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Die neue Welt · 1935-08-16 · Heft 489 (16.8.1935) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 489 (16.8.1935)
Date
1935-08-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Saite S DIE NEUE WELT Nr. 489 im ludmstmU am HiaqGcafMt Von Dr. Israel Zwi Kannor Lebensskizze Am lH. Juli wcriion rs 150 Jahre, daß Morde- C h 3 i i K im a mir I X o a h in Philadelphia geboren ilTS.v. Er entstammte euier angesehenen, verarmt ct.. portugiesischen Maranonfamilic, welche von Lissabon nach London flüchtete und dann nach Amerika auswanderte. In aeinor Jugend widmete er sich dem Handel, ::t"J>rte dann Rechtswissenschaft und schrieb auch einiges für das Theater. („Die Waisen des Rheins", aufgeführt mit großem Erfolg im Parktheater von New York.) .Er zeichnete sich durch Fleiß und besonderes Talent aus. STEINE ~R & ----- .----,-----------tengasse 2, X!., Zentralfriedhof, neb. d. 1. Tor. FRIEDLANDER & DEUTSCH Vien.^i. Bez., Seitenstettengasse 2, \\\ Samstag geschlossen Seine politische Laufbahn begann er al3 Journalist. Dio Spalten der größten amerikanischen Blätter standen ihm für seine ausgezeichneten Artikel zur Verfügung. Als Herausgeber der ,,City Gazette" In Charleston (Süd-Carolina) propagierte er 1810 unerschrocken den Krieg gegen England. Präsident Madison machte ihn 1811 zum Konsul und zum Vertreter der amerikanischen Regierung in Riga und zwei Jahre später, 1S13, zum Generalkonsul in Tunis und beauftragte ihn mit einer speziellen Mission in Algier. In dieser Stellung hatte er Gelegenheit zu erklären, daß die Vereinigten Staaten nicht als christlicher Staat aufzufassen seien, eine Entscheidung, die seitdem unangefochten blieb. Im Jahre 1819 gab Noah diesen Posten auf und kehrte nach New York zurück. 1822 wurde er High Sheriff (Oberster Polizeirichter) von New York; später erhielt er den wichtigen Platz eines Hafeninspektors von New York. Major Noah war einer der bedeutendsten J-u den Amerikas. Nach seiner Rückkehr aus Afrika gründete er den „The national Advokat", dann den „New York Enquirer" (1826), „The evening star" (1834), „The Union" (1842), nachher noch „The Times and Messenger" (1S43), Blätter, die in demokratischem Sinne geleitet waren und rasch eine große Abonnentenzahl gewannen. Er war ein glänzender Advokat, Politiker, Redner, Publizist und Philanthrop. Die Idee eines jüdischen Staates In der jüdischen Welt ist Noah dadurch bekannt geworden, daß er im .19. Jahrhundert die erste jüdische Aktivität in bezug auf national-jüdische und zionistische Fragen jenseits des Ozeans entwickelt hat. Die damalige bedrückte Lage des jüdischen Volkes in Rußland und Afrika rief in ihm den Gedanken der Gründung eines eigenen jüdischen Staates wach. Er glaubte, die einzig mögliche Lösung der Judenfrage sei der Erwerb eines selbständigen Territoriums. Da er die ganze jüdische Emigration nach Palästina zu richten für unmöglich hielt, erließ er im Jahre 1818 einen Weltaufruf an das Weltjudentum, in welchem er die Schaffung eines jüdischen Staatswesens in Grand Island, einer Insel im Niagarafluß (bei der Stadt Buffalo, nicht weit vom Niagarawasserfall) propagierte. Miihtev und Herrscher in Israel Es blieb nicht bei diesem Aufruf. Noah versuchte auch v/irklich, seinen Plan zu realisieren: Im Jahre 1825 kaufte er am erwähnten Ort eine große Landfläche von über 2500 acres für 17.000 Dollar, der er den Namen „Ararat" gab. (Auf dem Ararat ist bekanntlich, laut der biblischen Erzählung (Gen. 8, 4) Noahs Arche stehen geblieben!) Die Oertlichkeit wurde wegen der vielversprechenden Handelsaussichten gewählt; sie lag in der Nähe des Eriekanals, v/as in Verbindung mit dem Niagarafall eine Garantie dafür schien, daß Ararat eines der größten Handels- und Industriezentren der Welt werden könnte. Es fand am 1. September 1825 eine feierliche Proklamierung des Judenstaates statt, an welcher sich eine Menge von Juden und Nichtjuden beteiligten. Die Gründung des Ararat wurde in der bischöflichen Kirche gefeiert; beim Einzug