Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 158 (26.9.1930)
- Date
- 1930-09-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 158 nach Gemälden berühmter jüdischer Malor Gobelins HERZL-Gobellns erzeugt Atelier ZahradüilC Wien, V., Anzengrubergasse Nr, 30 Telephon U-40-9-17 schweren Lage der von der Mäuseplage getroffenen Landwirte protestiert und eine scharfe Kritik daran geübt daß die Regierung bisher nichts unternommen habe, um den geschädigten Landwirten zu Hilfe zu kommen. Erweiterung der Kolonie B'nei Brak. In der Kolonie B'nei Brak wurde in der vergangenen Woche der Grundstein für das neue Viertel „G i w a t h R o k a c h" gelegt. Ein amerikanischer Jude, Israel Rokach, dessen Name das Viertel trägt, hat zu seiner Errichtung eine große Summe zur Verfügung gestellt. Gin neues Handelszentrum in Tel-Awiw. Eine Gruppe von Kaufleuten aus Tel-Awiw und Jaffa, haben in der Allenby-Straße in Tel-Awiw ein großes Grundstück erworben, um darauf ein größeres Geschäftshaus, das der Mittelpunkt eines neuen Geschäftsviertels werden soll, zu errichten. Büro der Hamburg-Amerika-Linie in Jerusalem. Als erste der großen transatlantischen Schiffahrtslinien hat die Hauiburg-Amerika-Linie, dem gesteigerten Verkehr Rechnung tragend, im Hotelviertel Jerusalems ein modernes Büro eröffnet. Die Leitung dieses Büros liegt in Händen des Palestine and Egypt Lloyd. Von der hebräischen Universität. In der hygienischen Abteilung der Hebräischen Universität würde eine neue klimatologisch-hygienischc Sektion unter Leitung von Herrn D o v A s c h b e 1 eröffnet. Die Universität hat für den Erwerb der zur Untersuchung der Einwirkung von Sonnenstrahlen auf den lebenden Körper erforderlichen Instrumente eiue bestimmte Summe bereitgestellt. * Die Hebräische Universität schreibt für das Studienjahr 1930-31 das Plumer-Stipendium in Höhe von 100 Pfund für Studierende der orientalischen Wissenschaften aus. Von Universitäten diplomierte Bewerber müssen mindestens sechs Monate an der Hebräischen Universität in Jerusalem auf dem Gebiete der Orientalia wissenschaftlich artbeiten. Aufruf! An die jüdische Jugend Wiens! ( : Die letzten Ereignisse in der jüdischen Welt lehren uns, daß die Zusammenfassung aller Kräfte für den Aufbau der jüdischnationalen Heimstätte in Palästina zur dringenden' Notwendigkeit geworden ist. Insbesondere ist es Sache der jüdischen Jugend, die der Träger des Äufbaugedankens sein muß, sich ihrer Pflicht ihrem Volke gegenüber bewußt zu werden, und durch aktivste Mitarbeit die Erreichung des Zieles zu beschleunigen. .... ... Wir, die Vereinigung der zionistischdemokratischen Jugend, haben es uns zum Ziele gesetzt, dem unverfälschten Gedanken des Herzischen Zionismus in der jüdischen Gasse zur vollen Autorität zu verhelfen. Wir wollen die Jugend, die heute nach rechts oder links abfällt, ermahnen, das Erbe unseres großen Führers zu wahren. Wir wollen den Kampf aufnehmen gegen alles Ungesunde und Kranke, das die zionistische Bewegung von außen als auch von innen» zu vernichten droht. ( Unser Programm lautet: Kampf gegen die Assimilation, sei sie rot oder schwa'rt;'Erhaltung und Wiederaufrichtung des Judentums in allen seinen Teilen; Propagierung der Idee des Aufbaues Palästinas als Nationalheim für das jüdische Volk. Jüdische Jugendliche! Kommt zu uns, stärkt unsere Reihen, laßt euch nicht beirren durch jene, die euch vom Judentum wegführen wollen! Stellt euch auf den Posten, auf den euch euer Volk ruft, und kämpfet mit für die einzige Lösung der Judennot und Judenfrage: Den Juden der Judenstaat! Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend, Wien. II., Untere Augartenstraße 38. tynser Arbeitspragramm: Allwöchentliche Vorträge zionistischer Führer Wiens: Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Dr. L, Plaßchlsee, Dr. L Waldmann, Leon Wechsler, Hans Kandl usw. — Individuelle Erziehung durcljVKwuzotbUArbeits^^ — Hebräischkurse, hebräische Sichotb. — Unterricht in jügillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllg | Bewährter Pädagoge 1 s 1 £>.*ktJon2,n ln "»oderäar § S n«br8l«oher Sp»,«ah« uaa deren s S;-: gesamten Literatur. :■; S S mmmmmmmmmmmmmmmmm—mmmm S 5 Zueohrlften an M. Nawak fürSoh., Wien, V., Fraweneg. 13/16 5 SiiiHiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii discher Geschichte und Palästinakunde durch bewährte Fachleute. — Schulung im öffentlichen Reden durch Rednerkurse (Leiter Dr. L. Plaschkes). Vorbereitung zur Alijah durch Chaluzkwuzoth. — Körperliche Ertüchtigung durch Wanderungen, Sport usw. — Gesellige Veranstaltungen, Schachabende, Heimabende, Theateraufführungen im großen Festsaale des eigenen Heimes. JÜDISCH! BUHNE"™1"" Künstlerische Leitung L. Jungwlrth (Höfel Stefanie) | Donnerstag, 2. Oktober 1930: Beginn der neuen Spielzeit g A GANE EDEN | Die lustigste jüdische Komödie | | Die besten Kunstkräfte / Die billigsten Eintrittspreise | T heater, Kunst und iiiiiiiiiilliiiiiiiiiiiiiiiiiiilii Literatur Die Berliner HabfmarPremiere* Shakespeares „Was ihr wollt". Nach' de*r g"e'scBl6sseneii Aufführung ihr Juli fand nun am 15. September im Theater am Nollendorfplatz die erste öffentliche Aufführung von Shakespeares Lustspiel „W a s ihr wollt" statt, Die hebräische Bearbeitung stammt bekanntlich von Säul Tschernichowsky. Unter der Regie Michael Tschechows errang sich Habima einen neuen Erfolg. Es gab spontanen Beifall auf offener Szene. Besonders wurden die Darsteller S. Finkel, J. Rubinstein, Ch. Hendler, A. Meßkin, A. Baratz. B. Tschemerinsky, R. Klatzkin, N. Benjamini, N. Winiar, T. Robbins-Harari gefeiert. Der Beifall galt auch der szenischen Leistung des W. Masjutin und der musikalischen- Untermalung E. Tochs. Die Berliner Kritik sieht in der Aufführung von „Was ihr wollt" eine selten gesehene Lebendigmachuiig Shakespearschen Geistes. — Die nächste Premiere der Habima findet am 24. September statt. Zur Aufführung gelangt Gutkows „Uriel Acosta" in einer Neuarbeitungdes bekannten Regisseurs A. Granowsky auf Grundlage einer dramatischen Fassung von ' TVI.'■' LTwschitz.; " Die Bühnenbilder stammen von R. Falk; die Musik von K. Rathaus. „ Wilnaer, Gruppe*, in (^ien. , Wie wir erfahren^;ist die Wiluaer Truppe unter Führung von Alex Stein - von ihrer sensationellen Tournee aus der Tschechoslowakei zurückgekehrt und hatfIjerelt's'; Vmit der .Arbeit für die neue Spielzeit begonnen. Die Proben' sind in vollem. Gajige.. Inzwischen wird der innere Umbau des Theaters Reklame, wo das Hei'bsfgastspiel stattfindet, fertiggestellt. Nach den "-bisherigen- Dispositionen des Direktors Stein dürfte die erste Vorstellung im renovierten Hause am 5. Oktober stattfinden. Auf dem Premierenrepertoire stehen u. a. „S a b b a t a i Z w i" von Schalom Aseh-Schulawski, „Die p u s s t e K r e t s c h m e" von P. Hirschbein, „D e r S c Ii a t z" von Schalom Alejchem und „Der Golem" von H, Leiwik. für die