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Die neue Welt · 1932-08-26 · Heft 258 (26.8.1932) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 258 (26.8.1932)
Date
1932-08-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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> Seite 15 DIE NEUE WELT Nr..« zum Resultat kommt, daß selbst die größte Anzahl jüdischer Einwanderer durchaus nicht über die Kapazität des Landes hinausgeht und sich mit bescheideneren Mitteln durchführen läßt, als bisher aufgewendet wurden. Er weist nach, daß neben der Landwirtschaft, und zwar neben der intensiven, Industrie, Handwerk, B innc n Handel eine entscheidende Rolle spielen können, und faßt als weitere Möglichkeiten die natürlichen Faktoren des Landes, das Meer, die Luft und die Sonne ins Auge: Meer als Salz- und Fischgewinnungsgebiet, Luft als Basis von LuftstickstofF, Sonne als Wärmefaktor industrieller Entwicklung. Trietsch kommt zu dem Schluß, eine möglichst rasche Intensivierung und R c n t a b i 1 i s i e r u n g durchzuführen (die von revisionistischer Seite seit Jahren propagierte Kolonisationsmethode), und zu der Forderung, eine neue Phase der Einwanderung und Kolonisation zu beginnen, bei der die nicht-landwirtschaftlichen Ansiedlungsformen — bezüglich des Hauptberufs — als die ziffernmäßig und politisch weit wichtigeren anerkannt und entsprechend favorisiert werden. Sein Hauptgrundsatz lautet: Rasche Masscncinwanderung und Majorität, Volk genau so wichtig wie der B o de.nl Gegen Jüdischer Sport Probegalopp der Hakoah W. A. C. 2:2 — Sonntag Meisterschaftsspiel gegen Sportklub in Dornbach Die Meisterschaft 1932/35 nimmt kommenden Sonntag ihren Anfang. . Um die' Mannschaft ' in Schwung zu bringen, absolvierte die Hakoah vergangenen Sonntag auf dem Cricketer-Platz ein Freundschaftsspiel gegen den W. A. C. Die Blau-Weißen lieferten ein gutes Spiel und Latten im Vortcidigungstrio und in der Ilalvesförmation ihren stärksten Mannschaftsteil. Schwächer als sonst spielte die Stürmerreihe, in der nur Mausner und zeitweise Eiscnhoffer befriedigen konnten. Das Spiel wurde in faürer Gangart durchgeführt. Hakoah eröffnet das Spiel mit großem Elan, aber Buchhalter vergibt in aussichtsreicher Position. Gegenangriffe der Athletiker werden von der Verteidigung sicher abgewehrt. In der 28. Minute diiktiert der Schiedsrichter hart an der Strafraumgrenze Freistoß gegen Hakoah, aus dem der W. A. C. den Führungstreffer erzielt. Die Hakoahner greifen nun mächtig an, haben aber mit ihren Schüssen Pech. So vergibt Weifikopf eine todsichere Chance durch langes Zögern und Eisenhoff er schießt, vor dem Tor allein stehend, lüden in die Hände. Bald nach der Pause bekommen die Blau-Weißen einen zweiten Verlusttreffer ab, aber schon fünf Minuten*später kann B u c h h a 1t e r mit schönem Flachschuß aufholen. Die■ Hakoahner machen nun eine kurze Schwächeperiode durch; nach Ueberwindung derselben gehen eie mit Elan zum Angriff über "und-sehen schließlich ihre Bemühungen durch ein Goal Ehrlich s gekrönt. Hakoah hat nun ausgeglichen und . bald darauf wird der Kampf-wegen Dunkelheit abgebrochen. Hakoah spielte in folgender Aufstellung: Löwy; Amster,; Feldmann; Liebennann, Platsehek, Donnenfeld; Weißkopf, Buchhalter, Mausner, Eisenhoff er, Ehrlich. . i' . '• - * ' Kommenden Sonntag absolviert Hakoah das erste Meisterschaftsspiel, und zwar gegen den W i euer Sportklub in Dornbach.. Sportklub hat vergangene Woche Wacker 7: 1 abgefertigt, im Spiel gegen Hakoah haben die Dornbacher noch..den Vorteil