Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 431 (18.1.1935)
- Date
- 1935-01-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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*«f Preis 20 Groschen iahrS«»9« f« -»er ms DIE MEUfc* "^ner 1935 r«Ä> *% Nr« 431 V« b. b. H Zeitung vom Vorleger versendet „Journal expedifi' par rCditour" :lt REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER CEZUGSHEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40. vierteljährig S 4.—, ganzjährig S IG. —; Polen monatlich Zloty 1.5(7. vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monaUich Kc 6.-, vierteljährig Kc 15.-; Jugoslawien monatlich Dinar 14.-, vierteliMhrig Dinar 40.-; Uumilnioit monatlich Lei 40.-, vierteljährig Lei 120.-; »eutschland monatlich Mark 1.-. vierteljährig Mark 3.— - IV.ilirarien monatlich Lewa 30.—. vierteljährig Lewa 80.—; Italien monaUich Lire 5.—. vierteljährig Lire 11,—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franc9 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitä*sstr. 8, let.A-20-2-78 — Erscheint Diensfag u. Freitag Die Konlerenz der Juden§taa*ler Oe§rerreidi§ Sonntag, am 30. Jänner, um 10 Uhr vormittags findet im Herzl-Saal de» Parteiheimes, I., Werdertorgasso 11, die Eröffnung der ersten österreichischen Landeskonferenz der Judenstaatspartei statt. In einem Zeitraum von kaum mehr als einem Jahre ist es den österreichischen Judenstaatlern gelungen, eine stattlicho Zahl von Bezirks-, Jugend-, Frauen- und Studenteiigruppen zu schaffen. In bewußter Distanziert! u g vom Streite der Personen und Parteien im Zionismus arbeitet die Judenstaatspartei für die Durchdringung der zionistischen Bewegung, vor allem der jüdischen Jugend, mit dem Judenstaatsgedanken, mit zionistischem Patriotismus, der einzig und allein imstande ist, die mit dem Größervverden des jüdischen Pullistina immer schwieriger sich gestaltenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Probleme gedeilich zu lösen. Wir glauben den Sinn der bevorstehenden Konferenz am besten zu charakterisieren, wenn wir in Erinnerung bringen, was anläßlich der Gründung der Weltorganisation der Judenstaatspartei auf dem Prager Zio- Tiistenkongreß 1933 in unserem Blatte geschrieben wurde. Gerade in einer Zeit des mächtigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwunges in Palästina hat Zermürbung die zionistische Organisation befallen und bedroht im entscheidenden Augenblicke das Aufbauwerk. Die Ursache dieser Erscheinung liegt nicht im Menschenmaterial. Die jüdischen und zionistischen Menschen von heute sind gewiß n i c h t s c h 1 c c h t e r und nicht besser als in den Zeiten Herzls und in den dreißig Jahren nach Herzl. Aber sie lebten damals in einer zionistischen Organisation, deren Geist die jüdischen Tugenden, vor allem die Fähigkeit zur Hingabe an ein großes Id«ai, zur Entfaltung brachte. Sie leben heute in einer Organisation,, deren Geist zu schwach und klein ist, als daß er Eigensucht und Streitsucht der Menschen und Gruppen niederhalten könnte. Denn, der Geist Theodor Herzigist von dieser Organisation und ilmm Parteisn gew iehen. .. - Herzl vcrk-üii.O.t'tö de» - ajles Jüdische umfassenden. Gedanker* •vom., J u-d ü t & a-t.