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Die neue Welt · 1930-03-28 · Heft 132 (28.3.1930) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 132 (28.3.1930)
Date
1930-03-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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i Seite 12 Nr. 1» GRABSTEINE FRIEDLANDER & DEUTSCH Wien, 1. Bet., Seiteneietiengaeee 2, Telephon U-28-1'28 XU Zenttalftiedhof, neb. d. T. Tor, Telephon U-t8*0-8S Kinderwagen vomclnfsehttsn bis iiimMfttttn fltnrs •rzsugtKoibwarsiiIntfMtfl» M. ENGELBEftO, XXM Wall«ntt«lnplats 3 (Eingang Bäuerlegasse 1) Filiale» XX.« KloslemcuburgerstraOe 91 Telcpl " " — - — - — ...... elcphon A-41-406 und A-47-4-97 Kataloge gratis Neue Sprachschule Montag den 3. März 1930 wurde dio neue, vom Wiener Stadtschulrat konzessionierte Schule für die englische und französische Sprache für weibliche Personen im ..Dr. Krügter-Heini". Wien. II., Malzgasse 7, Tel. R-43-5-40 (10 bis 12 Uhr und 3 bis 5 Uhr), eröffnet. Kurse für Anfänger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. Spezielle Kinderkurse. Erprobte, erstklassige Lehrerinnen. Billige Kurs» beitrage, mmmmmmmmmmm^meemmemmmetmtmmemmtmmemm £iiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiitt I Gegründet 1882 | I Lebensversicherung DUfTMIY' i | Gesellschaft »rnUlllÄ | | Zentredirektion: WIEN I., Riemergasse Nr. 2 | s ^JitteunjJbtständ 2 Hilüartin SdüHiog s VollGingtzabltes Aktitnkapifai 4JBUN.- Willing s s Prämien- und Ziiueoeiniubmen In Jitwe 1921 9/ MÜHonai SdiOIias £ s Garmtiemitte! Ende 1928 242 Millionin Sdtilliog s Auntriongtn an iit Vtrsiditrten lo Jebrt 1928 265 MWkm Sdüliiug s OMOfNAL PAUStlNA-MAlZOTH und WtINt liefert billigst und bestens J. SONNENBLUM, WIEN, XVII., Hauptttr. 80 TIL. B*40-S«S6 niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiffuiiiR AUFRUF! Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Misr a c Ii i werden ersucht, ihren Bedarf an echten und unverfälschten Palästina-Weinen und Mazzoth nur bei dem Palästina-Produktenvertrieb der Misrachi- Zentrale, Wien, II., Praterstrafle 11, Tel. R-45-6-25, zu decken. 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Grfjefö, SBtcn, 1. 8fr<inj 3ofef*&ai 49, ftcnttal«: V!., Qumjienbdtferftraße 85 NKHMAKHINEN FAHRRÄDER 1930 J20-— monatlich ohne Angäbet ni aflf IX. LlethtenstelnstrnBe Nr. 11 P^l^lm Toi* A 1*4-64 und A 16-3-65 ■jb^p^bm IU. Wiedner Hauptstraße lir.8 aaaaHaaaaMHLI Tal. 30-0-36 SPORT UND TOURISTENARTIKEL Lieferungsvergebungen. Seiten« der Israelitischen Kulbusgemeinde Wien gelangen im Laoife der nächsten Zeit die nachstehend genannten Ibau-lichen Arbeiten ■zur Durchführung: 1. I., Seitenstefcteiigasse2: Instandsetzung des Stfegenhauses. 2. I., Seitenstettengasse 4: Instandsetzung des Zeremondensaales. 3. IX., Allgemeines Krankentous: Instandsetzung des BeipaviMons. 4. XVI., Buiber-Ternpel: Instandsetzung. Hiiöfür giölangen zair Vergebung die Baumeister-, Tischler-, Schlosser-, Anstreicher-, Glaser-, Spengler-, Maler-, Tapezierer- und Vergofldararbeiiten, dann die elektrischen Installationen, Lüster- und Möbelliefening, der Unoleninbelag und die Terrazzotfiußböden. Jene Firmen, welche zur Offertstel'king Ifoeriangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Freitag, den 4. April 1930 dieim technischen Amte der Israelii<tischen Kiutousgeimeinde, I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock, bei welc-herni audi wählen der gewöhnliclhen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl alnter den sich meidenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offer'tsiteHun.g für die, einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der Israelitischen Kwltaisgemeinde ausdrücklich seinem alleinigen Ermessen vor.' Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 28. März 1930, werden bei dem um 6 Uhr 20 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: IX., Müllnergasse 21 . (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. F e u c h tw a n g). Samstag, den 29. März 1930 findet beim Morgengotfesdienste (Beginn 8 Uhr 30. Miauten) im Gemeiudetempel, XXL, Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. R o s e n in a n n): ein exegetischer Vortrag, statt. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 29. März 1930 um 3 Uhr nachm. findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt Die jüdisch-akademischen Faohvereine, und zwar: der jüd.-akad. Juristen verein, II., Taborstraße 1, der akad. Verein jüdischer Mediziner, IX., Währingerstraße 15, der jüd.-akad. Philosophen verein, IX., Zimmerinaanpl^tz 8, nehmen die Gesuche um: Befreiung und Gleichstellung entgegen und-leiten sie an die betreffenden Dekanate weiter. Die oben genannten Faohvereine sowie das Sekretariat ab? Zentralstelle des Gesamtverbandes jüdischer Hochsohüler Oesterreichs, „J u d ä a'!, IX., Zimmerinannplatz, Tel. A - 25-2-28, ereilen sämtliche Auskünfte. Das „I n t e r u a t io n a 1 - S t u d e n t Service" (Weltstudentenwerk) in Genf hat %n Ste.Ue des bis« aerigen Mitgliedes der Exekutive Herrn Leb Steinig, der wegen Arbeitsüberbi^rdiinjt dieses Mandat zurückgelegt hat, Herrn Alexander T e i c b zum Mitglied der Executive (Membre of the I. S. S. Assembly) ernannt. Herr Teich hat das Mandat im Einverständnis mit der Exekutive des „Weltverbandes der jüdischen Studentenzeit" angenommen. Copyright 1928 by „Die Neue Welt", Wien. Nachdruck verboten. KOMÖDIANTEN. Roman von Schalom Mechern. Ins Deutsche übertragen von P. Rosen hall. Er hat schon ganz vergessen, diesen Hund mit Men» schenohren, daß er einmal „Holzmach" geheißen und bei Schtschuppak seligen Angedenkens die Stiefel geputzt hat. Aber was hat sie ihm tun können? Nun ja, sich doch die arme elende heimatlose Wandernde, die mehr um der andern willen erschaffen wurde, daß hian sie zuerst ausnütze und dann beleidige ... Sie hat sich, die Arme, so lange in der Welt herumgeschleppt, noch ein paar Schläge von den „falschen treulosen Mannsbildern" bekommen — bis sie sich endlich nach Amerika durchgewandert hat und gottseidank, sie bereut es nicht. Sie heißt dort nicht mehr Brejndele Kosak. Sie heißt schon wieder mit ihrem alten Namen Mme. Tschernjak, sie hat dort einen sehr feinen „job", schreibt sie an Henrietta in einem Brief mit großen halbrunden Lettern, die aussehen wie geflochtenes Back« werk. Es ist wahr, sie ist keine Schauspielerin mehr, denn hier im gesegneten Reich des Columbus, schreibt sie, ist für jedes Handwerk eine „Unie" eingeführt. Jüdische Schauspieler haben ihre Unie und lassen keine fremden Schauspieler zur Bühne zu. Dafür aber hat sie heute einen andern job, eine andere Stellung, als auch eine ehrenhafte und auch in einem jüdischen Theater. Was für job das ist — steht nicht im Brief. Sie schreibt aber, daß sie gottseidank schön verdient und ganz zufrieden ist, daß sie bereits jede Hoffnung aufgc» geben habe, wann immer ihr Leben zu ändern, und schließt mit einem Segen: „Soll über sie alle der Tod kommen, über alle Mannsbilder und früher als über alle — über den kurzatmigen Direktor — noch lebt er? . . „Ihr könnt euch gar nicht meine Freude vorstellen', schreibt weiter die Mme. Tschernjak, — „als ich erfahren habe, daß ihn in London seid, die letzte Station von Europa nach Amerika. Ach wie gut war das, hab ich mir gedacht, wenn ihr hierher nach Amerika kämtl Hier wäret ihr genau an eurem Platz. Ich hab mir sogar erlaubt, ein Gespräch über euch mit ein paar managers von den jüdi» sehen Theatern zu führern, sie haben ernst zugehört und nachgefragt nach eurem picture. Darauf hab ich ihnen euer picture gezeigt, sind sie fast verrückt geworden. Sie haben mich gebeten, gefleht