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Die neue Welt · 1933-01-20 · Heft 280 (20.1.1933) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 280 (20.1.1933)
Date
1933-01-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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\ftf T\Ü- \5»^ct Vfictt- \. Preis 35 Groschen fahrgftiig 7 Freftftg, dien 2«« fintier 1913 Nr« SSO V« b« b« Zeitung vom Verleger versendet «Journal expedte par Kediteor**. REVUE BBZUnSBBUINUUNOBN: Oest«fr«leh monatlich S 1.50, vierteljährig »4.20. ganzjährig S lö.— j Polen monatlich Zloty 2.—, viertetfätirtg Zloty ö.— Tschechoslowakei monatlich Kc 6.-, vierteljährig Kc 18.-; faftostawlen monatlich Dinar 14.-, vierteljährig Dinar 40.-; Rumänien monttUch Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich /Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.-; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 120.—: Itaifen monatlich Lfre 3.—. vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.90 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltern: Wien IX, Universitatsttr. 6-8, Tel. B-48-504 -- Erscheint jeden Freitag giiiiiiiiiiiiimiiiiiiifiiiiiiiiiimiiiiim Sonderv erbend _ _ - QEG EN STAND:Soll die zionistische Organisation\% der Zionislen Revisionisten II ,-_'\ _ _■ ____.:____;______I___^ ^_ gespal en werden? — Das Fehlurteil des Ehren- gerichtes — Der Kampf um den Judenstaat 2 und die Massenbesiedlung Palästinas geht weiter § Mittwoch, den 25. Jänner 1933, IV11| A |\ K 11 II l'I III III I II II II 'REFEREMTEM.: Oberbaurat Robert Stricker, 5 /29 Uhr abends, im FestsaaJ des /IflUUUUllVIII U Ulli III IU II II Dr' °- BukspanrOr. N. Samonsky, Dr. S.Wolf 1 )tel Continental, II, Taborstr. 4y ■ IIP Regiebeitrag 20 g Regiebeitrag 20!g; 5 miiitminiiiumiiimiHHHti^mimuM r<iimn 6&ÖQ0r- Sdiekelzahler brüskiert Zum Urteil des Zionistischen Ehrengerichtes Vor sech^Psunddrelßl8" Jahren imt Theodor Herzl die Zionistische yfv^eltorganisation geschaffen, als freie Gemein^Ä80'***** aller Juden, welche sich zur jüdischen jifjpPation bekennen und ihre Wederaufrichtung im Judenstaate anstreben: Eine freiwillige und mächtige Gemeinschaft. Mächtig, weil frei! Gar mancher hat im Laufe der Jahrzehnte ihre Reihen verlassen. Aber seit ihrem Bestände hat es sich nicht ereignet, daß die Instanzen der Weltorganisation auch nur einen einzigen Zioniaten seiner organisatorischen Rechte verlustig erhtärt hätten, geschweige denn eine ganze Gruppe. ' : . Nun, nach seehsunddreißigjährige;"«, ungestörtem Be^- . stände dieser Organisation haben es weiJge Menschen, die; in;.der> Leitung sitzen, unternommen;*etiiifr-lttitl&'tofäty» €r r trp p«r e r geben e r Her z 1 - Z i o uls t e n, _. den ^(in^VrT'exban^'d'er Ziönisteri -Re vis! onjsten, ftfhter welchem 65.000 Schelielzahier stehen, seiner Organisationsrechte zu berauben. Gerade jenen Verband, welcher als einziger unbedingt, ohne jede Abirrung an der Grundidee der Zionistischen Weltorganisation, an der Herzischen Idee vom Judenstaat festhält. Ueber Antrag des Herrn Locker von der Exekutive und des Sekretärs Dr. Lauterbach hat das in Berlin abgehaltene zionistische Ehrengericht beschlossen, die Exekutive zur Auflösung des revisionistischen Sonderverbandes zu ermächtigen. Ohne Prüfung seiner eigenen Zuständigkeit, ohne Beachtung der primitivsten Regeln der Loyalität und Objektivität hat das Ehrengericht in Abwesenheit des Geklagten ein Urteil gefällt, das wohl nicht die beabsichtigte Ausrottung des Judenstaats-Zionismus, gewiß aber schwere Erschütterungen der bereits so geschwächten Zionistischen Weltorganisation mit sich bringt. * Aus London wird der „Neuen Welt'* berichtet: Am Dienstag, den 10. Jänner, fand in den Räumen des Zentralbüros des Sonderverbandes der Ziohis'ten-Revisionisten in London eine vom Mitglied des Zentralbüros J. Machower geleitete Pressekonferenz statt, der auch die revisionistischen Mitglieder des Zionistischen Aktionskomitees (A. C.) B. Weinstein, J. Rosoff und Dr. M. Schwartzmariri beiwohnten. Den Vertretern der Presse gegenüber wurde eine Erklärung abgegeben, die u. a. besagt: ■ ■> i Als das Zentralbüro des Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten erfuhr, daß die Zionistische Exekutive Klage beim Ehrengericht gegen den Sonderverband wegen angeblichen Bruches der zionistischen Disziplin eingereicht hat, hatte das Zentralbüro die: Absicht, vor dem Gericht zu erscheinen und Dokumente vorzulegen zum Beweise, daß die „Disziplinbeschlüsse" des A. C.,, denen gemäß dem Ehrengericht erweiterte Funktionen erteilt wurden, in eklatantem Gege.nsa tz zum Ehre n g e r i c ht s s t a tu t.stehen und ganz und gar verfassungswidrig und ungesetzlich sind. Wir, haben seinerzeit dem A.. C. k 1 a r und eindeutig nachgewiesen, daß das Ehrengericht in Dingen wie dem Prozeß gegen den Sanderverband n i cht zuständig (ist .und es nicht sein kann. Wir wiesen ferner nach, daß von revisionistischer Seite ein Disziplin* brach überhaupt niebt vorgekommen ist. Wir haben das Ehrengericht ersucht, erstens die beiden Ehrenrichter Dr. Oskar Cohn und Dr. Oskar Wolfsberg als parteipolitisch befangen abzuberufen, zweitens den Prozeß b i s z u m März zu verschieben. * Die Berufung des Gerichtsvorsitzenden Dr. Gronemann auf die „bisherige- Praxis", wonach die Zugehörig* kett eine* Richters zu der einen oder anderen Partei bisher kein Hindernis für seine richterliche Tätigkeit bildete, trifft auf diesen Fall nicht zu, da es bisher in der zionistischen Geschichte noch nicht vorgekommen ist, daß Uber einen Sonderverband, der eine Bewegung von mehr als 6 5.0 0 0 Schekelzahlern repräsentiert, in seiner Gesamtheit geurteilt wird. Sowohl das Gericht als auch jeder außerhalb des Gerichts Stehende war sich darüber klar, daß dieser Prozeß von den herrschenden zionistischen Parteien mit dem ausschließlichen Ziel geführt wujdje» sieb noch vor dem XVDX Kongreß der wÄchgendett Macht der zionistischi'en Opposi11ön,van..deren Spitze die 'R^vlaioitfsten'TOarschieron,.^ 'Die* palästinensisjefoe^ ihrer letzten Konferenz beschlossen,: die volle Herrschaft über den XVETI. Kongreß anzustreben. In diesem Kampf dm die Macht ist es für sie natürlich ani wichtigsten, die einzige organisierte Masisenpartei der zionistischen Opposition zu lähmen. Nachdem es den herrschenden Parteien nicht gelungen ist, den Revisionismus im offenen politischen Kampf zu erledigen und der Einfluß des Revisionismus von einem Kongreß zum anderen gewachsen ist, haben die offiziellen Parteien unter dem Drück ihrer extremen Elemente beschlossen, die Opposition auf dem Wege der mechanischen Suspendierung der Rechte des Revisionistischen Soliderverbandes unschädlich zu mächen. Das Gericht als unparteiische Institution hätte hier eine ganz besondere Vorsicht walten lassen sollen. Es durfte die Augen vor der Tatsache nicht verschließen, daß unser Sonderverband den fünften Teil der Delegierten des XVII. Kongresses repräsentierte und daß es zum ersten Male darum geht, Zehntausen-de Zionisten auf die Anklagebank zu setzen. In einem solchen Falle mußte das Gericht peinlichste Vorsicht walten lassen und jeden übereilten Schritt, der von schwersten Folgen für die Zukunft der gesamten zionistischen Bewegung begleitet sein könnte, zu vermeiden. \ Zu unserem tiefsten Bedauern