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Die neue Welt · 1931-05-01 · Heft 189 (1.5.1931) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 189 (1.5.1931)
Date
1931-05-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. m Versicherungen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth). Die Versidierungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durdizufiihren, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfalle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablebensfalle die eine Hälfte den Erben der Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Verzinsung 65 Promilte zu seiner freien Verfügung. Anträge für diese Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth übernehmen die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth und unser Gg. Herr David Nebenzahl, Leiter der City-Filiale der Lebensversicherungsgesellschaft „Phönix", Is Bäckerstraße 9. vor 10 Jahren und dem von heute und enthält 9 Ausstellungsstände, in denen die industrielle und landwirtschaftliche Produktion, das Erziehungs- und Gesundheitswesen, T e 1 - A w i w, Ausbeutung des Toten Meeres, Elektrifizierung, Eisenbahn, Jerusalem und Haifa in Diagrammen, Lichtbildern und anderen modernen Ausstellungsmethoden dargestellt werden. Der zweite Saal enthält Ausstellungsstände der palästinensischen Fabriken und sonstiger industrielle Arbeit leistender Unternehmungen. Der dritte Saal ist der landwirtschaftlichen Produktion gewidmet. Hier zeigt die Jewish Agency zusammen mit Keren Hajessod und Keren Kajemeth eine große Karte Palästinas vor der jüdischen Kolonisation, wo durch Beleuchtungseffekte zum Vergleich die heutige Lage dargestellt werden kann, Mefallreliefs zeigen die Entwicklung von Industrie, Landwirtschaft, Erziehungs- und Gesundheitswesen. Auch die Pica (Rothschild-Gesellschaft), die Tenuva (Genossenschaftsvertrieb), die landwirtschaftliche Versuchsstation der Jewish Agency, die Orangenpflanzer haben interessante Ausstellungsobjekte für diesen Saal geschickt. Im ganzen nehmen 210 palästinensische Institutionen und Firmen an« der Ausstellung teil. Das Programm des Industriellenverbandes. Das jetzt von der Regierung bestätigte Statut des pal äs ti tens is c h en Indus t rd eilen v e rba nd es bezeichnet als Aufgaben des Verbandes u. a,: Vereinigung aller Industriellen und 'Schutz ihrer Produkte, dauernde "Bezriehungeri mit der" Regierung, der' Jewiish Agency, wirtschaftlichen Organisationen in Palästdna und dem Ausland, Untersuchung der Absaiz- und Rohstoffverhältöisse, Regelung der Fragen mit der Arbeiterschaft, technische Neuerungen und Propaganda. Export nach Cypern. Auf Grund von Verhandlung, die. vor einer Reihe von Monaten in Jerusalem mit der damals dort weilenden Handelsdelegation aus Cypern stattfanden, erhielt -die Jewish Agency jetzt eine Mitteilung, wonach demnächst in Cypern diejenigen Bestimmungen, durch die' bis jetzt die Einfuhr palästinensischer Bananen und Tomaten unmöglich war, aufgehoben werden.. ...... Die Entwicklung der jüdischen Stadl TeUAwiw in Palästina. Aus Anlaß des siebzigsten Geburtstages des Gründers und Bürgermeisters von Tel-Awiw, Meir Dizeng o f f,?st eine Festschrift erschienen, welche das Werden und Wachsen dieser Stadt schildert. War entnehmen ihr folgende Zahlen: Jahr Einwohnerzahl Häuserzahl 1910 i S K a f. I i , , 300 60 1911 1 2 i l 0 1 8 8 550 65 1912 k I o 8 i b o 0 790 94 1913 i s II 1 B B 0 o b 980 111 1914 1 I oi- 0 8 0 R 3 1491 139 1921 * 1 n l 8 8 8 o ii 3604 242 1928 i' 0- I. 1. 