Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 497 (13.9.1935)
- Date
- 1935-09-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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PraiS 20 GfOSChOII Jahrgang 9 Freitag/ den II* September 1935 Nr« 497 V« b« b« R—. m m m mmm BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig 8 16.—: Polen monatlich Zloty 1.50, f MW ■ ■ BP" vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—: Jugoslawien monatlich Dinar 14.-. viertel- MM ■ ■ BMI jährig Dinar 40.—: Bnmäuien monatlich Lei 40.-, vierteljährig Lei 120.—; Dentschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig WM ■ ■ Mark 3.—: Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—: Italien monatlich Lira 5.—, vierteljährig Lire 14.—; ■jgg |»f WmmW ■HP* Schweis und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. ' Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: IX, Vniversitä*sstr. 8. Tel. A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u. Freitav An alle Juden! In einer Zeit, da jüdische Arbeit in Palästina bewundernswerte Schöpfungen auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete hervorbringt, planen die Gegner des zionistischen Aufbauwerkes eine Maßnahme, welche das jüdische Werk. zu vernichten droht. Die Palästina-Regierung will schon in der nächsten Zeit einen Gesetzgebenden Rat (Legislative Council) einrichten, welcher in allen lebenswichtigen Fragen des Landes, so auch in Fragen der jüdischen Einwanderung und des Erwerbes von Boden durch Juden und jüdische Institutionen bestimmend eingreifen soll. Unter dem Vorwand demokratischer Selbstverwaltung soll der Wille einiger arabischer Führer über den Willen und das Lebensbedürfnis von 16 Millionen Juden gesetzt werden, deren schönste, deren einzige Hoffnung Palästina ist. Schreiendes Unrecht, das sich hinter der Maske von Gerechtigkeit und Demokratie verbirgt!. Denn es ist klar, daß dieses Parlament, unter dem Einfluß der Pogromanstifter vom- Jahre 1929 arbeitend, alles daransetzen wird, das jüdische Werk in seinem Fortschritte zu hemmen und schließlich zu vernichten. Die Vertreter der Judenstaatspartei haben auf dem Zionistenkongresse in Luzern diese Gefahr in ihrer ganzen' Größe aufgezeigt und vom Kongresse gefordert, er möge das jüdische Volk ungesäumt zum Widerstände aufrufen. Wohl hat der Kongreß eine gegen den geplanten Gesetzgebenden Rat gerichtete Resolution angenommen. Aber er hat sich nicht voll zur Auffassung durchgerungen, daß es sich um die Sache der jüdischen Gesamtheit handelt, um eine Sache auf Gedeih und Verderb, die nur durch das ganze jüdische Volk wirksam vertreten werden kann. Jetzt müssen die Massen des jüdischen Volkes in die Front gebracht werden! Jeder Jude, welcher Partei er auch angehören mag, muß mittun. Es geht um das Ganze! Der Kampf darf nicht einzelnen Führern und einzelnen Gruppen überlassen bleiben. Denn wenn wir in dieser Sache unterliegen, dann ist das jüdische Volk in seiner schönsten, in seiner einzigen Hoffnung tödlich getroffen. Dieser „Gesetzgebende Rat" bedeutet: Sperrung des Zuganges zur Stätte der Zuflucht! Trennung des jüdischen Volkes von Palästina für unabsehbare Zeit! Noch während der Tagung des Kongresses in Iiuzern hat die Weltexekutive der Judenstaatspartei beschlossen, ihre Organisation ungesäumt der Aufgabe zu widmen: Das jüdische Volk zum Kampfe aufzurufen gegen' den gefährlichsten Plan der Gegner des Zionismus; den Widerstand des jüdischen Volkes gegen die tückische Absicht zu organisieren, welche darauf hinausläuft, die in vollem Gange befindliche jüdische Kolonisation durch Provozierung politischer Wirren und Kämpfe zum Scheitern zu bringen. Die Judenstaatspartei wird in der allernächsten Zeit diese Aktion einleiten, nicht als Sache einer Partei, sondern als Sache aller. Sie fordert alle Juden, denen die Lebensfrage des jüdischen Volkes heilig ist, auf, zu helfen, mit ihr zu arbeiten. Das Exekutivkomitee der Judenstaatspartei: Großmann, Liohtheim, Machower, Rosenblum, Stricker, Weinstein, v £ u z e r n, September 1935. Warum vom Judenstaat sprechen! Eine Kongreßrede Robert Strickers Zur Begründung der von der Judenstaatspartei auf dem Luzerner Zionistenkongreß eingebrachten Endziel-Resolution führte Delegierter Robert Stricker folgendes aus: Hie sanfte Die den sprödesten Bart wie im drübergleiten wegwischt,istnir Ich habe bereits im Verlauf der politischen Debatte angekündigt, daß die Judenstaatspartei dem Kongreß eine Resolution beantragen wird, welche die Stellung der Zionistischen Organisation zur Frage d,es Judenstaates festlegt. Das Grundsätzüche habe ich damals gesagt. Ich