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Die neue Welt · 1936-01-24 · Heft 531 (24.1.1936) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 531 (24.1.1936)
Date
1936-01-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 531 vom £t. Ämter 103d ^Jg« ,.jfgjj-ngfc^ jggl DIE NEU» WELT Seite 5 Ozar Hanoar Der Fonds der jüdischen Jugend Von Meir Großmann (Tel-Aviv) (Fortsetzung) VII. Der „Ozar Hanoar" will die Jugend national, chaluzisch, aufopferungsbereit erziehen. Die Worte sind nicht neu. Sie werden von vielen benützt, aber Worte sind bloß Hüllen, welche man über einen Körper legt. Die Hüllen, Kleider selbst sagen wenig aus. Wichtig ist, wer sie trägt und wie man sie trägt. Gewöhnliche Worte können heilig und die heiligsten können alltäglich werden. Wir sehen das jeden Tag. Die Aufgabe besteht darin, die Worte von neuem anzuwenden, sondern in sie einen neuen Inhalt und Geist hineinzulegen. National sein — heißt nicht bloß sich als Mitglied eines Volkes und Träger HANS HO LT« OTTO WAll BU RC? »HANS OIDE N« £ RNST VE RE BK F RITZ IM HOF F DOROTHY POOLE AD Hl E NN E &ESSNE&* UND DIE COMEOIAN HA*. MONIST* Weif;HERlAANN KOSTE RLI7Z» MUSIK: NIKOLAUS BRODSZKY SK£^yj»J?ACH!MS0Nü KARL NOTI»TEXTE»FRITZ ROTTE R» EINE WIENER JOE FASTERNAK*PRODUKTION OER UNIVERSAU flPOIIO seiner Ideale zu halten, sondern vor allem' den' Primat des nationalen Willens anzuerkennen. National sein — heißt, sich zu der Stufe zu erheben, wo der Mensch seine persönlichen oder parteiischen Interessen zu unterdrücken vermag. National sein — heißt, den kategorischen Imperativ des Volkes und der Volksdisziplin annehmen, die nationale Front halten, und in der politischen praktischen Tätigkeit die nationale Solidarität und Souveränität anerkennen. Judenstaates steht höher als die Interessen des Individuums und der Klassen. Gerechtigkeit gegenüber dem, der arbeitet und gegenüber dem, der Arbeit gibt. Die Jugend darf kein Partner in dem Klassenkampf sein, der in Palästina aufflackert. In diesem Sinn will der „Ozar Hanoar" zur Jugenderziehung beitragen. Sie soll stets den Vorrang des Volkes anerkennen und die Verknüpfung des Heute mit dem Gestern währen. Denn derjenige, welcher nicht die Pioniere von gestern hochschätzt, hat kein Verständnis für den Pionier Von heute. Zionismus ist vor allem eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wenn man die Wurzeln untergräbt, muß man darauf gefaßt sein, daß der Bau einstürzt. Unsere Jugend muß in Erez Israel und in der Galutht zur Anerkennung der Leistungen von gestern erzogen werden. Das darf die Leidenschaft des Kampfes für einen besseren, größeren, aktiven Zionismus, gegen Schwäche und Defaitismus, gegen Klassenhaß nicht abschwächen und mindern. Darin besteht eben die „gute Erziehung", daß die Jugend lerne, das Ewige vom Zufälligen, das Gerechte vom Lügenwirrwarr zu trennen. Selbstverständlich wird der „Ozar Hanoar" nicht sofort und besonders nicht nur mit seinen eigenen Kräften solch ein großes Programm zu verwirklichen vermögen. Er wird schrittweise vorgehen müssen und am Anfang jede' Initiative auf jenen Gebieten unterstützen, welche sicb^uji:-. Uebereinstimmung mit seinen Aufgaben befinden; oder mit anderen.' nationalen Institutionen (Organisationen) .zusammenarbeiten. Die Initiatoren , des „Ozar Hanoar" täuschen sich nicht; sie wissen,, wie schwer es ist, im jüdischen Leben einen neuen Weg durchzubrechen und die Verneinungstendenz zu beseitigen, die Eifersucht, die Geringschätzung, mit welcher man jedem neuen Gedanken begegnet, besonders wenn er nicht in den Rahmen der bestehenden geheiligten Formen paßt. Der „Ozar Hanoar". ist geschaffen. Er besteht bereits. Er beginnt. seine Tätigkeit. Sein Programm ist .klar und überzeugend*. Die Durchführung seiner Pläne wird dayo-n. anhängig se,in, wieweit sich ihrer, die jüdische Gesellschaft undvornehmlich die Jugend selbst annehmen.' 