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Die neue Welt · 1933-07-21 · Heft 306 (21.7.1933) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 306 (21.7.1933)
Date
1933-07-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 306 Palästina Auskünfte, Vermittlung, Verwaltung, Häuserbau, Pflanzungen, Hypotheken, Industrieunternehmungen, Beteiligungen etc. durch Fidelilas Investment & Trust Comp. Limited Tel-Avlv P. O. B. 160, Jehuda Halevy Str. 45 gegen die jüdischen Unternehmer predigten, waren sie sehr nachgiebig in den zionistischen Belangen. Sie haben zugestimmt, daß die Verantwortung für den zionistischen Aufbau Assimilanten und Kapitalisten zufalle. Sie stimmten der liquidatorischen Politik Welzin an ns zu. Sie duldeten die verräterische Brith Schalom-Bewegung. Sie Stimmten einer gesetzgebenden Versammlung (Parlament) in Palästina zu, deren Errichtung das Ende des Zionismus bedeuten würde. Der jüdisch-arabische Bund 4er palästinensischen Arbeiter war eine feststehende Tatsache. Sie wurden zu einem Volk im Volke, mit eigenen Schulen, Theatern, Sportvereinen u. ä. Dabei vergaß der Arbeiter, daß er seine Kraft nur aus unserer Sympathie schöpfte. Denn der zionistische „Bourgeois" gab das Geld für all das, was die Histadruth schuf.-Der Lohn und die Dankbarkeit waren: Klassenkampf und Haß. Diesen Haß prägt man schon den Kindern ein. Derjenige, der im Lande lebt, merkt überhaupt den „Zionismus" der Histadruth nicht mehr. Die rote Fahne ist die herrschende. Die blau-weiße Fahne sieht man selten, sehr selten. Alle Aufrufe werden rot gedruckt. Die „Hatikwah" wird nicht mehr gesungen. Zuerst wird die „Internationale" gesungen, dann kommt „Techesaknah". Techesaknah ist gestattet, weil in diesem Liede nur von der Arbeit die Rede ist, während doch die „Hatikwah" von „einem freiem Volk im eigenem Lande" spricht* So entstand die Gefahr, daß es bald keinen zionistischen Arbeiter in Palästina geben werde. Für die' Idee des Judenstaates wäre das ein Unglück. Aber Gott sandte uns die Arznei für die Krankheit. Kraft des revisionistischen Gedankens wurde ein neuer Typ eines zio nistisehen Arbeiters geschaffen. Wenn es eines Beweises bedarf, daß die Histadruth jedes Zionismus bar ist, so ist er im Verhältnis der Histadruth zu diesen revisionistischen Arbeitern gegeben. Antatt sie als Brüder zu behandeln, die wohl eine andere Ansicht vertreten, begann die Histadruth die zionistischen Arbeiter zu v e r f o 1 g e n. Zuerst verhinderte man ihre Einwanderung. Dann hinderte man sie an der Arbeit. Man trat in den Streik, wenn jemand auch revisionistische Arbeiter beschäftigte. Der revisionistische Arbeiter wird verprügelt, weil er für einen Aufbau ohne Klassenhaß und Klassenkampf eintritt. Wir kämpfen hart, aber wir werden siegen, weil der Zionismus siegen muß. Man sagt, wir wollen die Histadruth zerstören. Das ist nicht wahr. Wir wollen ihre Herrschaft brechen. Das ist richtig. Da wir keine Hoffnung sehen, die. Histadruth in eine unpolitische Gewerkschaft umzuwandeln, müssen wir eine eigene Gewerkschaft schaffen — eine zionistische Histadruth, in der alle zionistischen Arbeiter Platz haben. