Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 349 (16.3.1934)
- Date
- 1934-03-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 349 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien,I.Bez., Seitenstettengasse2, Telephon U-28-U28 XL, Zentralfriedhof. neb, d. 7. Tot, Telephon U-78-0-85 Empfehlenswerte Firmen Restaurants, Cafes etc. Cafe-Restaurant Edison (Inh. Fleischmann), VIII., Alser- «traße 1». Tel. B-43-0-17, B-43-0-86. I'afe-Restanrant Espresso, I., Rotenturmstraße 1. Internationale kalte und wanne Küche. Menüs zu billigen Preisen. Cafe Schottentor, I., Ring des 12. November 10, Telephon U-26-3-90, vis-a-vis der Universität. Restaurant Max Lasar, vorzügliche, streng orthodoxe Küche und Selchwaren, II., Untere Augartenstr. 19. Tel. A-41-8-12. Cafd-Konditorei Meumann, II., Gredlerstraße 2 (Telephon A-12-3-91). IH.. Löwengasse 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant Xeugröschl, renommierte jüdische Küche, II., Lilienbfiinngasse 12, Tel. A-18-5-S6. ..Vegetaria", Restaurant. Diätküche, Milchspeisen, IL, Obere Donaustraße S9a; IX.. Währingerstraße 21. 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Als besondere „Pessach- Delikatesse" werden von vielen die berühmten runden Strum-Mazzoth gelobt, die sich seit Jahren einer immer wachsenden Beliebtheit erfreuen und nicht fiur in Wien, sondern auch in der Provinz und im Ausland stark gefragt werden. Der vorzügliche Geschmack der „Strum-Mazzoth" ist nebst der Verwendung von nur allerfeinsten Mehlsorten hauptsächlich auf die besondere Art der Erzeugung mit elektrischen. Maschinen patentamtlich geschützter Sonderkonstruktion (eine Art „laufendes Band") zurückzuführen. Die rituelle Aufsicht besorgen drei Maschgichim des ehrw. Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde, die für strengste Einhaltung der Kaschruth-Vorschriften Sorge tragen. Auch im Jahre 1934 dürfte das Pessachfest im Zeichen der „Strum-Mazzoth" stehen. Daß die „Mazzoth-Bäckerei H. Strum" vorwiegend geschulte jüdische Arbeiter beschäftigt, berührt den Nationaljuden besonders sympathisch. G. W, Es bleibt dabei ♦ ♦ ♦ wer sparen will, der kauft bei Schiffmann. 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Wien,Tel-Awlw, Rothschild Blvd.12 für Pflanzungsböden, Pardessim, Häuser, Bauparzellen, Hypotheken, industr. Unternehmungen Beste Referenzen von Wienern, die durch uns gekauft haben 14) Marinka Erzählung von Ch. N. Bialik. (Uebersetzt von Oskar Rosenfeld) X. Und einmal, an einem frühen Freitag-Abend, lag Noach drüben am Zaun zwischen verträumten Dornen und Hecken, lag verborgen und wartete. Er wußte, daß Marinka hier zur Abendzeit vorbeiging. Ein günstiger Platz: rundherum Zäune und Hecken, und kein Fuß betrat ihn. Außerdem war der Eingang zu Skuripintschichas Garten nicht weit. Noachs Herz klopfte heftig. Ringsum still, sabbatlich. Auf dem Himmel zeigten sich allemal neue funkelnde Sterne. Ein großer, länglicher Mond, den ein Stück Wolke von drüben in zwei Hälften teilte, kam dahergeschwommen. Von der andern Seite, wo der Beth-Midrasch stand, trug sich der Gesang des „Lechu nerannenu" her und zerfloß über die Hecken still und traurig ... Bald sang die ganze Betgemeinde, bald war nur des Vorbeters Stimme allein zu hören ... Stille Wehmut und verborgener Schreck erfaßten Noachs Herz. Ganz nahe, nur vierzig bis fünfzig Fuß entfernt, drin im vielfenstrigen großen Haus, das voll ist mit Licht und mit Menschen, steht jetzt sein Vater in sabbatlichem Gewand und ruft mit kräftiger Stimme „Arboim schono okut bedor" . . . Und er, der Taugenichts, liegt zur selben Zeit unter irgend einem Zaun und erwartet ein Dorfmädel. Der Mond war inzwischen höher aufgezogen und hatte sich hinter einen Baum und den Rauchfang eines weißen Häuschens versteckt, das aus irgend einem Hof hervorlugte. Im Gras, ganz nahe, zeigte sich ein weißer Streifen schmalen Weges, der sich bis zum Obstgarten zog. Eine Grille zirpte. Plötzlich hörte man weiche, stille Schritte. Noach erhob sich. Und schon erschien im Licht des vollen Mondes Marinka mit der Schaufel auf der Achsel. Kaum hatte sie sich genähert und war in den Schatten getreten, als Noach einen Sprung tat und mit beiden Händen ihre Taille umfaßte. „Ach", rief Marinka erschrocken aus und ließ die Schaufel aus der Hand fallen, „was tust du, laß!" Noach ließ nicht ab. Er drückte sie an sich, hob sie empor, flüsterte ihr ins Ohr, halste und küßte sie und stammelte dazwischen verwirrt: „Hast du mich lieb, Marinka? Sag, hast du mich lieb? Was schweigst du?, Hast du mich lieb?" Marinka versuchte, sich ihm zu entziehen, stieß ihn zurück und hielt ihn fest und drängte steh immer starrer an ihn. Endlich sagte sie, flüsternd, mit schwacher, weicher Stimme, in der Leiden und Bitten zitterten: „Laß mich, Noach, jetzt laß mich ... es darf nicht sein ..." „Wann denn, Marinitschko, wann denn?, Heute Nacht? Im Garten?" „Nein, nein", seufzte Marinka und alle ihre Sinne sagten: „Ja ..." Aber plötzlich riß sie sich auf und geriet in Zittern: „Laß, laß, o schrecklich. Hörst du?. Jemand geht!" Mit ganzer Kraft stieß sie Noach zurück. Noach ließ ab. Im Garten rauschten die Zweige und Hecken leise auf. Marinka hob die Schaufel auf und lief, ohne sich umzusehen, rasch zum Garten zurück. Eine Minute später schloß sich die Pforte hinter ihr. Noach blieb wieder allein zwischen den Beeten. Man hörte das Gemurmel der Betenden nicht mehr, Er ging eilends zurück. Die Häuser rechts und links bekamen ein feiertägliches Aussehen. Kerzenflammen blinzelten aus allen Fenstern. Nur Skuripintschichas Behausung stand mit ihrer Hinterwand wie ein Haufen Elend da: Ohne Fenster, ohne Licht. Alle anderen Häuser sahen aus wie die stattlichen Paläste, welche von ihren beleuchteten Fenstern Blicke leichten Spottes auf sie werfen. Hinter den Fenstern war noch kein männliches Gesicht zu sehen. „Man hält also", tröstete sich Noach und kehrte zur Bethaus-Gasse zurück, „bei sch'mone essrel" Als er zur Gasse kam, ging die Menge bereits aus dem Beth Midrasch. Noach mischte sich unter die Menschen und hielt sieb, neben dem Vater, gab ihm ein hochklingendes, ungewöhnliches „Gut Schabbes" und ging hinter ihm nach Hause. Eine Stunde später, nach dem Nachtmahl, als der volle Mond der heißen Sommernacht noch über der Gegend stand und man in den jüdischen Häusern von den kleinen Baikonen zu den Schlafstätten ging, sagte Noach plötzlich der Mutter, daß er diese Nacht in den Stall auf den Boden schlafen gehe. „Was heißt das, in den Stall?" rief die