Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 234 (11.3.1932)
- Date
- 1932-03-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr.an Schiffmanns Schilling-Sparaktion ist für alle Sparsamen die willkommene Gelegenheit, durch günstigen Einkauf zu sparen Sie bekommen mehr für Ihr Geld... Nützen Sie diese Okkasion ausi Serie 1 H Dutzend Kaffeelöffel — t Porzellan- Eierbecher — J gr. Doppelstück Kerh' seife (Markenware) — i rt. Stück feine Toiletteseifc (Markenware) — 1 Waschbürste — t Schneerute, verzinnt — 1 Besteck-Putzer — t Teesieb, vernickelt — 1 Salzstreuer (Glas) — 1 Meter breite Zwirn-Klöppelspitzen, vorzügl. Qualität — 12 Spulen Nähseide, Marke Schneider — 1 Meter Vorhang-Einsatz, bis 25 cm breit — ( Kupon Borte (25 Meter) — 1 Paar Schweißblätter, Marke „Neufeld" — 1 Herrenstrapaz-Taschentuch — 1 Damen-Batist-Tasehentuch mit schönem Spitzenrand, in allen Wäschefanben — 1 große Handbürste — 1 EmaiJ- Suppen-Schaümlöffel. Serie 2 1 Damen-Unterziehhöschen — % Dutzend Batist-Taschentücher, ä jour und Seide gestickt — Küchenhandtücher, ungebleicht, Waschstoff, Kristalline, Silke, Kretonne, Batiste, in Resten, alles pro Meter — große Kaffeetasse mit Blumen- Dekor oder Porzellan-Teller mit Goldrand — i Kartoffel-Stampfer — "1 Fleischklopfer — 1 Gasenzünder — 1 Alpaka-Speise-Gabel. Serie 3 Faille d'Eclaire, K.-Seideu Schotten, Kleider-Flanelle, alles pro Meter — 1 Emailtopf oder 1 Email-Kasserolle 2. Wahl (3U Liter) — 3 Kaffee-Schalen samt Tassen — 1la Dutzend Berndorfer Alpaka- Mokka-Löfferl — i Berndorfer Alpaka- Eßlöffel — 1 vorgedr. Deckerl m. Spitzenrand — 5 Paar K,-Seiden- oder Florstrümpfe, 2. Wahl — 1 Paar Damen- Filz-Hausschuhe mit Ledersohle, alle Farben und Größen — 1 Paar Damen- oder Herren-Trikot-Handschuhe mit Druokknopf — 1 moderner Damen-Sommerhut' mit Ripsband und Futter. Serie 4 Kleiderstoff, 100 cm breit, Kleiderschotten, 100 cm breit, Wäsche-K.-Seide, Wäsche-Opal, Seiden-Popeline, Kleiderschotten, alles pro, Meter — Bodenbelag- Reste (bis zu 3 Meter) pro Quadratmeter — , 1 Damenhemdhose in Modefarben, reich geputzt — 1 Paar Seiden-Raye-Pelzhosen für Damen — 1 Paar Trikothemdhosen — 1 Paar Waschseidenstrümpfe mit Spitzferse — Damen-Mode-Slipper-Handschuhe, alle Farben — 1 Aluminium-Topf mit Isoliergriff, 10 cm — 1 Bodenbürste mit Gurt — 1 Alpaka- Messer (groß). ® FRUHJAHRSHILFE Keine leeren Worte und Versprechungen, wirkliche Tathilfc bietet Schiffmann, das „Warenhaus der Sparsamen", in allem — für alle. Eine wichtige,, greifbare Tatsache ist es, daß Sie durch Einkauf von Schiffmann-Waren für Ostern, zum Frühjahr, viel Geld ersparen. Schiffmann bringt jetzt alles, was zur Bekleidung für Mann und Frau und Kind gehört, alles für Haus und Küche zu Preisen, die^ viel niedriger, und in Qualitäten, die viel besser sind, als Sie erwarten können. 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Serie 6 Reinseiden-Crepe-de-Chine-Imprime, K.