Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 184 (27.3.1931)
- Date
- 1931-03-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2711613-2711790-2711803--2410-2715701- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
lf* TU1. UnWer ^tgtsbibWotliek Wien. Preis 35 Groschen V.b. b. DIE NEUE WELT UEZUOSBEDINGUNGEN Oesterreich monatHch S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatHch Zloty 2.-. vierteljährig Zloty 6.- . Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.-, vierteljährig Kc' 15.-; Jugoslawlen monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.— Rumänien monatHch Lei 40.~ vierteljährig Lei 120.—. R E V U E BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljahrig Mark 3.—; Bulgarien monat¬ Hch Lewa 40.-, vierteljährig Lewa 1.20. Italien monatHch Lire 5.-, vierteljahrig Lire 14.— Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: fOBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien,!X.t Universitätsstraße 6—8 Telephon: B-48-504 —Erscheint reden Freitag Jahrgang 5 Freitag* den 27. März 1931 Nr. 184 Judenstaat oder arabisches Ghetto (Seite J.| Vor Antritt Ihrer Osterreise eilen Sie zwecks Ausrüstung zum tPORTVATTER tt,g.le Oft ■T. / WIEN I, WIPPLINOERSTRASSFftV „Ol"0 Canadablu«» zur AA.80 Lumberlack mit 4*45.80 S« l Hess passend SÄ*T ZlpfverschlgJ S Tau(Fwa§ser kein Kugebdiuiz» Zum aufsehenerregenden Attentat des Hamburger nationalsozialistischen Polizei Wachtmeisters Pohl auf; den sozialdemokratischen Polizeirat L a s s a 1 y schreibt das. Hamburger „Isr. Farriilienblatt": - . „Näch' unseren Erkundigungen können wir feststellen, daß der mißleitete Beamte, der den Schuß abgab, jahrelang d u r pha u s ke ine an tisem itis.ch.e »Gesinnung bekundete^ daß .er'...sogar bei einer jüdischen Wirtin wohnte,; und von dieser Frau, die jjjn, fast, fünf- Jahre täglich; zu beobachten und,; zu sprechen Gelegenheit,..;hort^> :;iwird, er als .. ein durchaus harmloser und' antisemitischen Cedanlcengängen unzugänglicher Man^ Erst vpn dem Zeitpunkt an, als er begann — es war 'erst, vor wenigen Wochenl — in nationalsozialistischen Kreise» zu verkehren, entstand in ihifr ein schön fast k rauk'h'a f t er Judenhaß; derin der verabscheuenswerten -Tat seinen explosiven Ausdruck fand." , „Bei der "Vernehmung übqr . die; Beweggründe zu seiner.Tat sagte der Polizeiwachtmeister aus, daß er sich nicht; v o n einem Juden habe Verne h men lassen wollen. Das tragikomische Moment , dieser Angelegenheit ist, daß Regierungsrat Oswald Lassally :zwar . einer ungesehenen Hamburger, früher jüdischen Familie entstammt, daß er aber . zum -.Katholizismus -.übertrat, dem auch seine ganze. Familie angehört, und daß seihe,verstorbene-Mutter sogar, demonstrativ ihre ' Z u g e h ö i* i g k e i t.. z u m katholischen Glauben hervorzuheben pflegte. Aber sein Judentum kann man nicht abschütteln! Das mußte Regierungsrat Lassally erfahren und mit ihm alle, die durch das ebenso alte wie wirkungslose Mittel der Taufe den Gefahren zu entschlüpfen versuchen, welche die Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft mit sich bringt. Gerade ihn, der selbst vielleicht gar nicht mehr daran dachte, einst Jude gewesen zu sein, der . sich gewiß in nichts mehr als Juden betrachtete, gerade ihn mußte die Kugel eines Mannes treffen, der in ihm die Verkörperung des Judentums sah." * Wie das Attentat in großen Teilen der