Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 424 (21.12.1934)
- Date
- 1934-12-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 -4 v4j*«Mh^*«.-t. >a -*iy*j*»^-ifv^; DTE NEUE WELT Nr. 424 Ju £Är< desse und oder am Gou\ seine Jahr erhä Wite Sänf Äfag den und rieht natu Sehr baur Im eine von b. A Ode; Todi Nac hatt find Kor r.M rn?h rigk ecci Snr; Strö A s Krs Smc Kas das die' Re ken S e i wir We; win brii M*:i s*rc Sto] und Gl? ur-d wis S'h heb M. litz M. ECh erw Dr. Na tra SdS a';f Vv mä PI« au- Rn: P!s wii tig Jui ein de: iE?6. de? £Cl Stl P; Gr> sie M? Tsi la? cn St. kä fc» Kf Fi er ri Je Ja •w er ,.I Pi L d m B FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, I. Bez., Seiiensteiiengasse 2, I I Samstag X!.. Zenit alt riedhof, neb, d. 7. Tor. \\\ geschlossen Uoh AidetU-UascUacUec nack Safed Von Jakob Josefsberg (dzt. Haifa) Ajeleth-Haschachar — so genannt, weil die Araber seinerzeit den Ort als Punkt, wo der Morgenstern aufgeht, betrachteten - Ajeleth-Haschachar wurde im Jahre 1919 auf ,,Pica"-Boden gegründet. Auf 700 Dunam Boden wurden zunächst 12 Arbeitetangesiedelt, welche sich durch den Anbau von Getreide und Viehfutter ernährten. Wie die ersten Pioniere in den Siedlungen Judäas und des Emek Jesreel, hatten auch die ersten 12 Arbeiter von Ajeleth-Haschacher außergewöhnlich zu leiden, zumal es in der Nähe des Merom-Sees liegt, in dessen Umgebung noch heute Malaria vorkommt. Mühsam kämpften sie sich durch, sie pachteten 800 Dunam Regierungs- Boden, die ,,Pica" erwarb weiteren Boden, so daß heuto auf 5000 Dunam Boden 105 Arbeiter, 15 neueingewanderte Eiternpaare und 35 Kinder leben. Die Wirtschaft der Siedlung ist heute aktiv. Der Getreidebau wurde reduziert, mehrere 100 Dunam mit Weintrauben, Aepfel und Birnen bebaut. Viehzucht, Milchwirtschaft und Geflügelzucht bilden die Basis dieser Wirtschaft. In der Nähe des Merom-Sees wurden 50.000 Dunam seitens der „Pica" und verwandter Institute erworben, weitere 50.000 Dunam sollen noch erworben werden, ■ 000 Dunam soll ein Teil des Meron-Sec3 durch Trockenlegung hergeben. Die neuen Siedlungen, die dort entstehen sollen, werden Ajeleth-Haschachar, diese landschaftlich tchön gelegene Siedlung, von wo man einen freien Blick •j-l das Gebirge Naftali, den Berg Kanaan, das Libanon- Gpbirge und das schneebedeckte Hermon hat, von seiner isolierten Lage im Oberen Galil befreien und, an die neuen' ^ie Hungen am M^rom-See angeschlossen, einer weiteren Entwicklung entgegengehen. In einer Entfernung von 20 Minuten Autofahrt, in M!-r unvergleichlich schönen Landschaft, die manchmal an die. österreichischen Alpenländer erinnert wird P» o r; c h - P in a, .das größte und älteste jüdische Dorf in Obergaliläa, errsicht. Auf einem Berg, etwas tiefer als das arabische Nachbardorf Jauni gelegen, bemerkt man von der Ferne, daß auf dessen Spitze ein jüdisches Dorf U<-:gt. Wie. ejne. Qase in. der .Wüste heben sich die gepflegten Gärten, die sauberen, schmucken Häuschen von den schmutzigen Steirt- und Lehmhäusern des arabischen Nachbardorfes Jauni ab. Rosch-Pina — es liegt in einem Winkel, daher der Name — wurde im Jahre 1882 von der „Ole Romania" unter Führung.von David. Schub aus Bukarest gegründet. Ecwa. 25 Familien erwarben rund 2500 Dunam Boden und lebten vom Ackerbau. Im Jahre 1884, nach zweijähriger, müh?beladener, emsiger Arbeit, konnten die tapferen Kolonisten des Oberen Galil, die ganz allein auf weit vorgeschobenem Posten standen, nicht weiter. Eine Delegation wurde nach Paris gesandt. Sie wandte sich an den damaligen Großrabbiner von Frankreich, Zadok K o h n, der sie an Baron Edmund Rothschild, den