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Die neue Welt · 1933-12-22 · Heft 328 (22.12.1933) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 328 (22.12.1933)
Date
1933-12-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 328 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien» I. Bez., SeUenstettenga$se2, Telephon V-28-7-28 XL.Zenitalfriedhof, neb.d. 1. Tor, Telephon U-tS-OSS ßoucr&runn In neuer Villa 16 eingerichtete Zimmer samt ritueller Küche, Saison 1934 zu verpachten Zuschriften an Max Neumann, Wien V, Atbeitergasse 13 LESET UND VERBREITET »DIE NEUE WELT« Lebensversidie/ungs-Gesellschaft PHÖNIX Aus dem Jahresberichte 1932: Versicherungsbestand Prämien- und Zinsen- Einnahmen Garantiemittel Auszahlungen an d. Versicherten S 2.728.COO.0OO-- „ 179,000.000- „ 527,000.000-- „ öO.OOO.COO'- rätigkeitsgeblet: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen. Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina Syrien. Türkei. Tunis und Aegypten. Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag, den 23. Dezember- 1933, findetin allen Gemeinde- und Vereinssynagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. Aus der Falmwefa Heute:« „Schloß im Süden" Heute erscheint im Opern*, Imperial-, Maria-Theresien-Kino der neue Bolvary-Film „Schloß im Süden". In den Hauptrollen Liane Haid, Viktor de Kowa, Jessie Vihrog und Paul Kemp. „Tokajerglut" „Tokajerglut";— Pußta, Csardas, Zigeunerniusik, schöne Frauen... In diesen Kreis wirbelnder Temperamente gerät Szöke Szakall. Die weibliche Hauptrolle verkörpert > der Budapester Operettenstar Eta von Ha j du, die Musik komponierte Michael Nador. Premiere heute im Elite-, Burg-, Schottenring-, Lustspieltheater-, Saschapalast- und Flotten-Kino. Lilian-Harvey-Sensation im Schweden-Kino Heute erscheint im Schweden-Kino der erste amerikanische Großfilm „Meine Küsse lügen" mit Lilian Harvey in der Hauptrolle. Die weiteren Rollen in dieser grandiosen Lustspieloperette der „F o x" sind mit John Boles und El Brendel besetzt. „Lied der Sonne'6 mit Lauri Volpi Eine der nächsten großen. Eilmpremieren ist der Film „Lied der Sonne", dessen Hauptrolle der berühmte Tenor Lauri Volpi verkörpert. Die Musik schrieb Pietro Mascagni. Die Freilichtaufnahmen wurden in Venedig, Rom, Capri und Verona gedreht. Das Haus, des Unheils",— im Kreuzkino Im Kreuzkino, I., findet in den nächsten Tagen die Wiener Uraufführung des neuen Sensationsfilms der Paramount, „Das- Haus des Unheils", statt. In diesem Film der Irrwege einer hemmungslosen Jugend, spielt die verführerische Miriam Hopkins die weibliche Hauptrolle. Ihr Partner ist der aus Gangsterfilmen bekannte Jack La Rue. „Vater werden ist doch schwer!" Der neue Richard-Romanowski-Film „Vater werben ist doch schwer" erscheint am 29. Dezember im Burg-, Elite-, Schottenring-, Lustspiel- Saschapalast- und Flotten-Kino.