ßeVölker rung Deutschlands beurteilt wird, beweist ein Artikel } in dem in Dresden erscheinenden ,4D e r F r e ih e i t s- . k ,a m p f'\ Der Artikelheißt v>A la r m sc^tffi'' -.iftid. schließt "mitfolgenden.' -Sät^sUt' •* ''• ' / „Es ist für e&le^ gröblichste Erniedrigung, über seine GeV sinnung einem Jude n. Rede und Antwort stehen zu sollen, wie es ih *eine|a aufrechten,' ehrliebenden, . Selbstachtung besitzenden Deutschen ein schlechthin ■■<■■ aufreizendes Gefühl erzeugt, daß Juden über j Deutsche zu Gericht sitzen, daß Juden; . Deutsche regieren, daß Angehörige des minderwertigen, verkommenen Judenvolkes überhaupt in unserem Staats- ~ und Rechtslebeh aktiv mitwirken dürfen." „Den Schuß, den der Polizeiwachtmeister Pohl j abfeuerte, war ein Alarmsehufi. Die rote M i s c h p o c.h e soll die Dinge nicht auf die Spitze treiben!" ... * * 1 * Dresden ist die Hauptstadt von Sachsen und die Bevölkerung Sachsens ist die „gebildetste" Deutschlands. hatte , auch, die katholische Kirche . das Studium an Leichen und die Zerlegung von. Leichen verboten. Aber sie hat sich den Erfordernissen der Wissenschaft gefügt und jeden aktiven Widerstand gegen das Studium an christlichen LeicHen , aufgegeben. Er beantragte die Ablehnung des Antrages, Grünbaums, '.von dem er behauptete, daß. er einer Legalisierung der jüdischen Sabotage gleichkomme; dfjs heißt, er beantragte, die: Verfügung der medizinischen Fakultäten, welche. die Zulas- Der Kampf um jüdische Leichen! Debatte im polnischen Sejm* '—- Die jüdischen Studenten und das Opfer« clausus luv judisdie Leidsen* Numerus Im polnischen Parlament wurde in der Vorwoche eine, große Judendebatte abgeführt. Es ging uin' einen Erlaß der Vorstände der medizinischen Fakultäten der Universitäten in Polenj des Inhalts, daß in 'Hinkunft j iidische Hörer nur.in sehr beschr änkter Zahl' zugelassen werden sollen. Der Erlaß stützte sich nicht, wie früher, aiif das' Argument „Wahrung des nationalpolnischen Charakters1 d e r Hochschule n", sondern . auf den. Umstand, daß; die Juden sich weigern, Leichen zum Zwecke des anatomischen Studiums herzugeben. Jüdische Hörer sollen nur in dem Verhältnisse zugelassen werden, als jüdische Leichen zum. Zwecke des Studiums zur Verfügung gestellt werden. Der Protest der Juden, welcher in einem vom zionistischen Abgeordneten Grünbaum eingebrachten* Gesetzantrage zum Ausdruck/1 kam, bildete dann den ■ Gegenständ ' große?« Debatten, erst im Ausschusse, dann im Plenum des polnisdien Parlaments. Dabeihaben die Juden, " das sei vorweggenommen, schlecht abgeschnitten. 'V; Der von der Regierungspartei bestellte Referent, der antisemitische' « Nationaldeniokrat Wilecki, leugnete in diesem; Fälle das Vorhandensein irgendwelcher a n t i s e m'i't'i scher Motive. Er erklärte,1 es handle sich hier nicht um eine Kürzung der Gleichberechtigung der Juden» sondern um Wahrung der G1 e i c h b erechtigung der Christen. An der medizinischen Fakultät in Warschau sind 22 Prozent *- ' sm'- Wn-'^rt< .'