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Die neue Welt · 1930-09-12 · Heft 156 (12.9.1930) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 156 (12.9.1930)
Date
1930-09-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seife 10 DIE NEUE WELT Nr. 196 ' UGediegenen nterricht in OymnasiallBchern erteilt Akademiker. Ueeernimml auch Hofmeisters «He. MÄBI« ges Honorar. Unter „Verlaftllth*' en die Ixpedltien des Blattes Aufruf! An die jüdische Jugend Wiens! Die letzten Ereignisse in der jüdischen Welt lehren uns, daß die Zusammenfassung aller Kräfte für den Aufbau der jüdischnationalen Heimstätte in Palästina zur dringenden Notwendigkeit geworden ist. Insbesondere ist es Sache der jüdischen J ugend, die der Träger des Aufbaugedankens sein muß, sich ihrer Pflicht ihrem Volke gegenüber bewußt zu werden und durch aktivste Mitarbeit die Erreichung de$"Z4eles zu beschleunigen. .v 'j Wir, die Vereinigung der^zionistisch*':\ d e 301 o kratischen j u g e n d, halben es uns zum Ziele gesetzt, dem unverfälschten Gedanken des erzischen Zion i S mus > in der jüdischen Gasse zur vollen Autorität zu verhelfen. Wir wollen die Jugend, die heute nach rechts oder links abfällt, ermahnen, das Erbe unseres großen Führers zu wahren. Wir wollen den Kampf aufnehmen gegen alles Ungesunde-und Kranke, .das die zionistische Bewegung von -außen. ..als auch von innen zu vernichten droht. 'Unser Programm lautet: Kampf gegen die A s s im i 1 a t i o n, sei sie r o t oder schwarz; Erhaltung und Wiederaufrichtung des Judentums in allen seinen Teilen; Propagierung der Idee des Aufbaues Palästinas als Nationalheim für das jüdische Volk. Jüdische Jugendliche! Kommt zu uns, stärkt unsere Reihen, laßt euch nicht beirren durch jene, die euch vom Judentum wegführen wollen! Stellt euch auf den Posten, auf den euch euer Volk ruft, und kämpfet mit für die einzige Lösung der Judennot und Judenfrage: Den Juden der Judenstaat! Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend« . Wien, II.,' Untere Augartenstraße 38. "Unser A r be-i t s p r ogr amm: Allwöchentliche Vorträge zionistischer Führer" Wiens: Oberbaurat Ing* Robert Stricker, Dr. L. Plaschkes, Dr. I. Waklmann, Leon Wechsler; Hans Kandl usw; Individuelle Erziehung durch Kwuzdth (Arbeitsgemeinschaften). — Hebräischkurse, hebräische Sichoth. — Unterricht in jüdischer Geschichte und Palästinakunde durch bewährte Fachleute. — Schulung im öffentlichen^ Reden durch Rednerkurse (Leiter Dr. L. PlaschKes). Vorbereitung' zur Alijäh durch Chaluzkwuzoth. — Körperliche Ertüchtigung durch Wanderungen, Sport ustw. — Gesellige Veranstaltungen, Schachabende, Heimabende, .Theateraufführungen im großen Festsaale des eigenen Heimes. T heater, Kunst und llillliiiillliiilliiiillllllllilli Literatur - .ff- -1 Jüdische Kunstausstellung, in. Warschau.: Tor eiiHg,e,n Tagen wurde in Warschau in den Sälen der „Jüdischen Kunstgesellschaft" eine überaus interessante Ausstellung eröffnet. Die Hauptteilnehmer sind die in An^enjka lebenden Maler' G r'o ß m a ri n und' Daniels, ßöwig'der kürzlich verstorbene A. Kaminski, deren Freuufle 221 Werke hier zusammengetragen haben. Beiden Amerikaner entstammen , 4eni, iü<jis,chen'.Osten?