- Seiden-Crepe-Mongol, . schwere Qualität, alle Farben — Mantel-Seide, blau und schwarz, 90 cm; Taft-Broche, bemalt, 80 cm, I-Boucle-Läufer, 70 cm breit, alles pro Meter — 1 Email-Eimer, schwere Qualität, mit kleinen Fehlern — 1 Email-Weitling, weiß, 28 cm — 1 Polo-Trikotbluse, mit Seidenkrawatte, in schönen Sportfarben — Waschseiden-Hemd oder Hose, mit Spitzen reich geputzt — 1 Damen-Schirm mit modernem Griff, schwarz, braun, blau. Serie 7 1 weißer Arbeitsmantel — 1 Flanell- Pyjama für Damen — 1 Flanell-Nachthemd, schön gestickte Motive, alle Farben — 1 Herrenhemd mit feiner Popelinebrust und Stehumleg-Manschette — 1 MadrasrKünstlervorhang, 3teilig — 1 Zephir-Dirndl, schöne Schottenmuster — 1 Flanell- Schlafrock, moderne Dessins — 1 Kindersamtkleid — 1 Meter gewebter sSeide-Chine, 8 breit. Serie 8 1 „Lilien'-Damast-Tisohtuch mit kleineu Fehlem — Reinseiden-Crepe-Satin, 100 cm breit, Mantel-Tweed, 130 cm breit, alles pro Meter — 1 Fleischmaschine, feinst verzinnt, Marke „Standard" — 1 Bettwäsche-Garnitur (2 Polster, 1 Tuchent) — t Dirndl-Kleid aus modernem K.-Seiden-Schotten — 1 K.-Sciden-Faconne-Schlafrock — 1 Popelme-Plissee- Schoß — 1 Regenmantel, wasserdicht, für Damen und Herren, alle Größen — Hemdhose aus Wäsche-Toussoir, mit Stickerei und Handajour — 1 Servierkleid, mit Schürze, in reizenden Dessins — 1 Email-Abwasohschaff, 35 cm, Fallhenkel, mit kleinen Fehlern — 1 Paar elegante Damen-Halbschuhe. Serie 9 1 Paar Herren-Halbschuhe, R.-Box, alle Größen — 1 wetterfester Hubertus-Mantel —• 1 Tweed-Sportkleid mit Seidenschlips — 1 Paar Kinder-Schulstiefcl mit echter Kernsohle, schwarz, Größen 26 bis 30 — 1 K.-Seiden-Mongol-Plissee-Sohoß — 1 K.- Seiden-Mongol-Bluse mit Krawatte, engl Säumchenfasson — 1 Doppelbettdecke mit Motiv und Einsatz Serie 10 1 Sportmantel in sehr kleidsamer engl. Fasson — 1 Mongol-Klcid, aparte Fasson, alle Modefarben, reizender Aufputz — 1 Crepe-Georgette-Bluse, aparte Revers- Fasson, bestickt — 1 Paar Damen-Trotteur-Schuhe, Spangen oder Pumps — 1 Bademantel, aus schwerem Frottierstoff, schöne Muster — 1 Stück (23 Meter) Wäschewebe, zirka 80 cm breit — Waschseiden-Modegedeck für 6 Personen — 1 zweifarbige Steppdecke, beiderseitig Satin, 135X185 cm — 1 Diagonal-Stoffkleid, neueste Fasson. Serie 11 1 Paar Herren-Halbschuhe, Boxcalf, schwarz und braun — Nachmittagskleid aus Crepe-Mongol, aparte, zweifarbige Kombination — 1 Sport-Mantel, Treuen-' Fasson mit Ledervorstoß, aus Noppen- Tweed — 3teiliges Complet "(1 Schoß, 1 Weste, 1 Polo-Bluse) mit Seidenkräwatte — Noppe- Neige-Kleid aus Reinwoll-Stoffen, engl. Fasson, mit schöner Seidengarnitur — 1 modernes Strickkleid in reizenden Farbenkombinationen -,1 Borett-Bettgarnitur (3teiliig) — 1 Stück (23 Meter) Attas-Steifgradl für Bettwäsche, 80 cm breit. Die noch vorhandenen Weiß waren-Reste (bis 8 Meter) in Chiffonen, Weben, Gradel, Bettuch- und Kappendecken-Weben werden unerhört billig abgegeben. Provinz per Nachnahme. Fahrtvergütung Sparsame, besorget eure Einkäufe bei SchIifmannf II, Taborstraße 48, dem „Warenhaus der Sparsamen"! Großes, Erhabenes, Ideales, und bekomme Spende für Ärmel eine . Das materielle Resultat läßt sich in Zahlen ausdrücken. Nicht einmal so schlecht! Doch diese Geldsummen, sie sind nicht der Zionismus! Und die sie zahlen, nicht Zionisten! Das moralische Fazit ist niederschmetternd. Man weiß nicht, wofür man gibt; man gibt nicht für unseren Zweck, nicht für