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Die neue Welt · 1930-12-19 · Heft 170 (19.12.1930) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 170 (19.12.1930)
Date
1930-12-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite Tö kämpfte für die Tolcrierung der verfemten „Chuetas"-von Mallorca. Es ist also anzunehmen, daß die Bewohner des Ghetto von Palma de Mallorca, das noch fast in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten ist, als einzige spanische Maranen von 1492 bis heute an Resten jüdischer Tradition festgehalten haben, obwohl sie während der ganzen Zeit nach außen als Katholiken galten. Daß sie dies konnten, ist um so bemerkenswerter, als sie jeden Zusammenhang mit den spanischsfestländischen und den portugiesischen Scheinchristen und Kryptojuden verloren hatten und sich unter ständiger schärfster Kontrolle der Kirche befanden und befinden.' Um deren Mißtrauen zu zerstreuen, übten und üben sie sämtlich das Handwerk von Kreuzschmieden aus und sftid rioch 'heute die einzigen Madonnen* b i 1 d n e r der Insel. Sie hüten auch jetzt noch das Ge* heimnis ihrer jüdischen Tradition, weil seine Preisgabe sie dem geschäftlichen. Boykott aussetzen würde. Um jede Spur des Zusammenhanges mit Juden zu ver« wischen, tun sie sich *im Dienste der katholischen Kirche ganz besonders hervor und lassen im allgemeinen zu« mindest eines ihrer Kinder eine, g.eis 11 ic he Lauf« bahn ergreifen, So-sind Führerder ultrareaktionären katholischen Partei' Spaniens direkt aus der Judengnsse von Mallorca hervorgegangen, und so erklärt es sich, daß die mit einem. Rest jüdischer Ueberlieferungen erzogene Santa Catalina Thomas ■zur katholischen Heiligen erklärt werden konnte. Diese in Mallorca gewahrten Rudimente jüdischer Ueberlieferung sind allerdings so spärlich, daß kaum von mehr als von der Konservierung weniger unverstandener Gebräuche und Gebete die' Rede sein kann. Wesentlicher für, die Exklusivität der'Maranen von Mallorca erscheint schon die Tatsache, daß. sie niemals sich durch Ehen mit der.Umgebung vermischt.haben. Durch die jahrhunderte« lange Inzucht aber hat nicht nur das Aeußere ihres Typus gelitten, sondern sie sind auf ganz wenige Familien — etwa vier — zusammengeschmolzen. Ihre Seelenzahl ist in letzter Zeit auch dadurch bedeutend vermindert worden, daß die, die nur irgendwie hiezu materiell in der Lage waren, ausgewandert sind. Heute versuchen zwei der ältesten Bürger dieses Ghetto, mit den portugiesischen Maranen in Verbindung zu kommen und sich deren Rückkehrbewegung anzuschließen. Aber auch das müssen sie aus Angst vor dem Boykott der Bevölkerung geheimhalten, wie denn überhaupt ihr ganzes Gebaren deutlich den Stempel der Furcht vor Entdeckung trägt. Nur mit Mühe lassen sie sich auch Juden gegenüber dazu bewegen, ihre an sich zweifelhafte Zugehörigkeit zum Judentum zuzugeben. Dies „Geheimnis" selbst ist aber fast das einzige, was sie an Jüdischem gewahrt haben. In letzter Zeit haben» sie wieder Mut gefaßt, Pessach und JomsKippur zu feiern, aber die verstümmelten Zeremonien werden nur von wenigen Sätzen, die als mündlich überlieferte hebräische Gebete erkenntlich sind, begleitet. Im übrigen füllen sie die Gebetsstunden mit der Erzählung von Märtyrer* sagen. Ueberreste aus der Zeit der Inquisition haben sich nur wenige erhalten. So unter anderem vor allem die Sabbatkerze oder -Oellampe, die in einem Tonkrug, der leicht ganz zu verdecken ist, versteckt wird. Mit dem Anwachsen der jüdischen Siedlung in dem nur zwölf Stunden entfernten Barcelona scheint die Möglichkeit zu einer Zurückführung der „Chuetas" zu den Juden gegeben. , Theater/ Kunst und iiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiii Literatur 30 Jahre Jüdische Bühne (Hotel Stephanie), Anläßlich