* Was Großmann betrifft, verdankt er seinen Namen in erster, Linie der langen Reibie. von? blendenden Porträts, darunter den Bildnissen »von Einstein, Mussolini und R^biriflränath Tölgore. D&'ndels stell!' sith mit 'Landschaften, Stilleben und großangelegten Kompositionen vor. Neben dem künstlerischen Erfolg hat^-dj« A,ujs-r Stellung auch einen materiellen zu verzeichnen, da gleich1 am ersten Tag trotz der ungünstigen Wirtschaftsverhältnisse in Polen zehn Bilder erworben! Wurden.' Das Berliner Beth Haarn. Djjs in$ 'Vor jfjfrffauj Initiative des Tel-Awiwer.s N. Lewi,n ge>griindeie tB«th Haam ist im Begriff, sich zu einem wichtigen Faktor im ^jütdißcheO'.Lei»en^e;jfliiis zu^nt wickeln« ^obräische« Spr^^kur^e^; Debatte|jfc, Vor Jungen und fdramatische Versuche Rieben dajrf heU||i|iche Interesj^^ und verstäfjj^n die^ VerbundMhejMljait der palästkensischen Gefsjs^elt.' Erst kü^ch>^fab das 30jj||ri|j| Schrift- - stellM^ilällim des jpj J|Min. lebend^' h^räischen Dichjj^e Sohaul T sse^lt r n i c h o v s kjfe^^enheit,. die'^lturel^in Kreise,r^rlins jnit des^ Leh^s- und- KujulJauffasiäig bekgptz-uniajben. M$' Sch%nski mm Staatlich ^^^^f^9^ erteilt gewissen« haften in Hnd außer Haus, unter günstigen Bedingungen Klaviai S. K» XX.. Karl*Mef9l»f X las aus eigenen Werken, in denen 6ich etwas von der jüngsten palästinensischen Kunstrichtung widerspiegelt. Von besonderer Bedeutung ist das Wirken der „Höbima" in Berlin« Die neue Spielzeit der Hahima beginnt am 15. September und bringt zunächst die bereits von elftem gÄchiossenen Kreis ttlt Enthusiasmus aufgenontmene Shakespea^Ae Komödie „Was ihr wollt'* mit der Musik des Wiener jüdischen Komponisten Ernst Toeb. Üeber die nächste Premiere der Ha&ima ist noch nichts Endgültiges bekannt. »Devarenu", hebräische Monatsschrift der Hietadruth iwrith, Nr. 5—6, ist erschienen. Beiträge von Picker, GroßttMiira, L. Ganatti, Lea Goldbef g,, Silber« husch, Mor. Göldberg, Warschawiak, Stockhammer, G. Gotdbefg, Nefesch, Schdmoriowitz, Avischaj, Fahn, M. Mohr» Pröchovmik, Bartini, Pinelcs, Ebstein, Über« J. Gelernter« Daniel Perski u. a. Preis der DoppeJmimmer 60 Groschen. In allen Trafiken erhältlich. Von denZioiiijleniRevi'sion^n Die^'tSa^eifttöciu^lie:'.;-tln*||*. der, Zionisten-Revisicnisten ersucht uns uia Veröffentlichung nachstehenden Aufrufes''-; r, ,• ./t:-4, %?....• V'--' Zionisien Oesterreichs! , * ' Der gegenwärtige Präsident der Zionistischen Weltorganisation, P#8f. Ghajim 'Weizmaüflj :hat auf der jüngsten Tagung des Zionistischen Aktionskomitees in Berlin die Erklärung abgegeben, daß er an dem von Herzl proklamierten Endziel des Zionismus, am Judenstaat, nicht mehr festhalte. Der Judenstaat, sagte Weizmann, mag im Nebel der Kriegszeit realisierbar erschienen sein, heute in einer Zeit realpolitischer Orientierung sei er angesichts des Vorhandenseins einer arabischen Bevölkerung in Palästina-weder erreichbar, noch wünschenswert. Mit diesem brutalen, zynischen, der zweitausendjährigen Sehnsucht und Hoffnung des in aller Welt zerstreut lebenden Volkes der Jude*n hohnsprechenden Bekenntnis, hat sich die nahezu antizi o ni s t i sehe Politi k der gegenwärtigen Leitung selbst entlarvt. Präsident Weizmann steht heute als das Haupt jener Gruppe da, als das wir Zionisten-Revisionisten ihn schon längst erkannt haben: als Vollstrecker des Willens derer um den Brith Schalom, der den sozialen Umfang und staatspolitischen Geist des Zionismus restlos liquidieren will. / Zionisten) Laßt euch über den an den Grundprinzipien der Bewegung geübten Verrat nicht hinwegtäuschen! .Wie seitv Jahlren, versuchen auch jetzt die Nachläufer Weizmanns 'aus „allen zionistischen Fraktionen seine Erklärung abzusohwä'cheh* indem sie sie als aus einem Moment der „Gereiztheit" geboren hinstellen ^wollen, alg die Folge