Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 160 (10.10.1930)
- Date
- 1930-10-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2711613-2711736-2711778--2108-2715373- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 16<r Olpl. hebr. Kindergärtnerin aus Palästina, mit Sjähriger Praxis in Palästina und im Ausc|«rl|4 CtltflriAft eventuell gegen Pension, land, MlUIi dl U II U eil Jn gutetn Hau8e> Untef „<l«wlM«nHalt" an die Administration dieses Blattes Versicherungswesen in Palästina, in wel chera es u. a. heißt: Bis zum Ende des Weltkrieges war die Versicherung in Palästina praktisch kaum bekannt. Die ersten Versuche nach dem Kriege, Versicherungsgeschäfte in Palästina einzuführen, wurden durch die Forderung der Regierung, die für jeden Versicherungszweig ein Depot von 1000 Pfund forderte, sehr erschwert. Inzwischen aber hat das Versicherungswesen in Palästin« einen großen Aufschwung genommen. Es wird hauptsächlich in jüdischen Wirtschaftskreisen und von jüdischen Firmen betriehen. Die Zahl der Gesellschaften, die eine Konzess-ion zum Betriebe von VersicherungsgeschSIten in Palästina efhaften haben, beträgt bereits gegen dreißig, wobei es sich meist um britische Gesellschaften handelt. So liegt zum Beispiel das Transportversicherungsgeschäft fast ausschließlich in den Händen e n g 1 i s c h e r Versicherungsfirmen. Man schätzt die j ä h r 1 i c h e n Prümieneinnahmen aus dem palästinensischen Versicherungsgeschäft auf nicht weniger als 2 5 0.000 Pfund. Trotzdem bleibt noch ein großes Feld für die Aktivität von Versicherungsgesellschaften in Palästina. Viele Häuser sind noch nicht gegen Feuersgefahr versichert, ebenso ist die Lebens- und Unfallversicherung nur bei einem kleinen Teil der Bevölkerung eingeführt Andere Versicherungszweige, wie Auto-, Haftpflichtversicherung usw. 6ind faktisch unbekannt. Krankenversicherung erstreckt sich bisher nur auf die in der Arbeiterkrankenkasse organisierten Mitglieder der Gewerkschaften. Mit der fortschreitenden Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft ist auch eine weitere Ausdehnung des Versicherungswesens zu erwarten. Sir John Chancellor wieder in Paläsiina. Jerusalem, 3. Oktober, (J. T. A.) Der High Commis« bioner Sir John Chancellor ist am Jörn Kippur in Jerusalem eingetroffen. Infolge'des-jüdischen Feiertages hatten sich nur die Beamten und arabische Notabein, aber keine jüdischen Persönlichkeiten zu seiner Be* grüßung eingefunden. Kleiner Zwischenfall an der Klagemauer am . Jörn Kippur. Jerusalem*. 3. Oktober. (J. T. A.) Der Jom Kippur ist in Jerusalem am allgemeinen in vollster Ruhe und Ordnung verlaufen. Nur an der Klagemauer kam es zu einem unbedeutenden Zwischenfall, als ein junger Jude forderte, daß Scho'far geblasen werde, und laut rief, die Regierung habe kein Recht, religiöse Gebräuche zu ver* bieten. Ein jüdischer Polizeioffizier bemüht sich zunächst, den jungen Mann durch den Hinweis, daß Rabbi Kook mit der betreffenden Regierugnsverfügung einverstanden sei, zu beruhigen, mußte aber schließlich seine Verhaftung anordnen. Eine Stunde später wurde der junge Mann wieder freigelassen. Sind die schuldigen Araber Safeds von Kollektivstrafe befreit? Jerusalem, 3<X September. (J. T. A.) Bekanntlich hat die Palästina«Regierung in ihrem Bericht für das Verwal« tungsjahr 1929 bestimmt, daß im Zusammenhang mit den K o 11 e k t i v b e s t r a f u n g e n jener Orte, deren Ein« wohnerschaft sich an den Ueberfällen gegen die Juden im August 1929 beteiligt haben, auch die schuldige ar ab ische 'Ein wo hn'er s chaf't "von Safed bestraft werde. Nunmehr berichtet die arabische Zeitung „A1 Hayat", daß die Safeder Araber vom Gericht von jeder