Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 194 (5.6.1931)
- Date
- 1931-06-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 DIE NEUE WELT Nf, m [GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien* I. Bes., Seitenslettengasse 2, Telephon V-28-U28 XI., Zentralfriedhof, neb. d. t. Tor, Telephon U~18~0-85 yilIIII!!IIIMllllllllllllflllll!lllllllllllllllU1III!I!llltl1fIIII1l1Ht| E Gegründet 1882 | I Lcbcnswersklwransi- .PHÖNIX' § Gesellschaft | Zentradirektion: WEN l.( Riemergam Nr. 2 S i (ersitherungsäasianti per Milte 1930 2450 Mlilünsn Sdiüffog £ volIeingezatiU« Aktkniupital 4,000.800.— SÄB s Prämien- und Zinsenetonafameo in Jahie 1923 125 Millionen SABIing S Garinfiemiffe! per Ende 1929 300 Millionen Scfrfflfng s Auszahlungen an Versicherte im Jahn 1929 30*5 Millionen Solling § Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Frantrreich, 5 Belgien. Holland, Italien, Spanien, Tschechoslowakische s 5 Republik. Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- £ 5 (and, Türkei, Aegypten und Palästina. 5 niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifi? RADIO m aiagaritar Koffarform für Radio und Schallplatten, eplait ilbarall ohn« Alf__ tann«, ohne Erde, sowie alle modernen Netzempfänger, Radl©»Apparaf« mit Auslandempfang, Radio-Bestandteile. Krad» bit 20 Monat«. 10% Anzahlg., 1% Kreditspesen pro Monat KOFFERAPPARATE Luxus-Apparate, Sehallplatten von S 2.-», die neuesten Schlager In größter Auswahl sowie Mandolinen, Gitarren, Harmonikas, Lauten, Violinen, Zithern, Blasinstrumente, erhalten Sie für S 2.50 Wochenraton. Mumm SCHLESINGER JSa %•«■."« FAHRRÄDER Motorräder, beste Qualität, mit langer Garantie, von S 15.— monati. SCHLESINHeR, Widn, VII., Burggasse 122 u. 124 BEI BESTELLUNGEN BITTE SICN AUF ,DIE NEUE WELT« ZU BERUFEN! Illlllllllilllllllllllllllilüllllllllllllllllllllllll EINLÖSUNG « o°l o SILBER PLATIN G.A. SCHEID WMN I, 'rans-Josafs-Kai 4* Wien VI, OumpendorfewtraBe 85 Wien VII» Kaiserstraße 6//69 Rainer, Wien VI, Dürergasse 1 beizubringen, d)' legales Mittellosigkeitszeugnis, aus welchem die- Erwerbs*, Vermögens- und Familienverhältnisse des Einschreitens und seiner unterhaltspflichtigen Angehörigen, insbesondere auch der allfällige Genuß von Stipendien oder Freiplätzen des Bewerbers oder seiner Geschwister zu ersehen sind, e) ein Fragebogen, der vor Ueberreichung des'Gesuches in der Magistratsabteilung 8 zu beheben und in allen Rubriken genau auszufüllen ist. Die mit einem Mitlellosigkeitszeugnis belegten Gesuche sind stempelfrei. . . Die Stipendien .werden MitteJschiü'ler,n für eine Zeit verliehen,. die zur Vollendung ihrer Studien an der Mittelschule bei normalem Studienförtgang erforderlich ist, Hochschülern bis zum Schlüsse dieses Studienjahres, Copyright 1928 by ,Die Neue Welt", Wien KOMÖDIANTEN. Romari von Schaiom Alechem. Ins Deutsche übertragen von P. Rosen hall sem Abend auch Berichte über die österreichischen und auswärtigen Kongreßwahlen. Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl". Am Samstag, den 6. Juni, findet in unserem Heim, IL, Krummbaumgasse 10, ein Referat unseres Bb. Max Appenzeller über „Reiseeindrücke meiner Palästinareise" statt. Jüdische Hochschüler und Hochschülerinnen sind herzlichst eingeladen. Misrachi-Zentrale, IL, Praterstraße 11. Lesehalle. Am 1. Mai 1. J. wurde die Misrachi-Lesehalle eröffnet. Es liegen auf: Hebräische Zeitungen, (Hazfirah, Haarez usw.), jüdische Blätter (Hajnt, Tagblatt usw.) und deutsche Tageszeitungen (Neue Freie Presse usw.). Die Lesehalle ist den ganzen Tag geöffnet. Mitgliedsbeitrag 50 Gruschen monatlich. Kurverband Agudas Ripuj, Wien, II. Auf der Generalversammlung wurden gewählt: Obmann: Rabb. \L H e s c h e 1, Vizeotxmann: M. P1 a g m a ti n und Jakob K o f 1 e r. Kassier: Michael W o 11 o c h. Schriftführer: Josef David so h n. David K o f 1 e r und S. Goildberg, Revisoren. Vizeobmännin: Frau Johanna Griffel und Rabb. Marie Günzfoerg. Es wird gleichzeitig bekanntgegeben, daß der Verband heuer wie alljährlioh seihe Tätigkeit aufgenommen hat, um Kur bedürftigen in G1 eichenb e rg und Sauerbrunn den Kuraufenthalt zu ermöglichen. Bewerber mögen s c h r i f tlic'the G es meine am Herro Jakob Koller, H., Rueppgasse 25, einreichen. Amtliche Verlautbarungen der IfraeL KultusgemeiBide Wknu ■ Kundmachung..Der.ZiUtusyorstawJ^iiat mit Rücksicht auf die durch die Vakanz mehrerer Gemeinderabbinerstellen bedingten Schwierigkeiten bei der Heranziehung von Gemeinderabb'inern .zU Funktionen für die Zeit bis 30. November 1931 Herrn Professor Rabbiner Dr. Moritz Lew in, Wien, XHL, Penzingerstraße 9.7, damit betraut, im Bedarfsfalle in Stellvertretung von Gemeinderabbinern, bezw. Vereins-Gemeinderabbinern staatlich rechtswirksame Funktionen zu vollziehen. Diese Verfügung wurde vom Wiener Magistrat .im staatlichen Wirkungskreis mit Erlaß vom 21. Mai 1931, Zahl. M.-Abt. 49/4087/31, genehmigt. Stipendien der Gemeinde Wien. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird bekanntgegeben, daß im Studienjahr 1931/32 für. Schüler der Wiener Obermittelschulen (Obergymnasien, Oberrealschulen und sonstigen Obennittelschulen, die. .dieselben Berechtigungen zum Besuche der Hoch- , . v schulen gewähren), der Akademie für Musik und dar- I lassen. Und dazu kamen ihm noch allerlei wilde und stellende Kunst in Wien, der Wiener Bundes-Lehrerungeheuerliche Gedanken, düstere, traurige Gedanken, bildungsanstalten, der Bildungsanstalten für Kinder- / n<,„ „• +_0,„.;rtÄ„ ol Aa„ anru~a ,„»;a a»„ui gärtnennnen in Wien, der Wiener Staatsgewerbeschulen, I De' eme trau^er al« der andere. Wer we»ß, dachte er des Wiener Technologischen Gewerbemuseüms, der < sic"» 00 sie überhaupt kommt, und wenn sie kommt, Wiener Handelsakademien mit Oeffentlichkeitsrecht, der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie, der Bundeslehranstalt für Textilindustrie, und der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, ungefähr 100 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je S 300 jährlich und für Hörer der 1 Wiener Universität, der Wiener Technik, der Wiener \ Tierärztlichen Hochschule, der Hochschule für Welthandel, der Hochschule für Bodenkultur, der FacMiochschule für Musik und darstellende Kunst, der Akademie für bildende Künste und der .Akademischen Spezialschule für Medailleurkunst in Wien ungefähr 80 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je S 420 ■ (S 396 für Hörer der Rechte), jährlich nach den hiefür bestehen-, den allgemeinen .Vorschriften und unter nachstehenden besonderen Voraussetzungen und Bedingungen zur Verteilung gelangen. Zum Genüsse' dieser Stipendien sind nur unbemittelte öffentliche Schüler und Schülerinnen und ordentliche Hörer und Hörerinnen der genannten Lehranstalten berufen. Privat isten an M it t e 1schulen und außerordentliche'Hö.rer an Hochschulen sind von der Beteilung mit tinem Stipendium ausgeschlossen. Unter sonst gleichen Bedingungen haben nach Wien zuständige Bewerber den-Vorzug. Die mit der Würdigkeitsbestätigung der Schulleitung und dem Nachweis der* österreichischen JUundesbürgerschaft versehenen Gesuche Sindbis 2 0. Ju 1 i d. J. unmittelbar beim Wiener Magistrat, Abteilung 8 (I., Neues Rathaus) einzubringen, . Dem Gesuche sind beizuschließen: a) Geburtssdiean, b) Heamafecfaein, c) StudiennadiAveise der beiden letzte» Semester, allenfalls auch Prüfungs- und Frequentatdipasi^^ Hörer der Technischen Hochsdimle haib>n überdies das vorgeschriebene Emheitenverzeicittis lü h Sorgfältig und reell. S. Seh., Wlan XX, JBgerstraß« 69 KINDERWAGEN .von S 2«.- aufwärts direkt beim ■rafiiger Eurrinrnrxx, wauinstbinplatz a ilhrlKlKlini* BARKHQ.4 ffittHnptonß« 108) IIULLULIIU XX, KJoatemaiiburgaratr.91 jedoch kann das Stipendium in der Regel bis zur Vollendung, der Studien alljährlich wieder verliehen werden, falls nicht besondere Gründe dagegen sprechen. , Der Vorstand. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 6. Juni a. c, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schulzugehd in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Machdruck verboten. Scholen! Meir, du bist allright, sagte Murawtschik zu sich selber und' begann auf den nächsteh Train zu warten. Ein solches Jafir: für mich, was für Land das ist, dieses Ameritschkel Na,- Ameritschke! . . 7.7.'"K ap 'it el. >■ ' ■ Uffter. Tieren. . Der Ort, 'wohin Rosa, ßjiiwäk ihren lieben Rafalesco bestellt hatte, war der Park des Zoologischen Gartens, der im Winter nicht sostark besucht ist wie im Sommer, wo man .deshalb frei "Spazieren kann, ohne jemandem zu begegnen, außer den Tieren, die in ihren Käfigen ver« sperrt sind. Erschienen war unser Held zum Rendezvousplatz. trotz der Hindernisse an diesem Tag, um gute einund« einbatb Stunden-zu früh. Und was er in diesen einund« einhalb Stunden erlebte, da er unter Tieren von Käfig zu Käfig ging, hatte er sicherlich in all den Jugendjahren: seines Wanderns in der Welt nicht erlebt. Die Wichtig«; keit des Augenblicks, nach dem er sich Jahre um Jahre gesehnt hatte, genügte an und für sich, sein Herz wie einen Hammer klopfen und es wie einen . Ast zittern zu womit sie kommen wird. Wer weiß,, was bei ihr mit ihren „goldenen Ketten" vorgeht, von denen sie ihm in ihrem Brief" Andeutungen gemacht hat. Wer weiß, was für Szene im letzten Augenblick mit Grischa Stellmach gewesen sein mag. Alles, wo es nur irgend einen betrüben« den Gedanken gibt, eine düstere, in Schwarz gehüllte Stimmung kam über'ihn. Wie oft er auch diese düsteren Gedanken von sich abwies, wie sehr auch er sich be; mühte, sie zu meistern, es gelang ihm nicht, ruhig zu werden. Er' fühlte, daß ein wichtiger Augenblick ge« kommen sei, der wichtigste seines Lebens. Und unwilU kürlich mußte er an das denken, was er mit diesem Mus rawtsghjk begonnen hatte wie er ihm eben die Gott die Seele schuldige Sladke verschachert, ■ übergeben hat, wie man eine Sache, einen Sklaven, einen Knecht über* gibt. Und wem? 'Einem Menschen, den er nicht kennt: und von dem er nichts weiß. Und wann? Nachdem er, erst heute am Morgen entschlossen war, zur armen Sladke zu laufen, ihr zu Füßen zu fallen, ihr zu schwören, daß er der Ihre sei, der Ihre für immer. Und es kommt ihm, vqr, als würde ihm jemand ins Ohr raunen: Kain, Kain, Kain! Rafalesco schreitet noch tiefer in den Garten zu den Tieren. Er entflöhe sich gerne selber — kann nicht* Er würde das ganze vergangene Leben ausradieren, weg«! wischen wollen.~ kann nicht. Im Gegenteil, es liegen' so klar und so deutlich alle seine großen und kleinen Verbrechen vor seinen Augen, alle seine künstlerischen Bemühungen und Ideale, und wie in einem offenen Buch T liest er die Summe, die er selbst gezogen hat, und, das Urteil, das er. selbst gefällt hat: als Mensch ist er ein Verbrecher, ein Kain, ein Kain! . . ..Als Künstler' ist er klein und nichtig, umringt von keinen Menschlein, einge# taucht in fälschende Reklame, von oben bis unten Bluff und Bluff und Bluff 1.. . . Viel Walser wird noch fließen, viel Opfer werden noch gebracht; viele Altäre noch ge» stürzt werden — und er wird immer nochdastehen wie jetzt, diesseits derheiligen Tempeltür, wohin schon von Kindheit , an seine junge, aber schon wehe Seele will i. .' aber psst, wer geht da? . . . Er fühlt, wie das Herz zum Stehen gekommen' ist. Die .Augen . werden breit und kugelig, schon wollen sie herausspringen 1 Nicht ..doch? Nicht doch? Auf ihn biegt die mittelgroße Gestalt einer reizendsschönen Frau zu, die nicht geht, die leicht wie die Luft schwebt. Ist das etwa „sie"? Ja, das war „sie". Es ist noch nie im Leben vorgekommen, daß wir in einem Menschen dem begegnen, was wir erwarteten, das finden, was wir zu finden hofften. Es war nicht die, die sich Rafalesco in seinen, Träumen vorstellte. Es war nicht das Resl, das er von Holeneschti her kannte, nicht die Rosa, die er steh lü seiner Phantasie malte. Eine < ganz andere erblickte er vor sich. Sie schien ihm viel größer und viel älter und anders, anders, anders. Zu ernst, zu streng und zu kalt erschien sie ihm in diesem Augen« blick, da er .sie erblickte.. Nur die Äugen waren dieselben feuchtschwarzen feurigen Zigeuheraugen. Auch er. erschien ihren. Augen nicht jener Rafa* lesco, den sie sich in ihren Träumen vorstellte, und nicht Lebl, des Reichen Jungender sich .ihrem Gedächtnis vom Cheder her eingeprägt hat. Ganz, ganz verändert. Unver« änder-t waren nur seine Augen, seine guten, blauen, sanf» ten Augen. Eine Minute lang standen sie einander gegen« über, ohne ein Wort hervorzubringen, ohne sich zu rühren. Es sah aus, als läsen beide in ihren Gesichtern das ganze Vergangene, als wollten beide aus ihren Augen die Geschichte ihrer Jugend entziffern, die so wenig froh in der Fremde während ihres ewigen Unstetseins auf der Welt dahingegangen war. Das dauerte ■ nur eine Minute. Bald zeigte sich auf ihrem Gesicht ein Lächeln, das erste Lächeln, und, er fühlte,-, wie sein . Hers auf^zitterte und .wie es ihn mit magnetischer Kraft zu ihr zog. Der Tag ist schon lange verloschen'. Die Sonne untergegangen. Am Himra,el glitzern. Sterne. Der Mond ist herausgeschwommeu. Unsere beiden jungen Helden, Lebl Rafalowitsch und Resl Spiwak, sitzen, immer noc^ und sprechen .und sprechen. Sie -rufen sich Holenesohtl zurück, das . jüdische Theater, Gottsgass, den Brand, die irrenden Sterne ... (Fortsetzung foj$t,} EimtOmv, Vttlwr, thiWMtbtt ort v*r«aftwo*tHtfwr Redakteur OberbauratiRofe«« Stricker, m Druckerei« uad Verla«s-A.»G. ]gmt Stotvmana. btJdo Wien. VL: Unlvej?altätwt»B»