worden sind. Neben dem gewöhnlichen obligatorischen Religionsunterricht, den in diesen Schulen alle Schüler von der 1. bis zur 8. Klasse genießen, haben noch 25 7 0 Jungen und Mädchen die freiwilligen Kurse belegt. Erwähnt seien ferner die neuerdings eingerichteten Privatzirkel. Die Zahl der Hörer dieser Kurse konnte noch nicht genau erfaßt werden; jedenfalls übersteigt sie nach den heute vorliegenden Daten die Ziffern des letzten Jahres um ein g^anz Erhebliches. Auch sei an die 30 Bibelschulen erinnert, die von der Kultusgemeinde laufend subventioniert werden, wo gleichermaßen der Hebräisch-Unterricht zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Eine Frage bedarf noch der Klärung, eine Frage, die den maßgeblichen Stellen einiges Kopfzerbrechen bereitet: Die Hebräisch-L e h r e r sind zwar bereits in einem •Verband zusammengeschlossen, jedoch fehlt ihm bis jetzt die Möglichkeit, die Lehrerschaft seinerseits zu prüfen. Wohl gibt es im Rahmen des Schuldezernats der Kultusgemeinde eine Prüfungskommission, der sich alle Lehrkraft}» steilen müssen, welche an einer Gemeindejachule. unterrichten wollen. Es wird nun erwogen, eine neue Prüfungsstelle für die Hebräisch-Lehrer zu bilden. Da sich in der letzten Zeit — die günstige Kon- WOCHENsKALENDER Jänner 1936 »attrnaö «nn Teöeth-Schetiath 5696 Freitag 24 29 Sabbateingang 4.40 Samstag 25 1 Sabbatausgang 5.30 Fonntag 26 2 Montag 27 3 Dienetag 28 4 Mittwoch 29 5 Donnerstag 30 6 junktur ausnützend! -— eine recht ansehnliche Zahl von Menschen gefunden hat, die sich mit mehr oder minder großem Recht als „Hebräisch-Lehrer" bezeichnen, Menschen, die wohl hebräische Sprachkenntnisse besitzen, nichtsdestoweniger aber keine Pädagogen zu sein brauchen, wäre eine Prüfungskommission wohl am Platze. Das Ansteigen der Kurve der Interessenten für Hebräisch ist überaus erfreulich. Immer weitere Kreise werden erfaßt. Die Hebraisierung der Wiener zionistischen Jugend und ebenso auch der reiferen Menschen macht Fortschritte. Max Löb. Die Oesdndife Jerusalems nach der neuesten Forschung Im Seminar für die Geschichte Jerusalems hielt der bekannte Historiker Dr. B. M c i s 1 e r ein interessantes Referat, das der Geschichte Jerusalems im Lichte der neuesten archäologischen Forschungen und Ausgrabungen gewidmet war. Nach diesen neuesten Forschungen bestand Jerusalem bereits etwa 3000 Jahre vor der christlichen Zeitrechnung, d. h. über 1000 Jahre vor der Eroberung Palästinas durch Jesua. Jerusalem wurde, wie es scheint, durch einen alten semitischen Stamm gegründet, worauf schon der rein semitische Name der Stadt hindeutet. Während der ägyptischen Herrschaft, besonders im 14. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung, blühte Jerusalem auf und spielte damals im ganzen vorderen Orient eine große Rolle, wie aus den Inschriften von Tel-Amama zu ersehen ist, die vor 150 Jahren in Aegypten entdeckt wurden. In jener Zeit gehörte zu Jerusalem eine ganze Reihe von Ortschaften der Umgegend, darunter auch Bet-Lehem. Eine kurze Zeit nach der Einwanderung der Juden nach Palästina befand sich Jerusalem in den Händen des Stammes J u d a, jedoch nicht für lange. Bereits etwa im 13. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung wurde Jerusalem durch die J c b u s s i t e r erobert, die die Stadt von neuem befestigten, eine starke Mauer um sie zogen und auch außerhalb der Mauer eine Siedlung schufen; In den letzten Jahren >vurde eine ganze Reihe von Jebussiter-Gräberti an verschiedenen Plätzen in der Nähe Jerusalems entdeckt, darunter ,&uch an der Stelle, wo heute der Palast' des High. Commissioner steht. In der Zeit König . S a ü 1 s war Jerusalem die einzige nich t j ü dis'che^S tä dt '.'auf dem Wege von Hebron nach Sichern. Die Eroberung Jerusalems durch König David war also ein. Ereignis von; großer Bedeutung In der Zeit König Davids wurde Jerusalem zum politischen Mittelpunkt Palästinas gemacht..'David war auch der erste, der .die Slfadtgrenze ausgedehnt hat.. In der Zeit König Salomos wuchs Jerusalem noch mehr. In ganz alter Zeit umfaßte Jerusalem eine Fläche von kaum 15 Dunam (1 Dunam 1000 Quadratmeter). ..;. Von S 2 Wochenraten er« halten Sie alle Gegenstände In größter Auswahl und baster Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 122-124 Telephon B-32-2-24, B-35-6-55 ENSIONS-VEREIN Versicherungs-A.-G. WIEN I, SCHELLINGG. 1 Telephon R-22-1-10 Invalidifäfs-, Alfersu. Hinterbliebenen* Renten EM BM«iimms»uuati-ani«Man [MIDBayOAJti Restaurants, Cafes etc. (t Caf6 Abbazia, II., Ausstelkmgsstraße 1, Tel. R-44-5^8. Warme und kalte Küche. Bier vom Faß. Klubzimmer. Samstag -u. Sonntag Konzert. Musikschutz frcii A. Darschak, 11., Große Schiffgasse 3. Streng Vorzügliche Küche. Billige Preise. 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