des eigenen Platzes. Die ,Blau-Weißen haben in der Hintermannschaft ein klares, Uehergewicht und >\;cnu eich die Sturmformationzu einheitlichen Aktionen zusammenfindet, dann dürfte die Jlakoah mindestens ein Unentschieden herausholen. Der jüdische Verein, dürfte in -gleicher Aufstellung wie gegen W. A. C. auftreten. Kirschner, .der zum Professionalismus übergetretene Meisterboxer schlug 'den Deutschen Schäfer nach einem sehenswerten Kampf klar nach Punkten. Die Grazer Hakoah unterlag gegen Südbahn 2 :3. Hakoah besiegte den ungarischen Wassenballklub B. B. T. E. 4 :2 (2:0). Für Hakoah waren Flesch (2), Beck und Schwarz erfolgreich. Aus der Filmwelt „Zu gut gesungen!66 Jan Kiepura verpatzt eine Aufnahme... Aus Berlin berichtet man uns folgendes lustige Erlebnis unläßlich der Aufnahmen zu dem neuen Jan- Kiepura-Großfilm „Das Lied einer Nacht" (der bekanntlich heute Freitag, den 26. d„ im Apollo erscheint): Jan Kiepura drehte bis vor wenigen Wochen seinen neuen Tonfilm. Eine der wichtigsten Szenen des Films bringt Kiepuras Auftreten in einer mittleren Provinzstadt in Puccinis Oper „Boheme", wo er die Arie „Wie eiskalt ist dies Händchen" singt. Das Drehbuch schreibt dem Publikum vor, daß es still mit andächtigem Schweigen Kiepuras Gesang zu folgen hat. Als Kiepura ins Atelier kam, sah er auf „sein Publikum" und meinte nachdenklich zu Litwak, seinem Regisseur: „Das ist nun mein erstes Publikum, das dafür bezahlt wird, daß es mich anhört!" Litwak tröstete den Tenor: »Da mußt du dich schon trösten, das ist selbst bei der von dir so hochverehrten Greta Garbo nicht anders." Kiepura studierte die Drehbuchszene: „Ich singe also und das Publikum hört andächtig zu. Gut! Und dann?" „Kiepura, was heißt und dann?" „Und kein Applaus?" fragt Kiepura enttäuscht zum Schluß. „Aber da, mitten in der Oper!" mischt sich der musikalische Leiter ins Gespräch. „Es ist doch nicht möglich!" Also nach einigen Proben begann die Szene. Das Publikum füllte das Theater bis auf den zweiten Rang hinauf. „Also", lautete die letzte Anweisung Litwaks, „ihr lauscht alle andächtig dem Lied Kiepuras." Kiepura tritt auf, beginnt, seine glockenklare Stimme füllt den riesigen Raum des Ateliers. Litwak schlägt lautlos die Hände zusammen zum Zeichen, daß er zufrieden ist. Kiepura setzt zum letzten kraftvollen Forte an und da rast auf einmal der Beifall des erregten Theaterpublikums mitten in die verklingenden Töne. Es nützte nichts, daß Litwak „Ruhe!" rief. Kiepura stand strahlend auf der Bühne, so daß auch Litwak wieder lächelte: „Ein Sieg? Für dich vielleicht, aber für unseren Film können wir das nicht brauchen." Dann nahm der Regisseur sein Sprachrohr: „Also, wiederholen, Kinder, haltet diesmal euer Musikverständnis besser im Zaum und laßt euch nicht wieder von Kiepura zu unvorschriftsmäßigem Applaus hinreißen, sonst werde ich ungemütlich!" „Litwak". flüsterte ihm da Kiepura zu, „gib acht, jetzt geht's nochmal so schön" und nochmals seinem Publikum zulachend: „Vergoßt nicht, daß Ihr für eure Beherrschung bezahlt werdetl" „Die Drei von der Kavallerie" Täglich ist im Gartenbau-, Ufa-Ton-, Stafa-, Wienzeile- und Kolosseum-Kino das Militärlustspiel „Die Drei von der Kavallerie" zu sehen, dessen Inszenierung Carl Boese besorgte und dessen Musik und Lieder von Ralph Erwin stammen. Werner Krauß' neue Filmrolle zeigt den großen Menschengestalter in dem Ufa-Film „Mensch ohne Name n" als späten Heimkehrer aus dem großen Kriege, deu die Zeit bereits aus der Liste der Lebenden gestrichen hat. Ein Ringen Mensch gegen