des 30jährigen Bestandes der Judischen Bühne in der Taborstraße findet Freitag, den 19. d. eine Festvorstellung statt. Zur Aufführung gelaugt das Lustspiel „Reisele". Dus Stück bleibt bis 23. d. auf dem Spielplan. Als nächste Novität wird Sigals Lebensbild „E h r 1 i c h e M a d 1 e c h" herausgebracht. Das Stück wird vom 25. bis 30. Dezember gespielt. Sonn- und Feiertags Nachmittagsvorstellungen bei besonders reduzierten Preise». J, L. Gordon. Am 11. Dezember wurde der 100. Geburtstag J. L. Gordons gefeiert. Gordon ist die bekannteste Dichterpersönliehkeit der Haskalah. Seine neiihebräischen Gedichte waren für eine ganjje Gene- D!£ NEUE WELT ration eine Quelle der, Begeisterung und Vorbild für die nachfolgende hebräische Dichtergeneration. Jüdisches Quartett. Für ein zu gründendes Quartett wird Geiger, Bratschist,, Cellist und P i a n i s t (i n) gesucht. Gefl. Zuschriften an die „Neue Welt". Jüdischer Kulturbund. Am 6. ds. fand ein Vortrag Dr. Otto Schneids über „Moderne jüdische Künstler" statt. Der Vortragende sprach in anregender Weise ■au Hand eines recnhaltigen Bildernuiterials über die Entwicklung def bildenden Kunst der neuesten Zeit. Er ging von den Meistern des Impressionismus, Liebermann und P i s s a r o, «us und leitete dann zu den Künstlern moderner und modernster Richtung über. Die Zuhörerschaft folgte mit größtem Interesse den Ausführungen des Vortragenden, dAn es gelang, auch dem Laien ein anschauliches Bild von der Entwicklung der Kunst und Persönlichkeit der einzelnen Künstler zu geben. Dr. Schneid ist gegenwärtig damit beschäftigt, ein umfassendes Werk über moderne, jüdische Künstler herauszugeben. Der Vortrag erfreute sich uten Besuches, der davon zeugt, daß den Bemühungen des neugegründdten jüdischen Kulturbundes auch in weiteren Kreisen der jüdischen Öffentlichkeit lebhaftes Interesse entgegengebracht wird. Judifche Sport* und iiiiiiiiiiiii Tu rnbewegung Punklexuwadis der Hakoah« Vorwärts 06 3:1 geschlagen. Das vorletzte Herbstmeisferschaftsspiel der Hakoah gegen Vorwärts 06 endete mit einem mühelosen Erfolg der Blau-Weißen. Obwohl der Boden für Spiele nicht geeignet war, führte die jüdische Mannschaft ein gutes Spiel vor. Die vielen Zuschauer, die zu dem Wettspiel erschienen sind, waren vielen Unannehmlichkeiten ausgesetzt. Man mußte durch' ein 'Kotmeer waten und auch dort, wo Sitzplätze sein sollten, war es ebenfalls nicht besser. Man. zahlte zwar für Sitzplätze, konnte aber kaum recht stehen. In der Mannschaft wirkte nach längerer Pause wieder Scheuer mit, der gemeinsam mit Feldmann ein gutes Verteidigungspaar abgab. In der Deckung arbeitete S t r o ß sehr fleißig und hatte in Liebermann und A m s t e r zwei gute Helfer. Im Angriff waren M a u s n e r und Fische r die Besten. Den ersten Treffer erzielt Heß. In der 20. Minute sendet Ehrlich unhaltbar ein. Nach der Pause ist Hakoah stark überlegen und kommt durch ein Eigengoal der Gegner zu einem dritten Treffer. Hakoah stellte folgende Mannschaft: Oppenheim; Scheuer, Feldmann; Liebermann, Stroß, Amster; Ehrlich, Donnenfeld, Heß, Mausner, Fischer, — Kommenden Sonntag spielt Hahoah gegen Viktoria XXI. Die Floridsdorfer nehmen in der Tabelle den. sechsten. Platz ein und dürfen keinesfalls unterschätzt werden. . . I ,.. Die Hakoah-Spieler verzichten auf einen Teil ihrer Gage. Seitdem, die HaJcoah mit der Starwirtschaft gebrochen hat, scheint der alte Geist wieder eingezogen zu sein. Zwischen Leitung und. Spielern besteht das beste Einvernehmen, was sich daraus ergibt,, daß die Spieler der Kampfmannschaft .den . schweren. Existenzkampf ihres Klubs erkannt haben \ind sich bereit erklärten, in Hinkunft auf die H ä 1 f t e. i-li r e r Bezüge zu verzichten. Man will die Spieler auf andere Art entschädigen, indem man sie in verschiedenen Stellungen unterbringt. Trotz dieser Erleichterung wird Hakoah schwer weiterkämpfen müssen, um die nötigen finanziellen Mittel zur Instandsetzung der durch den Orkan verwüsteten Sportanlagen aufzubringen. 