um eure Adresse. Gewiß: werden sie euch schreiben oder haben euch schon ge« schrieben, wahrscheinlich engagiert als Primadonna. Mein Ratrihr sollt ihnen keine Bedingungen stellen und nicht einmal antworten, sondern gehen und gefahren kommen ohne jeden Aufschub. Wielange noch unstet sein? Wegen anderer Schauspieler würd ich euch's nicht sagen. Es ist schwer wegen der Unie, aber solche Stars wie ihr oder zum-Beispiel Rafalesco, wenn ihr gefahren kommt, ist es mehr als sicher, daß man euch auf den Händen tragen wird. Doch wie? Es muß geheim bleiben. Außer eurem Bruder und außer Rafalesco darf kein Menschenskjnd davon wissen . . . Ueberhaupt dieser kurzatmige Drektor, der euch so den Kopf verdrehen wird, daß ihr euch aus ihm. nie herausschälen werdet » .. Denk also daran, um GotteswilDen niemandem schreiben, mit niemandem reden und - gefahren kommen. Ich, hab hier schon einigen Men» sehen gesagt, daß ihr gefahren kommt, da "waren sie nicht faul und haben diese Nachricht in den Zeitungen gedruckt zusammen mit eurem picture. Ich schick :eüch die Zeitungen und wisset, daß ihr hier habt1 auf dieser Seite Meer eine getreue ergebenste Freundin, deren Name ist Brejne Tschernjak." So bohrte sich Brejndele Kosak hin unter ihren Blutfeind Holzman. Mit dem einen Schlag begnügte sie sich aber nicht. Ihm die Primadonna allein wegzunehmen, dachte sie sich, ist wenig. Man muß seinen Händen dns Beste entwenden, das er besitzt. Das Einzige, das ihm die Welt schön macht. Das teure Hühnchen, das ihm goldene Eier legt. Mit einem Wort — man muß ihm; den .Golds jungen Rafalesco wegnehmen. Vor der Nase wegschnaps pen. Wie er einst dem Direktor Getzl ben Getzl die Primadonnn weggenommen hat. So wie man einmal ihrem zweiten Feind Schtschuppak . das zweite goldene Hühn« chen weggenommen hat, Rosa Spiwak. So sagte sich Brejndele Kosak und Gott selbst hat .ihr geholfen. . ..; > . -; , 11. Kapitel. : . , .Zwei auf einen Schlag. . . . , . -. ..,:.,•) i Brejndejie Kosak hat ihr ganzes Leben lang „da« heim" sicherlich nicht den zehnten Teil von dem gelesen, .was sie sich in der kurzen Zeit anlas, das' siei sjch hier festgesetzt hatte,. in dem „gesegneten , Reich; des Colum» bus". Dort, in der alten Heimat, hat sie auch: manchmal ein gedrucktes Wort lieb; Aber wie oft? Einmal'in;einem Jubeljahr ein Büchel) bekommen, einen . ,.höchst jnleres* sanfen Romän'v darüber ganze Nächte gesessen und. leise geweint, daß niemand es höre. Hier in. dem „gesegneten .Reich.des Columbus" erspart man es sich, ein^Büchel zu suchen. Gehst du hinaus auf die „street", . trägt man dir ein „paper" entgegen ■ und noch ein paper und noch ein paper. Jeder paper so groß wie ein Leintuch, kostet 1 cent und ist voll von Vogelmilch, den ausgerissensten Dingen. Weh, weh, was ist dort drin? Die allerletzten Neuig« keiten aus der Heimat und aus der ganzen Welt und alles mit so schönen Köpfen, daß man sie von einer Meile weit sehen kann. Und was für Romane erst, dort drin gedruckt sind. In jedem paper laufen ständig Jahr um Jahr zwei Romane gleichzeitig, ein Roman ist schöner als der andere — ein wirkliches Paradies. In diesen papers las unsere Brejndele Kosak einmall an einem schönen Abend aus der Rubrik Drama, Kunst und Musik eine Neuigkeit, daß in der West von New York ,\Uptown" im aristokratischen Viertel aus Paris zwei Gäste erwartet werden — zwei große Stars: der berühmte Geigenspieler des königlich englischen Hofes Grischa Stellmach und die Weltsängerin, die Patti übertroffen habe, die weit« berühmte Rosalie Spejvek. (Fbr^ßt^ng folgt) w^fmH^mm^m Elgeotüraer, Verleger, Herausgeber and verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Robert Stricker. « Druckerei* und Verlags-A.*^ Jgua* Steiumauo* beide Wien, IX. Unlversltätsstraße 6—8,

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