Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 299 (2.6.1933)
- Date
- 1933-06-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. m MB NEUE WELT Seite 11 _Hotel Smetana Bad Lühacovice Mähren Gegründet 18 7 2 Haus mit 50 gut eingerichteten Zimmern, fließendem Wasser, in zentraler Lage, Caf6 und Restaurant im Hause, streng rituelle Verpflegung. Preise für die Vorsaison: Zimmer mit kompletter Verpflegung von Kö 40.— aufwärts viele Tausende warten, ohne daß Zertifikate vorhanden sind. Oer Kampf am die Zertifikate Besonders in Tel-Awiw besteht ein gewaltiger Mangel an fachlich gebildeten Arbeitern, mit Ausnahme der Trlkotagebranohe, die vollständig komplett ist. Hingegen fehlen qualifizierte Bauarbeiter, Met allarbeite r, tüchtige Schahmach er, Herrenschneider, Mechaniker, Kanalisationsarbeiter. Wenn man von den hunderten stellenlosen, .Weil unausgebildeten, Mädohen absieht, kann man den Arbeits markt in Palästina als sehr zufriedenstellend bezeichnen. Im Zusammenhang mit den erforderlichen Arbeitshänden bei der bevorstehenden Arbeit in den Orangenplantagen wäre eine große Einwanderung möglich. Die Angelegenheit der neuen 0500 Zertifikate maß deshalb so rasch als möglich geklart werden. Es müssen der Kampf und der polltische Druck auf die Mandatarmacht verstärkt werden, mit dem Ziel, eine Vergrößerung .der Zertifikatquote durchzusetzen. Skandal im deutschen Palästina? Amt Revisionisten erhalten keine Zertifikate! Herr Dr. Hans Egert (Berlin) jschretbt uns unter qbenstehendem Titel: Es ist bekannt, daß für die Juden in Deutschland von der Palästina-Verwaltung 1000 Zertifikate erteilt worden sind. Diese Zertifikate werden zur Zeit in Berlin ausgeglaUen. „Es* ist ebenfalls bekanntr,da^3 die ersten 40 Chaluzim aus Deutschland in Palästina unter dem Gesang: 0<er^^^r|iat iohjaH eingetroffen sind, l ]. Wenn ..die Zustände, die im Augenblick beim Berliner.; $aJjH$ina^A^ wir erleben, daß alle 3,000 Zertifikate nur an die Vertreter, des internationalen Klassenkampf es gegeben werden. Es ist ein s o f.or t i g e s .$ i,n.g reifen der zionistischen Welt zu verlangen, damit, die <, unerhörten. Vorgänge ■. ein, Ende finden! , . u,..... Die Palästina-Amt-Kommission ist-völlig einseitig poetisch.. festgelegt. Es. sitzen dort drei Herren, Herr B a s c h als Vertreter der Linken,. Herr P r e i ß, ein Brith- Schalom-Mann, sowie, Herr Ad 1e r, ein wütender Antltevisionist. Diese drei Herren behandeln alle nationalen Elemente bei, der Zertifikatenverteilung mit brutaler Gehässigkeit. Nicht nur die Betarim, sondern auch ältere Menschen, Familienväter, werden von .ihnen angeschnauzt, hinausgeworfen und als Lügner beschimpft,.wenn sie Revisionisten sind. Wenn jemand sein Gesellenzeugnis als Schneider vorweist, so behaupten sie zunächst, es sei gefälscht. Wenn der nicht jüdische Schneidermeister dann die Richtigkeit bestätigt, so , sagen sie, Schneider werden in Palästina nicht gebraucht. In derselben Sitzung bewilligen sie aber die Anträge von Schneidern, wenn die Linken sie einreichen! Solche Fälle kommen zu Hunderten vor. Wenn der sozialdemokratische Hechaluz Anträge von Menschen ohne Hachschara einreicht, so werden sie bewilligt. Wenn; aber ein"Revisionist zwei Jahre Hachschara hat, so wird ihm zynisch gesagt, er solle noch ein drittes Jahr auf Hachschara gehen. Aber nicht nur den Revisionisten geht es so, auch der Makkäbi..hat die allergrößten Schwierigkeiten. Es herrscht; in den nationalen kreisen Berlins die allergrößte Empörung. Viele Menschen, die sich jahrelang für Palästina vorbereitet haben, sind