Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1932-07-01 · Heft 250 (1.7.1932) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 250 (1.7.1932)
Date
1932-07-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2711613-2711843-2711871--3197-2716548
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

[ Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 25» AUS PALASTINA Die Handekslafisfik Palästinas für 1931 ' ' Vb. -.. Export wichtiger landwirtschaftlicher Produkte im Jahre 1931 £V von Psalmen Jesaja, Jechezkel, Jona, Jehuda Halewy. ^Pijutim aus beiden Machzorim usw. geben. Der obligatorische Religionsunterricht soll noch durch f a k u 1ta^ti ve Ku rse< ergänzt werden, die schon von der 4. Klasse aufwärts parallel mit dem obligatorischen Unterricht geführt werden sollen. Für diese Kurse wäre eine Chrestomathie notwendig, in die Schöpfungen von Halewy, Maimonides, Achad-Häam, Bialik usw. aufgenommen werden sollen. Studienrat Prof. R e d i s c h stellte fest, daß er im allgemeinen mit den Ausführungen de* Prof. Papo übereinstimme. Auch er ist dafür, daß man. den Schülern die biblische Geschichte beim Religionsunterricht in der hebräischen Sprache übermitteln soll. Nun fehlt aber ein entsprechendes Buch. Die Kultusgemeinde wird es sehr begrüßen, wenn ein. solches Buch geschrieben werden wird. Um das Gebet zu verstehen, muß man Hebräisch kennen. Mit dem hebräischen Unterrichte soll man aber erst nach der Volksschule beginnen. Es sprachen dann noch die Lehrer Herzberg und Müller. Müller meinte, daß das, was Papo für die Mitte Is c h u le vorschlägt, auch Geltung für die Hauptschule haben soll..Die Konferenz iriöge im Sinne des Referats Papos bestimmte Beschlüsse fassen. Studieftrat Redisch ersuchte' aber, auf dieser Konferenz noch keine Beschlüsse zu fassen und zu warten, bis die interne Konferenz der Lehrerschaft der Kultusgemeinde Stellung nehmen wird. Nach einigen vom Rabbiner Dr. Kupfer erstatteten Vorschlägen' schloß Präsident Dr. Rothblum die zweite Konferenz. Die drittia Konferenz wird im Herbst tagen. Vom kanadischen Judentum Allgemeines Vor hundert Jahren, im Jahre 1832, wurde die Emanzipation der Juden in Kanada rechtskräftig durchgeführt und dadurch ein Zustand sanktioniert, der bereits längere Zeit bestand. Jüdische Siedler sind bereits um 1760 nachweisbar, und zwar in Montreal, wohin Juden aus England eingewandert waren, während die Zuwanderung aus den kontinentalen Ländern Europas, namentlich aus Polen, Rußland und Deutschland erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, einsetzte. In rascher Folge entstanden nach Montreal die Gemeinden in Victoria, Hamilton und Winnepeg. 1801 betrug die jüdische Bevölkerung 2393, im 1901 bereits 16.000 Seelen. Heute gibt es in Kanada rund 150.000 Juden, von denen ein großer Teil in der Landwirtschaft beschäftigt ist. Man zählt etwa 800 selbständige jüdische Farmer, daneben beschäftigen sich die Juden niitViehhandel, sonstigem Handel und Industrie. Das kulturelle Leben ist überaus rege; Schulen, Erziehungsanstalten und Synagogen gibt es genügend im Lande. Im Jahre i919 kam es zum Zusammenschluß des kanadischen Judentums in eine allgemeine Organisation, den „Canadian Jewish Cong r e s s", der gleich bei seiner Gründung die Förderung rdes Talästinawerkes beschloß. ' Die zionistische