historischen Stücke wurden eine Tanzgruppe und ein ' KammerorchesterVerpflichtet. Ein Kreis der Freunde der Wjlnaer Truppe hat sich zur Förderung der künstlerischen Interessen Alex Steins zur Verfügung gestellt. Ein jüdisches Musikwerk. Professor Juliusz W o 1 fs solin hat soeben ein pädagogisches Werk vollendet. Es ist ein „Album für die jüdische Jugend", bestehend aus zwei Teilen, und. enthält 20 Charakterstücke jüdischer Musik mit teilweiser Benützung einiger bekannter jüdis scher Volkslieder. Das Werk ist das erste pädagogische Werk jüdischer Musik für Kinder. Prof. Wolfsohn hat sich bereit erklärt, einer Anregung aus Freundeskreisen Folge zu leisten und dieses Werk mit einleitenden und verbindenden Worten in der nächsten Zeit an einem für jüdische Kinder bestimmten Abend selbst vorzutragen. Der 3. Band von Klatzkins „Thesaurus philosophicus linguae hebraicae" erschienen. Im Verlage Eschkol, Berlin, erschien soeben der dritte Rand des Standardwerkes von Dr. Jakob Klatzkin (unter Mitwirkung von Dr. M. Zobel) „Thesaurus philosophicus linguae hebraicae" (hebräisoh-deutsch). Ein vierter und letzter Band, enthaltend die letzten drei Buchstaben, zahlreiche Naohträge und einen deutsch-englischen Index der hebräischen philosophischen Terminologie, befindet sich im Druck. m Union der Zionlsten-Revisionlsten Oesterreichs gj I Montagd«n 29. Sept«mb,1930, halb9 Uhr abends, 1 E im Cafe Arkaden, I., Universitätsstraße 3 (Souterrain) § § „Debatte Ober den Bericht der 4. Weltkonferenz 1 i der Zionisten-Revisionlsten". | | VORNEHME FAMILIENPENSION 1 1 vormais Dr. GRÜNBERG I I AM SEMMERING ] § HOCHSTRASSE Nr. 43 (BEI HOTEL PANHANS) | g Pension von S 12.— aufw. Kaffeehaus und Tanz- §§ Ü gelegenheit im Hause ' Besitzer: ECKSTEIN ' Tel §§ 1 bemmering Nr. 11 / Fließendes Warm« u. Kalt* m m wasser in jedem Zimmer g ..............................Urs •InieJtungs PAUL | Eintritt freit HALLE R* n Gäste willkommen! I Das fünf bändige Jüdische Lexikon. Das fünfbändige Jüdische Lexikon, die erste jüdische Emzyklogädie in deutscher Sprache, die im Jüdischen Verlag, eriin, nach mehr als zehnjähriger Vorbereitung erscheint, liegt jetzt mit dem noch im September erscheinenden Schluß band abgeschlossen vor. Dieses Handbuch des jüdischen Wissens gibt über alle Gebiete des jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur in Gegenwart und Vergangenheit erschöpfende Auskunft. Prof. S. Dubnows Jubiläum. Am 24. September wird der jüdische Geschichtsforscher Prof. Simon Dub« n o w 70 Jahre alt. Für diesen Tag werden dem in Berlin lebenden Gelehrten zahlreiche Ehrungen zuteil werden. Unter anderem ist eine großangelegte Festschrift in Vor* bereitung, die in hebräischer, jiddischer und deutscher Sprache erscheinen wird. Die deutsche Redaktion haben Prof. Ellbogen, Dr. Wischnitzer und Dr. J. Meisel inne. Die jiddische Ausgabe wird die Berliner Sektion des Wils naer wissenschaftlichen Instituts unter Leitung vori A. Tschirokower besorgen. Klausners JesussWerk. Das jüngst in deutscher Uebersetzung erschienene Werk „Jesus von Nazareth" von Prof. Josef Klausner (Jerusalem) hat in der deutschen Presse lebhaften Widerhall gefunden. Die erste Auflage der deutschen Ausgabe ist bereits vergriffen. Zurzeit werden Uebersetzungen ins Französische und Hol* ländische vorbereitet. Bekanntlich bereitete die englische Ausgabe dem Werk den Weg in die europäische Oeffent» lichkeit. Pepi Littmann gestorben. Im Alter von 