unser Werk. Der Zionismus ist hier bei uns keine Volksbewegung! Er ist nicht verwurzelt! Das Geld, das wir nehmen, gilt nicht dem, wofür wir es nehmen! Die Krise liegt in der Ahnungs¬ und Teilnahmslosigkeit der jüdischen Massen! Wir sind ein- Häufchen und könnten ein Fels sein! Wir sind eine Woge und könnten ein Meer sein! Das Fünfzehnmillionenvolk steht nicht hinter uns. Gewinnen wir das Volk! Dann wird das Wort von der Macht unseres Volkes und von den fünfzehn Millionen brennender Fackeln Wahrheit werden! Jetzt ist es Phrase. Die $owjetru$si§die KoIom§afion§koni6die Kalinins Märchen von einer jüdischen Republik Seit Jahren geht durch die internationale Presse die Meldung, daß die Sowjettnachthaber bezüglich der in Rußland lebenden Juden nur den einen Plan haben: sie sozial umzuschichten, aus gewesenen Händlern und Mittelständlern „werktätige" Menschen zu machen, ihnen eine sichere Lebensexistenz zu geben — in landwirtschaftlichen Siedlungen und in Fabriken. Gleichzeitig mit diesen Plänen wurde auch bekannt, daß die Sowjetmacht in" ihrem Wohlwollen für die Juden noch weitergehe und sogar die Errichtung einer — sage und schreibe — jüdischen Republik in Biro-Bidschan in die Wege leite. Nach einer Meldung der J. T. A. erklärte der Präsident der Sowjetunion M. Kalinin, daß sich die Gründnug einer jüdischen Republik spätestens Ende 1933 vollziehenwerde, da sie eine der Notwendigkeiten der Nationalitätenpolitik der Sowjetunion sei. Die Juden, so ließ sich Kalinin hören, werden wieder ein Staatsvplk werden und Vertreter im Zentralcxekutivkomitee und in anderen Regierungsorganen haben. Bezüglich Biro-Bidschan selbst klangen Kalinins Worte sehr optimistisch: Von Jahr zu Jahr größerer jüdischer Zuzug, landwirtschaftlicher und industrieller Rayon, enorme Verdienstmöglichkeiten, weder Faschismus noch Antisemitismus, kurz: ein Paradies, das seine Anziehungskraft auch auf die Juden der anderen Länder ausübe, besonders auf qualifizierte Arbeiter, die Rußland überaus — nötig hat. Die Kehrseite der Medaille Der Bericht der sowjetrussischen Arbeiterkommission, die den K o m z e t kontrolliert, sieht allerdings weniger erfreulich aus. Er gibt zu, daß z. B. in der Krim statt der vorgesehenen 12.000 jüdischen Familien bloß 9000 anzutreffen waren, von \. denen fast 6000 in ihre früheren Heimatorte zurückkehrten. Er gibt auch zu, daß sich in Biro-Bidschan anstatt 14.000 jüdischen Siedlern weniger als 5000 befinden. Die Ursache der Rückwanderung liege darin, daß der Komzet unterlassen hat, die Neusiedler mit Nahrung, Wohnung und anderen Lebensnotwendigkeiten zu versorgen. (Mereschin, der Führer der jüdischen Kommunisten, wurde abgesetzt, weil er nichts gegen die Schädlinge des Biro-Bidschan-Werkes unternommen habe.) Juden werden also nach Biro- Bidschan gebracht, aber man läßt sie unter freiem Himmel verhungern. Ein Plan zur Neubildung des Komzet verspricht keinerlei Aendcrung. Zur Pessach-Aktion Wie alljährlich, so hat auch das ausländische Judentum, hauptsächlich das amerikanische, auf dem Wege durch das Hias-Büro die sogenannte Pessach- Aktion in die Wege geleitet. Es sollen außer Pessachmehl für Mazzoth auch noch andere Lebensmittel den russischen Behörden zur Verteilung übergeben werden. Die Regierung selbst soll sich gemäß einer Erklärung des Hias-Vertreters in Riga, Benjamin, nicht abgeneigt zeigen, alle bis zum 1. April eingelangten Pessach- Pakete ihrer Bestimmung zuzuführen. Aber die jüdischkommunistische Presse der Sowjetunion führt eine scharfe Kampagne gegen die Pessach-Hilfe. Der Charkower „Stern" schreibt, daß diese Hilfe „den Parasiten, Faulenzern und Klerikalen zugute komme, von denen Fäden zu den finsteren Mächten der faschistischen, klerikalen jüdischen Bourgeoisie im Ausland geknüpft würden". Man müsse eine Atmosphäre gesellschaftlicher Aechtung gegen diejenigen schaffen, die diese ausländische Hilfe annehmen. Die Juden in der Gefahrenzone. Der sowjetrussische Kolonisationsschwindel ist beute nichts anderes als ein Mittel des großen Propaganda-Apparats, der im Ausland die Trommel rührt. Die angeführten Ziffern der bereits kolonisierten Juden geben ein Bild davon, was von den demagogischen Phrasen dtf Kolonisationsbehörden zu halten ist. Dazu kommt die von uns schon mehrfach erwähnte Tatsache, daß das Hauptkolonisationsgebiet Biro-Bidschan, die künftige „jüdische Republik" am Amur, jener Landstrich ist, auf dem sich künftighin (im Zusammenhang mit dem ostasiatischen Konflikt) die blutige Auseinandersetzung der ostasiatischen Völker abspielen wird. Das Ende des Agrojoint Als die Frage der Umschichtung der russischen Judenheit in die Welt geworfen wurde, stellte sich sogleich eine Reihe jüdischer „Kapitalisten" in den Dienst dieser Idee. Der „A g r o j o i n t" (Hilfsaktion zur Ansiedlung deklassierter Juden in der Krim) warb überall Freunde, in Europa und Amerika, und unsere Herren von der erweiterten Agency gaben Millionen Dollar für ein Projekt, das von der Sowjetunion selbst als eine Offensive gegen den Zionismus betrieben wurde. Nun soll es um den Agrojoint still werden. Das Präsidium des umorganisierten Komzet hat sich zu einer Einschränkung der Tätigkeit des Agrojoint entschließen müssen. Der Agrojoint gibt seine Arbeit in der Krim auf und überläßt sie der staatlichen Traktorenstation. Auf diese Weise fallen der Sowjetregierung landwirtschaftliche Maschinen und hunderte Gebäude und Werkstätten von großem Wert in die Hände, dem Agrojoint verbleibt nunmehr bloß eine Tätigkeit auf dem Gebiet intensiver Kulturen. Die Ursachen der Einschränkung des Arbeitsgebiets sollen darin liegen, daß die jüdischen Siedler fast ganz zu Kollektiven vereinigt sind und nunmehr von der Regierung selbst betreut werden sollen. Im übrigen hört die Tätigkeit des Agrojoint in der Sowjetunion in zwei Jahren vollständig auf. Unzählige Millionen Dollar ausländischen jüdischen Kapitals wurden geopfert und heute wird das ganze Werk der Willkür der bolschewistischen Machthaber ausgeliefert. mm 1 i heafer/ Kunff und HIlllllllllllHLileraJur Gastspiel Dr. Paul Barateff—Ben Zwi in den Jüdischen Künstlerspielen, Theater Reklame, II., Praterstraße 34. Zufolge des kolossalen Erfolges des Dramas „Der Abtrünnige" (Moschke Chaser) wurde das Stück für die nächsten Tage am Spielplan belassen. Die Vorbereitungen für das Strindbcrg-Drama „Der Vater" sind