Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 131 (21.3.1930)
- Date
- 1930-03-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jtffo 12 DIE NEUE WELT Nr.13! GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, L Be»H SeHeneietiengaeee 2, Telephon 0-28-7-28 XI., Zentralfriedhof, neb, d. /. Tor, Telephon U-180-85 Kinderwagen vemtlnfaehtten bla nun feinsten Stnrt «taugt Kttfcttcrentndustii« M. iNdtLBilie» XX., Wailanatalnplats * (Eingang BluerUMsse 1) Filiale» XX., Klosterneubnrgtrstrafie 91 Tetephon A-41-406 und A-47-4-97 ------- 1««»«MMW<»M»HM»MI>I>».....♦♦♦♦♦♦♦»♦<♦»♦♦<♦<♦»♦» noo *w Sftmtlfehe noo *yv SPEZEREIWAREN ORlOINAL PALASTINA-MAZZOTH und WEINB liefert billigst und bestens J. SONNENBLUM, WIEN, XVII., HaupUtr. 80 Tit. Kataloge gratis IUI Neue Sprachschule Montag den 3. März 1930 wurde die neue. Vom Wiener Stadtschulrat konzessionierte Schule für die englische und französische Sprache für weibliche Personen im ..Dr. Krüger-Heim", Wien. IL, Malzgasse 7, TeL R-43-5-40 (10 bis 12 Uhr und 3 bis 5 Uhr), eröffnet. Kurse für Anfänger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. Spezielle Kinderkurse. Erprobte, erstklassige Lehrerinnen. Billige Kurs* beitrage. ■■■■■■■■■■■■iMIIMMlMM ijiiiiiiiiiiiiituiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu Gegründet 1882 Lebensuerslcherungs- Gßsellsctiaft f i I 3 Zentradirektlon: WIEN l, Rlemergasso Nr. 2 5 I KirsitiitriugtbistiDit 2 MOlidu StUUlsg s VolliingnibH« UtitBlipiiar «080.-»! s s Printen- und ZiuMtinnuneii in Jtbn 192t , V Mma SaBIfeg s 3 Gärantlcralttel End« 1929 242 MIHionen ScbOtfig 3 Auzablensen an Iii Virsidurtia tl Jitat 1928 . 265 MOItonu Sdiüliig. s 3 Tätigkeitsgebiet: Oesterrtrch, Oeu^hes Riieh, Frankreich, s 3 Belgien, Hollarid, Italien, Spanisn, Tschechoslowakische Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- E s land, Türkei, Aegypten und Palästina. ~ nilUllUUUllUllllllllllllllllllllllllllllllMIIHIIIIIIIIIIMIjfUlll^ wme^kewewewemkwewewemkmemwMewm AUFRUF! Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des M i srachi werden ersucht, ihren Bedarf an echten und unverfälschten Palästina-Weinen und Mazzoth nur bei dem Palästina-Produktenvertrieb der Misrachi- Zentrale, Wien, IL, Praterstrafle Ii, Tel. Rr45-6-25, zu decken. ....... RADIO in alagantar Koffarlorm für Radio und Schällplatten, apialt Uberall ohna Anlanna, ohne Erde, sowie alle modernen Netzempfänger, Radio«Apparate mit Auslandsempfang. Radio-Bestandteile, Kredit bis 20 Monate* bei 10«/0 Anzahlung u. 1*/« Zinsen per Monat. Billigste u. baate linkaufsquella im Radio-Musikhaus Schief inner Wien, VII., Burggaasa 122-124 Katalos aratla! CR ODO iUr t2 Gutscheine 3C&I verlUßlichBt Behauender Normalqualität fit bekannter Packung. 'Hpeziulquulltttt In besonders: diskreter Packung. Iii |eder Packung für 8 StUob ein Gutschein, elnlOsbar üi sämtlichen SJOI-Depotstellen* Kofferapparate Luxus-Apparate mit u. ohne Trichter, Schall« platten v. 