'wird;.^ Fonds ist bereits gemacht. Durcii. sein?; ^ründimg hat Tue mehr für Deine Zähne: pflege sie mit Chlorodont der bewährten Qualitäts-Zahnpaste Tube S.-.90 Oesterr. Erzeugnis Ebenfalls chaluzisch muß unsere Jugendbewegung sein. Sie muß den jüdischen Jüngling für seine neue Aufgabe in Erez Israel vorbereiten. Es geht nicht darum, Ausgewählte und Privilegierte zu schaffen, sondern darum, jeden einzelnen auf das Niveau eines Pioniers hinaufzubringen. Chaluzisch sein bedeutet vor allem, den Zionismus personifizieren, ihn zu einem persönlichen Problem machen. Zionismus für sich als Weg für die eigene Zukunft! Die Hachschära, die der „Ozar Hanoar", der Jugend geben will, wird sich nicht auf eine geistige und berufliche Ausbildung beschränken. Der junge Mann, der nach Erez Israel geht, muß auch wissen, daß Wehrhaftigkeit und Selbstschutz der Eckstein des jüdischen Aufbaues im Lande ist. Dort, wo die Sicherheit fehlt, ist kein Ort für Kolonisation. VIII. Der „Ozar Hanoar" will die Jugend davor bewahren, Haß zu predigen, sogar gegen den äußeren Feind. Besonders gegen Gegner von innen. Auf Haß und Feindschaft hat sich noch nie ein Volk aufgebaut. Auch in Palästina wird dies nicht der Fall sein. Haß ist vor allem der Ausdruck von Minderwertigkeitsgefühl, ein Beweis innerer Schwäche und Enttäuschung. Starke und gesicherte Völker und Menschen hassen nicht. Sie distanzieren sich vielleicht von anderen, haben eventuell Mitleid, aber nicht mehr. Unter den Bedingungen des jüdischen Lebens, da wir ringsum von Feinden umgeben sind, ist die Milderung unseres inneren Kampfes eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Zionismus, Haß und Feindschaft sind wie ein tiefer Abgrund, aus welchem man . schwer emporklettern kann, wenn man einmal in ihn gefallen ist. IX. Die Jugend hat bloß einen Grundsatz anzuerkennen: den Primat des Aufbaues. Der Aufbau des er die jüdischen Politiker und Erzieher daran gemahnt, daß sie die Jugend vernachlässigt und die plötzliche Unterbrechung der Kette des zionistischen Idealismus, geduldet hat. Schon die bloße Existenz des „Ozar Hanoar" wird als Mahnung und Ruf für die einen und als Ermunterung für die anderen dienen. X. Wenn auch die Initiative zur. Schaffung des „Ozar Hanoar" auf das Konto der Juden- .'s t a a t s p a r t e i zu setzen ist und die Judenstaatler fraglos zu den aktivsten Mitarbeitern gehören werden, ist der Fonds sowohl laut seinen Zielen als auch laut seiner Struktur durchaus unparteiisch. Der „Ozar Hanoar" hat ausschließliqh. die Interessen der jüdischen nationalen Jugend im Auge. Er wird jede Initiative und jede nützliche Unternehmung, von wem immer sie stammen mag, unterstützen, solange sie sich im Einklang mit dem Programm des Fonds befinden. Das Direktorium des „Ozar Hanoar" besteht aus Persönlichkeiten, welche den verschieden- Voraus muß man denken/ sidi sichern — versichern Phönix Allgemeine Versidierungs* Qes., Wien IX, Alserplaf x 3 Die nächsten Aufführungen des großen Palästina- Tonfilms der Fox im IMPERIAL-KINO Wien I, Rotenturmstraße ANSPRACHE: DR. MAX BROD (PRAG) Sonntag, 26. Jänner, vorm. %11 Uhr Karten b«l: Jüd. Kulturstelle, I, Fr.-Josela-Kal 3, Tel.R-28-3-36; Bücherstube Rath, Il,Taborßtr.20a, tel.R-45-3(5; Juwelier Ledeier, IV, Schleifmtthlgasse 12; Installateur Jos. Weiß, II, Rotenstetngasse 22 und Sonntag, 26. Jänner, vorm. %1* Uhr Karten nur bei: Buchhandlung Richard Lanyi, I, Kärntnerstr. 