in völliger Verzweiflung. Sie haben keine Lebensmöglichkeit mehr in Deutschland und die Brutalität der zionistischen Beamten hält sie von Palästina fern. Nur Sozialisten erhalten Zertifikate. Den nationalen Juden erklärt man ganz offen: Ihr könnt ruhig hier bleiben, .ihr habt von Hitler ja nichts zu b efürphten! Dabei'haben die Linken lange nicht soviel Anträge, wie Zertifikate vorhanden sind. Aus diesem Grunde haben sie den Beschluß gefaßt, auch der kommunistischen Borochow-Jugend Zertifikate zu, bewilligen. So wird die nationale Bewegung Theodor Herzls in den Schmutz getreten! Protest in aller Öffentlichkeit gegen diese Gewalttaten des deutschen Palästina-Amtes! Nur so kann verhindert werden, daß alle Zertifikate den Anhängern des Klassenkampfes übermittelt werden und alle national gesinnten Menschen leer ausgehen. ' ♦ Bemerkung der Redaktion. Wir bringen diesen Notschrei aus Deutschland und fühlen uns um so mehrhiezü verpflichtet, als den Zionisten Deutschlands beute fast gar keine Möglichkeit der. Publikation und j Öffentlicher Demonstration gegen Willkürakte gegeben ist. Wir hoffen", daß die zionistische Exekutive, die ja in erster Reihe, für eine gerechte Verteilung der Zertifikate unter die verzweifelten Juden Deutschlands verantwortlich! ist, sofort eingreifen wird. Wenn sie es nicht tut, danri tjtejädt sie sich mit großer Schuld. i Onkel Si'dney Ein ausgezeichnetes Filmwerk In den letzten Jahren ist das Publikum mit „jüdischen" Kinostücken fast über Gebühr bedacht worden. Die überwiegende Mehrzahl war durch Flachheit, t/nkentnis des wirklich jüdischen Milieus, ödesten Kaffee-! hauswitz gekennzeichnet. Wer das alles angesehen und abgehört'Hat, würde deV neuen Film" „Önfcfc'l Sidney'* wie eine Offenbarung empfinden. Im engen Laden des kleinen New Yorker Ghettojuden beginnt die Handlung. Sie ist einfach. Der jüdische Ladenmensch liebt ein krankes Kind unsäglich. Er darbt für dieses Kind, umhegt es mit einer Zärtlichkeit, die über das Mütterliche hinausreicht, kämpft um dieses Kind, geht dabei fast zugrunde. Sonst nichts! Aber der Träger der Titelrolle, Alexander C a r r, heute wohl einer der,, größten Menschendärsteller, wirkt unbeschreiblich. Und seine Partner, zwei Kinder, die Kleinen Betty Graham und Dickte Moore, übertreffen alles, was bisher von Kindern im Film und auf der Bühne geboten wurde. Zwei Stunden der Erschütterung und Erhebung. st. üdildie Sport* und iitiliiliilli Turnheweguns Hakoah an siebenter §t< He Die Blau-Weißen schlagen Liberias 1:0 Hakoah gewann den vorletzten Punktekampf gegen Libertas sicher und rückte aus der Abstiegszone auf den siebenten Platz in der Tabelle vor. Bei den Siegern arbeitete das Verteidigungstrio glänzend. In der Deckung ragte Donnen fei d hervor. Die Stürmer führten zeitweise ein schönes Kombinationsspiel vor, hatten aber beim Schießen viel Pech. Libertas ist die ersten 10 Minuten überlegen, nachher übernimmt Hakoah das Kommando. Ehrlich I verschießt aus kurzer Distanz und auch Reich ist nicht glücklicher^ Die 30. Minute j bringt, wie es sich später zeigt, bereits die Entscheidung. | Stern legt zu Ehrlich II, dieser' verlängert zu seinem Namensvetter; der vorgeht 'tin'd eine weite Flanke an den anderen Flügel sendet. Reich paßt den Ball zurück zu Stern, der so hart schießt, daß der Ball über Kovars: boxende Hand hinter den Pf Osten springt und dort zwischen Netz und Pfosten stecken bleibt. Auch nach Seitenwechsel hat .die Hakoah mehr,y,om. Spiel. Gegen Schluß« artet das bis dahin fair, durchgeführte Treffen in eine wüste Hackerei aus. . Hakoah spielte in folgender Aufstellung: Löwy; Amster, Feldmann; Liebermann, Platschek, Donnenfeld; Ehrlich L. Ehrlich II, Stern, Heß, Reich. Hakoah gegen den Meister Hakoah beendet die Meisterschaft mit dem Treffen gegen den Meister Vienna. Das Spiel findet im Rahmen einer Doppeiveranstaltüng am 3. Juni am W. A". C.