spielte die Musik den „Judas Makkabäus". Man hat auch i:>; selben Jahr unter Kanonendonner einen Gedenkstein mit entsprechender Aufschrift in hebräischer und englischer Sprache aufgestellt. Der Feierlichkeit wohnten die Würdenträger des Staates, Vertreter der christlichen Geistlichkeit, der Freimaurer und sogar der Indianer bei, die, von Noah für „die verlorenen zehn Stämme Israels" gehalten, im neuen Ararat eine Zufluchtsstätte finden sollten. Noah ernannte sich zum „Richter und Herrscher in Israel" und erließ eine Proklamation, in der er die Gründung des jüdischen Reiches im Lande der großen Seen bis zur Wiedererrichtung des jüdischen Reiches in Palästina verkündete. Auch damals hat es schon Protestrabbiner gegeben. Der Großrabbiner Abraham de Cologna protestierte öffentlich. Judah Jeittelcs suchte sogar den ganzen Plan bei allen österreichischen Juden ins Lächerliche zu ziehen und diesen die Auswanderung aus den glücklichen Ländern, in welchen sie sich <-les väterlichen Schutzes der Regierung erfreuen, zu widerraten. Aus Noahs Projekt ist mit. der Zeit, nichts geworden. Ararat entwickelte sich zwar zu einer bedeutenden Handelsstadt mit 30.000 jüdischen Einwohnern. Nach dem Tode Noahs (21. März 1851) verfiel aber der Staat und ist heute nur ein Dorf von etwa 300 Seelen. Die einzige vorhandene Erinnerung nn das ganze Projekt, ist der erwähnte Grundstein, der im Historischen Museum in Buffalo aufbewahrt wird, auf dem noch die Inschrift zu sehen ist: „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig. Ararat. Eine Zufluchtsstadt für die Juden. Gegründet von M. M. Noah. Tischri 5585. Sept. 1825, im 49. Jahr der amerikanischen Unabhängigkeit." 9$as ewRge jErosi Noah war tief überzeugt, daß die Rückkehr nach Zion eine schnelle und reale Aufgabe des Weltjudentum" werden müsse. Sein Experiment in Buffalo hat er, wie oben ersichtlich, als Vorbereitungsarbeit in dieser Richtung betrachtet. Sein Versuch, auf Grand Island einen Staat als jüdische Zufluchtsstätte zu gründen, ist nicht der e'nzige Vorfall, der Aufsehen erregte. Sein Leben bietet noch ungleich Interessanteres als diese damals vielbesprochene Episode. Major Noah würde es verdienen, der Vergessenheit entrissen zu werden, auch wenn er nicht nach Buffalo gegangen wäre und dort die Stadt Ararat gegründet hätte. Bei der Gründung der Shearith Israel Synagoge in New York City 1818, sieben Jahre vor der Ararat-Episode, sagte Noah: „Die Juden werden Syrien wieder in Besitz nehmen und sich ihren Platz unter den Völkern der Erde erringen." Im Jahre 1844, neun Jahre nach Ararat, hielt er in New York eine öffentliche Rede, in welcher er vor einer Versammlung von Christen seinen festen Glauben an die Rückkehr der Juden nach Palästina Ausdruck gab. Im selben Jarir richtete er in einer in Buchform erschienenen Rede („Discourse on the Restoration of the Jews") an die Christenheit einen Appell, den Juden zur Wiedergewinnung Palästinas zu verhelfen. Die Zähigkeit, mit der Noah an seinen zionistischen Ideen festhielt, ist um so bemerkenswerter, wenn man bedenkt, daß er Amerikaner war. Kein Mann seiner Zeit, wie man sagte, verdiente mehr den Ehrennamen: „Amerikaner", und gleichwohl vertrat er sein ganzes Leben hindurch den Gedanken der Wiederkehr Israels nach Palästina. Wochen-Kalender August 1935 DM irsnn Ab 5695 Freitag 16 17 Sabbateingang 7.05 Samstag 17 18 Sabbatausgang 8.05 Sonntag 18 19 Montag 19 20 Dienstag 20 21 Mittwoch 21 22 Donnerstag 22 23 Das Konsulat der Republik Polen in Wien gibt folgendes bekannt: Gemäß Art. 24 und 26 des Gesetzes über die allgemeine Wehrpflicht werden alle in der Republik Oesterreich -wohnhaften, im Jahre 1917 geborenen polnischen Staatsangehörigen männlichen Geschlechtes, ferner alle vor dem Jahre 1917 geborenen, hier ansässigen polnischen Staatsangehörigen, welche das Alter von 50 Jahren noch nicht überschritten und sich aus irgend welchen Gründen bis nun zwecks Eintragung in die Militürassentverzeichnisse nicht gemeldet haben, aufgefordert, sieh im Konsulat (Wien, III., Rennweg 