44, Tel. B-26-6-75, und an der Kinokassa sten Richtungen im jüdischen Leben angehören, aber hauptsächlich sind es Männer, welche keinen Anteil an dem Parteienkampf in der jüdischen Gasse nehmen. Sie stützen den „Ozar Hanoar", weil sie die ihm innewohnende schöpferische Idee begrüßen. Sie sind einfach Freunde der Jugend. __ (Schluß folgt), fudenstaals'Ziom'smus in der Schweiz Unser Schweizer Korrespondent berichtet aus Bern; Einen anregenden Abend verlebten die Berner Zionisten am 19. Jänner d. J. Herr Th. G r u b n e r (Wien) sprach auf Einladung der Judenstaatspartei Bern vor einem zahlreich erschienenen Publikum über das Thema „Das Gestern und Heu te im-Zionismus". Dec Redner ging von der unhaltbaren Situation der Juden der Galuth aus, schilderte , den geschichtlichen Entwicklungsgang des Zionismus Und kam auf die aktuellen Probleme der zionistischen Bewegung zu sprechen. Der Referent wies auf die im Zusammenhang mit dem projektierten Palästina-Parlament und der neuen Einwand erungssperre neugeschaffene politische Situation hin und. führte die. letzten Niederlagen des Zionismus vor allem auf die nachgiebige Haltung sowie Plan- und R at 1 os igkeit 'der-'leitendenzionistischen I n s t a n z e n zurück. Statt einer aktiven Außenpolitik, statt einer permanenten Aufklärungstätigkeit in allen Zentren, beschränkt sich die Exekutive auf kleine Dinge^ die keineswegs den Ansprüchen der heutigen Zeit Rechnung tragen. Der Transf er, von dem nur einer kleinen Anzahl deutscher Juden geholfen werden konnte, brachte außer Bruch der Boykottfront der Palästina-Wirtschaft, vor allem aber dem Ansehen der Nationalen Jüdischen Bewegung unermeßlichen Schaden. Der Redner kam dann auf die schädliche separatistische Tätigkeit der Revisionisten zu sprechen, betonte aber, daß an der Zerklüftung des Zionismus auch die Zionistische Linke durch ihre Terrorpolitik sowie der allgemeine Zionismus durch Billigung dieser Politik nicht minder schuld sind. Der Redner präzisierte dann die außenpolitischen und kolonisatorischen Forderungen der Judenstaatspartei, welche im Zionismus die Freiheitsbewegung des Jüdischen Volkes erblickt, deren Ziel die Errichtung des von Herzl geforderten J u d e nstaates ist. Die Aufgabe des Zionismus ist es, die Jüdennot durch den Jüdenstaat zu lösen, die erste Aufgabe der Judenstaatspartei ist die Erziehung eines Ghettovolkea zu einem Staatsvolk. Nach einer angeregten Diskussion, in welcher Vertreter anderer zionistischer Richtungen die gegen sie gerichteten Angriffe zu erwidern versuchten, und nach einem Schlußwort des Redners, fand die erste Veranstaltung der Berner Judenstaatspartei ihren Abschluß. —ch. Verb« d+ Judensfaatszionisfen Oesterreichs Veranstaltungskalender: Sektion Leopoldstadt, II., Taborstraße 21 a: Freitag, den 24. d. M., halb 9 Uhr abends, Oneg Schabbath. Es spricht Gg. Benjamin Schönberg. Sektion Prater, II., Kleine Zufahrtsstraße 166. Voranzeige: Samstag, den 9. Februar, Kinder-Chamischah-Assar-Feier. — 13. Februar: Sondervorstellung im Theater Reklame. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32: Sonntag, den 26. d. M., 6 Uhr abends, Heimabend. — Dienstag, den 28. d. M., Vortragsabend. Sektion Brigittenau: Dienstag, den 26. d. M., halb 9 Uhr abends, im provisorischen Heim, II., Untere Augartenstraße 38, Vortrag. Die Vortrags- und Propagandareise des Gg. Theodor Grubner zeitigte auch in Frankreich und Belgien große Erfolge. In Antwerpen sprach Herr Th. Grubner in einer ausgezeiclnet besuchten Versammlung über die Ziele der Judenstaatspartei und ihre Haltung auf dem Luzerner Kongreß. Den Vorsitz führte Herr Finkejkraut. Herrn Grubner gelang es, in Antwerpen eine Initiativgruppe der Judenstaatspartei zu gründen. Die Anschrift lautet: Klub Herzlia, p. A.: M. Dorf, Anvers, Rijfstr&at 9. In Paris traf Herr Grubner mit Herrn Meir Großmann, der sich nach U. S. A. begibt, zusammen. Es wur» den mit namhaften Zionisten Konferenzen abgehalten. Auch dort wurde eine Initiativgruppe der Judenstaatspartei gegründet. — Herr Th. Grubner setzt seine Vor* tragsreise .(Schweiz) fort« j t

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