Mensch, Herz gegen Verstand, Leben gegen Paragraphen der Justiz. Die Uraufführung findet schon in nächster Zeit im Gartenbau-, Ufa-Ton-, Stafa-, Wienzeile- und Kolosseum-Kino statt. Heute — „Tannenberg"! Der bereits mit Spannung; erwartete Großfilm gelangt heute, am 18. Jahrestage des Beginnes der Kämpfe um Tannenberg unter Hindenburg, in Wien zur Uraufführung. Der Film erscheint in der Mondial-Premieren- Gruppe, Busch-, Burg-, Kärntner-, Rdtehturm- und Haydn-Kino. Brigitte Helm als „Herrin von Atlantis" Brigitte Hehn^ hat in .. dem G. W. Pabst-Film „Die Herrin von Atlantis" neuerdings Gelegenheit, ihre Giarakterisierungskunst von einer neuen Seite ziu zeigen. Die Urauffiührüflg diesies Films findet demnächst statt. „Kaiserwalzer" —. 25. August Die große Wiener Tonfilmoperette „Kais erwalz er" gelangt am Donnerstag, den 25. August, Am Opern-, Imperial-, Löwen-, Maria TheresieuiTnd Fliegergarten-Kino zur Uraufführung.. Im glanzvollen Rahmen einer prächtigen Ausstattung wird in diesem Film Wien mit seinen liebreizendsten Eigenschaften lebendig. Für die Musik wurden die schönsten Motive von Johann Strauß verwendet?, „Sehnsucht 202" Die nächste Premiere der Scala ist die Luistspieloperette „Seh nsu cht 202", die pikante Geschichte eines vertauschten Kleinen Anzeigers. Das Buch schrie-, beu J. v. Gube und Kanl Farkas. „Der Tugendkönig" Wiens erstes Avantgardekino, das Schweden- Kino, bringt demnächst die heitere Satire „D e r T u g e n d k ö n i ig", der eine Novelle von Guy ■ de Maupassant zugrunde liegt. Eine neue Völkerwanderung? Gewaltige Käufer-schareai strömten in den letzten Tagen aus allen Wiener Bezirken und den entlegensten Orten de^ Provinz in die Taiborstraße,, drängten sich vom frühen Morgen bis zum späten Abend in den Verkaufsräumen des „Warenhauses der Sparsamen", bei Schiffmann, IL, Taiborstraße 48. Kein Wunder — bei diesen WuiKlenprcisen! Einmütig war das Entzücken über die schier unglaublich ein Angebote. Wir sind stolz auf diesen Triumph der Leistung . . . und wallen weiteren Kreisen Gelegenheit geben, unseire Stammkunden zu werden. Daher... noch eine Woche lang alles zu „Viertel-Preisen" . . ., um einen kleinen Bruchteil des wirklichen Wertes. Es wäre schade, diese unerhört günstige Gelegenheit au versäumen! Daher ... auf zu -.„Scliifftmaan", kauf bei ..Sohiiffmamn": Kreton-Hauskleider (früher S 2.90) jetzt S 1.40, Salzburger Dirndl (früher S 5.90) jetzt S 2.50, Kattun-Streifenkleider, Sportfasson (früher S 6.90) jetzt S 3.90, einfarb. Rein- , seiden-Kleider, mit gemust. 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DUrereass« * yiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiificiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiij: | tiegrundet 1882 1 Ubensoersiciterunss- DlinMlY1 I j Gesellschaft ji nUlllA | s Zentraldirektion: WIEN I., Riemergasse Nr. 2 | | Versidierungsbesland Ende 1930 ' 2560 Millionen Schilling s Volleingeiahltes Aktienkapital 4,000000.- Schilling E s Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1930 150 Millionen Schilling Oatanliemitiel Ende 1930 37ö Millionen Schilling 5 Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1930 35.5 Millionen Schilling s s Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich. Frankreich, E Belgien, Holland. Italien, Spanien, Tschechoslowakische E E Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawion, Bulgarien, Griechen- E E land, Türkei, Aegypten und Palästina. Filllllllllllllllllllillillllllrllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliiikl Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch, zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. E ■ Austritte aus dem Judentum- Stein Hubert, 5. April 1906 Wien, ledig, X., Absberggasse 17. — Neuhauser Paul, 21. April 1892 Wien, verh., XII., Steinhausergasse 12. — Sudra Paul, 28. April 1910 Wien, ledig, XII., Koppreitergasse. 