__ Austritte aus dem Judentum Wawerka geb. Berger Adele, geb. 5. Juli 1895 Wien, verw., XVI., Hasnerstraße 159. — Wawerka Erika Maria, geb. 25. November 1926 Wien, ledig, XVI., Hasnerstraße Nr. 159. — Wawerka Renate, geb. 3. August 1931 Wien,?5 Wochen-Kalender Dezember 1933 ™ 1 Tebeth 5694 T'üin | 22 Freitag ' 4~i Sabbateingang 4 23 Samstag 5-n Sabbatausgang 5 'n in vm nnatn wjm -b 24 Sonntag 6-v 25 Montag 7-i' 26 Dienstag " 8-n 27 Mittwoch 9 15 28 Donnerstag 10^ 2) Marlnka Erzählung von Gh. N. Bialik. (Uebersetzt von Oskar Rosenfeld) II. Skuripitschichas schönes Wohnhaus ist nicht einsam. Es hat seinen Partner. Der ihm bescherte Gefährte ist das nächste Haus mit dem Doppeldach, das mit ihm Seite an Seite in derselben Reihe steht, nur ein hoher Bretterzaun dazwischen. Man kann nicht sagen, daß das Paar miteinander ein gutes Leben hatte. Denn ihre Herrschaft hat von erster Stunde an Streit begonnen, sogleich nachdem das zweite Haus von dem einen Besitzer — Serafim, dem Kazapen — an den anderen, den Juden Chanine-Lipe, gefallen war. Chanine-Lipe war damals mit einer einfach-derben Zippe-Lea und seinem kleinen Einzigen Noach aus irgend einem Dorfe herübergezogen hieher ins Vorstädtchen. Schon viele Jahre sind seither vergangen. Man zerstritt sich wegen des kleinsten Stückchens Platz, wegen einer verlaufenen Heime, wegen eines Blickes hinein in einen Spalt, wie es zwischen Nachbarn vorkommt. Aber mehr als alles störte Skuripintschicha, ja. kränkte sie der Gestank! Seitdem diese Juden sich neben ihr niedergelassen haben — hadert sie und währenddessen spitzt sich bei ihr im Hals ein Messer zu — ist es vor diesem Stank nicht auszuhalten. Die Gänse, sagt sie, auf den Böden — Zippe-Lea füttert Gänse — verpesten ihr das Leben. Was eine Hundsföttin imstande ist! Ein Christenweib, ein wurmiges, das einen vollen verdreckten «Stall mit Schweinen hat — will die noch keinen schlechten Geruch ertragen können! Ein Wort gibt ein Wort, tt-3 es zu Schlägen kam, und da Chanine-Lipe als erster angefangen, hat er eine Vorladung auf sich gezogen und zu seinem Leidwesen gezahlt. Mit zusammengebissenen Zähnen gezahlt. Von da an begann zwischen beiden Parteien ein stiller Kampf, an dem sogar die stummen Hölzer und die Steine beider Höfe teilnahmen. Da war ein dünnes, eich einnistendes, unaufhörliches Geriesel klein-kleiner Schikanen; anscheinend gar nicht zu bemerken und schon gar nicht sich darüber zu beschweren — und doch brennt es bis-in die Spitze des- Herzens wie siedende Tropfen Pech. Es schien, als trügen sogar die Wände der beiden Häuser eine gegen die andere einen stillen Haß durch den hohen Zaun hindurch. Jede von ihnen hält Ausschau, wann schon die andere verbrennen oder versinken werde — auf Nimmerwiederkehr! Bei Chanine-Lipe ist inzwischen das Dach morsch geworden. Der Rücken hat sich gekrümmt und ist eingesunken, und zu beiden Seiten des Daches zeigten sich ansehnliche Löcher, nicht zu flicken. Und wann gerade mußte :da,s geschehen?. Genau in der Winterszeit, gerade in der Periode der Gänsemast, wo bei Chanine-Lipe in den Steigen versperrt Gänse schnattern, ungefähr an,die fünfundzwanzig. Da kommt Chanine-Lipe ein Gedanke, er geht hin und legt über das alte Strohgerüst ein neues Schindeldach. Das alte Dachgerüst hat schon manche Jahre so dahingelebt, obwohl es langsam dahinschwand: Zipe-Lea pflegte ihm allemal Strohbündel auszuzupfen, um die Gänse damit glattzubrennen oder Geschirr zu scheuern. '• Und das neue Dach stolziert auf vier Balken, als hätte es mit dem ganzen Haüs keinerlei Verwandtschaft, und es hält sich bis auf den heutigen Tag wie durch ein Wunder. . 