1. i i . 12892 1007 1923 1 « ■ I 1 1 i , , 16554 1474 1934 i i ■ D I Ii i v , 21610 1936 1935 4 1 0 0 1 I i . t 34200 2612 1926 i I 0 i « » ■ r 38000 192? » > c 6 8 8 , , 37729 3281 1928 { I ■ s i . 1 , , 38239 3394 1929 1 e. ■ t I , , 40000 3600 1930 II a i -,' » ■, 42000 3767 Stadtbudget: Jahr Einnahmen Ausgaben in Pfund 1910 Ü 9 l i ü 1 0 8 — — 19J1 I 9 B i ■ 0 tt r. 476 462 19t? S a P i 0 a ■ o 530 557 im 1 ■ 8 0 B o a n 815 750 19U i D ■ a » 0 o ' 2365 1726 1931 i 1 1 ■ o 1 0 a 14996 12289 1932 f. i 1 i 8 1 8 b 53197 42709 1933 f 1 1 i ■ 8 8 i 38833 36792 1934 * 1 1 ■ 1 8 e i 75623 61001 1935 * I 0 i ■ 8 8 i 143631 12JQ78 19p i '8 9 i ■ 8 0 i 43056 90500 19|7 % 1 1 g 8 8 8 a 77928 ' , 96735 193§ i 1 1 1 I 1 0 , 84317 74585 1929 t I 1 1 1 II 8 i 91817 87480 tm < 1 1 I 8 97599 95898 Massenversammlung Redner* Vladimir Jabofmsky* „Bfe gegenwärtige Lage im Zfonfontüs" Sonntag, }» Mal/ 8 Uhr abends Näheres: Büro der Zlnonlsten-Revlslonlsten, II, Obere Donaustraße 101, Tel. A-47-2-34, und Tajjespresae VOLKSTÜMLICHE PREISE Die Bodenfläche der Stadt betrug im Jahre 1910: 120 Dunam, erreichte 1922 schon 1500, 1924 bereits 3580 Dunam und umfaßt jetzt 6880 Dunam. Im Jahre 1915 hatte Tel-Awiw 16 Schulen mit 2751 Schülern, während 1930 die Zahl der Schul en 9 2, die der Schüler 12321 betrug. # Diese Stadtgründung steht beispiellos da. Sie ist ein beredtes Zeugnis für die organisatorische Kraft, welche im jüdischen Volke gebunden ist. Tel-Awiw ist von der offiziellen Zionistischen Organisation immer mit Geringschätzung behandelt worden. Der Umstand, daß den Bürgern und Erbauern der Stadt so gut wie gar keine moralische und materielle Hilfe von dieser Seite zuteil wurde, läßt ihr Werk doppelt wertvoll erscheinen. 1 JÜDISCHE BÜHNE, II. Taborstr. 12 (Hotel 1 8ttphanl8) | ^nheitsprels | *Y.rC*3Vund | //Schlechte ChaweFim" m Lebensbild in drei Akten mit Gesang T heaierr Kunft und lilllillllllllllllllllllllllllliilliterafur« Zum Tode Leo Zeitlins. Fast vergessen, ist Leo Z e i t I i n, .einer der Pioniere der nationalen jüdischen Musik, vor kurzem in Amerika gestorben. In Rußland geboren, fühlte er in sich den Beruf zum Musiker und empfing seine erste Ausbildung an den Musikschulen in Odessa und Petersburg, wo Rimsky-Korsakow und Ljadow seine Lehrer waren. Eifrig tätigwar er bei| dejp „Gesellschaft für jüdische Volksmusik", um wahrendaes'Weltkrieges die Leitung, der Orchesterkla|se. ixt' Je/ka^erinpslaw zu übernehmen. Nach dem Kriege war 'er1 ■ in1' Polen als Dirigent zahlreicher Symphoniekonzerte zu. sehen. Seine kompo- *sitorische Tätigkeit befreite ihn nicht von der Last der Brotarbedt. Trotz seiner großen Verdienste auf dem Gebiete der jüdischen Musik könnte er sich als Komponist nicht durchsetzen. Aber die lange Reihe seiner ausgezeichneten Transkriptionen für Gesang, Soloinstrumente und Kammermusik sowie seine Propagandatätigkeit für die jüdische Volksmusik sichern ihm. in 4er ganzen jüdischen Welt ein ehrendes Andenken. Wiener Jüdischer Gesangverein. Dienstag, den 5. Mai, dreiviertel 8 Uhr abend'si findet im Saale des Hotel „Bayrischer Hof" das Jügendkonzert des Wiener Jüdische a Gesangvereins unter der Leitung von Marko H o t h m ü 11 e r statt. Auf. dem Programm stehen