will jetzt nur auf einige Einwände zurückkommen, die teils in der Debatte hier auf dem Kongresse, teils in der Presse, teils in den Kommissionen vorgebracht wurden. Das Hauptargument gegen eine Judenstaatsresolution lautet: „Man soll an ihn, den Judenstäat, glauben, man soll an ihn denken und man soll, nicht von ihm reden." Solange ich das Gefühl hatte; daß die Zionisten an den Judenstaat glauben, habe ich nie gefordert, daß sie von ihm allzuviel reden sollen. Aber seit zehn Jahren kämpfe ich dafür, daß der Zionistenkongreß sich laut zum Judenstaat bekenne, um zu beweisen, daß er noch an ihn glaubt. Im Jahre 1925 brachte die „Jüdische Rundscha u", das führende Blatt der Majorität der Zionistischen Organisation, in großer Aufmachung einen Artikel, betitelt: „Das Weißbuch von Churchill und der Judenstaat von Theodor Herz 1." Unter dem Titel war zu lesen, daß von nun ab nicht mehr das ,Buch Theodor Herzls „Judenstaat", sondern das Churchillsche „Weißbuch" vom arabischjüdischen binationalen Staate unser, das zionistische Programm sei. Damals habe ich mir vorgenommen, aufzustehen, und immer und immer wieder vom Judenstaate zu sprechen und das Bekenntnis zu ihm zu fordern. Damals habe ich geschworen, daß ich nie einer zionistischen Gruppe zugehören werde, deren Programm nicht das Bekenntnis zum Judenstaat enthält. 1925 hat der Prozeß der Entfremdung von der Idee des Judenstaates begonnen und ist immer weiter und weiter gegangen. Zu den jüdischen Feiertagen n,ch Polen uCzerno witz Abfahrten: 15.. 22., und 25. September. Rückfahrten: 9. und 21. Oktober und nach allen jüdischen Feiertagen „FRANC0PQL", III, Rennwea 1. Telephon IM6>4-90 Professor Weizmann hat in Erwiderung auf meine Rede für den Judenstaat gesagt: ,,Man soll vom Heiligsten nicht sprechen!" und hat damit den Judenstaat gemeint. Herr Professor Weizmann! Wenn Sie mir den Glauben beibringen könnten, daß Ihnen der Judenstaat das Heiligste ist, dann würde ich hier von ihm nicht sprechen. Aber Sie haben im Jahre 1930, gleichfalls in einer Polemik mit mir, wörtlich gesagt: Ich glaube nicht mehr an den Judenstaat und ich halte die Gründung eines Judenstaates nicht für wünschenswert." Wie können Sie jetzt vom Heiligsten sprechen und verlangen, daß ich schweigen soll? Hat sich vielleicht in Ihnen seit 1930 diese große Wandlung zum Glauben vollzogen? Ich würde das herzlich begrüßen, denn im Judenstaatszionismus würden Ihre großen staatsmännischen Fähigkeiten; die ich voll anerkenne, zur Geltung kommen. Wenn Sie uns das Gefühl werden beibringen können, daß Sie an den Judenstaat glauben, dann werden wir es nicht für gar so notwendig empfinden, daß hier auf dem Kongresse von ihm gesprochen werde. Aber wie ist es denn, meine Damen und meine Herren von den allgemeinen und rechten Zionisten, um Ihren Glauben an den Judenstaat bestellt? Draußen in den Couloirs und iin Restaurant bekennen Sie sich alle zum Judenstaat, draußen sind Sie alle Judenstaatszionisten. Hier' im Saale, wenn es um ein öffentliches Bekenntnis geht, hört' Ihr Mut auf. Wenn man Sie zur Rede stellt, dann sagea Sie: Wir werden wohl vom Judenstäat nicht sprechen, aber wir werden uns ihn hinter dem Rücken der an- , deren nehmen, ohne daß die anderen etwas davon merken. Vertrauen Sie doch nicht so sehr auf die Dummheit der anderen! Sie könnten dabei.über Ihre eigene i straucheln! (Präsident Dr. Weizmann: Es tut :^air i furchtbar leid, aus Achtung vor Ihnen und der Minoritätspartei, . aber ich muß Sie bitten, sachlich zu bleiben.) Ich glaube zwar, daß,'" was ich von .der OPERN I. STAFA VII. VÖTIVPARK IX; . t*\ir tyet ^^^^^^y&^tl&r^Z, Dummheit gesagt habe, leider sehr, sachlich ist, aber ich werde nicht mehr von ihr sprechen. Und auf der anderen Seite des Kongresses, auf der linken, ist deutlich zu spüren, daß hier der Glaube völlig verlorengegangen ist. Hier hält man alle möglichen Dinge für höher, als das, was man einen Staat, und gar einen jüdischen Staat nennt. Noch ein Letztes: Man macht uns den Vorwurf, daß wir uns in Deklarationen ud Poklamationen ergehen. Da möchte ich doch eines feststellen: Alle großen Dinge in der Welt, alle großen Taten in der Welt haben von Deklarationen und Proklamationen ihren Ausgang genommen. Auch der Zionismus." Und SONDERFAHRT m Palästina m Aegypten mit dem LuxusexpreBdampfer CONTE GRANDE" ff (26.000 Tonnen) ab Triest . . 30. September an Haifa ... 3. Oktober an Alexandrien 4. Oktober Auskünfte: Generalagentur Wien I Knerling 6 U-47-5-60 IM7-5-60 mmm^m^.....* . ■ , t . ■ . . , «y, , . . HiMMiiiMfHPfWWar^^^ ,wh?4)wni« VNio««HWHW LLOYD TRIESTINO FLOTTE RIUNITE LLOYD TRICSTINpj«,MARnTIMA»TAUANA-SITMAP