ist das. zionistische Ehrengericht den erhabenen Beispielen von Gerichten anderer Völker auf diesem Gebiet nicht gefolgt und hat ungeachtet unseres begründeten Protests Richter amtshandeln lassen, von denen es von Anfang an wußte, daß sie als politische Führer der antirevisionistischen Attacke moralisch und konstitutionell nicht fähig waren, jene Funktionen auszuüben, die ihr Amt vdn ihnen erfordert. Das Gericht zog nicht in Betracht, daß das Ehrengericht vom Kongreß nur zur Entscheidung geringer Meinungsverschledenheiten unter einzelnen Zionisten, nicht aber so schwerwiegender politischer Prozesse eingesetzt worden ist. Die Mitglieder des revisionistischen Zentralbüros waren bei der Festsetzung des Gerichtstermins von London BÄSCH. IV. ArqentinierstraBe 22 Tel.t Serie U-47-! , Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeh* liehen Notizen sind durch ein beigefügtes £ bezeichnet BEHANDLUNG VON; RHEUMATISMUS GICHT, ISCHIAS UND FOLGEN VOM SPORT¬ VERLETZUNGEN ' AUF MODERKSIC ART S (SCHNELLKUREM, JONTOPHORESE, ORIGINAL PISTYANER SCHLAMMPACKUNGEN ETC.) :. «>*'' •» Ii •■ 'vi #' ■ -fh MW&Uu<x>.-A** > FÜR ALLE PHYSIKALISCHEN HEILMETHODEN ' .:' ' . ' ' '" . ' GRÖSSTER KOMFORT 2EITGEMÄSSE PREISE abwesend. Lange vor Einberufung des Gerichts wären Dr. Soskin, Machower, Engel und Großman nach P aIiistina, bzw. Osteuropa abgereist und konnten innerhalb eines so kurzen Termins ihre Pläne nicht umändern, sich übernommener Verpflichtungen nicht entledigen, um nach Berlin zu kommen. Dennoch ist unsere Bitte, den Gerichtstermin zu verschieben, ignoriert worden* Die Mitglieder des Zentralbüros des Sonderverbandes sind ehrenamtliche Funktionäre, erhalten keinerlei Entschädigung für ihre politische Tätigkeit und sind darum nicht in der Lage, zu außerordentlichen Gerichtsverhandlungen jederzeit in Berlin zu erscheinen. Anders die Vertreter der Anklage, die im Zionismus beruflich tätig sind und auf Rechnung des zionistischen Budgets jede beliebige Reise unternehmen können. Bisher pflegten die zionistischen Gerichte in der Zelt der Kongresse oder A. C- Sitzungen zu tagen. Es muß uns wundernehmen, daß das Gericht bei seinem Einschreiten gegen den revisionistischen Sonderverband eine Ausnahme machte, ohne sich vorher mit der Leitung des Sonderverbandes über Ort und Zelt der Verhandlung ins Benehmen zu setzen. Das Gericht wählte einen Termin, von dem es wußte, daß er für den Sonderverband unakzeptabel ist. Auch wenn wir uns hätten entschließen können, vor Gericht zu erscheinen, hätten wir unsere Zeugen aus den verschiedenen Ländern nicht zur Stelle bringen können. Unter , solchen Umständen ist es kaum nötig, zu betonen, daß der Beschluß des Ehrengerichts, der ohne Beteiligung des Sonderverbandes, o h n e Vernehmung seiner Zeugen, unter dem' e I n s e 11 i g e n D r u c k der Anklage und bei Mitwirkung p a'r t e 1 p o l'tt Isen engagierter Richter gefaßt wurde, keiner1e'l m o r a 1 i s o h e n u n d I e g a I e n W e r t h a t. Das Ehrengericht hat sich zu unserem großen Bedauern in eine Parteiintrige des angreifenden offiziellen Zionismus hineinziehen lassen und ist so zu einem Instrument der antlrevislonlstlschen Front geworden. Der Sonderverband wird auch weiterhin seine zionistische Pflicht erfüllen und für den Judenstaat-Zionismus kämpfeu. Die revisionistische Fraktion des A. O. wird die sofortige Einberufung des A. C. beantragen, um über die dnreh den Berliner Beschluß geschaffene, für den Zionismus katastrophale Lage zu beraten und die notwendigen Beschlüsse zu fassen. Das letzte Wort hat natürlich der XVIII, ZlonUtenlcongreJ».

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