edlen Baron, empfahl. Mit Baron Rothschilds Geldern wurden Weinur.d Mandelplantagen angelegt und eine Seidenfabrik gesründet, 25 Familien kamen noch dazu, so daß 50 jüdische Bauernfamilien In Wohlstand und Frieden lebten. Es kam Cirr Weltkrieg. Wie viele Siedlungen in Jud-aa, wurde auch das größte jüdische Dorf in Obergaliläa stark zurück- «•p drängt Der berüchtigte General Djemal Pascha residierte einst hier und drangsalierte die Bevölkerung. Nach dem Weltkrieg begann ein neuer Aufschwung. Ein bisher unbekannter Anbauzweig wurde entdeckt, und >'.var Ta tak. Schon nach kurzer Zeit gab es hier reiche Tabakplantagen, bis eine plötzlich eingetretene Absatzstockung eine Wirtschaftskrise zur Folge hatte. Von dieser konnte sich Rosch-Pina bis heute nicht erholen. 50 Familien, darunter 15 Handwerkerfamilien, leben heute unter . wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen. Obwohl K!;me und Lage für einwanderndes Kapital günstig sind, '.vurd2 Ro3ch-Pina ebenso wie Metula von der deutschen Alijah bis jetzt kaum gestreift. S a f e d, die größte Statdt in Obergaliläa, liegt, etwa 9 Kilometer entfernt, an einer herrlichen Gebirgsfprpentine. 1100 Meter hoch über dem Meeresspiegel, von Bergen umgeben, ist es die landschaftlich reizendste Stadt d*3 Landes und für Einwanderer, die tropische Hitze nicht vertragen kennen, ein idealer Aufenthalt. Safed ist übrigens die einzige palästinensische Stadt, wo gemäß der Ueberlieferung der jüdische Jischuw niemals zu bestehen aufgehört hat. Als nach Unterdrückung des Bar- Koch ba-Auf Standes (160 v. Chr.) die Juden massenweise deportiert wurden und Kaiser Hadrian aus Jerusalem ein /weites heidinisches Rom machte, blieb in Zfath (Safed) doch noch ein kleiner Ueberrest von Juden. Den Frommen irt diese Stadt so heilig wie Jeruscholajim. Hier lebten einst die großsn Kabbalisten und Weisen Josef . Caro, Lurie. Cordovero, Ascari u. a. Auch war Safed der Sitz fast aller sogenannten Chalukkajuden, d. h. von Juden, die aus der ganzen jüdischen Welt Unterstützungsgroschen bekamen. Die ganzen Jahrhunderte hindurch nügerten die frommen Juden dahin und immer hatte Safed eine jüdische Gemeinde von mehr als 6000 Seelen. Von der dritten chaluzischen Alijah angefangen, | schrumpfte die jüdische Gemeinde in Safed zusammen, da die Einwanderung der Chalukkajuden nachließ. Während ein Teil der Chaluzim nach Jerusalem ging und dort die jungen Vorstädte B.echowia, Talpioth und andere gründete, wurde Safed stiefmutterlich behandelt. Die tragische Katastroph vorn August 1929, wo arabische Horden die Schüler unc Lehrer dieses heiligen Ortes überfielen und mordeten, ha: Safed arg zugesetzt. Unter 8000 Arabern gibt es kaum mehr als 1800 Juden. Junge Chaluzim gibt .e;: dort überhaupt nicht. Von der deutschen Einwanderung blieben drei Aerzte in Safed hängen. Die jungen Leute gehen, v/enn sie Cheder und Jeschiwa verlassen haben, nach Tel-Awiw und Haifa, wohin die Prosperity sie anlockt. In den schmalen und holperigen Gassen von Safed kleben zahllose Kramläden aneinander, kaum daß ein paar müde' Sonhehstrahen aich dort verlieren . . . Die Leiter des Fonds „Hilfe durch Aufbau" hatten zwar die Möglichkeit, dem uralten Safed nach den blutigen Tagen von 1929 auf produktivem Wege zu helfen. Aber die Vorschläge, welche die Vorsteher der Judengemeinde von Safeth machten, wurden in den Papierkorb geworfen. Dort, wo jüdische Häuser und Läden von den Arabern in Brand gesteckt und wo 29 Menschen hingeschlachtet wurden, ist mit einem Kostenaufwand von 15.000 Pfund eine Markthalle und eine Anzahl neuer Geschäftsläden errichtet worden. Aber dieses große