%€fl^#£ & unff voils&hd^ eUi e Karte vonganz QfcatferreJcir-aUs unsere^ Unicef Mir v Weltatlas, werth- Sie "d*fl?;uritenstehenden Coupon v^ut leserlich' mit genauer Adresse ausfüllen und m&gllc.t4|>t'.; bald an unsere Vertriebsstelle einsenden. Die Zusendung erfolge von uns vollkommen portofrei undohns jede weitere Verpflichtung. Die Welt gehört Dir! Schau* sie Dir an! Du bildest Dich und freust Dich d'ran. Juden, in Lemberg 1? Prozent, in Wilna 35 Prozent und in Krakau 20 Prozent Juden eingeschrieben.; Man könne also nicht von einer grundsätzlichen Ausschaltung der Juden sprechen. Den Seziersälen der medizinischen Fakultäten seien im. yerganj genen. Jahre 1400 Leiqhen zur Verfügung - gestellt [ worden, darunter im ganzen elf jüdische j Leichen, also ein Bruchteil von 1 Prozent. (Im j Verlaufe der Debatte wurde auch der Verdacht I ausgesprochen, daß die von den Juden überlasj senen Frauenleichen nicht durchwegs jüdische waren.) So, sagte der Referent, hat sich der Zustand herausgebildet, daß es als statthaft und erlaubt gilt, wehn Juden christliche Leichen zerlegen und an ihnen Versuche vornehmen, daß aber die jüdischen Leichen als heilig gelten und nicht' berührt werden dürfen. Diesen Zustand t empfinden die christlichen Studenten r und Professoren ajs schwere Beleidigung. Sie sind nicht gewillt, diesen Zustand weiterhin zu dulden. Die Weigerung - der Julien, Leichen für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen, führte der Referent weiter .; aus, ist \ ein Ausfluß finsteren, Aberglaubens, nütiejalterlicher Denkart. Die Weigerung hattp.'eine Berechtigung, als die Juden im Ghetto als^ .sie keine •gleichen Rechte und auch nicht das Recht: des Besuches der Hochschulen hatten. Jetzt aber kann diese Weigerung nicht geduldet werden. Früher Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelt» liehen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Auch den neuesten WELT-ATLAS enthaltend: ( 1. das, sesamte Weltbild auf 244 mehrfarbigen Haupt- und Nebenvcarten,! die mit den neuesten politischen Q*ei>ZM» und/Ein-. i teilunxen für i.öchste Ansprüche mit besonderer Sorgfalt Hergestellt wurden; 2. ein- 45.000 Orte umfassendes alphabetisches Naraeh8reg|8te.r!mlt separat oeigegebenen geögiap Isen -statistischen Ubellen. I weic te interessante Einzelheiten aller Länder der Erde bringen, erhalten Sie auf Wunsch kostenlos und YPllnommen unverbindlich 5 Tage zur Ansicht. Unsere dedingungen zur Hrwerbungdieses für Selistbiia ing und-Vorwärtskommen überaus wichtigen, in sich abeschlossenen Unlversal-WeiVes BECKMANNS WELT ATLAS sind derart gunstig, daß bei 10 Monatsraten von nur S 2*85. eUv Betrag, den wohl jeder mehr als einmal monatlich jux. wertloses Z.ug ausgibt,, keiner auch nur ein.n Augenblick diese gr n6t ge Gelegenheit verpassen sollte, dlest-s so anschau >che W*rk für sich und seine Familie zu erwerben. Wir setzen Sie somit in die Uge, dieses für das Leben unbedingt notwendige Werk in Ruhe und ohne Jede VerRflichtuog gründlich zu stuaferen. Unser zugleich praktisches Oescherik wird Sie von allen Vorzügen; Überzeugen, und rann urteilen Sie selbst. Senden:Sle daher>nQCh.'heute^, den untenstehenden Coupon an' uns, um bald i?n Besitz unseres Qeüchenkes zu; sein, denn^aus Erfahrung ist der Ansturm der eingelaufenen Coupons enorm. , ' T 1 •'. r.'; Oester relchlaoheVerlaasgesellaohaf IM, C. Qroh Comp. Wien, VII» Sieb'en8ternga88e 14^ Tel. B-38-tJ-23 . i Couponi ünitrioichnetw wünscht grittf und porfefreU ohne jade weitere »erpfic.it die Zusenduna einer Katte von ginz öitorreloh In Mthrtiraendrnpk o ."'.BECK MAN N9 W E LT - A TL AS Wrmfmi...........................................................................„«..........;.,.........«... Um deutliche und genaue Ausfüllung des Coupons wird gebeten