-- Er, gab dem jüdischen Volke ein-Ideal, aus g&iui Hingabe erfordert,'neben dem Sonderwansehe jeder Art an Bedeutung verlieren. Die Allgewalt,diesfr?' Ideals konnte Elemente' vereinen, die bis dahin unvereinbar schienen.. Der erste Kongreß gab Zeugnis, von dieser Allgewalt. Westjuden und Ostjuden, Sozialisten und Orthodoxe,. Menschen kamen zusammen, die..bisher nur Verachtung und tödliche Feindschaft für einander übrig-hatten; Menschen, die früner nur danach trachteten, einander Böses anzutun, bemühten sich plötzlich eifrig darum, ihr Verhalten so zu gestalten, daß einer .den änderen nicht verletze, nicht abhalte vom Uienst für das große Ideal. Diesen von der Größe des Ideals bezwungenen Menschen gab Herzl dann die ' f reiestc und de'moki';itisi)hcste aller Orgäni- ■' sationen,, die Zionistische Weltorganisation, auf einer; Bekenntnisl'ormel aufgebaut, frei von allen „Disziplin-- Paragraphen" und „Strafbestimmungen''. Der unwiderstehliche Zwang der Idee machte den Zwang durch Para- . graphen überflüssig. Und diese scheinbar lose Organi- ' sätion" hielt den schlechtesten Zeiten stand, den Zeiten,, da in Palästina nur einige hundert Juden arbeiteten, da im Lande die antizionistische .türkische Regierung absolut herrschte, da ein jüdi-. sches Palästina als Ausgeburt; der a u s s c h w e i-. fendsten Phantasie eingeschätzt wurde. Damals erwies sich die Organisation als unerschütterlich. Heute,, da" das jüdische Palästina Wirklichkeit zu werden beginnt, wankt die Organisation so, daß Zerfall droht. Sie wankt, weil die Parteien im Zionismus von tragenden Grundsätzen, Judenstaat und demo-' kratische Organisation, die Theodor Herzl gelegt hat, abgewichen sind und damit jeden Halt vei-Joren haben. Die Arbeiterpartei verleugnet den Juden- , staatsgedanken, sieht in der Errichtung eines sozialisti-; sehen, jüdisch-arabischen Gemeinwesens das Ziel. Der! Zionismus scheint ihr nur dann wichtig, wenn er soziali-' stisch ist. Sie ist klassenkämpferisch, will von Freiheit: in der Organisation und in Palästina nichts wissen und, der Judenheit ein gesellschaftliches System aufzwingen.< Es ist klar, daß eine solche Partei wohl einmal einen Während die Arbeiterpartei die Diktatur einer Klasse im Zionismus etablieren will, sind die Revisionisten bemüht, die Diktatur von Personen hineinzutragen, das „Führerprinzip", mit all den Attributen, als da sind: Verherrlichung von Personen, Stellung von Personen vor die Idee, Kadavergehorsam, Anbeutung der Gewalt, Drill zu blindem Gehorsam usw. Der Revisionismus von heute ist vom Herzischen Gedanken der freien, demokratischen Organisation abgewichen. Er repräsentiert jetzt das - widersinnige, aussichtslose Bemühen, ein System, das in bestehenden Staaten mit realen Machtmitteln möglich ist, auf die freie, jüdische Gemeinschaft zu übertragen. Er will eine „Macjfii;! ergreiten", die nicht da ist. Auch er kann den Zionismus, nicht tragen und führen. Die Partei der „Allgemeinen. Z i o ni s t e n" hat versagt. Jahrelang hat sie regiert und die Organisation ist immer schwächer geworden. Sie hat mit den Linken und Rechten die Sünden geteilt, die Idee vom Judenstaat verleugnet, den Staatszioriismus gegen Büro- und Sammelzionismus eingetauscht und ruhig mitangesehen, wie die Jugend über rechts und links vom Zionismus weggegangen ist. Dieser Kongreß hat eklatant, bewiesen, daß sie nicht führen kann. Braucht der Zionismus eine, neue Partei? Angesichts der traurigen Entwicklung kann diese Frage nicht verneint werden. Der Zionismus braucht E r n e il e r u n g durch eine Partei, welche sich von all den verhängnisvollen Irrungen der bestehenden freimacht und ihn zu den Grundsätzen T h e o d o r Herzls zurückführt. Genug der kläglichen