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Die neue Welt · 1930-08-01 · Heft 150 (1.8.1930) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 150 (1.8.1930)
Date
1930-08-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 150 tu ABBAZIA LAURANA * Orthod. kosch. Pension WEISS neu eröffnet Erstklassige Küche Mäßige Preise Auf Wunsch Prospekte Die Zionisten erstreben nach wie vor den Besitz der Aksa-Moschee und der Omar-Moschee. Solche Bestrebungen müssen alle Araber vom Anti- Zionismus zum Antisemitismus führeni > und ,zu schlimmeren Gewalttätigkeiten, als sie die Juden in Europa erduldet haben. Als Mohammed Ali Pascha'aus der Luft gegriffene Zitate über Lord M e 1 c h e 11 s 'angebliche' AbsichtV den jüdischen Tempel wieder zu errichten,- vorbrachte, machte Dr. Eliash vergebliche Versuche,' ihn zu unterbrechen. Der Redner zitierte zum Beweis seiner Behauptungen die '-Encyclopaedia Britannica", die "Jewish Encyclopaedia" und einebei Z a n g w i 11 zitierte Stelle aus Longfellow von den Arabern, die ihre Zelte zusammenlegen und sich s t i 11 s c hw e i g e n d davonmachen, ohne allerdings Longfellows Namen zn erwähnen. Er verlas weiter einen Passus aus Norman Bentwichs Buch über den Zionismus und legte der Kommission als Beweisstücke mehrere. „Misrach"- Blätter und ander Bilder, darunter einen Karton ostjüdischer Volkskunst, vor, um seine Behauptung zu stützen, daß es den Juden nicht nur um die Mauer gehe, sondern darum, die Moslems von ihren heiligsten Stätten zu verdrängen. Er verlas noch die Erklärung von General Bols uttd erwähnte den von Rabbi Kook unterstützten Vorschlag Ussischkins, den Platz vor der Klagemauer zu erwerben. In scharfen Worten greift er das der Klagemauer- Kommission unterbreitete Memorandum an. das im Auftrag der Jewish Ageucy Dr. Cyrus Adler (New York) verfaßt hat, und sagte, er hätte nie gedacht, daß jemand unter den obwaltenden Umständen so u nvernünftige Forderungen stellen könnte, wie Doktor Adler sie stellt. *■;. - Der Vorsitzende der Kommission, Loefgren, sagte.; in seiner abschließenden Rede: „Die Untersuchuugkommission hat nun den eisten Teil ihrer Arbeit-beendet und dank der Mitarbeit der beiden Parteien -, glauben' wir jetzt, ausreichendes Material zu besitzen, um über die. Rechte und Ansprüche im-'Zusammenhang mit der Klagemauer berichten and eine En t scheJdung fällen zu können. Es ist unser Bestreben, die Voraussetzungen für Frieden und Verständigung zwischen den verschiedenen Teilen der palästinensischen Bevölkerung günstiger zu gestalten. Wir erklären, daß wirklicher Friede nur auf der Grundlage der Ger e c h t i g k e i t bestehen. kann. Seine Flüchte können nur in einer Atmosphäre gegenseitiger Berücksichtigung der in Betracht kommenden Partner reifen. Die Interessen der verschiedenen Parteien scheinen einander oft zu widersprechen, obwohl ihnen in Warklichkeit geminsam gedient werden kann. Unsere Pfilcht als Kommissäre des Völkerbundes ist es, unsere Entscheidung darauf zu basieren, wovon wir durchaus überzeugt sind, daß es zu Recht besteht. Wir sind entschlossen, unsere Pflicht zu tun, ohne u ns von den widerstreitenden politischen Interessen beeinflussen zu lassen, und wir appellieren an die Vertreter beider Parteien, dem großen Werk des Friedens ihre Hilfe zu leihen und unseren Bericht ohne Vorurteil abzuwarten und entgegenzunehmen. So verwickelt die Streitfrage auch ist, die mit widerstreitenden religiösen Gefühlen und Ueberlieferungen verwoben ist, so waren die Vernehmungen vor der Kommission doch zur Feststellung der Tatsachen nützlich,, die freimütig mitgeteilt und gehörig zur Kenntnis genommen worden sind. Und das wird Wochen-Kalender August : 1930'; DK ■smrv * Ab 5690 1 Freitag 7-1 Sabbateingang 7.10 2 