Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 182 (13.3.1931)
- Date
- 1931-03-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 m mm welt Nr. m E Oesterreidtisdie TabaluRegfe« Die Tabakregie beteiligt sich auch heuer an der Wiener Frühjahrsmesse. Auf dem Rotundengelände (Pavillon) und im Haupthofe des Messepalastes (Propaganda-Auto) werden sämtliche Fabrikate ausgestellt und verkauft. Die gangbarsten Sorten sind auch entnikotisiert durch die Entnikotisierungsanstalt August Falk erhältlich. Anläßlich dos Jubiläums der Wiener Messe werden die Britanica-Zigarren in einer Sonderaufmachung gebracht, mit „Ringen", die — ebenso wie die Karton-Verschlußmarken — die Aufschrift „Wiener Jubiläumsmesse 1931" tragen. Im Fabrikationsraume werden auf einer Ilapid-Zigarettenmaschine Egyptische III. Sorte und Memphis-Zigaretten mit dem Aufdruck „Wiener Messe" erzeugt und teils mit der Hand in Kappenschachteln zu 25 Stück, deren Visten und Verschluß-Signetten den Aufdruck „Wiener Jubiläums-Messe 1931" tragen, teils maschinell zu 10 Stück in Kartons verpackt, die mit dem gleichen Aufdruck versehen sind. Auch diese Zigaretten sind auf der Messe erhältlich. Im Ausstellungsräume wird in Diapositiven unter anderem die Beteiligung der Taibakregie an den vergangenen Messen gezeigt. In einem Film wird der Betrieb der Virginierfabrik in Gauting bei München vorgeführt. soren und Mitglieder der „Judaea". Hierauf erstattete der abtretende Präses der „Judaea", abs. phil. Dezsö Weisz, seinen Bericht, in dem er ausführlich über die einzelnen Zweige der Fürsorgetätigkeit sprach, insbesondere über die Mensa, das Studentenheim in Grinzing, wobei er die besonders traurigen Zustände in den Grinzinger Baracken hervorhob, welche es notwendig erscheinen ließen, bis zur Erbauung des Studentenheimes an eine anderweitige provisorische Unterbringung der Studenten zu denken. Er berichtete dann über die Hochschulpolitik und Uber die Beziehungen zum Weltverband der jüdischen Studentenschaft und zu den internationalen Studentenurganisationen. Auch auf kulturellem Gebiete konnten im abgelaufenen Jahre wesentliche Fortschritte erzielt werden. An diesen Bericht schloß sich eine lebhafte Debatte, die viele Stunden lang dauerte und sich mit allen Einzelheiten des Berichtes sowie mit anderen aktuellen studentischen Fragen ünd selbstverständlich mit dem Studentenrecht und den Studentennationen befaßte. Für das laufende Jahr wurden gewählt: Zum Präses Herr abs. phil. Dezsö' Weisz, ferner die Herren Dipl.-Kaufm. Desider B a la ba n, phil. Dr. Ernst Mandl er, cand. ing. N. Menzel, jur. Dr. Eduard Pacht mann, med. Dr. Siegmund S c <h a r g e 1. Neuer Sport in Jerusalem« Von Dr. Wolfgang Weisl (Jerusalem). Ich bin nicht oft in der Lage, Angenehmes aus Jerusalem zu berichten. Um so erfreulicher ist es, über einen Fortschritt berichten zu können. Ich denke dabei nicht nur daran, daß wieder einige Straßen von arabischen Arbeitern in solchen Zustand versetzt wurden, daß man sich nicht mehr auf ihnen die Füße bricht, die Schuhe zerreißt und bei Regenwetter im Kot versinkt; auch nicht daran, daß sich einige große Bauten dem Ende nähern und dazu beitragen, Jerusalem einen etwas würdigeren, großstädtischeren Charakter zu verleihen. Ich denke an den Fechtabend beim Y. M, C. A. (Young Men Christian Association). Der erste Fechtabend in Jerusalem. Im Rahme« des Y. M. C. A. fand vor wenigen Tagen ein F e c h t a b e n d statt, der erste Fechtabend Palästinas. Vier Juden traten gegen fünf Engländer an, Mr. Keith-Roach, der Gouverneur, präsidierte, Nashashibi, der Bürgermeister, und der u ngarische Konsul hatten Ehrenpokale gestiftet, das äußere Gepräge war durchaus festlich, ebenso die Stimmung. Ich wenigstens freute mich ganz herzlich darüber, endlich und gerade in Palästina Juden zu sehen, die den Säbel zu etwas