Bewegung Bereits im Jahre 1899, gleich nach dem Auftreten Theodor H e r z 1 s, wurde in Montreal die (Vereinigung zionistischer Organisationen von Kanada begründet, mit dem Präsidenten C. J. de Sola an der Spitze. Der zweite Präsident, A. J. F r e imana, schuf sich große Verdienste um die Verbreitung der zionistischen Bewegung. Am 16. Kongreß in Zürich war ~ er Vizepräsident. Seine Frau, Lilian Freimann, spielt in der jüdischen Frauenbewegung Kanadas, eine dominierende Rolle. Die Mehrzahl der Juden Kanadas gehört der zionistischen Organisation an und trägt zur Stärkung der nationalen Fonds betrachtlich bei. Ussischkins Propagandareise brachte 1 Million Dollar für den Nationalfonds ein. An Zeitschriften gibt es das in Montreal erscheinende Wochenblatt „Canadian Jewish' Chronicle", die jiddische Tageszeitung „Der canadische Adler" („Jewish Eagle"), ferner den „Canadi s c h en Jid" und die Jugendzeitschrift „Youug Judean Magazine". Die Einwanderungssperre hat den jüdischen Zustrom nach Kanada unterbunden. Nichtsdestoweniger sind 69? jüdische Einwanderer im letzten Jahre, hauptsächlich durch Unterstützung der Einwanderer-Reliefgesellschaft, ins Land gekommen. Sodom gefunden? „Osservatore Roman o", das Amtsorgan des Vatikans, teilt mit, daß bei den Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände der biblischen Stadt Sichern, die auf dem Bergpaß des Garizim stand und die Struße des Jordantales schützte, viel interessante Einzelheiten entdeckt wurden. Sichern ist von Völkern erbaut worden, die älter als die Juden sind, wahrscheinlich von den Hyksos. Jetzt sind die zyklopischen Stadtmauern aufgefunden worden. Sie zeigen klar den ausgesprochen strategischen Charakter der Stadt. Die vom vatikanischen biblischen Forschungsinstitut gemachten Ausgrabungen haben laut „Osservatore Romano" auch* zur Entdeckung jenes Heiligtums geführt, das dem Götzen Baal geweiht war. Dieser Tempel wird als der größte Kanaans angesehen. Der Bau des'Tempels .geht in die Bronzezeit zurück (etwa 1500 v. Chr.). Seine Zerstörung wurde durch Feuer verursacht. Die genaue Untersuchung der aufgefundenen Trümmer und der zum Teil gut erhaltenen Tempelzellen bestätigt , die Darstellung im „B u c h e der Richte r", wo vom elenden Ende der Einwohner Sichems erzählt wird, ihrem Untergang beim Brande der Stadt. Ob auch Sodom und Gomortha bei den Aua» grabungen des Biblischen Forschunj^iustitiAii de* Die Daten aus dem Buche „Palästina — Land und Wirtschaft" von Dr. Alfred B.o n n e, Leipzig 1932, Verlag der Deutschen Wissenschaftlichen Buchhandlung. I. Gesamtimport und -export (in £P Pfund Sterling) Import Export Lebensmittel, Getränke und Tabak 1,535.129 1,229.663 Rohstoffe und kaum bearbeitete Artikel......... 417.904 58.692 Halb- und Ganzfabrikate * , , 3,261.785 280.438 Verschiederies ■!«•««■ 725.182 3.268 5,940.000 177.162 Transitverkehr ...... Reexport (Güter ausl. Ursprungs) Metallgeld [ 2.025 II. Die Hauptbezugsländer Palästinas 1931 1,572.061 177.162 251.338 226.467 in 1000 £P Prozent Aegypten « , . , M ■ k k 1026 17,3 Syrien . , , * „ « i B 1017 17,1 England . « . f k « I M 998 16,8 Deutschland * « * kr 4 V a 638 10,7 Rumänien . » . i « 1 G 360 6,0 Vereinigte Staaten ■ 4 V ■ 257 4,3 Italien . . , * « * 1 4 % 244 4,1 Frankreich . , * « % k a 214 3,6 Belgien . * . « M tt k a 150 2,5 Rußland . . . * * V 1 a 140 2,4 Tschechoslowakei ■i * k » 133 2,2 Oesterreich « . « » k a 92 1,6 Türkei , « a a «1 « a H 82 1,4 Holland « . a a » « K s 69 1,2 Bulgarien « * « « M s V 55 0,9 Schweiz . i « ■ ■ ■ a 47 0,8 III. Die Hauptabsatzländer Palästinas 1931 in 1000 £P Prozent England * * . ( « a k k 708 45,0 Syrien . . ■ » N a t a 223 14,2 Deutschland ■ < » ■ a 8 202 12,8 Aegypten * a * a « . u k . 