Mutter aus, dem Sohn in die glühenden Augen blickend. „Ich will so." „Ich werde dir im Gang aufbetten .n." „Nein, ich will in den Stall ...!" „Tfü", machte die Mutter und spie mit „tfü" aus. Er ging in den Stall auf den Boden. Ein Kissen hatte er nicht mitgenommen. Die ganze Nacht schloß Zipe-Lea kein Auge. Es kam ihr vor, Diebe wären im Stall. Einigemal wollte sie Chanine-Lipe wecken, aber sie hielt sich zurück. Sie bekam Angst, Chinine-Lipe könnte in den Stall hineingehen. Im Stall stand stickige Luft voll mit dem Dunst warmen Mists. Das Pferd, unten im Dunkel, ruhte nicht, ohne Unterlaß mit den Hufen schlagend. Noach lag oben und verging vor Ungeduld. Ein böser Geist schien beide in dieser Nacht zu peinigen. Endlich ward die Gegend still. Noach horchte. Ihm schien, daß der Baum, der an den Stall gelehnt stand, leise an die Wand kratzte. Noach bog den Kopf durchs kleine Fenster. Der Baum neigte ihm an einem spitzen Ast zwei rote, reife Aepfel entgegen, als wollte er sagen: Da, komm und nimm! Noach streckte die Hand aus — sie langte nicht. Blitzschnell arbeiteten seine Augen. Ein Sprung — und er fiel in einen warmen Schoß von Dunkelheit, in eine schweißige Finsternis, die von unten kam. Ein Ruck an der Tür und er war draußen. Rasch ein Klettern aufwärts und er war auf dem Dach des Schuppens, wieder ein Sprung abwärts — und er war im Garten. Einen Augenblick dauerte all das. Im Garten reckten sich die Sträucher aus dem Schlaf und blinkten dem Schein des Mondes entgegen. Aus den Baumschatten heraus zeigten sich wie Nachtgesichte Marinka und der Hund. Eine Weile später waren die beiden Nachbarkinder im Strohschuppen verschwunden. Skuripin stand bei der Tür und hielt Wacht. * Und einmal bei Nacht war Noach mit Marinka durchgebrannt!... Ihr wißt aber nicht, wie's bei einem Jungen vom Holzlager ausgeht. Schabbes-Chanuka bekam Noach durch einen Schadehen ein Mädchen aus gutem jüdischem Haus, die Tochter eines Zollpächters, man stellte ein Traudacla nach den Gesetzen Israels. Zu Schwues besuchte Noach mit seiner jungen Frau die Eltern, welche große Freude genossen. Und nach dem Mittagessen, wo der Feiertage wegen nur Milchiges aufgetragen wurde, als das junge Paar sich hinter dem Haus auf einen Holzklotz gesetzt hatte und zärtlich plauderte, erschien Marinka mit dem Kind auf den Händen hinterm Zaun und tat einen Blick durch den Spalt. Ende. Zu iiDB benütze man iv^ewjpn jüdischen Hause 00 Ulf DM fe,nstes Palästina-Olivenöl ouLlflLPI noa1? y rrr j2tz> heurig frisch, nur mit Einprägung in der Dose noe? res Das Beste zum Kochen, Braten, Backen Das Beste für Salate und Mayonnaise Das Beste für Medizinalzwecke SCEMEN TOILETTE- und HAUSHALT-SEIFE in zehn Sorten: Bade-Soap, Adin, lladar Hakaimel, Galil, Carmel Flowers, Baby Soap, Menorah, La Palma, ä la Marseille und Ora-Seifenflocken In allen besseren Geschäften erhältlich Generalrepr. für Oesterreich: Sa. Rabinowitsch, II, Zirkusgasse 10 Telephon R-48-7-38 JUNGE JUDEN 27 und 30 Jahre, Tschechosl., aus bester Familie, mit ausgezeichneter Vorbildung, rührig, wollen heiraten und in Palästina eine kleine Fabrikation unter besten Auspizien errichten. Unter „Tikwah" an die Administration dieses Blattes. 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