Samstag 8-n Sabbatausgang 8.T6 ">yw inri '»cn ,p?n naw ,D^ai s Sonntag 3N3 ny#n 4 Mpnfag 1(M 5 Dienstag 6 Mittwoch U-ai 7 Donnerstag h-* auf die erregten Gemüter einen beruhigenden Einfluß ausüben. Sollte es für die beteiligten Parteien, die in unserer Zeit und für die Zukunft verantwortlich sind, nicht möglich sein, zu einer freundschaftlichen Einigung zu kommen, ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten, politische Agitation und Gefühlserregttng, in einem' Geist gegenseitigen Verständnisses und gegenseitiger Achtung? Die Kommission würde eine Lösung auf der Grundlage freier Vereinbarung einem Machtspruch' bei weitem vorziehen. Die Kommission wird mit großer Befriedigung jeden Vorschlag und jede Abmachung zur Kenntnis nehmen, auf die sich die beteiligten Parteien bis zum 1. September einigen würden. Sollte es in der Macht der Kommission liegen, den beteiligten Parteien bei der Erzielung einer Verständigung behilflich zu sein, wird sie ihnen bereitwillig jede Unterstützung gewähren. Wir werden unseren Bericht ohne jede Ver* zögerung vorbereiten und erstatten. Aber es muß k*l a r s ei n, daß in der Zwischenzeit die von der Regierung erlassene Regelung der -Verhältnisse und Ve r h al t u n gs wei s e n an der K1 a ge nia uerin Kraft bleiben, solange sie nicht endgültig abgeändert, außer Kraft gesetzt oder durch eine andere ersetzt worden ist; daß keinerlei Neuerungen Platz greifen dürfen und von. keiner der beiden Parteien irgend etwas unternommen werden darf, was den Anschein einer Veränderung der gegenwärtigen Verhältnisse an der Klagemauer erwecken könnte." * Damit waren die Beratungen zu Ende. Der Bericht dürfte nicht r, vor Ende Oktober dem, Völkerbund .vorgelegt .werden. Die Entscheidung der Kommission, däß in der Zwischenzeit Keine Veränderungen des derzeitigen Zus.tandes an :der: Klagemauer vorgenommen werden dürfen, wird höchstwahrscheinlich von den Arabern nicht respektiert werden. Ob die britische Verwaltung niit der nötigen Energie über die Einhaltung der Befehle der Kommission wachen wird, ist nach den bisherigen Erfahrungen fraglich. AUS PALÄSTINA. Ergebnisse der im Anschluß an die Augustunruhen durchgeführten Prozesse. Am i. Juni ,1930 war die weitaus größte Zahl der im Zusammenhang mit - den Augustunruhen anhängig gewesenen Prozesse beendet. Es schweben noch in Jerusalem drei Verfahren gegen Araber, zehn Verfahren gegen Juden sowie fünf Prozesse gegen Araber in Hebrpn. Auch-in Haifa und Saf ed standen noch einige Urteile aus." ' In den beendeten Prozessen gegen Araber wurden von 124 wegen Mord Angeklagten. 55 verurteilt, von 50 wegen Mordversuch Angeklagten 17, von 256 wegen Plünderung und Brandstiftung Angeklagten 130, von 15 wegen Hetze Angeklagten 7, von 279 wegen verschiedener Verbrechen Angeklagten 212; insgesamt wurden von 724 angeklagten Arabern 421, gleich 58 Prozent, verurteilt In den Prozessen gegen Juden wurden von 70 wegen M o r d Angeklagten 2 verurteilt, von 39 wegen Mordversuch Angeklagten 1, von 31 wegen P1 üh* derung und Brandstiftung Angeklagten 7, von 21 wegen verschiedener Verbrechen Angeklagten 9; ins* gesamt wurden von 161 angeklagten Juden 19, gleich 13 Prozent, verurteilt. Nach den einzelnen Orten sind die Gesamtdaten in bezug auf die Araber folgende: In Jerusalem wurden von 4t angeklagten Arabern 16 freigesprochen und 7 ver* urteilt, in Hebron von 65 Angeklagten 36 freigesprochen und 28 verurteilt, in Haifa von 212 Angeklagten .83 frei* gesprochen und 123 verurteilt, in Safed von 169 Ange* VORNEHME FAMILIENPENSION vormais Dr. GRÜNBERG AM SEMMERING HOCHSTRASSI Mr. 43 (BEI HOTEL PANHANS) Mäßige Preise / Kaffeehaus und Tanzgelegenheit im Hause / Besitzer: ECKSTEIN / Tel. Semmering Nr. 11 FlieBendes Warmu. Kaltwasser in jedem