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Die neue Welt · 1931-05-08 · Heft 190 (8.5.1931) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 190 (8.5.1931)
Date
1931-05-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. m Ein revisionistisches Initiativkomitee. Wien, 6. Mai. Während seiner Anwesenheit in Wien hat Vladimir Jabotinsky mit einer Reihe von Persönlichkeiten aus Finanz- und Wirtschaftskreisen Fühlung genommen und ein Initiativkomitee ins Leben gerufen, das die Durchführung folgender Aufgaben übernommen hat: 1. Tozereth Haaretz. 2. Tel Chaj. 3. Fonds für Kreditgarantie in Palästina zur Ermunterung und Förderung des industriellen Aufbaues. Dieses Initiativkomitee wird in der Weise ausgebaut werden, dal? die geeigneten Persönlichkeiten zur Durchführung der obenerwähnten Tendenzen herangezogen werden. Eine diesbezügliche Besprechung findet in den nächsten Tagen in Wien statt. Kasse für gegenseitigen Kredit „B'ne Betar Ltd.", Tel-Awiw. Vor mehreren Monaten fand in TekAwiw eine Zu* sammenkunft der neuen Immigranten des „B r i t h* Trumpeldor" statt. In dieser Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß die revisionistischen Arbeiter und die Mitglieder des „Brith*Trumpeldor" in viel ungünsti* geren Verhältnissen leben als die Mitglieder der sozia« listischen Arbeiterorganisation „Histadruth ha» O w d i m". Am stärksten mache sich der Mangel an Kre« dit und organisierter medizinischer Hilfe spürbar. Der Kreditmangel unterbinde die Anschaffung von Arbeits* Werkzeugen, Baracken, Aufstellung von gemeinsamen Küchen u. a. So entstand der Gedanke der Schaffung einer Kasse für gegenseitigen Kredit. Eine Kommission der obigen Versammlung stellte fest: 1. Die zu schaffende Kreditinstitution muß auf rein geschäftsmäßiger Basis aufgebaut sein. 2. Die Institution muß einen volkstümlichen Cha* rakter tragen. Daher wurde beschlossen: a) die Institution trägt den Namen „B'n e Betar" (d. h. Mitglieder des „Brith*Trvjmpeldor")» damit die Gruppen und Mitglieder des „Brith/Trumpeldor" das Gefühl haben; daß dje Kasse ihre Institution ist; b) die Kasse ist völlig unabhängig, doch wird ihr Verwaltungsorgan mit den leitenden Instanzen der revi» sionistischen Union und des „Brith=»Trumpeldor" in Kon» takt bleiben; ... c) der Wert eines Anteiles wurde auf l pal. Pfund und der Eintrittsbeitrag auf 200 pal. Mil (= pal. Pf.) festgesetzt; d) ein Anteil kann auch in fünf bis sechs Monats* raten bezahlt werden; e) eine finanzielle Verantwortung für die Tätigkeit der Kasse tragen nur diejenigen Aktienbesitzer, die von der Kasse Darlehen erhalten; '. f) die gesamte Verwaltung der Kasse geschieht in der ersten Zeit ehrenamtlich.. Ein detailliertes Statut wurde bei der Regierung zwecks Legalisierung eingereicht. Im- Laufe einiger Tage wurden in TeUAwiw allein über 60 Aktien verkauft. Die Aktion wird energisch fortgesetzt und gewinnt immer größere Popularität im Jischuw. Es bildeten sich Komitees zur Verbreitung der Kassenanteile in TeUAwiw, Jerusalem, Haifa, Petach*Tikwa, Rehob'otti, Kfar*Saba, Herzlia, Hedera, Rosch*Pinah, Tiberias, Jawniel u. a. Die Erste Weltkonferenz des „Brith»Trumpeldor", die kürzlich in Danzig stattfand, verpflichtete alle Ortsgrup* pen des „BrithVTrumpeldor", Anteile der Kasse zu er* werben und dieselben zu verbreiten. Die Adresse lautet: Kasse für gegenseitigen Kredit „Bne Betar", Tel*Awiw, P. O. B. 146. Revisionistische Erklärung zum Delegiertentag des S.Z. V, Vom Landesverband der Union der Zionisten- Revisjonisten der Schweiz erhalten wir nachstehenden Bericht: Das Landeskomitee der Union der Zionisten- Revisionisten in der Schweiz sieht sich veranlaßt, im