Kollektivstrafe befreit wurden. Die Jüdische Tele* graphen*Agentur, die beim Sekretariat der Palästina* Regierung über die Angelegenheit Erkundigungen einzog, wurde dahin informiert, daß die Regierung in ihrer Mit» teilung im Bericht für 1929 die Tatsache der Kollektiv« bestrafung vorweggenommen habe, daß aber bisher keine Untersuchung stattgefunden habe, und deshalb noch kein Gerichtsbeschluß vorliege. Gegen die Kinderehe in Palästina. Jerusalem, 6. Oktober. (J. T. A.) Wie die Jüdische Telegraphen*Agentur erfährt, bereitet die Palästina« Regierung, einer Anregung d_es Völkerbundes folgend, einen Entwurf zur Festsetzung des heiratsfähigen Alters auf mindestens 14 Jahre vor. Der Palästinensisch*jüdische Verband für Frauenrechte hatte eine Altersgrenze für Eheschließung von 16 Jahren vorgeschlagen, doch kann sich die Regierung aus Furcht vor einem feindseligen Widerstand der palästinensischen Mohammedaner — analog dem der Hindus gegen das Sarda-Gesetz — zur vollen Berücksichtigung dieses Vorschlages nicht ent* schließen. Das Rabbinat von Palästina hat, obwohl es von den Schäden der Kinderehe überzeugt ist, eine Unter* Stützung der Forderung der jüdischen Vereinigung für Frauenrechte abgelehnt, da die Kinderhen in den se* phardischen Gemeinden noch immer volkstümlich sind. Die Sephardim würden einen radikalen Vorstoß gegen die Kinderehe als einen gegen ihre Gemeinden gerichteten feiocfoeligen Akt empfinden, .. ' An die Freunde und Leser des Blattes! Wenn Sie der Ansicht sind, daß die „Nefle Welt" ein empfehlenswertes Blatt ist, geben Sie ans freund liehst die Adressen von Freunden und Bekannten an. Wir werden denselben die „Nene Welt" durch mehrere Wochen znr Probe gratis zukommen lassen. Wenn wir uns bei der Werbung auf Sie berufen dürfen, bitte dies ausdrücklich zu bemerken. Aus der Zusendung erwachsen weder Ihnen noch den Empfängern irgend welche Ver pflichtungen. Die Verwaltung der „Nenen Welt". Eine Regierungsverordnung über die Regelung der Klagemauerfrage. — Die Verhandlungen mit den Moslems gescheitert. Jerusalem, 3. Oktober. Die von Oberstaatsanwalt Norman B e n t w i c h entworfene Verordnung über die Regelung der Klagemauerfrage wurde vom Büro der Oberstaatsanwaltschaft endgültig textiert und wird nach Abschluß des Uebereinkommens zwischen Juden und Mohammedanern in Kraft treten. In dem Verordnungsentwurf wird das Recht der Juden, an der Klagemauer zu beten, anerkannt, unabhängig davon, ob die Mohammedaner über ihre Anerkennung des bloßen Rechtes der Juden auf freien Zugang zur Klagerftauer hinausgehen werden oder, nicht "VVeitere Verhandlungen zwischen Juden und MöhamniQda^ die Frage des Gebetsrechtes werden nicht geführt werden, da Rabbinat und Agudah unter dem Drucke der jüdischen öffentlichen Meinung außerhalb Palästinas es vorziehen, die Entscheidung in dieser Erjage den Bevollmächtigten des Völkerbundes zu überlassen. - Die arabische Presse in Palästina Im palästinensischen „D a w a r" vom 26. September veröffentlicht M. Assaf eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand des arabischen Pressewesens, in Palästina. Für das letzte Jahr'besonders bemerkenswert ist nach dem Verfasser die äußerordentliche Entwicklung der arabischen Presse, die seit den Unruhen eingesetzt hat, Sie kommt allerdings weniger in der Zahl der neu^rschieneneft Blätter zum Ausdruck als darin, daß ein Teil der arabischen Zeitungen, die bisher nur einmal wöchentlich oder noch seltener erschienen, zu Tagesblatterri geworden sind und daß sich die Zahl der Abonnen|eü und Interessenten für arabische Blätter außerordentUcfr vermehrt hat. Von den insgesamt 12 arabischen Zeitungen, die im letzten Jahre ' erschienen^ sind, sind 7 