Gebäude steht leer. Herr Dr. Hexter, der Leiter des Fonds, den man auf die Zwecklosigkeit eines solchen Baues aufmerksam machte, erklärte brüsk, daß er bauen werde, was er wolle, und so wurden Geld und Energie vertan ... Es hatte den Anschein, als würde ein böses Geschick über dem jüdischen Safed walten. Auf dem Berg Kanaan wurde auf Grund einer Anleihe von 100.000 Pfund durch Frau Sarah Lewin aus Singapore mit dem Bau eines jüdischen Viertels begonnen. Ein neues Safed sollte entstehen. Schon standen mehr als ein Dutzend Häuser vor ihrer Vollendung, schon waren junge Chaluzim im Begriffe, einzuwandern, schon war eine günstige Stimmung für Investierung von Kapital und für eine große Niederlassung auf diesem schönen Landstrich in Sicht — als die Araber einen Prozeß wieder aufzunehmen begannen, der fast 41 Jahre dauerte. Ein gefügiger Vizegouverneur gab ihnen zunächst recht. Das Bauen wurde eingestellt, ein in Safed geborener Jude wurde, weil er auf seinem Felde arbeitete, zur Deportation verurteilt. Und jetzt die plötzliche Wendung: die letzte Gerichtsentscheidung fiel zugunsten des jüdischen Safed aus. Der Bodenstreit ist entschieden, die Eigentumsverhältnisse werden in der nächsten Zeit geregelt. Die Durchführung der großzügigen Erweiterungspläne für das alte, düstere Safed sind gesichert. Die heilige Stadt geht einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen . . . Palästina tatld! Die Sammlung der in unserem Blatt erschienenen Palästina-Witze, stark vermehrt, Ist soeben unter dem Titel „Palästina lacht!" erschienen. Preis exkl. Porto 30 Groschen. Anfragen an die Verwaltung unseres Blattes. An alle jüdischen Wohlffahrts-Vereine in Wien Unter den Vereinen, die sich mit irgend einem Zweig der jüdischen Wohlfahrtspflege beschäftigen und an die Mitglieder der Kultusgemcinde um Beiträge herantreten, befindet sich eine irnnze Reihe solcher, für deren Bestehen angesichts ihres kleinen Wirkungskreises vom Standpunkt einer geordneten Wohlfahrtspflege nicht nur keinerlei Notwendigkeit vorhanden ist, die vielmehr durch die oft irreführende Art ihrer Spendenwerbung eine ungerechtfertigte Belastung der Spender, eine Schädigung der wirklich notwendigen Institutionen und eine Zersplitterung des jüdischen Fürsorgewesens bewirken. .. , Um diesem, wie aus vielfachen Klagen hervorgeht, von der jüdischen Bevölkerung sehr unliebsam empfundenen Uebelstande nach Möglichkeit, zu begegnen, beabsichtigt die Zentralkommission für soziale Fürsorge der israelitischen Kultusgemeinde im Einvernehmen mit dem Kultusvorstand geeignete Maßnahmen zu troffen. Um die Grundlagen hiefür zu schaffen, ergeht zunächst an alle jüdischen Vereine und Institutionen in Wien, welche sich mit Wohlfahrtsahgelegenheiten befassen, die A u.f f o. r d e r u n g, binnen längstens vier Wochen unter Benützung von In der Fürsorgezentrale der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I.. Seitenstettengasse 2. erhältlichen Fragebogen die. Rechenschaftsberichte für die Jahre 1931/33 zur Verfügung zu stellen. Zeritralkommission für soziale Fürsorge der isr. KuKusgemeinäe :Wien, I,,Seitenstettengaase 2. Ii ■; ■ .. Urania. Prof. Dr. Karl Schieber über Palästina, Samstag, den 22. Dezember, um '/j8 Uhr abends, im Kleinen Saal. An Hand zahlreicher Lichtbilder will der Vortragende einen Querschnitt von Palästina von gestern und heute geben. i> Jnng'-Wizü-Mirjam. 25. Dezember: Kwuzah! Else Pollack: „Vorlesung aus Werken jü d.i s c h e r Dichter." Diskussion. 26. Dezember: Kinderkwuzah Poldi H u t t: Referat: Aus den Schriften eines Frühvollendeten (Otto Braun). 