Hinblicke auf die Vorkommnisse am Delegiertentage der zionistischen Oeffentlichkeit in der Schweiz folgende Mitteilung zu machen: Der Bern er Delegiertentag sollte, nach den dem revisionistischen Landeskomitee zugegangenen Erklärungen der anderen Gruppen und nach der Eröffnungsansprache des bisherigen Verbandspräsidenten, im Zeichen der Zusammenarbeit und überparteilichen Konzentration stehen. Im Hinblick hierauf bedeutete die Aufnahme eines Kongreßreferates eines Allgemein-Zionisten, der in der innerzionistischen Auseinandersetzung eine sehr bestimmte Stellung bezogen hat, in die offizielle Traktandenliste eine Benachteiligung der Opposition. Dementsprechend beantragten die Revisionisten gleich zu Beginn des Delegiertentages eine Absetzung dieses Traktandums. Um ihren guten Willen zu bezeugen, erklärten sich jedoch die Revisionisten eventualiter mit der Abhaltung, des angekündigten Vortrages einverstanden, wenn ihnen ein halbstündiges Korreferat zugestanden würde. Da die Revisionisten loyalerweise dem Delegiertentage Gelegenheit zur grundsätzlichen Stellungnahme v'o r der Neuwahl des CG geben wollten, beantragten sie die Verschiebung des Wahlgeschäftes bis nach der Erledigung des Traktandums „Referat und Korreferat". Die Ablehnung des revisionistischen Antrages veranlaflte. die revisionistische Fraktion mm Verkäsen des Delegiertentages, da sie in der Verwerfung mres Vorschlages durch die Mehrheit eine Vergewaltigung der Opposition und eine Abweichung von den in Aussicht gestellten KoalitionsgeBichtspunkten erblicken mußten. Die österreichische Sfhekel'Akiioii. Die österreichische Schekel-Aktion ist in großen Zügen abgeschlossen. Für die beiden Jahre wurden rund 10.300 Schekalim abgesetzt, was für Oesterreich vier Mandate zum Kongreß ergibt. Der Wahltermin ist für Mittwoch, den 3. Juni, in der Zeit von 5 bis 10 Uhr festgesetzt worden. _ Das Silberne Buch des Keren Kajemeth. Ueiber Vorschlag des Gg.. Dr. Siegfried Plaschkes hat der Keren Kajemeth Oesterreich ein Silbernes Buch angelegt. Dieses Buch'wird in Oesterreich igeführt. Es soll ein Volksbuch werden, in daß alle Personen und Gruppen eingetragen werden, die eich um die zionistische Arbeit in Oesterreich verdient gemacht haben. Der Eintragungspreis beträgt 1 Pfund. Ueber jede Eintragung erhält der Eingetragene ein Diplom, das dieselbe Größe und Form hat wde die Eintragsseite des Silbernen Buches. Die Diplomgebüihr beträgt S 1. Das Buch liegt bereits im Keren Kajemeth Wien auf. Die Ei n w e i h un gs ein t ra g u n g ist dem heurigen Geburtstag Theodor Herzls gewidmet, der auch der Ta g de r E.r ö f f nu n g des Silbernen Buches ist. * Familiienfeierlichkeiten sind eine sehr bedeutende Gelegenheit, um Sammlungen für den Keren Kajemeth zu veranstalten. Alle Gg. und Freunde des Keren Kajemeth werden hiemit ersucht, dem Keren Kajemeth- Büro alle diese Gelegenheiten mit genauer Angabe der Adresse der Veranstalter bekanntzugeben. * Die K. K. L.^Mitaxbeiter werden neuerlich daran erinnert, daß jede Leerung an Sabbaten und jüdischen Feiertagen sowie an den späten Nachmittagen der Vortage von Sabbaten und Feiertagen absolut unzulässig is t. AUS PALÄSTINA. . Der Bau der Haifa-Bagdad-Bahn. Der Bau der Eisenbahn von Haifa nach Bagdad, des ersten Teils des allbritischen Landwegs vom Mittelmeer nach Indien.r quer durch die etwa 1000 Kilometer lange Syrische Wüste, wird nun in Angriff genommen, die Eisenbahn' soll im Jahre 1935 bereits in Betrieb sein. Der große Hafen in Haifa wird Ende 1932 fertiggestellt seih: Die Vermessungsanbeiiten für die neue Bahnstrecke r werden von der englischen Firma Rendel-«Palmer and' Trfttön von Haiifa aus unter Leitung van A. L. Holt, e^nem. Ingenieur der irakischen Staatshahnen, unternommeiu.EMe ,neue Eisenbahn wird von Haifa ausgehen, das „JJüdende des Tiberiasse es berühren, dann das, j ganze nördliche Transjordamien durchschneiden- und bei Ka-sv Asrak in den Korridor einbiegen, der Trans Jordanien mit Irak verbindet und Syrien vom .Nedschd trennt. Von dort wird die Bahn über Ruthe*, der bekannten Station für Automobil-, und Luftfahrten in der Syrischen Wüste (im Gebiete Iraks), nach Hit am Euphrat gehen und von dort nach Bagdad. 