4. — Klein geb. Perl Johanna, 25. Oktober 1877 Türe sv. Martin, gesch., XVII., Hauptstraße 125. — Spitzer Emanuel, 24. März 1900 Wien, ledig, IL, Gredlerstraße 3. — Blumenkranz Wilhelm, 9. April 1897 -Wien, ledig, IL, Stuwerstraße 15. — Engel geb. Jakobi Rcgine 21. August 1894 Wien, gesch.. Grünentorgasse 17. -f Hacker Renee, 10. Jänner 1912 Stuttgart, ledig, VIII., Lerchenfelderstraße 8. — Gotflieb Eugen, 17. Februar 1902 Wien, ledig, XV., Mariahilferstraße 176. — Dorner Ernestine, 1. März 1910 Lemberg, ledig, XVL, Dornbächerstraße 94..— Patriasz Otto, 24.,Dezember 1898 Wien, ' ger:. ge-tr., . XVII., Neuwaldegger^ Straße 4. — Holzer Mathilde geb. Thimann, 19. Mai "1902 Wien; ger. getr., XVII., Bergsteiggasse 44. — Beck Olga, 10. Oktober 1905 Wien, Graz. — Angel Otto, 8. November 1890 Wien, getr., VII., Döblergasse 2. — Angel Klaus, 18. Juni 1926 Wien, ledig, VIL, Döblergasse 2---Zipper Hans, 24. Oktober 1912 Wien, ledig, VIL, Zieglergasse 29. — Spitzer Ernestine, 13. August 1907 Troppau, ledig, XX., Jägerstraße 11. — Spitzer Thomas, 18. September 1929 Wien, ledig, XX., Jägerstraße. 11. — Grünwald Johanna geb. Rosner, 10. Juli -1881 Wien, ger. getr., V., Hamburgerstraße 7. — Schwitzer Elisabeth Helene, 20. September 1910 Wien, ledig', III., Streichergasse 6. — Kohn Ernst, 24. August 1902 Aussig, verh., III., Krieglergasse 8. — Kohn Erich, 17. August 1928 Wien, ledig, ID., Krieglergasse 8. — Jokl Sigmund, 4. Jänner 1875 Olmütz, ledig, V., Schloßgässe 7. — Töpfer Amalie geb. Dewidels, 1. September 1854 Prag-Smichov, verw., V., Klieberg&sse 1 a. — Horn Julius, 7. Juni 1896 Wien, ledig, XVIL, Geblergasse 69. — Eibschitz recte Eibuschitz Katharina geb. Sumbra,?.'■ Juni 1881 Hohenau, verh., XII., Schallergasse 28. — Eibschütz recte Eibuschutz Bertram, 19. September 1886 New Brighten. verh., XTL, Schallergasse 28. — Braun Leopold, 18. Juli 188I Wien, ger. getr., VIL, Burggasse. 72. — Scheindel Maria geb. Hoffer, 4. Mai 1897 Wien, verh., HL, -Untere Weißgärberstraße 30. — Sclieindel Maria, 1925 Wien, ledig, III., Untere Weißgärberstraße 30. — Schatz Anna geb. Plister, 3. VIII. 1901 Teinesgyaiunat, ger. getr., L, Kramergasse 9. — Perlmutter Paul Michael, 24. Juni 1928 Wien, ledig, XVL, Lindauergasse 37. — Neuhauser Stephanie geb. Möller, 28. Juli 1906 Wien,, verh., XIL, Steinbauergasse 12. — Neuhaiiser Helga, 22.' September 1929 Wien, ledig, XIL, Steinbäuergasse 12. — Goldenthal Jente Süssel, 26. Jänner 1892'Stary Brody, ledig, VIII., Kochgasse 36. — Guttmann Ida, 1. August 1901 Göpfritzschlag, ledig, XVIIL, Gentzgasse 56. — Assinger Robert, 10. Mai 1909 -Wien, ledig, XIX., Lannerstrafle 36. — Neumann Hilda, 5. Februar 1906 Wien, ledig, XIX., Hohenauergasse 8. — Wochen-Kalender August 1932 . 3N . 3"<nn Aw 5692 26 Freitag 24-13 Sabbateingang 6.20 27 Samstag 25-ro Sabbatausgang 7.10 mjnD ruy 'tsen »run 28 Sonntag 26-id 29 Montag 27-T3 30 Dienstag 28ro 31 Mittwoch 29 t5D Sept.1 üpnnerstag so-*? Elxemümer, Verleger. Herausgeber and verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Robert Stricker, —- Druck: Druckerei- und VerUss-A.-G. Igoaz Steiomano» beide Wien. IX» Uuiversltätsstraße 6—8.

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