1'. 178 11,3 Frankreich , « « % U H ü * 41 2,6 Dänemark . . . « ■ H * a 24 1,5 Vereinigte Staaten , a 4 4 a 20 1,3 Polen ..«»*. ■ H k V 18 1,1 Rumänien . . ■ . i «' * i 17 1,1 Italien '-. c * ■ « . a « a 16 1,0 IV. Die wichtigsten Importartikel im Jahre 1931 in 1000 £P Textilfabrikate insgesamt g * u % 704 Davon entfallen auf Baumwollstoffe * « a a ■ « 358 Wollstoffe . . . , . * » 106 Seidenstoffe.....« < 171 . Ober- und Unterkleidung «. 69 Weizen ...,«».». a a k . 166 Benzin . ..««.<*■ 4 8 a , 164 Schlachtvieh < « » * * « a 8 a . 206 Weizenmehl . t < « i ■ » 4 X a ■ 152 Bauholz . , . „ + i * 8 a W n » 153 Petroleum * * 5 i * v ■ « a 4 a . 92 Autos ...... s k t a H ■ 4 H 115 Holz für Orangenkisten * « 4 a t , 100 Reis.....♦ . . a a V t « 117 a 4 ■ « 105 Eiserne Röhren und Zubehöhr 'k 3 a , 85 Schuhe.......• a 4 * a 52 Stab- und Winkeleisen . i a * a 58 a , 52 Fische, frisch und in Büchsen 4 4 . 62 Dünger ......... « « 33 Gummischläuche und Reifen . 4 4 1 . 37 Kartoffeln ........ 4 * . * 48 Kaffee (roh)....... * a < a 37 Regierungs- und Militärbedarf 4 a a , 502 Va. »ort wichtiger Indüstrieartikel aus . Palästina Jahre 1931 £P Olivenöl (Speiseöl) < < a Fruchtsäfte .« a 18.945 4 3.318 Weine 4 » 30.5?2 Zement . a i < k k « k 4 a * 20.450 Strümpfe . . . a . « k * i a 16.075 Bekleidungsstücke , * 4 « a 4 a 15924 Seife . . . i a k 119.941 Kartonagen, Papierwaren * « a 3.787 Künstliche Zähne . . « a a a 16.152 Perlmutterarbeiten . . . g « 4 k 10.662 Handtaschen aus Leder , « 4 k 6.033 Orangen . . t Kichererbsen « Durrah ■ * . » Sesam . . . « Wassermelonen Mandeln . . , Häute u. Felle . . . 2,616.451 Kisten t 3.691 Tonnen « 6.912 „ « 903 „ « 15.928 „ 537 548 886.356 24.205 37.696 12.527 47.720 21.272 21.486 Diziengoff zum Bürgermeister von Tel-Awhv wiedergewählt Der neugewählte Stadtrat von Tel-Awiw trat zur Wahl der Stadtexekutive und des Bürgermeisters zusammen. Nach längeren stürmischen Erörterungen wurde eine Exekutive gebildet, die sich ausschließlich aus Angehörigen des Mittelstandes zusammensetzt. Mayer Digengoff wurde zum Bürgermeister wiedergewählt. Die Ansprüche der Arbeitervertreter, die über ein Drittel aller Stadtratssitze verfügen, daß sie aus ihrer Mitte den Vizebürgermeister stellen und daß ihnen noch andere Positionen im Stadtrat eingeräumt werden, wurden von der vereinigten Mittelstandsgruppe zurückgewiesen. Der Mord an dem sephardischen Hausierer Josef Levy. Die vier Beduinen des Dorfes Beth Sahar, die unter dem Verdacht, den sephardischen -Hausierer Josef Levy ermordet und seinen Leichnam in einer Höhle versteckt zu haben, verhaftet worden waren, wurden wegen Mangels an Beweisen aus der Haft entlassen; dagegen wurde ein anderer Araber unter dem Verdacht, den Mord an Levy begangen zu haben, verhaftet. Haifa Ansgangshafen auch für Persien. Die Frage des Anschlusses des persischen Bahnnetzes an die Linie Haifa—Bagdad ist, nach einer