'Vorbereitungen für die. Volkszählung. Mit der Leitung der im Jahre 1932 durchzuführenden Volkszählung in Palästina wurde der Hilfesekretär der Palästina-Regierung Mills' betraut. Im Laufe der nächsten Woche wird ein Büro für die Vorbereitung der Volkszählung eröffnet. Die arabische Presse gegen Änsiedlung landloser Palästinenser in Iransjordanien. Wde aus Amman berichtet wird, besteht in den Kreisen der t rans jordanischen Regierung die Neigung, eine Anzahl landloser Palästinenser in Traue Jordanien anzusiedeln. Ein solcher Plan wird von tränsjordanischen Führern sowohl vom Standpunkt transjordttaisoher Interessen aus, «als auch «auf Grund der Wünsche der'palästinensischen Araber befürwortet. Es wird darauf hingewiesen, daß Transjordanien ungeheure Gebiete brachliegenden Landes besitzt, die durch Kultivierung erschlossen werden könnten. Hierzu erklären die arabischen Zeitungen „AI Hayat" und „Feiestin", die^gute Absicht der transjordanischen Nationalisten sei zwar anzuerkennen, d i e A-nsiedlung palästinensischer Araber in Trans jordanien würde aber den wichtigsten Interessen der, Araber zuwiderlaufen, da hierdurch anerkannt würde, daß die von Dr. Weizmann vorgeschlagene Lösung des Problems der palästinensischen Bodenknappheit den Arabern annehmbar erscheint. Verhaftung im Zusammenhang mit dem Ueberfall hei Yadjur.. Im Zusammenhang mit dein während der Pessachtage auf eine jüdische Arbeitergruppe verübten Anschlag, bei dem drei Mitglieder der jüdischen Arbeitersiedlung Yadjur den Tod fanden, wurde eine weitere Vorhaltung vorgenommen. Es handelt eich abermals um einen Araber aus dem bei Safed gelegenen Dorf Aassasi, der dringend verdächtig erscheint, an dem heimtückischen Ueherfall teilgenommen zu haben, Sein Name ist Saleh Schubani. ■£iiniiiiiiiiiiii!>iiiiiiiiiii!iiniiii!im I V1RBAMO RAOlKAUft «ONIST1N | 1 Samstag, den 9. Mai 1931, halb 9 Uhr abends £ I I im Saale des Cafe „Central", II, Taborstr. § | Versammlung §§ Thema: e i „Warum müssen wfr radikale Zionfsten l | bleiben?" | I Referenten : § 1 Dr. Leopold Plaschkes, Dr. Israel Wald- | | mann §?ä(lll!lllllllllill[|l!l[lllill!lllll!lni|[!!(IIIIIM Dr. Shiels Repräsentant Englands au! der nächsten Tagung der Mandatskommission, Genf. Wie der Vertreter der Jüdischen Tele* graphen-Agentur erfährt, wird die englische Regierung auf der nächsten Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes, die am 9. Juni d. J. eröffnet wird, außer durch den Chefsekretär der Palästina-Regienung. Yooing auch durch den Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Drümmond Shiels vertreten sein. Ein Memorandum des Waad Lenmi an die Mandats* konunission. Jerusalem. (J. T. A.) Der jüdische Nationalirat für Palästina (Waad Leumi) hat beschlossen, der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes ein Memorandum zu unterbreiten» das neben einer Erwiderung auf die im Bericht Sir John Hope Simpsons über Einwanderung, Kolonisation und Landen twicklung in Palästina gemachten Vorschlage aoich eine kritische Analyse des bisher von der Palästina-Regierung gehandhabten, Arbeitssystems enthalten wird. | Rabbiner Jakow