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Jerusalem gestorben Aus Jerusalem: Im Alter von 52 Jahren verstarb nach kurzer Krankheit der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Jerusalem Isaac Elischkar, einer der hervorragendsten Vertreter der sephardisch-palästibensischen Judenheit. Anderthalb Jahre Gefängnis für die Ermordung des ehemaligen Legionärs Benjamini Aus Jerusalem: Vor dem Strafgericht in Nablus wurde die Verhandlung gegen vier Araber durchgeführt, die unter der Beschuldigung, den ehemaligen jüdischen Legionär Joseph Benjamini in Nathania getötet zuhaben, verhaftet worden waren. Einer der Angeklagten wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, die drei übrigen wurden freigesprochen. ' Joseph Benjamini war Ende März bei einem Zusammenstoß mit Beduinen auf jüdischem Boden in Wadi Hawaritb, wo er als W ä c h t e r tätig war, getötet worden. Er war eines der ersten Mitglieder der Jüdischen Legion, die während des Weltkriegs im Verband der englischen Armee kämpfte, und der Führer der Bewegung zur Ansiedlung ehemaliger jüdischer Soldaten in Palästina. Die Ermordung Benjaminis bildete auch den Gegenstand einer Anfrage im englischen Parlament. In Beantwortung dieser Anfrage schilderte Kolonienmhiiater Sir Curiliffe-Lister den Hergang des Ueberfails. Beduinen von Wadi Hawarith, die «,uf einem jüdischen Besitztum bei Nathania ihre Herden weideten, wurden von der Polizei veranlaßt, ein anderes Weidegebiet aufzusuchen. Auf dem Wege dahin kamen sie durch die Siedlung der ehemaligen jüdischen Soldaten. Benjamini geriet mit den Arabern in einen Wortwechsel, wurde von ihnen niedergeschlagen und erlag nach fünf Stunden seinen Verletzungen. Ein britischer Polizist von arabischen Hirten schwer verletzt Aus Jerusalem: Beim Versuche, arabische Hirten, die ungeachtet des Räumungsbefehls ihre Herden in Wadi Hawarith weiden ließen, zu verhaften, wurde ein britischer Polizist durch Messerstiche schwer verletzt. Er wurde in das Regierungshospital in Nablus überführt. Antizionistische Bewegung im Irak Aus Bagdad: Eine Jugendvereinigung im Irak hat beim Innenminister um die Erlaubnis nachgesucht, eine Protestkundgebung gegen „die Haltung der Zlonisten gegenüber den Arabern im arabischen Palästina" veranstalten zu dürfen. Die Redner auf der Kundgebung wollen sich vor allem mit der Frage von Wadi Hawarith befassen. Auch einige Bagdader Zeitungen befassen sich mit dieser Frage und richten im Zusammenhang damit heftige Angriffe gegen die Juden. Die Tatsache, daß die Palästinaregierung sich bereit erklärt hat, die Beduinen, die früher in Wadi Hawarith wohnten, auf einem eigens zu diesem Zwecke erworbenen Gebiet in Tel Schok anzusiedeln, wird in den Artikeln der Bagdader Zeitungen nicht erwähnt. Gründung einer arabischen Sportorganisation für Palästina und die Nachbarländer Aus Jerusalem: Die arabische nationalistische Jugendorganisation hat beschlossen, einen sich Uber Palästina und die Nachbarländer erstreckenden Sportverband zu schaffen. Der neue Verband soll nach dem Muster der Olympiaden regelmäßig Sportfeste veranstalten, die nach Antar, einem arabischen Nationalhelden der vorislamitischen Epoche, den Namen „Antariaden" führen sollen. Die Kommunistische Internationale und das HifIerrDeut§diIand Zur holländischen Boykottbewegung gegen Deutschland In dem in New York erscheinenden jiddischen „Jewish Mornlng Journal" schreibt dessen Antwerpener Korrespondent M. J. Nirenberger über den Zusammenhang des Moskauer Bolschewismus mit dem Fasebismus und über den Kampf, den die Sowjets gegen die Sozialdemokratie in allen Ländern führen. Bezüglich des in Holland gegen Deutschland inszenierten Warenboykotts führt er aus: „In einem Augenblick, da das hitleristische Deutschland von der ganzen zivilisierten Welt isoliert dagestanden ist, und zwar wegen der ungeheuren Greuel, die dort begangen wurden, hat man allerorts — in den kapitalistischen Ländern — die Frage diskutiert, wie man Deutschland ökonomisch blockieren könnte. Und in eben diesem Augenblick hat das kommunistische Bußland einen wirtschaftlichen Freundschaftspakt mit dem Hakenkreuz- Deutschland geschlossen. Es ist bekannt, daß Deutschland große Angst hatte, den russischen Markt zu verlieren. Viele haben damit gerechnet, daß Rußland ob der schrecklichen Verfolgung der kommunistischen Genossen die Handelsbeziehungen zu Deutschland abbrechen werde, eine Sache, die für Deutschland den schwersten wirtschaftlichen Schlag bedeutet hätte. Das ist aber nicht geschehen. Die, welche das wahre Gesicht des Kommunismus sehen, und auch die anderen fanden den Eindruck bestätigt, daß Sowjetrußland ein national-sozialistischer Staat ist, mit seiner eigenen nationalen Politik, und daß die Sektionen der kommunistischen Internationale allüberall nichts anderes sind als. Exposituren des „sowjetrussischen National-Sozialismus". Diejenigen, welche geglaubt haben, daß Sowjetrußland für sie das „proletarische Vaterland" sei, das sie schützen werde, haben sich wohl bitter getäuscht. * In der holländischen Zeitschrift „De Baanbreker", dem Organ der „Oppositionskommunisten' in Holland, beklagt sich ein kommunistischer Publizist, ein gewisser Doleman, über diese chauvinistische Politik Sowjetrußlands gelegentlich der letzten Geschehnisse in Deutschland. Doleman wundert sich Uber die Politik Moskaus. Er kann nicht verstehen, wieso es kommt, daß Stalin und Hitler Küsse tauschen; er kann nicht verstehen, wieso es kommt, daß das rote Moskau und das bräune Berlin friedlich wie zwei Täubchen nebeneinander leben können. Stalin und Hitler sind übereingekommen. Beide haben eingesehen, daß kein Grund vorhanden ist, in Unfrieden zu leben. Sowjetrußland tut „bei sich", was ihm beliebt, Hitler-Deutschland peinigt und verfolgt jene Burger, die ihm nicht passen . . . Und die deutschen Kommunisten warten auf Rußlands Hilfe — allerdings umsonst. * Eine derart sonderbare Angelegenheit, wie sie sich dieser Tage in der holländischen kommunistischen Partei abgespielt hat, übersteigt alle Grenzen der kommunistischen Gemeinheit und Niederträchtigkeit. Seit Wochen geht in Holland eine starke Boykott- Propaganda, und zwar mit großem Erfolg. Das Boykottkomitee, das den Namen „Komitee zur Abwehr des Antisemitismus" trägt, gibt auch ein Wochenblatt mit dem Namen „Wache!" heraus, das bereits zwölf Wochen erscheint und sich großer Verbreitung in Holland und Belgien erfreut. 1 Kürzlich hat die Boykottbewegung in Holland eine Unterstützung bekommen: Die einflußreiche holländische Sozialdemokratie hat mit dem Zentralkomitee der holländischen professionellen Vereine (Trade Unions) In einer gemeinsamen Konferenz beschlossen, den Boykott deutscher Waren zu proklamieren, und zu diesem Zweck ein spezielles Büro geschaffen. Die holländischen Sozialisten haben eine mächtige Presse und machen in ihren Zeitungen eine intensive Boykottpropaganda, die. große Wirkung erzielt. Man sollte annehmen, daß die Kommunisten die' Boykottaktion, wenn auch nur im stillen, unterstützen müßten — als Mittel zur Schwächung des deutschen Faschismus. Aber nein! Gleich nach der Proklamierung des Boykotts haben die Kommunisten in ihrer Zeitung „De Tribüne" Lärm geschlagen: Boykott sei eine chauvinistische Losung und deswegen wären sie, die Korn« munisten, gegen Boykott. * Drei holländische Zeitungen wagten, gegen den Boykott aufzutreten, drei aus der ganzen holländischen Presse« Zwei hievon sind die reaktionärsten des ganzen Landes, und zwar das hitlerfreundliche „Wanderland" und der „Nieuve Arnhemse Courant", die dritte ist die kommunistische Zeitung Amsterdams „De Tribüne", die In einer Nummer drei große Antlboykott-Artikel veröfentlicht und die Sozialdemokraten wegen ihrer freundlichen Haltung zum Boykott aufs schärfste angreift. So führen die Kommunisten den „Kampf" gegen den Boykott. In die Gemeinschaft, die jetzt einen Kampf gegen den Hitler-Terror und Pogrom-Antisemitismus führt, wird sich Moskau nicht einfügen. Die kommunistische Phraseologie brauchen die deutschen Machthaber nicht zu furchten. Aus Griechenland Aus Saloniki: Im Hinblick auf die durch die: antisemitische Kampagne der venizelistischen Zeitungen vor und nach den Ersatzwahlen in Saloniki hervorgerufene Erregung in der Bevölkerung hat sich die griechische Regierung zu einem Einschreiten veranlaßt gesehen, dessen Wirkung sich bereits bemerkbar macht. Die Zeitungen von Saloniki haben die antisemitische Hetze fast zur Gänze eingestellt, die venizelistischen Zeitungen Athens allerdings bringen noch immer judenfeindliche Artikel. Die Regierung hat eine Proklamation an das griechische Volk erlassen, in der die antisemitische Kampagne der venizelistischen Opposition schärfstens gebrandmarkt wird. Der Kampf der Oppositionsparteien gegen die nationale Einheit, heißt es in der Proklamation, kommt einerseits in einer Offensive gegen die Juden, andererseits in einem Haßfeldzug gegen die Flüchtlinge zum Ausdruck. Die Regierung ist entschlossen, diese antinationale Spaltung um jeden Preis zu unterdrücken, denn sie anerkennt keinerlei Unterscheidung zwischen Bürgern verschiedenen Bekenntnisses und zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. * Aus Saloniki: Der Führer der Nati'onalsozialitischen Partei Griechenlands, George Mercouris, hat an die nationalistische Organisation „Hellas" in Saloniki, die bisher einen besonders heftigen; Kampf gegen die Juden geführt hat, folgendes Telegramm gerichtet: Im Bestreben, den Aufstieg des Vaterlandes durch seelische Einigung des griechischen Volkes! und Wiederherstellung von Ruhe und Frieden herbeizuführen, richtet die Nationalsozialistische Partei Griechenlands/den Appell an Euch, dafür zu sorgen, daß da* traditionelle Prinzip der Achtung gegenüber andersr gläubigen Mitbürgern, die ihren Gehorsam gegenüber den Gesetzen stets bewiesen und sich zu unseren nationalen Ideen bekannt haben, nicht verletzt werde. Griechenland, das auf seine Liebe zu Andersartigen stolz ist, lehnt Feindseligkeit gegen Bürger anderen Bekenntnisses ab, Zu Rosdb Hasdianah nadh Palästina Im Anschluß an den 18. Zionistenkongreß, der das rege Interesse im Judentum für Palästina widerspiegelt, werden vom Reisebüro Compass Tours, dem einzigen jüdischen Weltreisebüro, zwei Gesellschaftsreisen nach Palästina veranstaltet. Die Reise I erfolgt auf dem Riesen-Amerikadampfer der italienischen Linie „Roma", welche diesmal eine Sonderfahrt von Amerika nach Palästina unternimmt. Es wird hiemit auch den europäischen Touristen die Gelegenheit geboten, mit einem Dampfer nach Palästina zu fahren, der an Luxus, Komfort und Schnelligkeit unübertrefflich ist. Das Programm im Lande beinhaltet das Maximum dessen, was man in einem so begrenzten Zeitabschnitt Wichtig für olle Poliistlna-interessenten! Hac Soeben erschienen! fmWmmmm wmmmmmmmu m.......... Pa last ina-Inf ormationsb^ch" Im Urteile der sachkundigen Kritik: das beste Buch beiner Art!. Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina, Verwaltung, Steuer-, Rechts-, Verkehrs- und Zollwesen; Touristen und Uebersiedlungsbestlmmungen; Existenzmöglichkelten; Zionismus; zugleich erprobter Führer durch Palästina und hebräisches Vokabularium (in Lateinschrift)! — 116 Oktav-Seiten Text: nur Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte. Preis S 4.— (exkl. Versandspesen); im Auslande inkl. Versandspesen, nur bei Vorauszahlung — event. in Internat. Portoscheinen) RM. 2.50, Kc 20.—. Dinar 46.—» Schweizer Fr. 3.—, Zloty 5.—. — Zu beziehen durch PALÄSTINA« AMT, WIEN, I.» KÄBNTf EBSTBASSE 28 und „PAO", WIK» III., LANUSTBASSE» GÜBTEL 0,

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