Meldung, des „Palestine Bulletin", augenblicklich der Gegenstand von Besprechungen zwischen den Regierungen Persiens und: des Irak. Im Falle des Zustandekommens des Anschlusses würde Persien auf einem, kürzeren und bequemeren Wege Zugang zum Mittelmeer erhalten als auf der bisherigen Route durch Sowjetrußland von Täbris über Batum. Eine ägyptisch - palästinensische Handelskammer. In Anwesenheit des ägyptischen Konsuls fc#i'd -iff' J erusalem eine Sitzung von palästinensischen Kaufleuten statt, in der beschlossen wurde, ein gemeinsames Organ zur Förderung der Handelsbeziehungen zwischen Aegypten und Palästina zu gründen. Die ägyptische Regierung, die viel Interesse für eine Intensivierung des Handelsverkehrs mit dem benachbarten Palästina an den Tag legt, unterstützt diesen Gedanken der palästinensischen Kaufleute. Die jüdischen Kreditgenossenschaften in Palästina. Die jüdischen Kreditgenossenschaften Palästinas, die in der Zerubabel-Bank ein eigenes finanzielles Instrument besitzen, zählen 24.490 Mitglieder, d. h. über 10 Prozent der jüdischen Bevölkerung Palästinas. Ihr Aktienkapital beläuft sich auf 89.385 Pfund, während die Depositen 641.096 und die ausgeliehenen Gelder 803.057 Pfund betragen. Smyrna-Feige wird in Polästina gezüchtet. Die landwirtschaftliche Versuchsstation der Zionistischen Organisation hat Versuche mit der Kultivierung der Smyrna-Feige in Palästina gemacht, die sehr erfolgreich verliefen. Es wird nun mit der Züchtung der Smyrna-Feige in größerem Umfange begonnen. Man erwartet hiervon eine beträchtliche Steigerung des landwirtschaftlichen Exports Palästinas. Zweite Konferenz der Wiener Rabbiner und Lehrer Am 15. Juni fand die von der „Histadxuth Iwrith" einberufene zweite Konferenz der Rabbiner und Lehrer statt. Diesmal erschien auch das Inspektorat der Israelitischen Kultusgemeinde, bestehend aus den Herren Studienrat Prof. R e d i s c h, Oberrabbiner Dr. Feucht wang, Rabbiner Dr. Ta g 1 ic h t, Rabbiner Dr. W e i n e r und die Inspektorenstellvertreter Ohler und W i e s n e r. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde delegierte die Kultusvorsteher Doktor Glanz und Obermedizinairat Dr. Haase^ Der Präsident der Histadruth, Dr. David Rothblum, eröffnete die Konferenz und erteilte Herrn Prof, Dr. M. Pap 0 das Wort zu seinem Vortrag: „Mit welchen Mitteln und auf welchem Wege können wir unter den gegebenen Voraussetzungen das Höchstmaß des Hebräischen bei in-. Religionsunterricht in den Mittelschulen erreichen?" Prof. Papo führte aus: Den Kampf für die Verbreitung der hebräischen Sprache müssen wir zuerst bei der Jugend beginnen. Durch . gehörige Aufklärung dieser Jugend und Bemühungen der Presse können die Eltern leicht zugunsten unserer\Sache um-, gestimmt werden. Die l i b e r a l e Presse soll' gezwungen werden, ihren bisherigen ablehnenden Standpunkt zu ändern. Diese zwei Aufgaben; obliegen der, Leitung der „Histadruth Iwrith". Was den U-urerrichtsplan. selbst betrifft: In den ersten, zwei Mittelschulkla.ss.en; soll eine sprachliche Vorbereitung für Bibellektüre im Original vorgenommen werden. Wir brauchen dazu ein Buch, welches dem Kinde die Bibelgeschichte in leichter hebräischer Sprache übermittelt. In den oberen Klassen soll man den Schülern eine Auslese

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.