einer „Provokation". Man denke! Der Repräsentant der Zionistischen Organisation erklärt vor aller Welt, daß weder Balfour-Deklaration ' noch M a nd at einen Judenstaat vorgesehen haben, so für die Nullifizierung der Ansprüche des jüdischen Volkes auf das Heimatland Erez Israel einen Luke, einen ^äßfield, alle jüdischen^ssimijantehrund alle Todfeinde des Zionismus überbietend. Und das ist eine „Entgleisung"! Eine Entgleisung? Man lüge euch nichts vor! Weizmann hat seine Erklärung nicht" revoziert, ja nicht einmal abgeschwächt. Vom M i s r a c h i stellig gemacht, wollte er von seiner Erklärung nicht ein Jota zurücknehmen. Zionisten! Trotz dieser offenkundigen V e rleug.nung und Abschwörung des Zionismus wurde ProL Weizmann, von allen Aktionskomiteemitgliedern mit Ausnahme einzelner im* Amte des Präsidenten neuerdigns bestätigt, ja manche haben ihn gebeten, im Amte zu bleiben! , Die Ziönisten-Revißioniöten sind der Parole vom Judenstaat treugeblieben. Getreu den in unserer letzten Konferenz in P-r a g niedergelegten Prinzipien /werden wir fi|r die, ji|jdische Mehrheit in Palästina kämpfen,!r"für die Ujngestaltung des britischen Rqgynes in Erez Israel zu, einem, den Aufbau des Landes fördernden-1 K o 1 ö n i s a t i o n $ r e g i'jn e, für genügenden, vom jüdischen ..Volke selbst besorgten Scheut z des Kolonisationswerkes, für eine Massenimmigration «ier in der ganzen Welt .notleidenden Juden, für den Judenitaa tl Für.-den Judenstaat in Palästina beiderseits' des Jordans! ^September 1930 r*%r~ snn " Elul 5r390 r 12 " h Freitag .>> : 19~^#; '■"■"""»"""" ........ "I"........' "t'V "' Sabbatelfgang BM ¥ u ' Samstag-?0~3 Sabbatauegang 6.8V w i5Dn ,.»3n>3 Soöntag lt~«D Montag »-33 18 >jßltn8jt8& t"Aji . fr r-■', vT .) '■ ■ . ♦•.,,-^*f ■ Mittwoch ■ffi ™ . * 14^.19 T % ' 47' ' ■ " üoanerstag ■ IIHNr' -v ff$$S$$g3$33S$SS$ggg$33$$a$$^^ HiSRACH »ZfeNTRALf, Wien II, PraleretraBe 11 ————■ i eiephon R«46*6-2a ————« Anläßlich der hohen Feiertage veranstaltet die Misrachl-Zentraie in ihren geiäumigen Lokalitäten — wie alljährlich — einen feierlichen GOTTESDIENST und ist tür ausgezeichnete Vorbeter gesorgt. Karten sind von 10 bis 12 Uhr und von 4 bis 6 Uhr im M-srachi-Büro zu haben. Wollt ihr, Zionisten Oesterreichs, den Judenstaat, dann helfet mit, die gegenwärtige defaitistische, verräterische Leitung der Zionistischen Organisation zu beseitigen, den Zionismus neu aufzurichten. Stärket die Reihen der Zionisten-Revisionisten! Tretet der Union der Zionisten-Revisionisten bei! Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs. J üdi'fdie Sport* und iiiiiilliilli Tu r nb e w e g u n g Eröffnung des renovierten Hakoahr Sporfplatzes* Hakoah schlägt Donau 8:1 (2:1). Sonntag wurde der renovierte Sportplatz mit dem Spiele gegen Donau der Benützung übergeben. Die Sportanlage ist als mustergültig zu bezeichnen. Es wurden mehrere Logen und neue Bankreihen errichtet und das Spielfeld mit einer neuen Grasfläche überzogen. Das erste Match in dieser Saison auf eigenem Platze konnte Hakoah gegen den Bezwinger Herthas zu einem sensationellen Sieg gestalten. Die Blau-Weißen fertigten ihren Gegner mit 8:1 ab und das Spiel hätte genau so gut mit einer zweistelligen Zahl enden könneu. Die Mannschaft führte ein ausgezeichnetes Spiel vor. Das Verteidigungfltrio war vor keine schweren Aufgaben gestellt. Auch die Deckung hatte keine großen Aufgaben zu lösen. Im Angriff befanden sich Ehrlich und Mausner in glänzender Forin. Die anderen drei Stürmer boten