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Die neue Welt · 1931-05-22 · Heft 192 (22.5.1931) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 192 (22.5.1931)
Date
1931-05-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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»te mttäk DIE NEUE WELT m BAUSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, /. Bei., SeUentieitengaue 2, Tetephon U'28-1'28 X1H Zentrtdfriedhof, neb. d. 7. Tor, Telephon U-78-0 83 Ltmti||||fl|||||||tllllllllllllllllllflllltllllllf||illfltllllllllllllll!ä | Gegründet 1802 I «■ u S _ i I 1fettllSrM f | Zentradlr elrtion: WIEN J., Rlem«rg«88e Nr. 2 | 1 fmidwinuiwstanti psr Mille 1930 2450 Millionin Schilling 5 »flWusratot Akfisnkantfai , 4.0HM00.- Shilling E Prämien- und teMiBtn in Utot 1529 125 MilliOB« SdÜltino s s Canralitnittel p«r End; 1929 300 MifltoMn Sdiüling s AnaaMongtn in VmUiitte in Jahre 1929 30*5 Millionen SAilllng s s Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Hollend, Italien, Spanien, Tschechoslowakische s 5 Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Briechen- 5 s fand, Türkei, Aegypten und Palästina. s nifiitfiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiriiiiitiifififiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiifiiirr RADIO in «le)§aitt«r Koftertorm für Radio und Schatlpiatten, «pi«fi tibfjrafl ohne An« _ tanne, ohne Erde, sowie alle modernen Netzempfänger, Radi6«A|»parate mit Auslandempfang, Radio-Bestandteile. 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Mai, um halb 12 Uhr mittags. Der Vorstand der äsräel. Kultusgemeinde Wien. Neue Gruft-und Grabstellen auf den israelitischen Friedhöfen. Auf der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes (I. Tor) wird derzeit die Anlage neuer Gruft- und Gräberreihen durchgeführt. Hievon erfolgt mit Rücksicht auf die in den letzten Jahren aus dem Kreise der. Gemeindemitglieder wiederholt geäußerten Wünsche um Reservierungen von Grüften oder Gräbern auf dieser Friedhofsabteilung, welchen mangels verfügbarer Plätze nicht entsprochen werden konnte, die Verlautbarung mit dem Beifügen, daß auch auf dem neuen israelitisch e n F r i e d h o f e (IV. Tor) nunmehr Reservierungen von Arkadengrüfteai zu dem normalmäßigen Tarif vorgenommen werden. Nähere Auskünfte erteilt das Friedhofamt der Israelitischen Kultusgemeihde, Wien, I., Seitenstettengasse 4. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Am kbmmendeh Woclienfeiste werden in naclibenannten Gemeinde- 'und, Bezirkssynagogenbei dem um 8 Uhr 30 Minuten beginnenden Morgengottesdienst Predigten abgehalten, iund zwar: Freitag, 2 2. Mai (1. Festtag): I., Seitenstettengasse .4 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang); IL, ..Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. L Täglicht); IX., Mülln.ergasse 21" (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XVI,, Hubergässe 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XX., Kluckygässe Ii;-.(Rabbiner-Dr. B. Murmel-; stein). — Samstag, 2 5. Mai (2. Festtag): IL, Paz-; maniteugasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taiiibes); V., SiebenbEunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M, G. Mehrer); VI., Schmalzthofgasse 5 (Rabbiner Dr. J. Drobinskv); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiuer Dr. M. Bauer); X„ Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. Albert- Wedner); XIH.,, Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin); XIX. , Dollinergasse 3 (Rabbiner. Dr. A. Frankfurter); XX. , Kluckygaese 11 (Rabbiner'Dr. B. Murmelstein); XXL, .Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Israelitischer Jugendgottesdienst. Am. Samstag, den 23. Mai 1931, findet, um 3 TJhr nachmittags der jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinide- und Bezirkssynagogen statt. - , „ ,:M«slifirrAndachten . ani S.che.w,uojthf,est.e.?ur Vermeidung des 'großen Andranges'in denGeineiridetempeln zur;,JMäskaraV' veranstaltet der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Schewubthfeste, , Samstag, den^ 25. 