sephardische, ostjüdische und palästinensische Volkslieder. Außer Liedern von Saminsky, Engel, Low, Hirschler, Schkliar und Pordes gelangen auch zwei Kompositionen von Marko .Rothmüller züj: Vorführung. Komponist J. Br andm ann hat seine Mitwirkung zugesagt. Die Klavierbegleitung besorgt Kapellmeister Rudolf Beck, Das jüdische Volkslied. Iui Theater Reklame fandet Sonntag, den 3. Mai, halb 9 Uhr, ein Abend statt, der der Pflege'des jüdischen Volksliedes geV widmet ist. In szenischem Rahmen 'werden die schönsten älteren und neueren jüdischen Volkslieder zum Vortrag .gebracht. An diesem Abend verabschieden sieh Franj M$dä Duldtzkaja und Simon FosteJ, djie eine deutsche Tournee antreten, vom Wiener Publikum. Unt$r den Mitwirkenden ist ferner der ausgezeichnete Iiedeov und Opernsänger Adolf S c h i 1 d k r,a u t zu nennen, Die Bühnendekorationen stammen von J3,; Szafirenko, Für den Abend gibt sieh allenthalben reges- Interesse kund. Einheitspreise der Jüdischen Bühne. Die Jüdische Bühne in der Taborstraße 12 hat sich entschlossen, um den breiten Massen den Besuch eines jiddischen Theaters zu ermöglichen, die Eintrittspreise bedeutend zu reduzieren. Es wurden Einheitspreise von 1 und 2 Schilling festgesetzt. Diese Preise gelten auch an Sonn-, und Feiertagen. Das Gastspiel Erwdng Arco;? wurde abermals prolongiert, außerdem tritt in nächster5 Zeit ein Pariser Ensemble auf. Freitag, den 1. Mai: ,ge* langt das Lebensbild „Schlechte Chawerhn" zur Erstaufführung. Das Stück wird Samstag, den 2., Sonntag, den 3, und Dieristag, den 5. Mai, wiederholt. Stöndise unentgeltliche Stellenuermlttluns Wer ausgebildetes, tüchtiges und diszipliniertes Personal aller Art u. aller Branchen benötigt, wende sich an „HakO0h"f I., Wiealngeratr. 11, Tel. ff>23-0»10 J üdifdie Sport* und liiilliiiiill Turnbewegung. In der Meisterschaft erfolgreich. Hakoah schlägt G e r s t Ii o f 2:0. ( Die Blau-Weißen konnten ihre Siegcsscrie in der Meisterschaft durch einen 2 :Ö-Sieg über Geisthof fortsetzen. Die Mannschaft lieferte ein gutes Spiel. Im Angriff war Mausner der beste, während Heß, der krank antrat, nicht seine gewohnte Form erreichen konnte. Die Verteidigung wurde vor keine schweren Aufgaben gestellt. Aus einem Elfmeter erzielt Feldmann in der 17. Minute den ersten Treffer. Nach Seitenwechsel sind diie Hakoahner stark überlegen, doch verstehen es ihre Stürmer nacht, die sich ihnen zahlreich bietenden Chancen auszunützen. Erst neun Minuten vor Schluß gedingt es der Hakoah durch Mausner den zweiten Treffer zu schießen. Hakoah trat in folgender Aufstellung an: Oppeniheim; Amster, Feld/mann; Liebermann, Strohß, Pflatschek; Ehrlich, Donnenfeld, Heß, Mausner, Katz. Jüdischer Sport- und Schützenverein „Menorah", IX., Liechtensteinstraße 30. Zugang durch den Hof, Souterrain. Uebungszeiten und Amtsstunden Montag von 20 bis 22 Uhr, Mittwoch von 19.30 bis 22 Uhr, Samstag •nach Einbruch der Dunkelheit bis 22 Uhr. Mitgliedsberechtigt ist jeder Zionist nach Vollendung des 16. Lebensjahres. Der Verein hat einige Räume zu vergeben. Anfragen schriftlich an obige Adresse oder während der Amtsstunden. Die Hakoah-Ringer abermals erfolgreich. Auch dm der zweiten Runde der Juniorenmeisterschaft erzielten die Baikoaifoner bedeutende Erfolge. Im Bantamgewicht siegte Bugzester gegen Vogel (Admära) in direi Minuten. Im Federgewicht siegte Fadenhecht über Schier (Admira) nach