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Gäste willkommen. Eintritt frei. Frauengruppe der Zionistischen Sektion Wieden-Margareten. Sonntag den 23. Mfirzi 10 Uhr vormittags, irrt Theatersaal des Marstaretner Volksbildungshauses, V.. Stöbergasse" 13. Kinderpurimfeicr. Regiebeitrag S 1. Vorverkauf bei Feldschuh. V„ Wiedner Hauptstraße 90. und B.. Jcllinek,-'V.; _ MargarethenstriOer 7C. , Vereinigung Jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel. Die am 15. Mörz in der M e h 3 a a c a d e,rn i.c.a judaica, IX., Zimmermannplatz 8, abgehaltene "33. ordentliche' Generalversammlung , hat folgende Kollegen in den Ausschuß gewählt:5 Obmann: I. Singer; Obmannstellvertreter E. A r o n o w.i t s c h. Grimberg. G n r ewitsch, A'atz, Kerpen, Klausz, K r u Ii. Lazar, L e ß n e r, Löwen.stein, Salomon A., Sa lomo'n P., Saks, Sold', Frl. T i m a r, Frl. V a r to ys k y. Hebräische Schule und jüdischer Kindergarten, VIII.,: Benoplatz 1 a. Sonntag, den 23. März 1930, 4 JJhjr. nachmittags, großes Purfm^Kiriderkostümfest mit allerlei Belustigungen wie Bauchredner, Wahrsagerin, Tombola Usw. Jedes Kind erhält ein Geschenk. Kein Kostümzwäng. Kostümberatung im Vereinsheim täglich. vormittags von 9 bis 12.Uhr. ■ " . , Jüdisches Zentrum der sozialen »Hlliigemelnscbait. Wien, II.. Uotpro /Augärtenstraße 35. Einige Kinder (Mädchen im ' Alter " von;. 6 bis 12 . Janren) können in der Kinderlesestübe noch ,Aufnahme .finden. Täglich - von 3 bis 0 Uhr: Montag und Mittwoch. von 7 bis 8 Uhr Hebräisch, für. Fortgeschrittene I, von 8 bis 9 Uhr jür -Anlanget, von 9 his, 10 Uhr .für Fortgeschrittene II. Montag und Mittwoch von'7 bis s Uhr'abends Englisch für Fortgeschrittene, von 8: bis 9 Uhr'für A'niänger. Montag und Donnerstag schwedisches Turnen iür Frauen und Mädchen (ohne Geräte). Leitunz Ing. Patlaschenko, von' halb 8 his 9 Uhr. Anmeldungen für diese Kurse täglich von 5 bis 8 Uhr abends Im Sekretariat, "Tl.. Untere Augärtenstraße -35;''. - Z, M.--V. „Emuiiah" Wien. Die Chargenwahlen für das S. S. 1930 tel.^Sem.) fielen, folgendermaßen aus: X Josef Haber (Mahdl), >sXFX Edmund Mühlstock (Klapp),.. X XX Jakob Rath (Jakl). Jüdischer Frauenbund. Donnerstag den .27. März, halb 8 Uhr abends, firidet im Saale der Rede- und Lesehalle. IX.. TOrkenstraße. 9. der Vortrag der Frau Esther Mieses -Uber ..Das Hohe Lied und dip Pessach-Haga'da" 'statt. Eintritt frei. Gaste willkommen. < Verein der Buczaczer in Wien. Dienstag den .25., März 1930 um 8 .Uhr abends. Hotel P o 4 t." Griiriduhgsabettd.^Mifwirkung1 erstklassiger Kunstkräfte, fanim bei tleiu Ausschu8mit?lie,.dern,\ .. , ■ . . Israelitischer Uethausveroln ..Chövra B«th Hatülah". Wien,' IX., Mailncrgassc 21 (MUHnertempol). Donnerstag den 27. März, . C. Uhr abends, (i '2. ordentliche G e n.e r a l v e r s a m m I u n «. Verband der Jüdischen Kaulleute und Gewerbetreibenden Wien, VI.. Mariahilferstraße 113. Donnerstag den 3. April um halb 8 Uhr abends Im Gesellschaftsraumc des N.-ö. Gewerbevereihes, I.. Eschenbachgasse Nr.' 11 ung: ] zahlen. '4, ... diesjährige ordentliche Generalversammlung.- Tagesordnung: L-Tätigkeitsbericht.' 2. .Bericht der Revieren. 3. Ergänzungswahlen. "4. Anfälliges. Nach' der Generalversammlünk Vortrag des Keg.-Kates . Dr. Max L e n k über v.Di " " - J •' ""»"./-Vo jie Ergebnisse der AVi/tschaits-?oh MifgHedern eingeführte Gäste konferenz für Handel und Gewerbe' willkommen. „Die Auigabeu der Mlsrachl-Jugeud," : Ueber (Weses 'fkO'na spricht Chawer Kiatogeorodsky aus Rußland am Samsta« den 22. d. um 8-- Uhr abends im großen Saale des Misrachi-Heimes. II., Prater* straBe II (Mezzanin). Gäste herzlichst willkommenl Eintritt frei. Purlralest der Mlsrachl-Jugond. Ein interessantes Programm bot die Misrachi-Jugend bei ihrem am 16.