1 Sosteht in der 'Häuserzeile Skuripintschichas Wohnhaus mit seinem Gefährten, Chanine-Lipes Haus. Seite an Seite stehen sie, das eine mit dem bloßen, zerzausten Kopf und das andere mit der neuen Mütze -über dem alten Käppchen. . Beide sinken tiefer von Jahr zu Jahr —das nimmt man augenscheinlich daran wahr, daß das Käppchen. immer mehr, von der Mütze wegsteht — und beide tragen gleich ihrer Herrschaft tief-tief brennenden Haß gegeneinander im Herzen eingegraben. Und immer wieder wenn die Feindschaft zwischen den Nächbarn aufflackerte, und sie so aufriß, daß sie schier von Sinnen kamen, pflegten beide Parteien in einem Nu aus ihren Häusern herauszulaufen wie Besessene. Und da nichts vorhanden daran sich zu halten, pflegte jeder bei sich im Hof sein bitteres Herz an dem auszulassen, was ihm zur Hand kam: an einem Scheit Holz, einem Stein, einem lebendigen Geschöpf. Beide Parteien werden plötzlich übertrieben ordnungsliebend, können nicht leiden, daß etwas nicht an seinem Platz sei, gehen den Hof von Winkel zu Winkel ab, bis sie sich irgend eine Arbeit gefunden haben — und dann geht man sich an mit Sturm, mit zusammengepreßten Zähnen, mit verbissener Wut. Skuripintschicha findet plötzlich, daß die Töpfe, die mit dem Maul nach unten auf der Mauerbank stehen, nicht gehörig geschwenkt seien, und beginnt sie wieder einmal im siedendem Wasser zu dampfen und zu schwenken. Sie schabt und reibt das Geschirr mit grimmigem Zorn, mit aller Kraft, indem der Ellenbogen ihres rührigen Arms in der Luft tänzelt... Und plötzlich beginnt sie von irgendwoher aus einer finsteren Kammer allerhand angefaulte Säcke hervorzuziehen, ein Riß und ein Schmiß hinaus, bis sich bei der Tür ein ganzer Berg Fetzen anhäuft. Eine Minute später — aha! wirft sie sie wieder zurück, hinein in ihre Ruh — und vom Berg Fetzen bleibt keine Spur da. Begegnet sie in der heißen Stunde Marinka — bekommt die von ihr einen brennenden Zwack, daß sie Sterne sieht. Stolpert an ihre Füße eines ihrer Schweine, kriegt es einen Stoß in die Seite« Der eine, Skuripin, schaut dem zu und drückt sich rechtzeitig, knäult sich zusammen in der Hütte oder wühlt sich hinter der Hütte in einen Misthaufen hinein — und im Nu, nicht da Skuripin!... Der Hund erspürt mit den Ohren, daß es. jetzt keinen Spaß gibt. Chanine-Lipe seinerseits wieder wird auch plötzlich rege und arbeitet, was das Zeug hält. Er stampft 'durch den Hof hin und her, schuftet, schwitzt und ächzt und weiß nicht, wohin mit sich. Alles steht bei ihm im, Hof kunterbunt durcheinander, kein Sack liegt auf seinem Platz. „Das Faß da, verschleppt soll es werden", feuert er und wälzt mit einem Fuß irgend ein löcheriges Faß von sich weg, „soll dort krepieren neben dem Stall jZU all den Teufeln, nicht hier"... Und plötzlich, träch... zerplatzt das Faß Und zersplittert in einzelne Latten — und sein rechter Fuß bleibt mitten im Stoßen in der Luft hängen, wonach natürlich Chanine-Lipe noch mehr gereizt wird' und' beginnt, eins ums andere die Latten zu Skurrpintaehichas Planken zu schleudern! ... tracb, tararach! ■— schleudert und tobt: Brand, Pest, Cholera... Nach einer Weile — aha! Mit verschrumpft eingebogenem Körper, so daß fast die Gedärme heraushängen, schleppt er wieder, irgend eine zerbrochene Tür heran; rollt von da dorthin, ächzend und schnaufond, »irgend einen großen schweren Stein; müht sich und schwitzt wie ein