Punkten. In der gleichen Gewiehtskategorie wirft Fi n schuß deu SIovajn-Mann Gabrusewic. Weitere Siege errangen: Gottlieb über Pokorny (Slovan), Ochsenhora über Scheffner (Aidmi,ra), Müller über Kühnel (Admira). Birnbaum kämpfte gegen KnoLl (W. S. C.) unentschieden, während Oberländer gegen Lepplo Unterlag. Meisterschaft der jüdischen Amateurvereine. In der letzten Runde erlitten sowohl H a s m o n e a als auch Makkab/i empfindliche Niederlagen. Hassmonea unterlag gegen Siemens 0 : 4. In der zweiten Klasse Ost wurde Ha.gibor-Maikka'bi von Kagran 5 :0 besiegt. Hasmonea spielt Sonntag, den 3. Mai, um 1 0 U h r vormittags ihr M e i s t e r s c h a f t s s p i e 1 gegen Rasensportfreunde auf dem Elektra-Platz (Endstation A-, Ak-Wagen). Vorher die Reserven. Der Makkabi Kreis Oesterreich veranstaltet am 16. und 17. Mai 1". J. am Sportplatz des S. C. Hakoah in der Kraeau und am 21. Mai im Dianabad ein großes jüdisches Sportfest, bei dem Wettkämpfe im Lrachtathiletik, Turnen, Fußball, Handball, Völkerball und Schwimmen ausgetragen wierden. Teilnahmisberechtiigt sind alle Juden. Näheire Auskünfte werden im Sekretariat des S. C. Hakoah, Wien, I., Wliesimgerstraße 11, Tel. R-25-0-10, erteilt. Hockeymeisterschaft. In der zweiten -Klasse unterlag Blau-Weiß gegen Baden 0:2. In einem PfMehtspiel bezwang llakoah den Sp. Gl. Fair 2:0, während Hakoah III gegen Baden II 6 :0 siegte. In der Damenmeisterschaft gelang es den Hakoahnerinnen, über die W. A. C.-Danien einen. überraschenden 1 j 0-Sieg zu feiern. In der Handballmeisterschaft spielte Hakoah gegen Post 4:4 unentschieden. Auch das Spiel der Damen gegen Ottakriing endete ebenfalls umentschieden, und zwar 2:2. Ein schöner Erfolg der Grazer Hakoah. Gegen S: C. Donawitz 4': 0. In dar Meisterschaft der steirischen Liga gelang es der Hakoah, einen eindrucksvollen Triumph zu federn. Die jüdische Mannschaft führte ein vorzügliches Spiel vor und war ihrem Gegner in allen Mannschaftsteilen glatt überlegen. Der Sieg wurde vam jüdischen Publikum mit großem Beifall aufgenommen. Die Hakoahnerinnen Bienenfeld-Wertheiraer und Fritzi Löwy in Paris. Die zwei Meisterinnen der Hakoah, Hedy Bienenfeld-Wertheimer und Fritzi Löwy, nehmen Samstag im Paris an eimean großen internationalen Schwimmlest teil Bienenfeld wiird über 200 Meter Brustschwimmen und Löwy über 100 und 400 Meter Kraulen starten. Ueber 2000 jüdische Sportler zur Makkabiah. Nachdem nunmehr im Sekretariat des, Makkabi-Welt* Verbandes über 2000 Anmeldungen jüdischer Turner und Sportler zur Makkabiah im Frühjahr 1932 in Palästina vorliegen, kann —- wie der J. T A. mitgeteilt wird — die zur Austragung der Wettkämpfe in den verschiedenen Sportarten notwendige Teilnehmerz'ahl als erreicht angesehen werden. Das Mitglied des Makkabi-Weltverbandpräsidiuws, Hans Friedenthal, begibt sich in diesen Tagen nach London, Ujn dort wichtige Verhandlungen über die Beteiligung aus England und über gewisse Vergünstigungen seitens der englischen Regierung zu führen. Jüd. Turnverein Makkabi II, Die Generalversairuiilung des Jüd. Turnvereins „Makkabi II" findet Dienstag, den 5. Mai, um halb 8 Uhr abends, im Heime dies Makkabi 9, IX., Liechtensteinstraße 20, statt, Makkabi-Preßburg unterlag gegen Ligeti 3:4. 25 Jahre Präger Makkabi. Vom 1. bis 3. Mai feiert der Prager Makkabi sein 25jäbriges Jubiläum, Die

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