'M'aC'um iB'-'Wr'früh, im Stadttempel,. L, Seitenstettengasse -4, 'und v im 'LeopÖldsiädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, sowie um-9^'Uhr-vormittags im Festsaale des.Hbtel „Cpniinental",'!!., Tälb'orstraße 6, anläßlich der Maskir-Andächten feierllchO-Göttesdienste. illlllHIHIIIIIIIIIlililllllillllH An die Freunde und Leser ' ] , des; JBlattes] ^" ' Wenn Sie der Ansicht sind, daB die „Nene WeltM ein empfehlenswertes Blatt ist,- geben 3ie uns freundlidist die Adressen von Freunden und Bekannten an. Wir werden denselbeu die „Neue Welt" durdi mehrere Wochen zur Probe gratis zukommen lassen. Wenn wir uns bei der Werbung auf Sie berufen dürfen, bitte dies ausdrücklich zu bemerken. Aus der Zusendung erwachsen weder Ihnen uodi den Empfängern irgend welche Verpflidituiigen. ' ' ' ' Die Verwaltung der »Neuen Welt". IHniiiM ma&stin'DMw. Copyright 1928 by „Die Neue Welt", Wien. e Nachdruck verboten. KOMÖDIANTEN Roman von Schalom Alechem. fns Deutsche übertragen von P. Rosen hall. Und in dieser Stunde wurde »n ihm ein Plan fertig, ein goldener Plan, für den er. sich selbst mit einem Streicheln der Wange belohnen wollte. Murawtschik, bist ein schlauer Kopfl Unterdessen war die Essenszeit gekommen und so ging er ein jüdisches Restaurant suchen und stieß auf das berühmte Restaurant des Seholem, der nicht aufhört zu annoncieren und jeden Tag. in den New Yorker Blättern sein picture zu drucken: „Vergeßt nicht euren Freund Seholem, der euch jeden Tag mit besten rumänischen Speisen versorgt, koscher und frisch und schmackhaft" usw. '. - ■ . ..t Wie Seholem Meir zu Seholem ins Restaurant keift; fand er alle Tische besetzt; von business<Leuten,: die keine Zeit zum Essen haben, und von denen jeder seine Mahl« zeit hastig einnimmt, h'urry up,- wie 4He£'>ih; Amerika, und er begann nach eineni Plätz Umschau zu halten, Cwo. er allein mit seiner Mahlzeit,'mit seinen1 'Plänen und-IQe* danken bleiben konnte. ' ' 'i ■ ■• Bevor er sich umgesehen hätte, wuchs ein Mords« bursche auf, ein gentfemän fnit "'weißer Serviette^ blond,' und rasiert wie ein Schauspieler, der wie ein Jongleur fountain pen und Notizbuch hervorzog und ein Paar wie Kohle glühende Augen auf den eingetretenen Gast warf, i sich ein wehig zu ihm hinabneigte; als wollte, er sagen:! Mister, bestellen Sie Ihr dinner, aber baddem sie. mich! nicht lange. Sie sehen, wieviel customers wir haben!! Hurry up! Murawtschik aber imponierte dieser blonde j gentleman mit der weißen Serviette gar nicht. Er setzte j sich zum Tisch, warf das neue Hütchen hin, das diese < Walze Nissl Schwalb ihm gestern zerknittert hatte — ge«! lähmt sollen ihm die Pratzen werden — dann zog er aus \ einer Seitentasche einen kleinen, zweigliedrigen Kamin, { begann sich das Haar von vorn nach hinten zu kämmen,! und gleichzeitig das Mittagmähl nach seiner , eigenen < Speisenliste zu bestellen, die ihm sein gereizter; Appetit! eingab, folgendermaßen: Ein papriziertes Gulasch aus ■ Brust, Leber und Flügeln einmal das eine» Eine Suppe mit einem anständigen Viertel Huhn — ejnmal! das zweite, Eingelegtes mit Ferweln — einmal das dritte. Eine Möhren* zuspeis mit gefülltem Darm — einmal das vierte. Ein Gläschen Cognac aus,. der, ./.Champagne" mit einem Stück* .chen Rettig mit Schmalz dazu und ein' feines Glas Lager* bier — ist : einmal,das fünfte.. Und vorwärts mit dem rechten Fuß und flott und schau weiter, Krach* .und der Teufel, in dein ^Vorderes mitten in den Bauch hinein!" Die letzten Worte brachte .Murawtschik rasch und lebhaft in einem Atem, wie es seine 'Art ist, heraus. Der blonde gentleman mit der weißen Serviette schrieb^ali die . angesagten Speisegattungeri so rasch, auf,1 daßf'mari*kejnen Stenographen brauchte. Dann überflog er den ganzen .Zettel von oben bis unten und fragte' den Gast: „Well, was ist das eigentlich.igjin,Eingeigtes?" Murawtschik heftete seine schelmischen''Augen auf den blonden Gesellen und sagte zu ihm halb ernst,'halb im Spaß: r V'-, „Ein Eingelegtes weißt du nicht?: Eini Ei^gebrenn weißt du auch nicht? Was bist du dann für ein'; Bedienter in einem Restaurant? Warum sollst du nicht lieber Stiefel putzen gehn auf der street oder reinigen die . . ." Murawtschik konnte nicht zuende sprechen, denn der blonde gentleman mit, der Syeißen Serviette warf seine glühenden Kohlenaugen auf ihn, trat nah© an , ihn > heran» öffnete den; Mund und; begann mit .ihm in t der'Sprache Amerikas zv sprechen, d. h.. mehr als die 'Hälfte^englisch; .,,He,vM^^ Maul. Ich; bin k^ein B^enter, ich bin ein weiltet in einem jewiab* mtiwinilic£%in-ein merober einer union^ ich bin ein . , En Glück, daß Seholem,, der Restaurateur selbst hinzukam, Frieden zu stiften. Sonst hätte einer der beiden schlecht abgeschnitten. Die oben beschriebene Szene schadete aber dem. Appetit unseres Murawtschik bewahre nicht. Er ging eifrig an sein Mittagessen, und in seinem Kopf wob sich inzwi* sehen dieser Plan: Daß der Singvogel (Rafalesco) in diesen flotten. Kerl (Rosa Spiwak) verschossen ist, ist für die Geschicihte durchaus vorteilhaft. Man muß nur zusehen, daß das Ge* schäft bewahre nicht verdorben wird. Ich habe eigentlich nichts dagegen. Sollen sie genieinsam alt werden in Reich* tum und Ansehen. Aj, was wird mit Sladke geschehen? Das was mit. allen Mädchen, die ausgleiten, aufs Wort glauben und die Mitgift vor der Hochzeit hergeben. Gewiß ist sie sehr bedauernswert.. Aber was soil man tun? Sie wird so lange. weinen, bis sie aufhört. Ich werde sie be* stimmt nichtfallen lassen ... Ich bin nicht Schtschuppak. Ich habe kein Bündel Weiber, ich habe nicht einmal eine. Es ist schon, glaub' ich, Zeit, daß ich auch endlich einmal zu einem Winkel. komnie, wo den Kopf hinzutun. Wie lange noch unstet sein, fremden Göttern dienen? Uöber* haupt, wo Sladke ein feines Mädel ist.' Ein stilles, ehr» Hohes, frommes Lämmchen und bei sich selbst, die Arme, minder geworden. Wenn man eine solche nimmt, tut man doch wirklich ein gutes Werk, bei mir spielt's keine Rolle, mit einem Kleinen, ohne ein Kleines, wenn nur eine brave, und i daß es ihr bei mir gut gehen wird — soll ich ein so gutes Jahr haben! Ich .werde ihr nicht alte Sünden vor* werfen. Das Stückchen ..Brot wird sie bei mir auch nicht rar haben. Ich bin doch, nicht Schtschuppak, ausgelöscht soll sein Name werden. Natürlich werden sie uns Zubuße, geben müssen . . . ich meine, er und sie ... sie sind wer . . .. macht nichts, kein r Unglück, sie sind beide gute Verdiener. Und sie garj Die rafft, sagt man, in Amerika Gold mit beiden Händen zusammen. Er muß sich doch in meine Lage hineindenken: ich nehme sie doch wie sie steht und wie sie geht, mit einem Kind und mit einer Mütter als Draufgabe, wenn's zü wenig ist . . . ich hoffe, er wird^nicht Klange Geschichten machen und wird wahr* scheinlich nachgeben, dehn ich habe ihn in der Hand . . . soll er nur faule Kunststücke machen wollen, bring ich ihm zur Trauung als Geschenk ein „Kleines" ... oh, Mr. Lockschenmann, zahlen! ' , Der' letzte Ausruf gehörte Eigentlich dein**blonden '"*''' "t { :; - - V .- *» vi*-. ' ' ■ . gentleman': mit der weißen Serviette.. Aber, da zwischen den'beiden ein kleiner incident vorgefallen war, tat er als hörte er nicht, verzichtete^auf^'Trmkgeld-und^schjckte den Chef ■ zur * Verrechnung mildem greenhorn. Das«*Mittagessen bezählt^-für deniKellner ein: paar cent'". auf' den *jar geworfen, stand' Murawtschik mit straffem Bäuchlein vom Tisch auf wie ein satter burschoj, rauchte eine. Zigarre . an ,imd ging in gängelnden Tanz» schritten;: hinaus," um;; einen5 Spaziergang durch:- die Straßen New Yorks zu machen. ' - j; ,! , , .',.'..'..■._• 7.5...K a.p i i^l. .; Unter der Erde. Zufrüh machte. s}ch; unser- Held zum Rendezvous auf, das; ihm Rosa bestimmt hatte. Er vergaß sogar, einen; Blick auf die Uhr zu werfen. E^rst als erlauf der Straße war und zum zehntenmal den ,lieben/ süßen Brief, den' er schon auswendig kannte,, durchlas und - wieäer auf die yqrte „zwischen vier und: fünf" stieß, nahm er gewahr, daß es noch Zeit sei, in einen barber*shop einzutreten und sieb einen shaw geben zu lassen, dann in ejnen Cafe*Salon zü ^ehenr den Hunger zu stillen, und der^eichen mehr. Die Zrejger *der Uhr rückten faul und schWfrig vor. (Fortsetzung folgt.) Eigentümer, Verleger, Herausgeber ood verwtwoftWober Redakteur Oberbaurat Rpbert Stricker, VwtogssA,^ Igoag mmmm Mdo WIM, VL Uolvcrsitätwtraße ' ' Druckerei- und

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