Zimmer klagten 82 freigesprochen und 87 verurteilt, in Jaffa von 247 Angeklagten 71 freigesprochen und 176 verurteilt. In bezug auf die Juden sind die Gesamtdaten nach den einzelnen Orten folgende: In Jerusalem wurden von 62 Angeklagten 50 freigesprochen und 12 verurteilt, in Haifa von 77 Angeklagten 75 freigesprochen und 2 ver* urteilt, in Jaffa von 12 Angeklagten 8 freigesprochen und 4 verurteilt, in Safed von 10 Angeklagten 9 freigesprochen und einer verurteilt. Folgende Kollektivstrafen wurden über Araber verhängt: Im Zusammenhang mit Beer Tuwia 4700 Pfund, im .Zusammenhang mit Hartuv über 2800 Pfund, im Zusammenhang mit Moza über 1500 Pfund,, im Zusammenhang mit Hebron über ,14.000 Pfund. Das Urteil über Safed im Zusammenhang mit der Cöllective Punishment Ordinance wurde noch nicht gefällt. (Ziko) Aus der Stadtverwaltung von Tel-Awiw. Die chirurgische Abteilung der „Hadassa" in Tel*Awiw wurde wiedereröffne't, nachdem das Budget der Stadtverwaltung endgültig von der Regierung in voller Höhe bestätigt wurde. Demgemäß wird die Sub* vention der Stadtverwaltung an die Hadassa 2500 paL Pf. betragen. Die Regierung wollte bekanntlich vorher nur eine Subvention von 1000 pal. Pf. seitens der Stadtverwal* tung an die „Hadassa" bewilligen. * Nachdem das Gesundheitsdepartement der Regie* rung unter dem starken Druck der Bevölkerung in Tel* Awiw die Erlaubnis zur Errichtung eines Schlacht* haus es in TebAwiw erteilt hat, wurden von der Re* gierung Schwierigkeiten in bezug auf die finanzielle Ausführung dieses Projektes gemacht. Schließlich hat sich die Regierung, augenscheinlich unter Berück« sichtigung der Verbesserung der finanziellen L a g e der Stadtverwaltung, damit einverstanden erklärt, daß dieselbe ein Darlehen zur Finanzierung des Projektes aufnimmt. Das Darlehen wurde von der Ottoman*Bank auf vier Jahre zu einem 4prozentigen Zinsfuß gegeben. Die Palästina*Regierung bürgt für das Darlehen. Es werden diese Woche die Vorbereitungsarbeiten für den Bau eingeleitet. Die anliegende Chaussee wird vollendet werden. In das diesjährige Budget wurde für den Bau ein Betrag von 500 pal. Pf. eingesetzt.; i * Die Gesamtsumme des jährlichen Budgets von TeUAwiw, das jetzt von: der Regierung bestätigt wurde, beträgt 95.000.pal. Pf., das größte Budget irgendeiner Stadtverwaltung in Palästina, Das Budget enthält eine Subvention seitens der Regierung von nur 6400 pal. Pf. Dieser Betrag steht auch hinter der Sub* vention der Regierung an die Stadtverwaltung von Tel* Awiw im vorigen Jahre zurück und stellt die geringste Subvention dar, die von der Regierung an irgend« eine Stadtverwaltung in Palästina gewährt wird. Die Regierung erklärt die Geringfügigkeit der Subvention mit dem Verzicht auf die Rückzahlung von 75.000 pal. Pf., den sie im vorigen Jahre ausgesprochen hat, und mit dem Darlehen, das sie an die Stadtverwaltung zur Konsoli* dierung ihrer finanziellen Lage gewährt hat. * Nach dem Budget soll noch dieses Jahr mit der Anlegung einer Hauptchaussee nach dem Stadt* HOHEN GEWINN bei unbedingter Konkurrenslähtflkeit sichern Sie sich, wenn Sie Ihren Bedarf durch günstigen Ein* kauf a u f d e r LEIPZIGER HERBSTMESSE 1930 decken. Sie beginnt am 31. August I 1600 Warengruppen, 9600 Fabrikanten und Großhändler aua 24 Ländern; außerdem steht ausländischen Einkäufern einegroße Anzahl fachmännisch organisierter Exporthäuser zur Verfügung, deren Vertreter durch das VerbandsbQro in Leipzig zu erreichen sind Auskünfte erteilt die Amtsstelle des Leipziger MftSSamtS tür Oesterreicht Wen I, Seilerstatte 7 / Tel. R-2M-72 Auskünfte bezüglich des Oesterreichischen Mefihauses erteilt dessen Wiener Geschäftsstelle, I., Stubenring 8, Telephon R-23-50Q

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