christlicharabische und 5 mohammedanisen-arabisohe Organe. Die arabischen Tageszeitungen sind „AI D janria al Ar ab ia", der (neue) „AI Cha j a t h", der ,Fa 1 a s ti n" (zeitweise auch „AI Jarmuk"). E)ie Entwicklung im vergangenen Jahre kam.; besonders den mohammedanischen Zeitungen zugute, die früher gegenüber der Christ lieh-arabischen Presse nur ein untergeordnetes und kaum beachtetes Dasein führten. Heute ist dem führenden arabischen Blatt „Falastin" in der journalistisch gut geleiteten mohammedanischarabischen Zeitung „AI Chajath" ein ernsthafter Konkurrent erwachsen. Die parteimäßige Stellung der arabischen Zeitungen war im Laufe des Jahres Wandlungen unterworfen. Sie waren zwar alle a n t i z i o n i s t i s c h, nahmen aber mitunter einesehr verschiedene Haltung zum Mufti und zu der Arabischen Exekutive ein, die zeitweise von ihnen sehr bekämpft wurden. Die Gesamtauflage aller arabischen 'Blätter' in Palästina beträgt 6000 bis 7000, wenn auch .die .eigentliche Leserzahl weit höher zu schätzen ist. Die höchste Auflagenzahl hat der „Falastin" mit 1000. Eine besondere Stellung nimmt unter den arabischen Zeitungen die englische Ausgabe des „Falastin" ein, der voh dem indischen Mohamme-* daner Achtar mit Hilfe englischer Freunde und der Arabischen Exekutive herausgegeben wird. jüdischer Arbeitersport in Palästina. Der Arbeitersportyerband „Hapoel" zählt im Lande über 2500 Mitglieder in 32 Ortsgruppen in fünf Städten, in 20 privatwirtschaftlichen Kolonien und in sieben landwirtschaftlichen Kommunen. 70 Prozent der Mitglieder sind aktiv. Die Zentrale leitet und instruiert die sportliche Tätigkeit sämtlicher Ortsgruppen. Die zentrale Fachkommission setzt, sich aus vier Chawerim und einem Chewerah zusammen, die an den Sonnabenden die Ortsgruppen besuchen. Vor einiger Zeit wurden in der Scharon-Ebene und in Galiläa Kurse für Turuer und Vorturner, eröffnet. Die Eröffnung ähnlicher Kurse im E m e k steht unmittelbar bevor. Der Riege für Turnübungen gehören 1375 Männer an, der Riege für Marschübungen 1800, der Riege für Leichtathletik 900, der Riege für Schwerathletik 100, der Sektion für erste Hilfe 300, der Schwimmer- und Wassersportriege 250, der Radfahrersektion 275. „Hapoel" hat 41 Fußballmannschaften, von denen 2 Z|Ur ersten, 6 zur zweiten und 7 zur 'dritten Klasse zählen. Von den 24 Handballmannschaften sind 5 die besten im Lande. ^0O#ft 06990M IIIIIIIIIHMIIIIIIIIIHIft Feinstes palästinensisches OLIVENOEL erstklassiger Qualität, frisch, in viereckigen lith.Büchsen. Zum Kochen, Braten, Backen und für Salat sehr ausgiebig. » Nahrhaft und leicht verdaulich, kräftigt und erfrischt es Glieder und Nerven. „TOILETTESEIFE, hergestellt II aus den ßlumen Galiläas und feinsten ätherischen Oelen. Veredelt und verschönt den Teint. GAUL ALMONAOLIVE schäumt stark, ist mild, erfrischt den Körper, duftet angenehm, macht die Haut weich. In allen besseren Delikatessen- und Parfümeriegeschäften erhältlich. Bestellungen sind an den Alleinvertreter für Oesterreich S. RabinowitschM'>,rkaTftS zu richten. Telephon R-47-0-50 T, heatev, Kunst und iilllllllllllllililillilillliiiiii Literatur Wiliiaer Truppe Eröffnungsvorstellung. Freitag, den 10. Oktober, %9 Uhr, gelangt durch die Wilnaer Truppe unter Führung von Alex Stein das vaeraktige Drama „Sabbatai Zwi" nach J. Zulawski und Seh. Asch zur Erstaufführung. In den Hauptrollen sind die Damen Pikus, Altbaum, Walter, Vitalin und die Herren Domb, Schigorin, Kamay, Sorokin, Kovalsky und Schneidow beschäftigt. Die Titelrolle verkörpert Alex Stein. Für die Bewegungsregie wurde Gertrud Kraue verpflichtet, deren Gruppe die im Drama vonkommenden Tänze ausführt. Bühnenbilder: Erich Isen burger. Musikalische