27. Dezember: Kwuzah Anni Salpeter. Kurs: Palästina-Kunde. Referat: ,,Geschwister Opnenheimer." — Kwuzah Tieila" Mager: Referat: Keren Hajessod. Zionistische Geschichte1 bis Herzls Tod. Amtliche Verlautbarungen der Ifrael. Kuitusgemeinde Wien« Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagögen. Freitag, den 21. . Dezember 1934. werden bei den um 3 Uhr 55 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: X. Seitenstettengasse 4 (Oberrabbiher Dr. D. Feuchtwang-): II,, Tempelgasse 5 (Oberrabbiner Dr. I. Taglicht); "HJ.. Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Dr. K. Kupfer); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); LX.,'Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz): X.; Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Doktor J. M. Bach); XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Doktor A. Frankfurter); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Doktor B. Murmelstein). Samstag, den 22. Dezember 1934, Schrifterklärungen, beim Vormittagsgottesdienste: XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein), XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rogenmann);'beim Abendgottesdienst: XIII., Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewih). Jugendgottesdienste. 1., Ju g,e n.df ü'r Volks- ..Haupt- und (■Schülerinnen): Samstag, den um , 3. Uhr , nachmittags in allen Gemeinde- und 'Vereinssynagogen/: . 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im 2., 9. un-d.20. Bezi.rke: Samstag, den 22. Dezember d. J., um viertel 5 Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, II., .Tempelgasse 5; IX;, Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Jüdische Arbeitgeber, erfasset den Ernst der Zeit, fördert die Arbeitsbeschaffungsaktion zugunsten der jüdischen Arbeitslosen und fordert den Bedarf an Angestellten und Arbeitern beim Jüdischen Verein für unentgeltlichen Arbeitsn a c h w e i s, Wien, I., Kohlmessergasse 4, Telephon Nr. U-27-0-65, an. Emigranten aus Deutschland, die in nachfolgenden Spezialfächern bestens versiert sind und Positionen in Uebersee anstreben, wollen sich beim „Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis" I., Kohlmessergasse 4, melden, und zwar: Handtaschenzeichner (nur erstklassige Kräfte); Fachleute der Kammgarn-Textilindustrie (Fabrikation und Maschinerie); Lehrer der jüdischen Wissenschaft für ein College. (Englische Sprachkenntnis erwünscht.) Bund jüdischer Frontsoldaten B. O. G., XX., im Heim. IX., Roßauerlande 29, Donnerstag, den 27. Dezember d, J., um 20 Uhr, Vortrag des Herrn Prof. Dr. Leo Menczer: „Grundfragen der jüdischen Erzieh u n g." Gäste gerne gesehen. ' . Israelitische gottesdie'nst Mittelschüler 22. Dezember, d. .J., jfcstmkakl Bittet -)Ef3 Restrenommierte Küche REICHHALTIGE MENÜS ä S 1.90 UNO 2.60 SCIIWECHATEK BRÄU ll,Hammer-Purgstall-Gasse 3 (nächst Salzforbrück) •Tel.A-41-C-,! Empfehlen§werfe Firmen Restaurants, Cafes etc. lIotel-ltcHtmirant „Stephanie", II., Taborstraße 12. Vorzügliche Wiener Küche. Speisen am Rost. Menü ab S 1.60. Täglich frische Fische. Hestnurnnt Rillet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, II., Hammer-Purgstall-Gasse, bei Salztorbrücke. Caf6-Itestnurant Kriison (Inn. Kleischmann), VIII., Alscr« Straße 9, Tel. B-13-0-47. B-43-0-86. Cnfc-Ilcstuiirnnt Espresso, t., Kotenturmstraße 1. Internationale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Caf6 Schottentor, 1., Ring des 12. November 10, Telephon CJ-26-5-90, vis-ii-vis der Universität. Cafc-Konditorci Ncumahn, II., Gredlerstraße 2 (Telephon A-42-3-81), III.. Löwengasse 47 (Tel. ü-10-5-78). 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