anderem gebrauchen, als um ihn feierlich bei einem Studentenkommers auf den Tisch zu schlagen. Hoffentlich war dieser Fechtabend der Anfang der Gründung einer ernsten Fechtsektiou un der Universität und in Jerusalem überhaupt. Das Programm war geschickt gemacht, aber nicht sehr abwechslungsreich. Vor allem, vom erzieherischen Standpunkt aus, vermißte ich ein Treffen mit deutschem Säbel. Es ist wahr, daß außerhalb Mitteleuropas diese Waffenübung außer Gebrauch gekommen ist. Degen und leichter italienischer Säbel verdrängen die schwere und anstrengende Waffe, die aber doch sportlich den anderen überlegen ist. Ich habe wiederholt mit deutschen Säbel gegen italienischen gefochten und nabe immer die Ueberlegenheit dieser Waffe schätzen gelernt. Die Abwicklung des Programms litt einigermaßen daran, daß die jüdischen Fechter durchwegs Mangel an Training verrieten. Nur Dr. Farbstein aus T e 1 - A w i w war in vollerForm und erledigte denn auch beide Treffen — gegen Fletcher und gegen „Antilope" ~ siegreich. Er war auch der einzige Fechter, der ununterbrochen angriff und keine Minute lang in Verteidigung blieb, während Fogul und Emodi vom Makkabi Lampenfieber hatten und zu lange lauerten, ehe sie losgingen. Fogul, der den ersten Gin; gegen Elannagan ganz knapp verlor, hatte ursprünglich einen kleinen Vorsprung, wollte ihn festhalten, ging in Deffensive und verlor. Umgekehrt blieb Emodi gegen Fletcher lang in der Verteidigung, bezog einige Male höchst überflüssige Punkte und ging erst in den letzten Minuten zum Angriff vor. Mit großer Bravour arbeitete er sich bis ganz nahe an den Sieg heran und verlor knapp gegen Fletcher, der keineswegs besser war. r . Von den Engländern gefiel mir am besten — außer dem Meister James — .der junge Scott, der temperamentvoll und ungekünstelt ficht und das Zeug zu mehr in sich hat. Fletcher lauert zu viel und verdirbt dadurch den Eindruck. „Antilope" hat trotz seines Pseudonyms eine jämmerliche Fußtechnik; gegenüber einem flinkeren Gegner ist er trotz guten Handgelenks verloren. Von den Juden war Farbstein vortrefflich; Fogul gibt bei jedem Angriff gleich die ganze Brust frei; Emodi ist ein geistreicher Fechter, muß aber viel trainieren und Gewicht verlieren. Am meisten schätze ich bei ihm den erfreulichen Siegeswillen und seine Zähigkeit. Die beiden Koryphäen des Abends waren der Hakoahner Popper, Meister der jüdischen Olympiade in Karlsbad, und der englische Champion James von der palästinensischen Polizei, die mir viel sympathischer geworden ist, seit ich Mr. James auf dem Fechtboden gesehen habe. Die Kämpfe der beiden — ebenso wie alle anderen Kämpfe — litten übrigens Unter den herzlich untüchtigen Schiedsrichtern. Mr. Keith-Roach bat in seiner Eröffnungsrede, man möge nicht auf die Veranstalter schießen — sie tun ihr Bestes. Nur dieser Erwähnung verdanken offenbar die Schiedsrichter, daß sie am Leben blieben, denn was sie an Fehlentscheidungen verbrachen, übertrifft alles Dagewesene. Vor allem brillierte darin unser Freund Popper. Er ist ein ausgezeichneter Fechter und viele wären glücklich, wenn sie ein Zehntel seines Talents besäßen, aber — er nehme es mir nicht übel — ein Schiedsrichter ist er nicht. Der Kampf Emodi gegen F1 e t c h e r zum Beispiel wäre wenigstens drei Minuten früher durch Niederlage Emodis entschieden gewesen, hätte Popper richtig gezählt. James war ihm weit überlegen — aber nicht so sehr, wie das Resultat zeigt; obwohl Popper alle drei Kämpfe verlor, glauben wir, daß bei einem wirklich intensiven Training und vor allem bei größerem Angriffsgeist Popper gute Aussichten hätte, dem körperlich viel stärkeren Engländer ebenbürtig zu werden. Zum Training aber gehören Fechtboden — Fechtklubs. Hoffen wir, daß der erste Abend das Eis gebrochen hat, daß wir nicht nur gelegentliche Fechtabende erleben werden, sondern ein regelmäßiges Arbeiten, und daß zur n ä c'h s t e n Olympiade auch jüdische F e c' h t'e f **ä u s ' P"a 1 ä s t i n a antreten werden. Das Menschenmaterial und die Lehrer haben wir. inrnninniiiiifHnniBiRMiüiünniimmiii T Stände unentteltifcue Stellenvermittlung heafer, Kunst und 'ililliilllliliiiiiiiiiiiiiiNiir Li f e r a tur. Neues Jüdisches Theater, II., Praterstraße 6o. Auf Grund des Erfolges des Gastspiels der Frau Miriam Koralova wird die Aufführung der lustigen Komödie „Bäckers Tochter 1"; .'fortgesetzt. Die Beograder Radiostation veranstaltet Donnerstag, den 19. Alärz, 8.30 (halb 9) abends eine Stunde synagogaler Musik, wobei Oberkantor Arnold Grußmann samt Chor und Orgel Kompositionen von Sulzer, Levandowsky, Dunajevsky und Basser ausführen wird. Der Schöpfer des Liedes „Eli, Eli" gestorben. Im Alter von 74 Jahren verstarb in New York Jakob Koppel Sandler, der Dichter und Komponist .des berühmten jiddischen Liedes „Eli, Eli", in dem das Schicksal der jüdischen Einwanderemiassen in den Anfängen der Einwanderung nach. Amerika geschildert wird. Sandler, der in den letzten Jahren vollkommen zurückgezogen gelebt hat, kam vor 45 Jahren nach Amerika, wo er eine Zeitlang als Musiklehrer und Chormeister wirkte. Das L'ed „Eli, Eli" war in einem von Sandler verfaßten jiddischen Theaterstück „Die Söhne Mösls", das einen völligen Mißerfolg hatte, enthalten. Nach j Jahren wurde das vergessene Lied neu entdeckt und erzielte ungeheuren Erfolg. Da sich Sandler nicht den Urheberschutz gesichert hatte, mußte er zusehen, wie Fremde mit seinem Liede ein Vermögen machten. Im Jahre 1925 strengte er eiine Feststellunirsklage auf Anerkennung seiner Autorschaft an. Der Werl des Liedes wurde damals mit einer halben Million Dollar beziffert. In diesem Zeitpunkt war es aber für Sandler nicht mehr möglich, »ein Werk materiell auszuwerten. Ein jüdisches Theaterlexikon. Zu Ehren des jiddischen Journalisten und Theaterforschens Salman Silberzwei.g fand in New York ein Bankett statt, an dem mehrere hundert Personen, unter ihnen die hervorragendsten Theaterfachleute New Yorks, teilnahmen. Das Bankett wurde anläßlich des Erscheinens des ersten Bandes des von Silberzweig redigierten „Jüdischen Theaterlexikons" veranstaltet. Seit 15 Jahren ist Silberzweig mit der Sammlung von Material zur Geschichte; des jüdischen Theaters beschäftigt und hat zu diesem Zwecke alle Länder und Städte besucht, in denen , jemals eine jüdische Truppe aufgetreten ist. Das Lexikon soll die Namen von ins- &e s a m t 2500 Schauspielern umfassen» Die Ittel zur Herausgabe des Werkes wurden zum größten Teil von einem New Yorker Komitee aufgebracht. Wer ausgebildetes, tüchtiges und diszipliniertes Personal a 1er Alt u aller dravehan benötigt, wende sich nn „Hakoah1*, I., Witt ingvrttr. 11, T«l. R*l«fMO IIIWIWBWWWj eicht I | Union dar Zionisten-Revisionisten Oastarrslon« » «■■""tmammwmmmmm^mmmmmmmm—mmmmmMraa^iM—••KaaaaMaawm* 1 Montag, d«n 16. Mars 1931, 7,9 Uhr abends, I § Cafe „Produktenbörse" I!., Taborstraße 10 | fVersammlung! S i | Zionismus, wie er ist und wie er j | sein sollte (Brith Schalom — Weiss- § | manismus — Revisionismus) | | Redner: Dr.D.Bukspan,Dr.LeoKöppel, | i Leon Wechsler § Ü =s 1 Allgemein zugänglich! Freie Diskussion 1 g § Pünktlicher Beginn! 1 Konzert Hilda Dnlitzkaja. Nach einer erfolgreichen deutschen Tournee, ist die bekannte Liedersängerin Hilda Dulitzkaja nach Wien zurückgekehrt, wo sie ihr einziges Konzert Sonntag, den 5. April, 8 Uhr, im Theater Reklame absolviert. Tanzmatinee Snse Mirjam. Die für Samstag, den?. März angesetzte Tanzmatinee Suse Miriam mußte wegen plötzlicher Erkrankung der jugendlichen Tänzerin auf einen späteren Termin verschoben werden. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Die „Hazefira" erscheint wieder. A-m 15. März I. J. begiunt in Warschau die im Jahre 1922 begründete hebräische Tageszeitung „Hazefira" wieder zu erscheinen. Der Leitung ist es gelungen, sämtliche namhaften hebräischen Schriftsteller als Mitarbeiter zu gewinnen: Bin weitausgebreitetes Korrespondenznetz in allen europäischen und außereuropäischen Zentren wird das Blatt mit Originalkorrespondenzen und reichhaltigem Informationsmaterial versehen. Abonnementpreis: Doli. 1.25. Adresse: „Hazefira", Warszawa, Leszno 54. Die Legenden des Baal Schern illustriert. Soeben sind Illustrationen zu den Legenden des Baal Schem (Buchausgabe Martin Buber im Verlag Rütten und Loeningk, Frft.) erschienen. Die Illustratorin heißt Rosy L i 1 i e n f e 1 d. Die Illustrationsmappen liegen zurzeit im Kupferst'ichkabinett de« Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt a. M. auf. Europäische Literatur in Hebräisch. Im S t i e b e 1- Verlag Tel-Awiw ist soeben in der Uebersetzung von M. Temkin der Roman „Buddenbrook" des deutschen Romanciers Thomas Mann erschienen. Im selben Verlag erschienen die ersten drei Teile der Forsyte-Sage von John G a 1 s w o r t h y. — Der Dvir- Verlag hat eine Uebersetzung von „Tausend und eine Nacht" aus dem arabischen Original herausgegeben. Der Uebersetzer ist der bekannte hebräische Schriftsteller David J eil in. 1 udisdhe Sport* und iiiliiliiiiii Turnbewegiing* Abermals ein Sieg der Hakoah«. Gegen Bewegung XX 2 :0. Die Meisterschaft in der zweiten Liga hat sich zu einem Rennen der früher erstklassigen Vereine B. A. C., Hakoah und Simmering gestaltet. Die Brigittenauer haben bisher 17 Spiele ausgetragen und führen mit 32 Punkten, während Hakoah-16 Spiele und 28 Punkte aufweist. Die Simmeringer rangieren mit 25 Punkten auf dem dritten Platz, ^ine Klärung in der Spitzengruppe dürfte der kommende Sonntag bringen. Der B. Ai C. spielt gegen die Simmeringer, die bisher dem B. A. G. hart zusetzten. Gelingt es den Simmeringern, auch nur einen Punkt zu gewinnen, würde dies die Aussichten der Hakoah bedeutend verbessern. Um aber die Meisterschaft zu gewinnen, müssen die Blau-Weißen besser spielen als im letzten Match gegen Bewegung XX. Einzelne Spieler sind außer Form und werden viel trainieren müssen, um auf alte Höhe zu gelangen. Eine Ausnahme bildete Oppenheim, der in glänzender Manier arbeitete. Schwach kämpfte Feldmann, aber auch Amster zeigte sich auf dem schneebedeckten Boden ziemlich unsicher. Stroß kam erst in der Viertelstunde auf. Der Angriff spielte ohne jeden Zusammenhang und vergab die günstigsten Torchancen in kläglichster Weise. In dieser Beziehung muß man Heß an erster Stelle erwähnen. Der erste Treffer fällt erst in der 28. Minute durch Donnenfeld. Nach Seitenwechsel gelingt es Ehrlich, einen zweiten Treffer einzusenden. Hakoah stellte folgende Mannschaft: Oppenheim; Amster, Feldmann; Liebermann, Stroß, Freifeld; Ehrlich, Donnenfeld, Heß, Mausner, Fischer. — Kommenden Sonntag spielt Hakoah gegen Donau. Im Herbst gelang es der jüdischen Mannschaft, einen Rekordsieg von 8 :1 zu feiern. Auch diesmal dürften die Hakoahner sicher siegen. Jüdischer Sport« und Schützenverein „Menorah", Wien, IX., Liechtensteinstraße 30. Der Kurs für erste Hilfe wird ab Mittwoch, den 11. d. M.f fortgesetzt. Die Schießstätte ist bereits eingerichtet, die Eröffnung wird demnächst erfolgen. Die noch nicht registrierten Mit* glieder werden aufgefordert, im Sekretariat vorzu* sprechen. Anmeldungen jeden Montag, Mittwoch von 20 bis 21.30 Uhr, Samstag von 18 bis 19 Uhr. Der Verein hat noch einige Räume im Heime abzugeben. Zuschriften an unsere Aoresse. Die Meisterschaft der jüdischen Amateurvereine. Vergangenen Sonntag mußte das Match Hasmonea— Metallum wegen schlechter Bodenverhältnisse abgesagt werden, während Makkabi in der zweiten Klasse Ost gegen Ostmark 1 :5 unterlag. Bis zur Pause stand das Wettspiel 0:0 und erst gegen Schluß konnte die