IWerski s*A*g Donnerstag früh, am 13. Ijar, ist Rabbiner Jakow Twerski, der Stanislauer Rebbe genannt, 57jährig, in seinem Bethause, als er im Begriffe war, Talith und Tfillin zum Morgengebet anzulegen, im Kreise seiner Anhänger und Freunde plötzlich verschieden. Schon lange vor dem Kriege äußerte er öffentlich seine Sympathien für die misrachistische Bewegung, trotzdem ihm dieses Bekenntnis persönlichen Schaden zufügte. Bei Kriegsbeginn kam er nach Wien, wo er sieh der vom Drohobyczer Rebben, Rabbiner Chaim Schapira gegründeten Zionistisch-chassidischen Organisation „Jischuw Erez Israel" mit Feuereifer anschloß, in dessen leitenden Ausschuß er gewählt wurde und auch nach deren Fusionierung mit dem „Misrachi" in der Leitung blieb. Eine Zeitlang war er auch Präsident des Österreichischen ' Misrachi.* In den Jahren , der .größten Not und persönlicher Entbehrungen wfdiiiete e'r^sichr^ls es galt, hunderten Chaluzim die Weiterreise nach Erez Israel zu ermöglichen, mit noch einigen seiner Freunde dieser opfervollen Aufgabe. Vor einigen Jahren fuhr er nach Erez Israel, wo er auch .«einen in Jerusalem lebenden greisen Vater, Rabbiner Nuchem Roch« mostrowker, besuchte. Der Misrachi verliert in Rabbiner Twerski einen Mann, der still und selbstverständlich immer zu finden war, wenn es zu handeln galt, und das jüdische Volk einen jener Menschen, die ohne jedes Kompromiß treu ihre Pflicht taten. Wir, seine Mitarbeiter vom Misrachi, werden diesem treuen, gewissenhaften, aufrechten Juden ein dauerndes Andenken bewahren. In den Annalen unserer Organisation wird sein Name einen dauernden Ehrenplatz einnehmen. .fTDSUn S. Friedmann. Am Freitag, den 1. Mai, fand das Leichenbegängnis unter ungeheurer Beteiligung der jüdischen Bevölkerung statt. ■üdifdie Sport» und Jiiilillllilllll Turnbewegung. Die Spiele der Hakoah. Das Gastspiel der Hafcoaih in T y x in a >u gegen den dortigen Sp. Cl. Rapid endete mit einem sicheren 4 11- Siog der Wiener. Die Blau-Weißen führten ein schönes Spiel vor. Sehr gut bewährte eich der von Amerika zurückgekehrte Spieler Drucker. Die Tore erzielten Maaisner (2), Dannenfeld und Feldmanin. Kommenden Samntag spielt Hakoah in der Meisterschaft gegen den Simmeringer Sportklub. Die Simmeringer nehmen in der Tabelle den dritten PJatz ein und waren für den jüdischen Verein stets ein schwerer Gegner. Das Beatotespiel endete unentschieden. Hakoah-Schwimmerinnen in Paris erfolgreich. . Bei einem igroßen internationalen Schwiimnifest in Paris nahmen vorige Woche die zwei Hakoalinenininen Hedy Bienen feld-We i,;th ei in er und Fritzi Löwy tedl. Eimen großen Erfolg errang Frau Bienenield,' die im 2O0^etea:-(Brujstischwimmen den ersten Platz besetzte. Dagegen blieb Frdtzi Löwy ian 100TM^eir-«^wiiniin)en Vierte. Zwölf Vereine in der ersten Professionalliga. Die Reduzierung der erstklassigen Lägavereine zeitigte nicht den gewümsdrten Erfolg. Spezielt das. Fahlen der Hakoalh macht sich in dem Budget der Vereine stark bemerkbar. In der letzten Sitzung der Ligavereine wurde beschlossen, die Zahl der erstklassigen Ldigakliubs auf zwölf zu erhöhen. Es soll der steiermärkische Landesmeister in die erste Liga aufgenommen werden. Hiezu kommt noch der Meister der aweiten Liga und ein Verein atug dem Qualifikatiioinsspiel zwischen dem absteigenden erstklassigen Verein uind dem Zweitpkcieirten der aweiten Liga. Hakoah hat zwar keine Chancen mehr, die Meisterschaft zu (gewännen, kann aber von keinem Verein edptgetholt werden. Die Blau-Weißen wer^ein zwei QuaUf&atioiisepiele voraufisicfctföch gegen F, A. C, oder Siovaa oder Sportklub austragen mitogen. Dw

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