Versuche, den Zionismus kleiner und billiger zu machen, ihm fremde Ideologien von Klassen- und Personenherrschaft aufzwingen zu wollen. Wiederaufrichtung der Diktatur der Idee, der Judenstaatsidee in der von Theodor Herzl geschaffenen demokratischen VV el t or g a n i s a t i o n. Das ist der Sinn der Judenstaatspartei! Robert Stricker. m tor()flliiffp Slifefrioneii >er fiUfttoege fiets nur Ikebtouer England am Nahen Orient Militärische Pläne Jerusalem; 15. Jänner. Wie die arabische Presse meldet, hält sich zur Zeit in Palästina der Vertrauensmann des englischen Hochkommissärs in Aegypten M. Perterson auf. Diesem Umstand muß im Zusammenhang mit den militärischen Plänen der englischen Regierung im Vorderen Orient und mit den Vorschlägen, die militärische Verteidigung dem strategischen Weg zwischen Haifa und dem Suez-Kanal anzupassen, grqße Bedeutung beigemessen werden. In Kairo wird in der nächsten Zeit eine große militärische Konferenz unter der -Beteiligung der Leiter der englischen Zentralregierung stattfinden. Der Wey, den Moses qinq ♦ ♦ ♦ < " Aus London: Die ägyptische Regierung hat den Wfld*, e„.m8en, aber Zionismus nUfct tragen und j ÄÄ^SÄSST &°i führen kann. Honen Pfund vorgesehen. Die Straße wird genau BESTE QUALITÄTEN! ANTHRACIT KOHLE KOKS «W»'«^ |$ASCH .IV,ARaENTINIERSTR.22 . TEL SERIE U.47.5.40 Krampfadern gefährlich? Im Beginn harmlos — vernachlässigt oder unrichtig behandelt, Anlaß zu ernsten Erkrankungen. Wirksam sind „PARADRUIT"-Gu mm Strümpfe Vorbeugend und heilend, ideal anschmiegsam, porös, haltbar. 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Die moderne Verkehrsstraße, wird eine eminent wichtige Rolle im Wirtschaftsleben Aegyptens und Palästinas spielen und auch eine wichtige Militärstraße werden, Bürgermeister Dizengofö schwer erkrankt Aus Tel-Awiw wird unter dem 14. gemeldet: Der Bürgermeister Meir Dizengoff ist von einer schweren Krankheit befallen worden. Heute, am 14. Jänner, hat sich sein Zustand noch verschlimmert und wird von den Aerzten als kritisch betrachtet. Alle Hoffnungen werden auf die Bluttransfusion gesetzt, welche seitens der Aerzte als die einzige Rettung für den überaus geschwächten Patienten betrachtet wird. Als sich in Tel-Awiw die Nachricht verbreitete, daß eine Bluttransfusion für den Bürgermeister Dizengoff erforderlich sei, meldeten sich zahlreiche Blutspender. Das Blut für die Transfusion wird von einem älteren Mann genommen, der sich den Aerzten zur Verfügung gestellt hat. Ganz Tel-Awiw wartet mit Unruhe auf weitere Nachrichten über den Gesundheitszustand des beliebten und geschätzten Bürgermeisters. (J. T. A.) Die Stadt Tel-Awiw für das Recht der Saar-Juden Aus Tel-Awiw: Eine von mehr als 2000 Tel- Awiwer Juden besuchte Versammlung nahm nach Ansprachen des Bürgermeisters Dizengoff, Dr. Nahum Goldmanns - und Dr. Ben-Zion Mossinsous eine Entschließung an, von dem Völkerbund die Sicherung der Rechte der jüdischen Minderheit im Saargebiet ixx fordern. 1 Installationen *»AUL HELLER. I Elektr. Kraft-, moderne Beleuchtung*- und Radioanlagen, eleMr. Haushai« tungsgeräte. Luster, Radio. Fachmännische Beratung kostenlos. Lichtensfeq 1 // Tel. U-21-9 12 ■ueo Hotel Arras NIZZA 7 Avenue ßaquis Aller Komtori. Elegante /.tnnnei. i\atie am Meti und Kasino, idealer Aufenthalt. Komplette Pension: irres.?,5.~ Pension irma Meister. Heran ieiztei homtort, I MERANO^ST unmittelbare Nähe der Kurpromenade und" des Kurbaitais Htfefoter Komfort / Butterkilche / Lire 25