Biber über einem groben Klotz, der sich mitten im Hof breitgemacht hat — und nicht vom Fleck zu bringen! Es rinnt von ihm ein Teich von Schweiß — und er sucht immer noch ein Mittel für den Klotz, .wirft sich nach allen Seiten und versucht, ihn, soweit es geht, - wegzurrücken wenigstens um ein Haar. Es geht ihm ums Leben! Oftmals hat Chanine-Lipe Glück. Den Kaftan abgelegt. Anlauf > genommen,. in die Hände -gespuckt eins und zwei, den Klotz "eiii wenig *von der' Stelle gerührt — und die Wut legt sich. Aber öfter, wenn die ganze schwere Schinderei für nichts und wieder nichts hinausgeworfen ist, dann kracht der große Krieg los. Beginnen iuts mit einem Lärmgepolter, mit wüsten Flüchen von beiden Plankenseiten und endet mit Steinen, Holzscheiten und zerbrochenen Töpfen, die über ein Dach aufs andere fliegen. Wiedie gereizten Tiger zeigen sich die Blutfeinde hoch oben, einer dem anderen gegenüber: Hier Chanine-Lipe auf seinem doppelt gelegten Dach und dort Skuripintschicha zwischen den Zwiebeln und dem Knoblauch und den hohen gelben Sonnenblumen auf ihrem Dachfirst. Und von einem Dach zum andern, die Vögel aufscheuchend, fliegen in der Luft Schaufeln und Besen, Töpfe und Krüge, Nudelwalker und sonst noch Stöcke 'allerhand! Bei Skuripitschicha im Hof entsteht Bewegung und Lärm, Gekrächze von Hühnern, Geheul von Hunden. Skuripin seinerseits klingelt mit der Kette, dort lärmt Zipe-Lea. Die „Fuhrleute" auf der Gasse helfen mit 'fröhlichem „Hurra" — und noch lange Zeit später bebt die ganze Gegend... (Fortsetzung folgt.) ledig, XVI.,. Hasnerstraße 159. — Schnitzler geb. Albu Susanne Ruth, geb. 4. April 1908 Berlin, ger. getr., II., Obere Dönaüstraße 93. — Pröhlsdorfer geb. Weininger Hermine, geb. 22. Februar 1906 Wien, verh., Bremen..— Paneth Sidonie, geb, 12. August 1888 Bielitz, ledig, II., Untere Augartenstraße 16. — Pollack Regine, geb. 17. Juni 1910 Wien, ledig, III., Schwarzenbergplatz 5. — Ornstein geb. Brod Ida, geb. 10. Dezember 1882 Ronow, ger. gesch., IX., Porzellangasse 16. — Friedinger geb. Klein Hedwig, geb. 18. November 1878 Wien, I., Morzinplatz 4. — Schlanger Irma, geb. 22. Jänner 1892 Wien, ledig, III., Salmgasse 3. — Fischl geb. Beer Lilli, geb. 7. März 1909, ger. getr., IL, Fr. Hochedlingergasse 10. — Winter Natalie, geb. 28. Feb. 1908 Wien, ledig, II., Ausstellungsstraße 65. — Fränkel Leopold, geb. 18. Dezember 1904 Wien, ledig, I., Eßlinggasse 13. — Falk Ada, geb. 26. September 1907 Lemberg, ledig, VII., Neustiftgasse 53. — Klüger Adele, geb. 1. April 1909 Kolomea, ledig, XVI;, Grundsteingasse 43. — Blokesch geb. Vadasz Agnes, geb. 19. September 1914 Großwardein, ledig, XIII,, Wattmgnngasse 90. — Iserstein geb. Singer Lilly, geb. 2. November 1895'Wien, ledig, III., Hintzergasse 5. Besseres oder mehr sdien kew t ............ können Sie, wenn Sie das schöne und nützliche Geschenk in Schiffmanns „Warenhaus der Sparsamen" kaufen. Schlafröcke, Damenkleider, Mäntel, Wäsche, Schuhe, Schneeschuhe, Wetterschuhe jeder Art, oder etwas für Küche und Heim erfreuen die Dame. Auch für den Herrn und das Kind sind warme Kleidungsstücke das richtige Geschenk. In allen Abteilungen finden Sie eine großartige Auswahl in Qualitätswaren zu den billigsten Preisen, die möglich sind. 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