1) zur Eintragung in die Register der MilLtärpflichtigen persönlich zu melden. Die in den Jahren 1917 und 1916 geborenen Personen haben sich im Monat September 1. J. zu melden, hingegen haben die im Jahre 1915 und vor diesem Jahr Geborenen ihrer Meldepflicht im Laufe der Monate Oktober und November nachzukommen. Die aus wichtigen Gründen am persönlichen Erscheinen verhinderten Meldungspflichtigen haben in den obbezeichneten Fristen ihre Meldung schriftlich vorzunehmen. Personaldokumente, Identitäts- und Meldenachweise sind mitzubringen, bzw. einzusenden. Die Nichterfüllung der Meldepflicht wird gemäß Art. 99 des bezogenen Gesetzes geahndet. Ellern! Achtung! Nachhilfelehrer für Wiederholungsprüfung,)! in allen Gegenständen der Mittelschule (Mathematik, Französisch. Latein usw.) vermittelt Ihnen kostenlos die „JudUa" (Jüdischer Hochschülerverband Oesterreichs). Auskunft: Montag, Mittwoch, Freitag von 2 bis 3 Uhr nachmittags) im Sekretariat, IX., Alserstraße 26. _ Der Schwimmklub Ifakoah veranstaltet zum Abschluß der Freiwassersaison am 24. August im Stadionbad ein Anschwimmen, an dem sämtliche trainierenden Mitglieder teilnehmen werden. Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Wir erinnern daran, daß, wie immer bei diesen Veranstaltungen, die Einschreibgebühr erlassen ist, so daß jeder, der sich an diesem Tage bei unserem Klub anmeldet, nur den jeweiligen Monatsbeitrag zu bezahlen hat. Der jüdische Wehrsport- und Schiitzenverein Huganah gratuliert seinem Mitglied Herrn Preis herzlichst zur Vermählung. — Die feierliche Einweihung des neuen Heims ist für Mitte September vorgesehen. Alle aktiven Mitglieder werden ersucht, zu den Uebungsabenden am Montag und Donnerstag zwischen 8 und 10 Uhr abends regelmäßig und vollzählig zu erscheinen. — Die Samariterinnengruppe der Haganah eröffnet ab Dienstag, den 3. September, einen neuen Einführungskurs für „Erste Hilfe", der unter der Leitung des Herrn Dr. L. Rechnltzer stehen wird. Anmeldungen werden jeden Montag und Donnerstag zwischen V-9 und >/jl0 abends im Vereinsheim, IX., Hörigasse 14, entgegengenommen. Seit tausend Jahren schon wird der Myrrhe-Extrakt, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches besonders wirksam erwiesen hat, verwendet. Odol-M undwaBHcr enthält neben dem Odol-Antiseptlkum den Myrrhe-Extrakt. yyj Bestrcnom micric Küche "W3 REICHHALTIGE MENÜS ä S UND 2.60 : C II W I: l II A I L l< H k A h »»Hammcr-PurgisSßü-GassG 3 (nächst Ja'^crtifrAe) <& TeU.-41-f>7! 50 Zimmer mit kaltem und warmem fließendem Wasser- — Erstklassiges Restaurant und Cafe. — Streng rituelle Küche. — Bethaus im Hause. — Eröffnung 15. ßTs-L. Bis 15. Juni billige Vorsaisonpre'"" EBwfelfo!e&!§werie Firmen liest au nints, Cafes etc. A. Ilnr.svhah, JL, Große Schiffgasse 3. Streng "IÜ2. Vorzügliche Küche. Billige Preise. Cafe-Restaurant Kspresso, i., Kotenturmstraße 1. Internattonale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. >Tafr<"ls Sclchwarenrefltaurant, II, Praterstraße 33. orth. 1Ü3, Menü S 2.— . 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Luster, L, Lichtensteg 1, Tel. U-21-9-12. Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik betreffen, sind an die Verwaltung des Blattes, IX., Universltätsstraßo 8, Telephon A-20-2-78. zu richten. BILUGE Bahnfahrt, 10 volle Tage Unterkunft und Verpflegung einschließlich Trinkgeldablöse MAYRHOFEN von S 113.— bis S 147.— ZELL AM ZILLER von S 112.— bis S 134.— MALLNITZ von S 113.— bis S 147.— SEEBODEN von S 111.— bis S 153.— MILLSTATT von S 134.- bis S 205.— LASSN1TZHQHE von S 76.- bis S 133.— Auskünfte und Anmeldungen: ABTEILUNG FÜR FREMDENVERKEHR DES PHÖNIX I, Wallnersfraße 6 a, Tel. U-25-3-32 und U-25-5-80 ÖSTERR. VERKEHRSBUREAU I, Friedrichstraße 7, Tel. A-36-5-40 I, Graben 20, Tel. U - 29 - 0 35 REISEBÜRO „IRUT" I, Karlsplatz 1, Telephon U>44-5- 79 Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und. Verlags-A^G, Ignaz Steinmann, beide Wien, IX., Univeraltätsstraße 6—8.

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