58 Jahren ist Pepi Littmann, eiue der bekanntesten jüdischen Soubretten, im Wiener RothschildsSpital nach längerer Krankheit verschieden. Aus Tarriopol stammend, in Ro* man (Rumänien) entdeckt, entwickelte sie sich bald zu einem Star der jüdischen Bühne älteren Stils. Jhre Spezialität war die humorvolle Darstellung des chassidi« scher» Bochers, den sie auf allen großen jüdischen Varietebühnen verkörperte. Viele Jahre war sie im zaristi« sehen und sowjetistischen Rußland tätig. Sie erfreute sich größter Popularität und Beliebtheit. Die auf der ganzen Welt zerstreuten Verehrer ihrer Kunst werden ihr ein treues Gedeknen bewahren. Altjüdische Musik. Im Selbstverlag des Verfassers I. Kühn ist soeben ein Buch über „Die Musik in den heiligen Schriften, im Talmud und in der Kabbalah" in hebräischer Sprache erschienen. Der Verfasser geht den motivischen Elementen der ältesten jüdischen Musik nach, rekonstruiert Tonskalen und Instrumente und kommt zu überraschenden Folgerungen. Für Musikforscher unentbehrlich ist die in der Schrift reich erwähnte Musik« literatur. Die Gedichte eines slowakisch*jüdischen Lyrikers. „Sonka und die allgemeine Sache." Verlag Paul Zsolnay, Wien und Leipzig. Für jeden Lyriker gibt es Augenblicke, da er die Kruste der Alltagsgefühle und des Form* Zwanges durchbricht und dorthin zurückkehrt, von wo seine seelischen Erlebnisse ihren Ausgangspunkt genom* men haben: in Kindheit und Jugend. Sonka, über viele Straßen.des Lebens und der Politik gewandert, findet das Gleichgewicht seines Gemütes in seiner mährischen Hei* mar, in der slowakischen Judengasse. Bei allen Versuchen, sich ihr zu ergeben, bleibt er im Bastardtum von Jüdi« schem und Slowakischem gefangen. Und gerade dieser Zwiespalt drängt ihn zum Gedicht. Sei es der arme Stein» klopfer, seien es die gütigen Augen der Großmutter Malke, sei es die Kornrade im Felde zwischen rotem Mohn — immer bleibt ein wenig Bitterkeit zurück und die Sehnsucht, einen größeren Lebenskreis zu umfassen: das Schicksal jedes Menschen, dem es versagt ist, sich für das Positive in seinem Wesen zu entscheiden. — Der Verlag hat Sonkas Gedichte stilvoll herausgebracht, für Bibliophile eine Bereicherung. —r— Der erste jiddische Tonfilm. lu den New Yorker Lichtspielbühnen wird im September der erste Tonfilm in jiddischer Sprache zu sehen sein. Der Film, dessen Hauptrolle die jiddische Schauspielerin Bella Gudüjsky innehat, wurde unter Leitung von Sidney M. Gold in von .der Judäa-Film-Company gedreht. »* Wichtige Neuerscheinung! nrn» In unserem Verlage erscheint soeben: MACHSOR (Festgebete für die hohen Feiertage) mit vollständigem, ungekürztem Text, mit einer neuen Uebersetzung von Prof, Dr. Jakob Bronner, Wien Diese neue Uebersetzung zeichnet sich vor allen anderen, bisher vorhandenen durch ihren modeinen Stil und ihre Klarheit aus. Der Name des Uebersetzers bürgt für deren Zuverlässigkeit und Gründlichkeit Sowohl der hebräische als auch der deutsche Text (Lateinschrift) ist In klarer, schöner Type auf vorzüglichem holzfreien Papier gedruckt und sorgfältigst korrigiert Der Machsor eignet sich auch vorzüglich für Geschenkzwecke und soll in keinem jüdischen Hause fehlen! Preis in 2 Leinenbänden. . S 7.— »4 „ ♦ . S «>•— „ 4 Luxusbänden % 14.— Zu beziehen durch die Veriossbucithondiuns Hendl Salzmann Wien N, Grolle Schiflgasse 4 Tei. R*27«*71 Oetterr, Po«Unarka««enkonto B 81.671 IIMIIIIII..........MIIIIM.................MM.....it