Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 298 (26.5.1933)
- Date
- 1933-05-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 ME NEUE WELT Nr. 298 fSH^ | INTRIESTEMPFEHLEN WIR BEI IHREM AUFENTHALT FOLGENDE HOTELS llliUlililillH .....uniiiiiiimiuiimiiimiimiiiiiiiHiiiiiiiiHiiiiiiiilllliHHlliilllllllllHH Savoia-Exceisior-Palace Hotel Größtes und vornehmstes Haus Triests / Direkt an der Riva gelegen /Mit allem Komfort eingerichtet / Sehr reduzierte Preist Prospekt« gratis In bietet Ihnen das Direkt am Meere gelegen / Durch vollständige Renovierung seines hundertjährigen Rufes würdig Modernster Komfort/ Fließendes KaltundWarmwasser / Privatbäder Bar / Bridge-Stube / Erstklassiges, vorzügliches Restaurant mit Sommerierrasse Direktion Cav. Giulio Fano Triest Hotel Centrale via Roma 9 einen angenehmen Aufenthalt / Erstklassiges Haus / Modernster Komfort Fließendes Kalt-und Warmwasser Mäßige Preise HOTEL „CONTINENTAL" TRIEST VIA S- NIC0L°25 Gediegenes Familien-Hotel / Zentral gelegen / Bei mäßigen Preisen jeder Komfort / Fließendes Kalt- und Warmwasser Zentralheizung / Lift / Bäder / Lese- und Schreibzimmer R u h i g s t e Lage/ Erstklassiges, vorzugliches Restaurant Autobus am Bahnhof HOTEL CORSO TRIEST VIA au SP1RIDIONE Im Zentrum gelegenes vornehmes Familienhotel / Jeder Komfort / Fließendes Kaltu. Warmwasser / Lift / Bäder / Zentralheizung / Autobus am Bahnhof bei allen Zügen Mäßige Preise Festveranstaltungen in Triest im Juni 1933 . Während der Festveranstaltujigen in der Zeit vom 15,,-Mai--bis 30. Juni genießen die ausländischen Besucher Triests eine 70prozentige Ermäßigung auf den italienischen Bahnen. Die Zahl der Fahrtunterbrechungen' (innerhalb Güitigkeitsfrist der Fahrkarte) ist, für die... aus dem Ausland kommenden Reisenden nicht.beschränkt. Nähere Auskünfte erteilen die Reisebüros. 21. Mäi: Eröffnung der Ausstellung für Frauengemälde. .22. bis 26. Mai: Zusammenkunft des Königl. Italienischen AutpmobUklubs. 21., -25., 28. Mai: Veranstaltung des Königl. Yachtklubs. 4. bis 15.. Juni: in. Ausstellung für moderne Wohnkultur. 6. bis' Ii: "Juni: Internationales Tennisturnier. *. 10..^ Ws-li; _jjani: Kongreß für Höhlenforschung. Ii; Juni:' Motorradrennen Triest—Opcina. 15., 17., l&ijruni; Nationales Pferderennen, Mitftär. Wettreiten tfm den Mussolini-Pokal. 17. Juni: Eröffnung der Triester Ausstellung für Schifffahrt in der neuen'Marinestation. 18. ",Juni: Eröffnung der Jagdausstellüng; dauert bis 2. Juli. Prieisschießen. 18. "Juni:;lietztes Pferderennen — Preisverteilung. 18. Jüni: Segelregatta Triest— Sistiana.' .; . . 24. Juni: Großes Meeresfest unter Teilnahme illuminierter Barken und großes Kunstfeuerwerk im Becken von San Giusto. 25. Juni: Große Motorbootregatten um das Championat des nationalen Pokales für Außenbordmotore und Cruisers im Becken von San Giusto. 25.;Juni:."Breisschießen. ' . 25. .Juni: Abends: Preisverteilung an Gewinner der Motorbootwettbewerber und Festlichkeiten im Yaqhtklub. 29. .Juni: Grandioses pyrotechnisches .Schauspiel im Hippodrom zu Montebello. Während der Monate Mai und Juni finden auch Festaufführungen (Singspiele und Prosa) in den Theatern statt. Brief aus Triest Gesteigerte Arbeit des Palästina-Amtes Triest Das Palästina-Amt Triest weist in der letzten Zeit infolge der gesteigerten Emigration eine lebhafte Tätigkeit auf. Die Arbeit, die viel , Umsicht erfordert,;ist durch die neueinsetzende Emigration aus Deutschland intensiviert worden. Die Leitung dieses Amtes,' dem im Bereiche der jüdischen Einwanderung eigentlich . die verantwortlichste Arbeit anvertraut ist, liegt in' den Händen bewährter Gg., der ehrenamtlichen Funktionäre Giuseppe Fano, Cav. Raff. Eppinger, Dr. Vitt. Kleinzeller, Dr. Morpurgo und hat in dem Gen.