-Platze statt. Die jüdische Mannschaft, die schon öfters den DÖblingern Punkte abgenommen, hat, wird auch diesmal alles daransetzen, um gegen den alten Rivalen erfolgreich zu bleiben. Großer RmgkampfsAbend Mittwoch, den 7. Juni 1933, 20 Uhr, im Zirkus Zentral Die Veranstaltungen der Hakoah-Ringer zeichnen sich immer durch tadellose Organisation und schöne* wenn auch oft harte Kämpfe aus. Auch der diesmalige Pokalkampf gegen Slovan dürfte hlevon keine Ausnahme machen. Beide Vereine treten zu diesem bedeutungsvollen Treffen mit ihren stärksten verfügbaren Mannschaften an, und zwar Slovan mit Lagler, Mezulian, Krttnei, Musil, Riedmüller, Bierensteiner und Wittek. Hakoah stellt Bugosesta, Finczus, Gottlieb II, Ochsenhorn, Birnbaum, Müller und Hirscbi. Insbesondere die Kämpfe im Feder-, Leicht- und Schwergewicht versprechen hochinteressant zu werden. Da die Preise sehr niedrig sind Und im Zirkus Zentral von jedem Platze aus tadellose Sicht Ist, so wird es bestimmt ein genußreicher Abend für die zahlreichen Anhänger der Hakoah-Ringer werden. Schwimmklub Hakoah im Hletzingier Strandbad. An Mitglieder der.Hakoah und anderer jüdischer Vereine gelangt noch eine beschränkte Anzahl von Badebegünstigungen zur Ausgabe: Monatslegitimation S 2.50, per Bad .40 Groschen, an Sonn-, Feier- und Wochentagen für den ganzen Tag gültig. Näheres: Dienstag viertel 7, Donnerstag halb 7 Schwimmklub Hakoah Im Dianabad. Jüdischer Wehrsport- und Schützenverein „Hagauah", Wien, II., Obere. Donaustraße 89. Anmeldungen und Auskünfte Montag bis Donerstag von 19 bis 21 Uhr. — Laut einer Mitteilung der Polizeidirektion fallen auch die Uniformen des jüdischen Wehrsport- und Schützenvereines „Haganah" unter das Uniformverbot. Das Tragen der Uniform wie auch einzelner Uniformstücke ist daher verboten. — Unbefugte Sammler. In der jetzten Zeit haben .verschiedene Personen unbefugterweise versucht, Spenden für die „Haganah" zu sammeln. Die „Haganah" bittet, diese Personen zur Ausweisleistung zu veranlassen. Touristik und Skiklub „Hakoah". Programm zu Pfingsten: 1. Schneeberg: Abfahrt Samstag, den 8. Juni, bei genügender Teilnehmerzahl mit Autobus. Besprechungen und Anmeldungen Freitag im Klubheim. — 2. Pfingetfahrt mit Sonderautobus durch den „Nibelungen- Strudengau": Abfahrt Sonntag, den 4. Juni, um 6 Uhr 15 von Wien, L, Morzinplatz*, Uber Melk, St. Nikola, Grein, Strudeu» Isy&UmxOt Schloß Perseabeug, Mar« GRADO Schuldirektorsgattln fährt über den Sommer Gull- : Auttust) nach Qfado und nimmt Kinder im Alter von :; 6 bis 14 Jahren zum Sommeraufenthalt mit (Streng rituell). Auskunft erteilt Fr. Irma Neuwirth, a Wien II, Zwerggasse Nr.5/14, Telephon k-42-8-mW $«»♦♦»»♦»♦♦»♦♦♦♦♦♦♦»»»♦*♦+♦»♦»♦♦» »MMtWtMMfftWIll bach (Nächtigung), Weitenegg, Spitz, Göttweig, Wien. Preis tour-retour inklusive tfächtigung S 1&30. Rückkunft 5. Juni zirka 21 Uhr. Gelegenheit zu Bad und Ausflügen. — 3. Wienerwaidtouren. Festsetzung Freitag int Klühheim. — Klubabende jeden Freitag, I., Wiesingerstraße 11', von 20 bis 22 Uhr. Tel. R-25-0-10. . .' Keine Olympiade in Deutschland Anfang Juni tagt in Wien der irrt er nationale olympische Kongreß. Ea ist wahrscheinlich, daß bei dieser Tagung auch zur Sprache kommen wird, ob nicht die nächste