ebenfalls ausgezeichnete Leistungen. Gleich vom Anfang greift Hakoah scharf an und ein Schuß Sterns geht knapp daneben. In der 3. Minute gelingt es- S t e r n aus einem Freistoß die Führung zu erringen. Ein Durchibrucb Donaus führt in der 20. Minute durch Pe v n y zum Ausgleich/Die Ueberlegenheit Hakoahs tritt zutage und aus einem Elfmeter erzielt Stern den zweiten Treffer. Weitere scharfe Schüsse von Mausner und Heß werden vom gegnerischen Tormann gehalten. Nach der Pause beherrscht Hakoah souverän das Spielfeld. Ans einer Kombination Stern- Fischer-Mausner erzielt der letztere den dritten Treffer. Donau spielt* zeit weise. ziemjicb scharf und Kreysar muß wegen Foul den Platz verlassen. Aus einem prachtvollen Köpfler erhöht Mausner den Vorsprung und Stern sendet den fünften Treffer ein. Tu den letzten sechs Minuten fallen durch Ehrlich (2) und Strofl drei weitere Treffer. — Hakoah stellte folgende Mannschaft: Oppenheim; Scheuer, Feldmann; Liebermann, Stroß, Platschek, Ehrlich, Mausner, Stern, Heß, Fischer. — Hakoah rangiert in der Meisterschaft nach B. A. C. mit 5 Punkten an z w e i t c r Stelle. Kommenden Sonntag spielt Hakoah gegen Neubau auf deW Platze des letztgenannten Vereines. Wir rechnen auch diesmal mit einem sicheren Sieg der jüdischen Mannschaft. ' Neues von der „Hakoah". Beim internationalen Jubiläumsmeeting des W. A. F., an welchem sich japanische, tschechische und ungarische Athleten beteiligten, errang die L e i c h t a t h 1 e t i k s e k t i o n der Hakoah einen grandiosen Sieg, indem sie den Ehrenpreis des Grafen Gudenus für die beste Leistung in den Staffel« ' konkürrenzen überlegen vor dem W. A. F., der Moravska Slavia und den Japanern gewann. Die Sektion erhielt ehrenvolle Einladungen nach Laibach, Kölin, Leipzig und Paris und dürfte auch, soweit es möglich ist, den Einladungen Folge leisten. , Die Schwimmer waren in den Ländermannschaften, die Oesterreich sowohl gegen die Schweden als auch gegen die Tschechoslowakei stellte, in der Wasserballmannschaft und auch in den einzelnen Schwimmkonkurrenzen repräsentativ tätig und schnitten vorzüglich ab. Bei der Meisterschaft über 1500 Meter errang der Schwimmer Dreikurs in vorzüglicher Zeit den dritten Platz und wurde nur mit Handschlag besiegt. Auch die Schwimmer haben ehrende Einladungen erhalten und werden am 14. September an einem Wasserballturnier in Prag teilnehmen und am 12. und 13. Oktober ebenfalls in Prag den Klubkampf gegen den Bruderklub „Hagibo?"» Prag, austragen. Die Handballer haben eine vollkommen verjüngte EU aufgestellt, die sich vorzüglich schlägt Jtnd im letzten Meisterschaftsspiel gegen die gute Neubau- Mannschaft ein 10:10 Resultat erreichen koniijei nachdem sie biß knapp vor Schluß in Führung war. Es ist ■zu hoffen, daß diese junge Mannschaft in der Meister« Schaftskampagne noch von sich reden machen wird. Die Kinger der Hakoah, die eine der besten Wiener Mannschaften darstellen, haben eine Einladung nach Italien akzeptiert und befinden sich derzeit auf dieser Tournee, die sie nach Bari, Rom und Bologna führt. Öbzwar sie in Bari die olympische Auswahlmannschaft Italiens zum Gegner haben, ist es dennoch sicher, daß sie ehrenvoll absehneiden werden. Die Fechtsektion der Hakoah hat das Training in ihrem Fechtlokale, Wien, IX., Porzellanware 33, wieder aufgenommen. Anmeldungen von Mitgliedern wollen schriftlich an das Sekretariat der Hakoah, Wieo, I., Wiesingeretraße Iii erfolgen,

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