-Sekr. des Palästina-Amtes Dr. Goidin-Zahawi — einem Palästinenser — sowie des langjährigen Beamten Camerini wertvolle Mitarbeiter. Allein in der Zeit vom 1. Jänner bis 1. Mai wurden zirka 7 50 0 Palästina-Wanderer (Emigranten und Touristen) abgefertigt. Der bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Apparat funktioniert permanent. So wie ein Transport angesagt wird, wird dieser am Bahnhof erwartet, Funktionäre und Beamte geben sofort an Ort und Stelle die notwendigen Informationen, besorgen Beförderung des Gepäcks und Unterbringung in gutbürgerlichen billigen Hotels. Jede Woche von Montag bis Mittwoch, dem Abfahrstag des Palästina-Dampfers, gibt es im Amt ein ununterbrochenes Kommen und Gehen, Arbeit bis in die Morgenstunden. Für die zahlreichen Anfragen aus Deutschland mußte ein eigenes Subkomitee unter Leitung von Dr. V. Kleinzeller und unter Teilnahme der Tri es tiner Kultusgemeinde errichtet werden. Die Triestiner Kultusgemeinde hat wohl dem Emigrationakomitee ihr Haus gegen einen gewissen Jahresbeitrag zur Verfügung gestellt, doch werden biefür aus dem zionisti» sehen Budget der Exekutive keine Beiträge geleistet- Das Komitee hat außerdem noch für die V e r p f J e g u n g und die, S^!h"l a f s t e 1 l.e n der Chaluzim zu sorgen. Soweit die'Einwanderer imstande sind, für das geringe Entgelt aufzukommen, geht es noch, aber für die vollkommen Mittellosen/ speziell Rückwanderer, muß gesollt werden, und für diesen'Zweck hat das Palästina«Amt von den offiziellen Stellen (Exekutive) nichts zu erwarten. Die notwendigen Beträge müssen privat aufgebracht werden. Wie schwer das heute fällt, kann man sich vorstellen. Mit dem Dampfer „Italia" des Lloyd Triestino — der Kommandant ist Jude — reiste bereits unter anderen Olim eine starke Gruppe, zirka 40 Chaluzim aus; Deutschland, auf Grund der neuen Zertifikate nach Erez Israel. Bei der Ausfahrt des Dampfers, der von der neuen, imposanten Marinestation abging, erklang die Hatikwah. Die Einrichtungen auf, den Palästina-Dampfern des Lloyd Triestino entsprechen vollkommen den r ituellen Anforderungen, ein jüdischer Küchenaufseher sowie ein jüdischer Oberkoch sorgen dafür, daß die Vor-, Schriften streng eingehalten werden. Auch der große; Ozeandampfer „Martha Washington" wird bei größeren Einschiffungen in Dienst gestellt und besitzt natürlich dieselben rituellen Einrichtungen. Bei der B§- sichtigung des Innengebäudes der Marinestation wähnt sich der Besucher fast in Erez Israel. Die verschiedene,^ Wegweisertafeln, wie Wechselstube, Paßkontrolle, Gfcr päckskontrolle, Eingang, Ausgang usw., tragen neben den italienischen Aufschriften ausnahmslos hebräiscb/?e Bezeichnungen. Die italienischen Behörden gewähren alle Erleichterungen. Speziell auf den italienischen Bahnen wird den Einwanderern eine Fahrpreisermäßigung 70 Prozent eingeräumt und zwischen der Jew. Agency uittd dem Lloyd Triestino besteht ein Vertrag, der den Chaluzim eine bedeutende Preisermäßigung sichert. G. P. W Triest als Touristenzentrum Triest ist heute be^ühders wichtig für den Verkehr der Touristen und Emigranten nach Palästina. Die modernen Dampfer des Lloyd Triestino und der Cosülich Line besorgen den ständigen Dienst auf beiden/Linien. Aber auch die Küstendampf er-bringen den Reisenden in die in der Nähe, gelegenen Seebäder, wie Grado, Capö d'Istria, Isolä, Pifan^o, P;o.rtörose und in die an der Westküste Istriens gelegenen Bäder, wie Strugn'ano, Umagp, Parenzo usw. Modernste Autobusse führen den Reisenden, um ihm die Sehenswürdigkeiten Triests und Umgebung zu vermitteln. Schon bei der Ausfahrt fällt die herrliche, breite Autostraße auf, die Über Miramare nach Monfalcone führt. Diese wunderbare Autostraße reicht von Fiume über Abbazia, Triest, Monfalcone bis nach Genua und nach Turin und an die französische Grenze. Ohne Uebertreibung kann man sie als die schönste Straße Europas bezeichnen. Die Umgebung Triests bietet ungemein viel Abwechslung, wie; man sie auch in berühmten Fremdenverkehrsgegeriden kaum findet: Die Küste von Istrien mit den kleinen Städten rein venezianischen Ursprungs, der rauhe, kahle Karst, die steilen Gipfel der julischen und karnischeri Alpen, die dichten Tannenwälder, die > unterirdische Weit der berühmten Karsthöhlen, von denen nur die bekannte Grotte von Postumia (Adelsberger Grotte) und die Grotten des Timavo bei San Canziano hervorgehoben seien. Außerdem ist dieser Landgsteil aber auch reich an Stätten geschichtlicher Erinnerungen, wie Aqui-; leia, Pöla, Parenzo. Bei einer Autofahrt entlang der Küste gelangt man über Barcola zum Schlosse Miramare — einst Besitz des Erzherzogs Maximilian —, jetzt Residenz des Herzogs von Aosta. Der Park von Miramare ist einzig in seiner Pracht. Nun beginnt die neue, wundervolle Küstenstraße, die, in den senkrecht zürn Meer abfallenden Felsen eingebaut, dem Beschauer eine überraschende Fernsicht erschließt. Anschließend an dal« kleine, reizende Seebad G r i g n a n o mit seinen moderne© Hotels, billigen'Pensionen und schönen Villen. Am Ende der Küstenstraße ist das Seebad Sistiana, einen Kilometer weiter Duino mit dem mittelalterlichen Schlqß des Herzogs Torre e Tasso (Thum und Taxis). Auf der Autostraße bei Sistiana folgt dem Entzücken Ueberraschung, ein märchenhaftes Bild, das etwas vom Zauber einer Fata Morgana hat; das plastische Panorama der Bucht von Sistiana und das Schloß Duino, die bezaubernde Sicht auf die gegenüberliegende Seite Istriens reihen sich in buntem Wechsel aneinander. Diese Schönheiten kulminieren in der Feststellung, nur hoch mit der Lage Neapels und So.rrents verglichen werden zu können. Eine Sehenswürdigkeit die auf der Straße von P r-'os e c c o zu erreichende Aussichtswarte „Italia". Oben angelangt, erfährt das bisher Geschaute ekte beglückende Bereicherung. Der weite Golf von Triest öffnet skm längs der Meeresküste, man gewahrt die Bucht von M u g g i;iat dann C a p o d' I s t r i a, Isola, Pirano und Portoroae, rechts G r a d ö und Aquileia, im Hintergrunde wildromantisch aufragende Felswände. So berühren sich^ier die Gegensätze von Meer und Landschaft. Von der - Via Capitoina, die von der Stadtverwaltung neu angelegt kapitolinische Autostraße, bietet sich, wieder ein herrlicher Blick auf die Stadt Triest mit dem Hafen, der wegen seiner modernen Anlagen — die neue Marinestation wurde ersit jüngst dem Verkehr übergeben — als der am besten ausgestattete des Mittelmeeres gilt. Den Freund historischer Bauten wird das hervorragende Baudenkmal aus de|ii 6. Jahrhundert, die Kathedrale San Giusto, interessieren. Sie wurde um das Jahr 1000 vergrößert und im 14. Jahrhundert umgebaut. So ist auf diesem Raum eine unerhörte Fülle zusammengedrängt, so daß sich nähere und weitere Umgebung unablässig ändert. Alles dies macht Triest zu einem der interessantesten - Reiseziele und be* wahrt unvergeßliche Erinnerungen. ' G. P. Judenfeindliche Ausschreitungen in Marokko Aus Tanger wird gemeldet: In Rabat, der Residenz des Sultans von Marokko und Hauptstadt der französischen Interessensphäre, ist es am Abend des 10. Mai zu schweren-{judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Im Verlauf eines Streites hatte ein jüdischer Einwohner seinen arabischen Gegner in Notwehr niedergestochen und dieser erlag im Hospital seiner Verletzung. Obwohl dieser Zwischenfall k e i n e r 1 ei politischen Charakter trug, wurde er von antisemitischen Agitatoren dazu ausgenützt, die arabische Bevölkerung gegen die jüdischen Einwohner aufzUf wiegeln. Es kam zu Gewalttaten gegen friedliche Bürger und zur Plünderung von Laden. Die Behörden haben sofort alle Maßnahmen zum Schutze jüdischen Lebens und Eigentums ergriffen. Zur Unterstützung der Polizei wurden Truppen herangezogen; alle Zugänge zum jüdischen Viertel Mellah sind militärisch bewacht. Rabat gleicht einer belagerten Stadt. Ueber hundert Verhaftungen wurden vorgenommen. - ' Die Ausschreitungen in Rabat, wo unter einer Ge: samtbevölkerung von 14.000 Seelen , 4,000 Juden lebisn, haben unter der jüdischen Bevölkerung Marokkos Be-« stürzung hervorgerufen. Es wird darauf hingewiesen; daß erst vor kurzem auch in Casablanca a n (t•][- jüdische Unruhen sich ereignet haben. Es steht außer Zweifel, daß diese Unruhen von ausländische-n Agitatoren geschürt werden. Ein junger Araber namens Bermussi wurde verhaftet, als er einige /hundert Araber mit zum Faschistengruß/ erhobenen Armen photographierte- ' Pension ,Austria' Kinderheim Vöslau .£ OLQA KAPISCH) Jlg«rm«v«r«traBft 1» T«l»phoi» JJr. 141 . Für Qauer- und Erholungsaufenthalt Jeder Unterrieht im Haus«, auch NashbtMe für öffenJL Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfrei« Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. Erstklassig« Verkö>tigung. Mütterlich« Pflege. MttBIa* Prebet