Olympiade, die für Deutschland angesetzt würde, in ein anderes Land verlegt!werden soll. Nicht nur die Jüdischen Sportler weigern sich, in -das Land Hitlers zu fahren, auch Frankreich,; Polen, Dänemark, Tschechoslowakei und Belgien würdeny wenn sich die politische Lage bis dahin nicht geändert hat, eine Olympiade in Deutschland nicht beschicken. ' ■■•<•■•• Hasmonea-Makkäbi siegte, in. der Meisterschaft gegen B. F. C. 3 :1. Die Tore erzielten Schach (zwei), und Grumberg. Die jüdische Mannschaft spielte zeitweise mit nur 7 Mann, da vier Spieler ausgeschlossen wurden. ... , - . . ■ . . - Handball Hakoh I—Neubau 19:3 (3 : 0) : Die Hakoah konnte auch ihr letztes Meisterschafts- spiel überlegen gewinnen. Feri im Tore erhielt ehr haltbares Tor, war aber sonst brav. Erstklassig, wie immer, Backs und Halves. Der Angriff arbeitete nur zeitweise mit Volldampf, wobei durch Fritz Weiniger (5), Kraus (2), Klein und R. Blau neun herrliche Tore fielen. j S. C. „Hakoah" (Tennissektion) r Der Sportklub „Makkabi" Brünn begeht heueu . das Fest seines 25jährigen Bestandes. Aus diesem Anlasse veranstaltet er zu Pfingsten in Brünn ein grpßes internationales Vereinsturnier. Zu diesem wurden die jüdischen Vereine Mitteleuropas eingeladen. Die Zusagen folgender Vereine,. mit ihren 'stärksten. ..Mann-* , Schäften , teilzunehmen, liegen vor: .„H.aiJkpah",.Wien, „Hagi bor" Prag, „Makkabea" Preßburg " und; „Makkabi" Proßnitz. Die Tennissektioh des S^'C^ „Hakoah" nimmt an diesem Turnier mit nachfolgender Mannschaft teil: Damen: -Bäläban, Schladnich; Herren: t Balaban, Breuer, Eisner, Fuchs, Kirschner,. Ing,.'Pollak, . Rudinger, ing.; Schwarz. — Ueberdies nehmen an dieser Sportreise, die mit Rücksicht auf die vorgesehenen Jubiläumsfeierlichkeiten äußerst glanzvoll' zu werden vei> ' spricht, noch eine Anzähl Häkoahner als Schlachtenbummler teil. Die Abreise der Teünehmer .erfolgt ,am Sonntag, den 3. Juni. Berliner Sportgemeinschaft 1933.r Unter der Führung der Herren Lesser und Sachs (früher Tennis- Borussia), Camnitzer (früher Schiedsrichter-Obmann im V. B. B.) und Siegbert Rosenthal (früher im Jugend? , ausschuß des V. B. B.) haben sich diejenigen jüdischen Fußballspieler, die bisher in. den paritätischen V. B. B.-Vereinen Sport getrieben haben, zur „Berliner Sportgemeinschaft 1933" zusammengeschlossen. Anmeldungen zu dem neuen Verein, der außer Fußball auch andere Sportzweige pflegen will, nimmt Alfred Lesser, Berlin NW 87, Siegmundshof 8, entgegen. Großes Handball-Pfingstturnier in Budapest Die nunmehr erstklassige Hakoah tritt am kommenden Samstag eine Fahrt nach Budapest an. Es findet an zwei Tagen ein Rundspiel statt, an welchem Hakoah und Ferrowatt aus Wien sowie U. T. E. und Vivo A. C. aus Budapest teilnehmen. Das Turnier geht um den von Herrn Otto Glücksmann gestifteten Direktor- Liebl-Pokal, genannt nach einem Gründer des österreichischen Handballsportes und jetzigen Präsidenten von Ferrowatt. Am Sonntag spielen im Stadion von Ujpest Ferrowatt—V. A. C. und Hakoah—U. T. E.,am Montag im Poststadion Ferrowatt—U. T. E. und Hakoah—Vivo A. C. Das Turnier geht nach Meisterschaftssystem. Die beiden Wiener Teams absolvieren die Reise per Ueberlandauto unter Führung des sportlichen Leiters Max Roth und logieren in Budapest im Hotel Europa. -Die.. Hakoah nimmt folgende Spieler mit: Feri, Rosenfeld,, Wochen-Kalender Juni 19& j Slwan 5693 ' 2 Freitag 8-n Sabbateingang 7.45 . . ■ .:: . < s Samstag 9-ö Sabbatauagang 8.55 in« v>* w 'wsrt 4 Sonntag HM 5 Montag tfr-m 8 Pienstag 11-ar»- -~' < | . — 7 Mittwoch ll-a* 8 Donnerstag '