Leitung: Kapellmeister Bar. Künstlerische Gesamtleitung: Alex Stein. — Für die Vorstellungen des Gastspieles werden Abonnements ausgegeben, die an der Theaterkasse Reklame, IL, Praterstraße 34 (Tel. R-47-1-47) erhältlieh sind. Der allgemeine Vorverkauf hat bereits begonnen. Erweiterung des „Wilnner"-Ensembles. Wie wir .erfahren, ist es Direktor Alex Stein gelungen, den Mitbegründer und ersten Regisseur der „Wilnaer Truppe", Leib Kadis 011, für sein Theater zu gewinnen. Leib Kadison, der am seinerzeitigen Gastspiel der Wilnaer Truppe erfolgreich mitgewirkt hat und die letzten fünf Jahre hindurch in Amerika tätig war, ist bereits auf dei,v Reise nach Wien begriffen und wird Ende Oktober im Rahmen der Wilnaer Truppe auftreten. Gastspiel der Warschauer in der Jüdischen Bühne, Hotel Stephanie, IL, Taborstraße 12. Die neue Spielzeit wurde mit der Komödie v,A Gena-Eden für zwei Herzen" eröffnet. Ab heute wird die amerikanische Komödie „Hojche Fenster" („Die neuen Reichen") von Rakov auf- ' geführt. Das lustige Stück bleibt bis Montag den 13. d. auf dem Spielplan. Sonntag, um 3 Uhr, wird das Stück bei besonders ermüßigten Preisen gespielt. Mitwirkende: aus Warschau Frau Erwest und Neuwirt; vom früheren - Ensemble die Damen Braclawska, Bell, Meiseis, Weinberg und die Herren Jungwirth, Bell, Reißmann, Grimminger, Podzamcze und Weißmann. Neues Jüdisches Theater, IL, Praterstraße 60. Von Freitag, 10. Oktober bis Dienstag, 14. Oktober gelangt der Schlager „Wilde Jugend", Lebensbild in 4 Akten von M. Markovicz, Musik von Heymann zur Aufführung. In diesem Stück beteiligt sich das gesamte Künstler* Ensemble, die Hauptrollen haben Paula Dreiblatt und Bernhard Wittler inne. In den nächsten Tagen wird die rühmlich bekannte Siegler*Truppe im „Neuen Jüdischen Theater" ein längeres Gastspiel absolvieren. „Hassella" (Brtfh-Trumpeldor). Die erste Nummer der deutschen Ausgabe des „Hassella" ist soeben er-, schieuen. Preis , 20 Groschen. Die Adresse der Redaktion lautet richtig: Wien, IL, Miesbachgasse 12, Tür 11. Die „Jüdische Wochenpost". Mitte Oktober erscheint in Wien ein Wochenblatt in jiddischer Sprache, das den Interessen der Judenschaft Oesterreichs, Ungarns und der Tschechoslowakei gewidmet sein wird. Es wird in jeder Nummer aktuelle politische Artikel aus der Feder hervorragender Publizisten, interessante Feuilletons, Schilderungen sowie Literatur- und Kunstnachriehten veröffentlichen. Abonnement vierteljährlich S 3.50, werden bereits jetzt entgegengenommen. Redaktion und Administration: „Jüdische Wochenpost", Wden, IL, Taborstraße 20 a, Telephon R-41-0-38. J udifdie Sport« und Turnbewegung Sdiwimmfest der jüdischen Jugendbünde Wiens« Der Schwimmklub „Hakoah'\ der schon seit jeher bestrebt ist, weite Kreise der jüdischen Jugend für den herrlichen Schwimmsport zu erfassen, hat sich in letzter Zeit auch besonders um die Jugend der zionisti* sehen Bünde bemüht. Um einen minimalen Betrag kön* nen alle Bündler einen eigenen Jugendabend im Diana« bade besuchen, wo sie sowohl im Schwimmen als auch im Springen, Crawlen usw. unterwiesen werden. Von dieser Einrichtung haben bis nun die meisten Bünde Ge=» brauch gemacht und nun soll am 26. Oktober a. c, %3 Uhr nachmittags, im, Dianabad im Rahmen eines großen Propagandawettschwimmens die jüdische Jugend ihr Können beweisen. Das Fest als solches soll nicht nur der Propaganda des jüdischen Jugendschwimmsportes, sondern vor allem der zionistischen Idee dienen. Was noch keinem Verein gelang, das ist dem Schwimmklub Hakoah getan« gen, der sämtliche Richtungen, von der äußersten Linken bis zur äußersten Rechten, zur gemeinsamen Teilnahme gewonnen hat. Bisher haben ihre Teilnahme zugesagt: