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Die neue Welt · 1930-10-17 · Heft 161 (17.10.1930) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 161 (17.10.1930)
Date
1930-10-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 DIE NEUE WELT Nr. 161 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER <ft DEUTSCH Wien, /. Bes., SeÜenetettengaue 2, Telephon U-28'1-28 Xf* Zeniralftiedhof, neb. d. 7. Tor, Telephon U*78>0 8S Kofferapparate Luxus-Apparat« mitu. ohne Trichter, Schall* ftlatf«nv.S2.-f die neuesten Schlager in größte! Auswahl, erhalten Sie für S 2*50 Woodenraten, sowie Mandolinen, Gitarren, Harmonikas, Lauten, Violinen, Zithern, Blasinstrumente. 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Obwohl, wenn man's richtig bedenkt, er, ich weiß selbst nicht was, haben könnte. Magnaten würden sich glücklich schätzen, mit Gold würde man ihn überschütten. Aber verfallen! Wahrscheinlich ist das eine Sache von oben, wie sagt ihr, ein siwuk. Gebe Gott, daß es schon etwas zu sehen und zu hören gibt. Vorläufig ist noch nichts. Ganz und! gar nichts. Nicht mehr als Gubow... Schade, lieber Freund, daß ihr nicht da seid. Hätte ich euch hier zur Seite, würden wir was zu reden haben. Tage und Nächte würden wir absitzen und ich würde ouch erzählen und erzählen von diesem Paar. Es ist eine .Welt sag ich euch mit Weltchcn. Ich muß euch aber den Brief beenden, denn man klingelt schon mit dem Blech; Man ruft die L«Jute zum Essen. Und essen ißt man da auf dem Schiff, müßt ihr wissen, mit viel Eifer. Und ein Appetit ist bei. den Le.uten, kein böses Auge, ein solcher, daß man, bis man das angenehme Klingelzeichen zu hören erlebt, vorher zweimal etwas in den Mund nehmen muß. Schade, schade, daß ihr nicht da seid mit uns auf dem Schiff. Ich ver* spreche euch, wenn Gott will, aus New York einen noch längeren Brief zu schreiben. Gebe Gott, daß man nur in Frieden ankommt. Vorläufig seid mir gesund und schreibt. Schreibt mir auf meine New Yorker Advesse, die ich euch angebe, häufige und gute Briefe. Von mir, eurem besten Freund Meir Steilmach. Vergessen zu betonen: . Einen Punkt hat der amerikanische Vogel in den Kontrakt hineingestellt, dessentwegen'das ganze Geschäft 'fast''zu' nichts "geworden wäre. U., zw. — da werdet ihr 'was hören, was ein Amerikaner imstande ist — daß mein Sohn und auch Rosa mit niemandem in Verbindung stehen; dürfen im Lande ohne sein Wissen. Das heißt, ' wollen sie jemanden empfangen, - muß. er wissen wen. ' VVoIlen Sie irgendwohin gehen, muß er wissen wohin. Und selbst Briefe, schreibt man sie ihnen, muß er wissen, von wep,sie kommen. Gefällt euch diese Methode? Versteht sich, daß ich mich ein bißchen gewunden und schließlich den Kontrakt mit alleti: Punkten unterschrieben habe. Aber diesen Punkt hab ich den Kindern unterschlagen. Denn wüßte" Rosa bewahre von einer solchen Geschichte, wäre ha na!... Ich bitte euch, das bleibe' geheim. Einem anderen würde ich das nicht anvertrauen, aber euch, was gtbts da zu reden? Meir Stellmach." 4(J. K a p i t e 1. Von Scholem Meir Murawtschik an seinen Freunü Albert Schtschuppak. Lieber Freund Albert ich schreib dir-einen Brief und komm dir zu melden daß ich bin ,in London' gott* \ seidank schon das .zweitemal und du bist in Odessa, : schreib ich dir nach Odessa einen Brief daß du sollst: Rissen Albert, daß es ist nicht gut ein böses Glück, wie sagt er, mit der Butterseite auf die Erde. Es gehtnicht und wenn du dich auch zerreißt, ich bereue es wie Hunde mich fressen daß ich nicht gefahren bin damals mit dir zurück nachhause jetzt ist schon verfallen, schul* dig gewesen dem Teufel einen Gang und' mit Not be* schert gewesen, bin ich stecken geblieben zuerst in. Wien dann in Paris, jetzt in London, alles wegen unserer Schönen, hab geglaubt ich werde den Tataren fangen, zum Schluß hab ich eine Erkältung gefangen und eine lange Nase, da jene seit sie aus Italien gekommen ist, so groß geworden ist nicht an sie heranzukommen, ein Wörtchen Rosa Spiwak du meinst wohl unsere-'Juden, pfui, Christen Fürsten, ich soll so Glück haben und gute Verrichtung ich habe fast fast die Apoplexije bekommen als ich sie gehört hab singen und singen singt sie Albert, daß nicht du nicht deine Großmutter und nicht deiner Großmutter Großmutter so etwas gehört gehört haben selbst im Traum und dann, noch die Ehre die sie hat und die Breljanten die sie trägt und dann das Ausfahren solltest du sehen, würdest du dies dreimal begraben. Wer hat schuld, daß du mit ihr umgegangen bist wie ein Ideot und ich deinetwegen zurückgeblieben bin wie ein Wasser fast krepiert vor Hunger ein Glück daß in Paris da ist ein jüdisches Thiater Waxmann ist der Drektor ein bitterer Kerl und eine Truppe hat er eben ein solches Glück hab kaum zusammengeschlagen ein bißchen Kleingeld und marsch mojsche inotehe wieder einmal nach London, rinnt's am nächsten Tag aus wie ein Ei, sie ist schon da ' in Antwerpen und in Brüssel, muß man fahren nach Ant» werpen und nach Brüssel und kein Faden ist nicht da. .< Was tut man? Geh ich hin und verpfänd mein Gepäck in London bei einem, einem Kerl namens Klamer, er hält ein Cafe, jetzt komm ich üm mein Ranzel, stellt sich heraus, daß der Klamer nicht da ist der Teufel hat ihn i weggetragen nach Amerika und sie, Rosa heißt das, ist noch früher weg nach Amerika weißt du mit wem. Mit .unseres Stelhuachs Bürschcheu Grischa,.Stellmach sie-: singkt und er spielt und- Geld nehmen sie sagt man so viel, daß wir beide es uns wünschen, dürfen verdienen in drei Monaten, was sie einsteckt in einer -Nacht und für mich ist es ein großes Geschäft weil im Ranzel befinden sich bei; mir- Papiere von ihr Papiere sehr wichtige. Gct lesen hab ich sie nicht aber ich versteh, daß es sehr wichtige Papiere sein vU^s^n, denn sie schreibt mir in einem Briefe, Rosa heißt das, ich soll ihr zustellen die Papiere Geld ist kein Hindernis, muß os geschehen zu meinem Glück, daß ihr* Brief herumliegt ,zuerst - drei - Monate bei Waxman, kommen soll über ihn eine gute Cholera ich wollte ihm die Fresse einschlagen hab 'ich gefürchtet, vielleicht bezahlt er mir nicht was mir gebührt nun was sagst du zu meinem Glück muß ich nach London kommen akkurat wenn sie alle sich aufgelöst haben 'wie Salz im Wasser jetzt fragt sich eine Frage' was tut man wohin soll ich mich, kehren und wenden -wenn night zu dir mein lieber Albert sollst mir meine Ehre erhalten und herausschicken um Gotteswillen sofort einen Hunderter und das hierher nach London hier hast du meine Adresse damit ich soll haben womit mich nach Amerika durch« schlagen dort hab ich keine Sorge mehr soll ich mich nur durchschlagen zu diesem Vogelskerl und mein Ranzel zurückbekommen mit den Papieren du weißt daß ich-mir: bei dir habe ehrlich verdient mehr als einen Hunderter s denk also daran Albert sollst nicht sein;das was grunzt; BEI BESTELLUNGEN BITTE SICH AUF ,DIE NEUE WELT1 ZU BERUFEN! (gintöfitttg Don <£oIi>, Silber, Platin bei 0. 6djeio, Wien, I. SfrattS äotef'äai 49, #enirale: VI., <0umlten&0rferffttt&e 85 lllilllllllllll KINDERWAGEN vom einfachsten bis zum feinsten Genre erzeugt. PNfiFf RPDfi XX> WAUENSTCINPLATZ 3 LIIULLDLiyVI Eingang: Bäuerlegasse 1 IIIIIIIIIIHin a»iilal«t XX, Klos4ern«uburgter»traP« 91 NKHMAtlHINEN 1931 S20.— monatlich ohne Anaabel Olef l*f 1X< UechtenstelnstraBe Hr. 27 B^l^lm A 16-5-64 und A 16-3-65 ■vObVSbi iv. Wiedner Hauptstraße Hr.8 wBKtKKtttm fei. a SPORT- UND TOURISTENARTIKEL 'lllilllllllllll und zusehen mir her auszuschicken Gotteswillen möglichst bald die naar Groschen. Ich hab dich bisher nicht be* lästigt weil ich hab es nicht gebraucht jetzt steh ich in einer Not und halte beim Abfahren nach Amerika meine Schwester ist schon lange dort ich hab von ihr einen Brief schreibt sie mir daß alle heute in Amerika sind selbst. Brejndele Kosak ist auch dort und kannst mir glauben, daß ich werde dir dein Geld mit Gotteshilfe zurückschicken und noch mit großem Dank Gott soll mir so geben Glück und gute Verrichtung ich brauch bewahre nicht deines und wenn du mir schreiben wirst einen Brief sollst du mir schon herausschreiben alles ganz genau wie es dir geht dort im Verdienst und ob du eine richtige Truppe hast und was für ein Stück spielt man bei euch in Odessa und wie ist es bei euch heutzutage mit der Be* williguhg und was machen unsere anderen Freundesleut an Hotzmach erinnerst du dich verlautet's von ihm, daß er hier ist in London mit einer eigenen Truppe was sagst du zu dem Sohn. Er liegt sagt man krank ich hasse diesen Menschen wie Schweinefleisch aber hol ihn der Teufel man muß einen Krankenbesuch machen und sei gesund mit achtungsvoll Scholem Meir Murawtschik. 41. Kapitel. Von Albert Schtschuppak an Scholem Meir Murawtschik. . Hochgeschetzter Fraind Scholem Meir was sich mir geträumt hat jene Nacht und diese Nacht bist du ver« nickt oder wahnsinnig was haißt ich werd legen das lebendige; aufs tote dir schicken hunderter hab ich schwer gebärt" oder, bist du mein einziges Kind oder wächst ös bei mir im Garten ich soll dich so zum Vater haben wie ich hab hunderter denn wer nur Gott im Herzen hat, der schleppt bei mir Geld man reißt man kratzt man zerrt man zieht von allen Seiten man zerquetscht mir die Knochen noch nicht losgeworden die. früheren Schläge und immer wieder neue Hereinfälle aber auf niemand hab ich eine solche Wut wie auf deines Chasen Mädel was du mich hineingeschleppt hast in den Tod denn außer was sie mich hat bettelarm gemacht mich' ein solches Vermögen gekostet hat. sie mich noch beleidigt damals vor meinem rraind Stellmach in den Augen mich ge« nannt belfer hätte sie mir gesagt Dieb und Räuber Pandit und Mörder und was das Aergste es hätte, mich nicht so geärgert wie belfer ich werd es ihr niemals vergessen selbst dann wenn ich werde liegen mit den Füßen zur Tür und. was du fahren willst zu ihr nach Amerika gefällt mir der Plan .-und'ich kann dir beisteuern auf 'Spes'aber keinen.'ganzen hunderter denn ich hab nicht mehr aber; mit einer 'Bedingung ich schick dir ihre Zettel die bei mir zurückgeblieben sind vielleicht wirst' du; können herausschinden bei ihr was mir gebührt, denn wenn sie wirklich soviel Geld verdient wie du sagst warum soll sie dann mir nicht zurückgeben das Geschäft das ich gehabt h#bdurch ihr (plötzliches Weggehen von mir Schluß^ ich schenk^ihr schon die Prozente und verzeih ihr schön auch das was sie mir gesagt hat belfer ich bin nicht ein solcher Mensch gottbewahre daß ich soll nachtragen Haß Im Herzen und dir soll Gott helfen sollst dort Erfolg haben du weißt doch daß ich dir bin gottbewahre kein Feind dort ist ein Land sagt man von Gold sich nur zu daß du hereinschreibst einmal einen Brief, nicht wie. bis jetzt schweigen wie ein Hering und plötzlich hier hast jlü du Narr marsch Hatmjn, sagt Raschi der Teufel hat ihm gebracht,warum •/hast '•.du nicht geschrieben früher Bengel gewartet bis zum Schluß möglich daß ein wenig früher hätt ich dir vielleicht hinausschicken können einen ganzen hunderter. (Fortsetzung folgt.) Eigentümer, Verleger. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Robert Stricker. <— Druckerei« und ~*: ™S >Vwiags>A>G. Igoai Stelttmann» beide Wiea, lKm üalwtiilfätxito t^>~~'

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