33 Prozent Lustbarkeitsabgabe für Amateurringkämpfe. Den größten Erfolg von der letzten Ringerveranstaltung der Hakoah hatte! Stadtrat Breitner. Ihm fallen nicht weniger als 33 Prozent der Bruttoeinnahmen zu. Die Gemeinde Wien, die sich gerne als Sportförderer ausgibt, hätte die verdammte Pflicht, wenigstens den Amateursport durch ihre Steuerpolitik nicht zu ruinieren. Warum sollen nicht die Ringer der bürgerlichen Vereine genau soviel zahlen wie die sozialdemokratischen Arbeiterfußballvereine, nämlich 10 Prozent bei Einnahmen über 100 Schilling. Wie kommen die jüdischen Amateurringer dazu, mehr zu zahlen als die P r o f e s s i o n a-1 r i n g e r. Touristik- und Skiklub! „Hakoah", Wien, I., Wiesingerstraße 11, veranstaltet auch in diesem Winter seine in der ganzen Sportwelt bekannten Skikurse für Anfänger und Vorgeschrittene unter bewährter Leitung. Die Kurse finden in Gebieten statt, deren Ruf als Wintersportplätze für bestmögliche Schneeverhältnisse garantiert. Dadurch, daß der 25. und 26. Dezember heuer auf Donnerstag und Freitag fallen, ist die Gelegenheit zum Besuche eines Skikurses besonders günstig, da die Meisten sich auch den Samstag freinehmen können, so daß dann mit dem Sonntag 4 Tage zur Verfügung stehen. Unsere 4 Kurse finden an folgenden Orten statt: 1. P r ä b i c h 1. Mindestens viertägiger Kurs vom 24. bis 28. Dezember mit abgeschlossenem Lehrplan. Fortsetzung des Kurses bei genügender und rechtzeitiger Anmeldung bis L Jänner zur weiteren Ausbildung der Teilnehmer als Tourenfahrer. 2. Kitzbühel. Achttägiger Kurs vom 24. Dezember bis 1. Jänner. Dieser Kurs findet in bekannt idealem Skigelände statt und bietet Tourenmöglichkeiten jeden Schwierigkeitsgrades. 3. S p i -t a 1 am Semmering. Viertägiger Kurs für Anfänger und Vorgeschrittene vom 24. bis 28. Dezember. 4. Lackenhof. Skikurse der Jugendgruppe. Auch für Erwachsene. Vom 24. bis 28. Dezember oder bei genügender Anmeldung auch vom 21. Dezember bis 1. Jänner. Neues von der Hakoah. Die Ringsektion des Sportklubs „Hakoah" veranstaltete arn vergangenen Sonntag einen Herausforderungskampf gegen den Sportklub „Slovan". Die Veranstaltung ging in glänzendem Rahmen vor »ich. Der Zirkus „Zentral" war bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Hunderte von Interessenten konnten keinen Einlaß mehr finden. Es wäre äußerst zu begrüßen, wenn die Hakoah öfters mit solcheu Veranstaltungen vor die Oeffentliehkeit treten würde. Die Hakoah hatte vor einigen Wochen bei einem Herausforderungsklubkampf gegen Slovan eine 5:3-Niederlage einstecken müsse». Es war Nr. m dies die erste Niederlage im Mannschaftskampf seit einer Reihe von Jahren. Da die Hakoah aber bei diesem Kampf auf drei ihrer besten Leute verzichten mußte, hat sie darauf gedrungen, neuerlich mit Slovan zusammenzutreffen, um die Niederlage gutzumachen. Dies ist ihr trefflich gelungen. Sie siegte nach schönen, spannenden Kämpfen 5 :2. Beide Vereine traten diesmal mit ihren kompletten Mannschaften an, Slovan sogar verstärkt durch Stockbauer (Simmering). Die Reihenfolge der antretenden Kämpfer war: Für Hakoah: G o 111 i e b, Schlanger, Bergmann, Ochsen hör n, Birnbau m, Müller, II i r s c h 1. Für Slovan: Mezulian, Heinrich, Pokorny, Musil, Petrasek, Stockbauer und Vitek. Mezulian siegte über Gottlieb nach Punkten. Gottlieb konnte dem routinierteren und schwereren Mezulian niemals gefährlich werden. S c hl anger siegte nach Punkten über Heinrich. Er war die ganze Zeit über im Angriff, ohne daß Heinrich mich nur einen einzigen Gegenangriff riskiert hätte. Heinrich erwies sich als glänzender Techniker und konnte sich mehrmals aus der Brücke retten. Es war ein wirklich schöner Kampf. Im nächsten Kampf unterlag Bergmann klar gegen Pokorny nach Punkten. Ochsenhorn blieb nach schönem Kampf gegen Musil Punktesieger. Desgleichen siegte Birnbaum gegen Petrasek durch Aufreißen. Stockbauer gab gegen Müller nach drei Minuten Kampfzeit auf. Im letzten und spannendsten Kampf des Abends siegte H i r s c h 1 nach drei Minuten gegen Vitek durch Doppelsalto. Die Sieger wurden stürmisch bejubelt. Zionistische Sportler in fremdnationalen Vereinen. Das Zionistische DistriktBkoraitee für Böhmen hat sich mit der Tatsache befaßt, daß einzelne Zionisten Mitglieder andersnationaler Turn¬ oder Sportvereine sind, trotzdem sie die Möglichkeit haben, die betreffenden Turn- oder Sportzweige in einem jüdischen Verein zu betreiben. Das Distriktskomitee hält diesen Zustand nicht für richtig und hat daher beschlossen, die Zionisten darauf aufmerksam zu machen, daß die Angehörjgkeit zu einem andersnationalen Turn- oder Sportverein dort, wo ein jüdischer Verein das betreffende Turn- oder Sportgebiet betreibt, mit der z i o n i s tvi sc h e n U e i> e r z e u g u n g unvereinbar ersclieint. Jüdischer Sports und Schützenverein „Menorah", IX., Liechtensteinstraße 20, Souterrain, Zugang durch den Hof. Kurse aus'„E r's t e H i 1 f e" sowie „Jiu*Jitsu" haben bereits begonnen.' Auskünfte sowie Anmeldungen jeden Mittwoch, von 19tt bis 21 Uhr% Hasmonea veranstaltet S a m s t a ig, den 20. d., um hwill) 9 Uhr abends, im Cafe Prück.el (großer Saal), I, Stubenring (Ecke Dr.-Karl-Lueger-Platz), aus Anlaß des Abschiedes des Kollegon Adolf Wodfsohn vor seiner Abreise nach Amerika einen G es eIlse.haftsabend mit Tanz. Erstklassige Vontra'gseinlagen. Vorzügliche Jazz. 2 S. Erntree. Hasmonea—Baumgartner Sp. Cl. 1:4. (0 :2). Am letzten Sonntag mußte Hasmonea zwei wertvolle Punkte abgeben. Infolge des Silbernen Sonntags war die jüdische Mannschaft gezwungen, von Haus aus Ersatzleute einzustellen. Da es außerdem zwei Spieler vorzogen, Ski zu laufen, stand nur eine mit Ersatz gespickte Elf zur Verfügung. Auf dem grundlosen Boden, der ein reguläres Spiel nicht zuließ, waren die Baumgartner die Besseren, sie haben den Sieg verdient. Bei Hasmonea war Bär im Tor der beste Mann. Die beiden Ersatzverteidiger schlugen sich' recht und schlecht. Die Deckung 'war ' der schwächste Mannschaftsteil, was sicherlich auf die Einstellung zweier Ersatzleute zurückzuführen war. Auch der Angriff brachte eine große Enttäuschung. Lediglich der Ersatzmann Littauer und Kestler konnten befriedigen. Den einzigen Treffer erzielte Bleiberg, beim Stande von 0:2. — Sonntag, den 21. d. M. spielt Hasmonea um 10 Uhr vorm. auf dem Elektra-Platz (Endstation A, Ak-Wagen) -gegen Briggittenauer F. C. Vorher spielt die Jugendmannschaft gegen Slavon Meisterschaft. Vom Misrachi* Wir erhalten vom Berliner Zentralbureau des ..Misrachl"' folgende Zuschrift mit dem Ersuchen um Veröffentlichung: Zur Lage Im Weltmisrachl. Auf der Wiener Tagung des Waad Haroschi des Weltmisrachi haben die Vertreter des deutschen Misrachl Anträge eingebracht, die auf eine Neuorientierung des Misrachl In seinen organisatorischen und finanziellen Arbeitsgebieten abzielten. Nachdem diese Anträge in einer Form abgelehnt wurden, die keine Aussicht auf eine Besserung der inneren Verhältnisse in der Organisation, die von allen Selten als unhaltbar anerkannt waren, erwarten lassen, haben die Waad- Haroschi-Mitglieder aus Deutschland, sowie die Vertreter der holländischen Landsmannschaft die Erklärung abgegeben, daß sie sich an den ferneren Verhandlungen des Waad Haroschi nicht mehr beteiligen und einer Landesversammlung ihrer Organisation vorschlagen würden, Konsequenzen aus dem bestehenden untragbaren Zustand zu ziehen. Der inzwischen abgehaltene Delegiertentag des deutschen M i s r a o h 1 hat die Stellungnahme seiner Vertreter auf der Waad- Haroschi-Sitzung gebilligt und den Beschluß gefaßt, daß die deutsche Landsmannschaft aus der Mlsrachi-Weltorganis a t i o n austreten solle, wenn nicht auf der kommenden Weltkonferenz des Misrachi Keorganisations- und Sanierungsvorschläge angenommen werden sollten. Der Delegiertentag hat ferner beschlossen, daß die Landeszentrale des Misrachi fUr Deutschland in der mlsrachlstischen Welt für seine Anschauung werben solle, um auch andere Landsmannschaften zu veranlassen, gemeinsam mit dem deutschen Misrachi vorzugehen. Bisher liegen solche Beschlüsse vor von den Jahresversammlungen der holländischen und Schweizer Misrachl- Organisationen, so daß der oppositionelle misrachistische Block zurzeit aus. den. Misrachl-Organisatonen von Deutschland, Holland und der Schweiz besteht. Die Landeszentrale des Misrachi für Deutschland würde es begrüßen, wenn auch In anderen Ländern sich die Landesversammlungen des Misrachi mit diesen Fragen befassen und sich dann ihrer Stellung anschließen würden. Eingehendes Material über die Vorgänge, die zu der oppositionellen Haltung geführt haben, liegt In den August- bis November-Nummern der Monatsschrift „Zlon" vor, die von dem Zentralbüro des Misrachi für Deutschland, Berlin N. 24, Monbijouplatz 10. zu beziehen sind. Vom Herrn Lazarus Barth (London) werden wir Im Namen der Misrachi-Zentrale um folgende Veröffentlichung ersucht: „Der dortige „Misrachi", Wien IL, Praterstraße 11, veröffentlicht in Ihrer werten Zeitschrift eine Erklärung, die objektiv unrichtige Behauptungen enthält. 1. In der Erklärung heißt es: „Weder wurde die Leitung des Misrachi. Wien, aufgelöst, noch werden Neuwahlen Im Wiener Misrachi stattfinden, da hlezu nur die autonome Misrachi- Landesorganisation berechtigt ist." In der Tat wurde der dortige Verein Misrachl durch den Merkas des Misrachi in Jerusalem als aufgelöst erklärt und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß hlemit die Zentrale m Rahmen ihrer Befugnisse gehandelt hat. Die Erklärung fährt dann fort: „Die erwähnten Nachrichten sind darauf zurückzuführen, daß der Wiener Misrachl sich zum Merkas in Opposition befindet, der sich auch Holland, Deutschland und die Schweiz angeschlossen haben." Die Auflösung der Wiener Misrachi-Zentrale durch den Merkas steht in gar keiner irgendwie gearteten Beziehung zu einer oppositionellen Stellung des Wiener Misrachi zum Merkas. Zunächst i«t es nicht richtig, daß andere misrachistische Landesorganisationen sieb einer oppositionellen Stellung Wiens „angeschlossen" haben. Der deutsche und holländische Misrachl befinden sich seit geraumer Zeit in einer Opposition gegenüber dem Merkas und diese beiden Gruppen haben ihren Standpunkt auch vor einigen Monaten auf einer Zentralratssitzung, die in Wien stattfand, geltend gemacht. Daß die Auflösung des Wiener Misrachi mit einer Opposition gegen den Merkas nichts zu tun hat, ergibt sich schon daraus, daß weder gegen den deutschen, noch gegen den holländischen Misrachl Sorgt för die Gesundheit aurer Familie durch den Gebrauch von feinstem Palästina. Olivenöl "]f Iin 7öff „Shemen" erstklass'ger Qualität, zum Kochen, Braten, Backen und Salat, ausgiebig, nahthaft, leicht verdaulich, erfrischt und kräftigt Glieder und Nerven. Palästina-Toiletteseife ^S«*|sisi veredelt und verschönt den ffViaill Teint. „Carmel- Flowers" schäumt stark, ist mild, macht die Haut weich. In allen besseren Delikatessen- und Parfümeriegeschfifien erhältlich! Repräsentant für Oesterreich: S. RABINOWITSCH "• zlrkuTX!S Telephon R-47-0-B0

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