- 4. stattgefundenen :Pur»mfest dem massenhaft erschienenen Publikum.- Nach der launigen Er» ölfnungsanspräche des Chawör K. Blum, tojgtfc ein Purim-vKiddusch, vorgetragen vom Purim-Raw Chawer Kaufmann, Hierauf brachte der Chor des ..Haschomer Hadatht" das ..Schoschauath Jaakob" zuni Vortrag. Eine', komische Szene „Schmerl-Berl". vpn den Chawerim Brauntb*l-Gottesmann vorgelührt. löste große Heiterkeit aus. Eine besouders originelle Idee war eine imitierte KultuswäMerversammlung, die sich hierauf anschloß. Der Schriftsteller Daniel Persky gab in seiner bekannt humorvollen Art einige humoristische Deutungen der Megillah zum Besten. Eine Megillab;.Ze|re Misrachi" brachte Cb. Teitelbaum zum Vortrag. Das Mitglied der Habithah Bar-Bei-Raw (Palästina) brachte einige Soloszenen «um Vortrag, die mit großem Applaus qujttiert wurden. Ch. Tauber sang ein Pftnm-Couplet. worauf ein Haman-Tasch von riesigen Ausmaßen zur Versteigerung gelangte. Hit der ..Hatikwah" wurde das Purlmlest <fcr MIsrachUJugend «*• »Cfllüsse». Die Woehenausgabe der. M. J. Z. .„Kol Hauow<" erschien diesmal als reich illustrierte Purimzeitung. Hlsudruth Iwrith. II.. Kleine Mo!jren«a?se, 3,,, Donnerstag um ü Übt abends Signon' iwrl, Daniel > P e t s k y. Sarostaie um 6; Uhr ajMnds Mischnab. ür. N. G o I d s t e I n. Samsta« uro 7 Uhr abends DJkduk. Prot. A. Wiesen. Samstag um 8 Ubr abends Vortrag ff."!« r»~ . Ik r.u_.. Jj, Dr. N. D- Gelber über: Imanuel N o»h. Copyright 1928 by „Die Neue Welt", Wien. aa Nachdruck verboten. ± O , Roman von Schafom Alechem. Ins Deutsche übertragen von P. Rosen hall. Glücl< Mr% Hatchkins nicht hören. aber .wollte von diesem ganze« Mr. Hatchkins , ging aber seinen eigenen Gang: weniger;! pirm; mehr «W^lle,» oder auf Jüdisch gesprochen: weniger öästey m^hr,Kost! .' Viele Worte wandte "" er nicht auf. Und diesen hitzigen Agenten zu widerlegen fand er nicht für nötig. Mr. Hatchkins' hörte ihn zwar bis zum Schluß an, klopfte „ .sich mit dehi" Naget u^er ' die drcV^ottlenen Zahne und guckte durchs Fenster ins Freie hinaus.« Und als jener geendet hatte,, erhob er s'ich'.rnit einem Atemzug/ streckte ihm zWei'^kfUte, '.Fjnger'^i^,.. und sagte kühl und schläfrig: „Allright, keinen Schilling,*; mehr." Was konnte Nissl Schwalb..- tun? Seirieiv. jüdischen Kopf kann. ,er , dem trockenen Engländer nicht aufsetzen und sich das . Leben; nehmen .wegen solcher Dinge lohnt sich nicht. „Et, der Himmel' ist noch nicht* auf die Erde gefallen, Gott ist Gott iiri^ London ist. London. Wenn nicht das,, kommt ein , anderes schwarzes Jahr v . So sagte sich Nissl Schwalii und sein genialer Kopf ruhte nicht, bis er eine neue Kombination ausgedacht hatte. ■ ' . }. ■ •. jt - - ..- Diese Kombination bestand aus nicht mehr als aus- ^cirieni^Worf, einem einzigen Wort. Aber dieses Wort hat in sich polch eine Anziehungskraft, so eine Art/Ma^net, i,o eine Art Zauber, daß man es nur aus dem ZVJünder lassen, muß, um bei* üiis aus einem Schläfrigen einen Wacli.enden» aus einem Faulen einen Rührigen und aus dem größten Un* gläubigen und dem zweifelhdsten -Skeptiker ein^n^Mens sehen völler Glauben Und* