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Die neue Welt · 1931-05-08 · Heft 190 (8.5.1931) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 190 (8.5.1931)
Date
1931-05-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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r Seite 12 DIE NEUE WELT Nr. m GRABSTEINE FRIEDLÄNDER <ft DEUTSCH Wien, I. Bes., SeUeneiettengatao 2t Telephon V-28-1-28 XI« Zeniralfrtedhof, neb, d. 1. Tor, Telephon ^JlllflllllflflllllllllllllllUlllllllllllllttlllllllllllllllllllllllllllltä g fiegrttfid«* 1862 § 1 Gesellschaft .PHONIX' Zentradlrektlon: WWW I« RtaMrowa Nr. 2 VüJidiejanflSöESlanc psr Mitte 1930 2450 Million« Sdüiliflg voRiingniblfes Ikfonlipitai 4.JMM- SAifflag Primltn- und Zinsmiiniuliniii iffi iabre 1128 12S MRIkmtn SABfing ßtnntismfrtef per Ende 1929 30t ffiltiontn ftMIhg Joinblonp an Versiditrtt im Jahre 1929 39*5 iHltsntR S*il!ing Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien. Holland, Italien, Spanien, Tschechoslowakische Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und Palästina FAHRRÄDER Metorr8der, beste Qualität, mit _ langer Garantie, von S 15.— tnonatl. 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Nach der Eröffnung des Festes durch ein Palästinalied folgten Schir Haschirim (Chaluzszene in Palästina), Lag Beomer in der jüdischen Kolonie, Sederabend beim Wunderrabi und eine Trumpeldor-Deklamation „Od Josef Chaj" durch Menachim Berglas. Neben Margit S e 1 i n g e r (palästinensische Lieder und Tänze) wirkten David Pfeffer, Heinrich Stein, Munje Schein, Moses Kohn, Aaron Feldmann und Jakob Laden heim verdienstvoll mit. Die schöne hebräische Feier erwies sich in ihrer Wirkung als erzieherischer Faktor. Alle Mitwirkenden mit dem Leiter M. Chartiner wurden mit Dank und Beifall ausgezeichnet. Gesellschaftsreise des Palästina-Amtes Wien nach Palästina. Palästina ist durch sein vorzügliches Klima in allen Jahreszeiten als ein für Erholungszwecke besonders geeignetes Land anzusehen. . Strandbäder in Tel-Awiw und Haifa, Luftkurorte auf den Bergen, heilbringende Quellen in Tiberiäs etc. geben dem Lände eine ganz besondere Bedeutung als Erholungs-, Heil- und Ferienplatz. Hinzu kommt, daß die Aufenthaltskosten nach der Saison (Ende Mai bis Ende November) bedeutend niedriger sind als in den Wintermonaten, so daß diese Monate als für Volks-,- Jugend- und Ferienreisen besonders geeignet anzusehen sind. Um auch minderbemittelten Kreisen oder solchen, deren, F e ,r i, e n a u f e n t h a 11 an, die Sommerzeit. gebunden ist, zu'ermöglichen, diese Zeit in Palästina zu verbringen, veranstaltet das Palästina-Amt über vielfachen. Wunsch Anfang Juni 1931 eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die Reise. ist für Personen gedacht, die sich nicht an. einem gemeinsamen Aufenthalte im Lande zu beteiligen wünschen und die eventuell die Möglichkeit haben werden, bei ihren dort lebenden Verwandten oder Bekannten Aufenthalt zu nehmen. Die Rück reisekann auch einzeln angetreten werden mit einem wöchentlich verkehrenden Schiffe des Lloyd Triestino. Die Durchführung der Reise ist von einer Mindestteilnahme von 10 Personen abhängig. Die Anmeldung zur Teilnahme muß bis spätestens 15. Mai 1931 beim Palästina-Amte, Wien, I., Kärntnerstraße 28 (Telephon R 27-4-86) erfolgen; Aus der Filmwelt* Stimmung, Laune, Uebermut... ...ist das Motto der neuen Ufatonfilm-Operette „Ihre Hoheit befiehlt", deren Wiener Premiere in den nächsten Tagen im Elite-, Lustspieltheater- und Flotten- Kipo stattfindet. Wenn eine JPrinzessin sich verstohlen auf einem Gesindeball des Städtchens im Tanze dreht und dort ihr Herz an einen feschen' jungen Mann verliert, wenn sie dieser Liebe wegen die Hand eines Jürsten ausschlägt und wenn sie das Heiligste vom Heiligen, „Ihre. Majestät die Etikette" verletzt, so gibt dies Anlaß zu vielen lustigen Verwicklungen und heiteren Z^schenfällen. Willy Fritsch, Käthe von Nagy, rleinhold Schänzel, Paul Hörbiger und Paul Heidemann sind die Hauptdarsteller dieses Films, den Hanns Schwarz inszenierte und dessen Musik Werner Richard ijeymann. dem wir die Musik zu „Liebeswalzer" und „Die Drei von der Tankstelle" verdanken, komponierte. tt »D^1' Bettelstudent.'* Der-mit dem größten Erfolg in Uraufführung gelaufene Sprech,- und. Tonfilm „Der Bettelstudent frei' bearbeitet -Wfc Möckers unsterblicher Operette, mit Hanns Heinz Bollmann, Fritz Schulz, Jarmila Bowotnu und Truus' Van Aalten, erschien nunmehr gleichzeitig in einer Anzähl der prominentesten Wiener Tonfilmtheater am 1/ Mai. Amtliche Verlautbarungen der KraeL Kultusgemeinde Wien* Israelitischer Jagendgottesdienst, %m Samstag, den 9. Mai d. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirksrmyofsw statt. Copyright 1928 by „Die Neue Welt". Wien. Nachdruck verboten« •. KOMÖDIANTEN Roman von Schalom Alechem. Ins Deutsche übertragen von P. Rosenhall. Brejndele Kosak: Was für „Kleines"? M ur a wtschik: So? Ihr fragt, was für „Kleines"? Ist es doch ein Beweis,, daß Ihr etwas mehr als ein Toter wüßt. Nun, was verdreht Ihr einem den Kopf? Brejndele Kosak: .Habt keinen Aerger. Ich weiß, was ich rede. Ich rede von der Primadonna und Ihr kommt mir daher mit einem „Kleinen". Murawtschik: Erstens ist das „Kleine" nicht meins. Und zweitens, von was für Primadonna redet Ihr? ■ * Brejndele Kosak: Von was für Primadonna redet Ihr? Ich weiß von zwei Primadonnen. Murawtschik: Wo haben sich zwei Prjma* donnen her genommen? Brejndele Kos ak:1 Seht Ihr schon, daß Ihr nicht wißt, wer Euch die Hosen angezogen hat, wenn Ihr fragt, wo sich zwei Primldonnen her, genommen haben?. M u r a w ts c h ik: 1 Wißt Ihr was? Na, erwürgt Euch mit Euren Primadonnenl B r e j nd e lie K os ak: Ihr zuerst, Ihr seid älter. Murawtschik: Malt Euch, wer älter ist, kann man nicht wissen . . . Ich seh'-nur, daß heute, mit Euch nichts zu machen, überhaupt nichts. Ihr seid eine, noch schlimmere Spule, als Ihr war't. Brejndele Kosak: Und Ihr, seid ein Schlingel gewesen und ein Schlingel werdet. Ihr bleiben. Murawtschik: Mit Eurem Gesicht würde es Euch anstehen, Marktweib zu sein mitten in Wilna auf dem Standplatz der Gitke Täube., , Brejndele Kosak: Und Euch steht an, mit Qinem solchen Zutreiber wie Schtschuppak herumzufahren und mit Weibern zu handeln. Murawtschik: Ihr sollt so von Eurem Schnurr» bart wissen, wie ich von Schtschuppak mit seinen Wei* bern weiß. , Brejndele Kosak: Und wer hat des Chasen Mädel aus Holeneschti herausgelockt, nicht , Ihr mit « Schtschuppak? Murawtschik: Woher wißt Ihr Holeneschti? Woher wißt Ihr des Chasen Mädel? .; Brejndele Kosak: Aha, seht Ihr schon,• daß ich mehr weiß als Ihr? , .... .>v.v ,-\ \ M u r a w t s c h i k: Wißt Ihr. was? . Warum sollen Wir uns streiten in Amerika! Amerika ist ein Land des Friedens. Sei's so: ich werde Euch die Geschichte mit dem „Kleinen" erzählen, hier habt Ihr mein Ehrenwort, und Ihr erzählt mir ,dj$ Geschichte mit den Primadonnen , „ Abgemacht? ' * > Brejndele Kosak: Eure»Hand zum Gelöbnis. M'u r a w t s c h i k: Hier habt Ihr meine Hand" zum Gelöbnis. B r e j n d e 1 e. K o s a k:Scfcwörtj Murawtschik: Ich soll so ... Brejndele Kosak: Was — so? •' Murawtschik: So'Glück haben und gute-'Ver* richtung. Brejndele Kosak: Und'wenn nicht? '• Murawtschik: Solll aus mir ein Stiefelschaft Verden .; Brejndele Kosak: Unsinn, Straßenkotl Murawtschik: Soll eine'Kaserne a,uf mich ein» stürzen? Brejndele Kosak: Dummheiten. Murawtschik: Söll mich Kolumbus aus jener Welt würgen^ kommen? Brejndele Kosak: Das ist kein Schwur. Murawtschik: Tfu sollt Ihr werdenI Mich bea schlägt schon Schweiß. Das Ende war, daß Brejndele Kosak nach und nach Murawtschik alles wiedergab, was sie über Rafalesco und über beide Primadonnen, Henriette Schwalb und Rosa Spiwak, wußte. Und als Murawtschik drankommen sollte, die Geschichte von dem „Kleinen" zu erzählen, erkannte Brejndele Kosak, daß er mit der Zunge drehe und ins Leere dresche, stand auf, rot und verschwitzt, hüllte sich in die Pellerine ein und stieß ein solches Gelächter her» vor, daß tausend Geister nicht so lachen können. Muraw» tschik erschrak fast vor ihr. „Was ist mit Euch? Was ist in Euch Solches ge* fahren?" „Chachacha", hörte die Mme Tschernjak nicht zu lachen auf. Alles, was ich euch erzählt habe, . ist ein gestriger Tag. Lüge und Trug. Nicht gebogen» nicht ge* flogen. Chachacha." Scholem Meir Murawtschik machte ein solches Gesicht, als wäre er schrecklich aufgebracht über die Mme Tschernjak, die ihn so häßlich betrogen habe. Im Herzen aber dachte er sich: Das wirst du schön, Brejndele Kosak, deiner Großmutter erzählen... Und das inter* essante Paar ging auseinander, . jeder in einer andern Stimmung. Er sehr zufrieden über die Begegnung mjt Brejndele Kosak, von der er das herausbekommen hat, was er wollte. Und sie — Waldrauber über den heiseren Bastard, verschlungen soll er werden — wütend über sich selber, daß sie sich wieder einmal von den „trügerischen Männspersonen" habe an der Nase führen lassen, die Cholera soll auf sie alle kommen außer über einen! 7 4. Kapitel. Beim Scholem im Restaurant. Die Geschichte, die Murawtschik von Brejndele Kosak über den jungen Mann (Rafalesco) und die Prima« donna Henrietta Schwalb hörte und überhaupt der Roman mit1 der Schönheit (Rosa Spiwak) waren für ihn eine überaus wichtige Neuigkeit., Sie, öffneten ihm einfach die Augen. Es würden ihm viele Dinge klar, die er früher nicht im entferntesten verstand. Er erinnerte sich, wie Rosa einst zappelte, zwar nach Hotzmach fragte, aber anscheinend den' „Kleinen" meinte,, der ' damals im öden Holeneschti i allen1 um die Beine stolperte. Aj Rosa!, dachte er sich; und. das eines Chasen Mädel. Bist» wert, Scholem Meir,' daß man dich hier 'dahinlege, mitten im Amerika und dirmwenigstens an die Stück'fünfzig.-aufschmiere, däß>du bis jetzt die Lage nicht ausgenützt und1 den fetten Knochen nicht abgenagt hast, weder'von des' Bräutigams noch 'von der- Braut. Teil.; Und'wenn du schon ein Pack* Schriften erwischt hast von dem flotten Kerl, der Rösa;! gehst du hin und verhandelst es um ein paar Shilling bei dieser:' männlichen-1 Schönheit yb;n ' London,-verschlungen soll er werden mitten in New 'Yorkl Er hat mich' ja' ratzekahl geplündert. Ich könnte jetzt noch einmal so reich und reich werden, wenn ich die Papiere bei mir hätte.., Ich kann mich doch nich£ vor ihren Augen zeigen,.; bin >. ich doch:-*bei 'ihr 'ein' s'öhäb'iger Gesell wie ein Lügner, Hier versank unser Mfuräwtschik ein wenig in Ge* danken, Dann erwachte er wie vom Schlaf, begann wieder zu sich selbst zu sprechen. - . - Malt euch, so 'soll Schtschuppak in Odessa und Mr. Klamer in New York ein Geschwür kriegen, wie ich diese Geschichte noch ausnützen werde, in Gpttes Namen, mit des Obersten Hilfe,! Wenn nicht, bist du, Scholem, Meir, wert, daß man' dir Stroh zu käuen gibt,rGott soll mir so Glück geben und Gute Verrichtung. ..... (Fortsetzung folgt.) Bfcentftraer, Verle«er, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Robert Stricker, VerUss-A*«u Igaaz Steftmann, beide Wien. IX* UulveraJtatwtraßo 6-8. m Druckerei« und

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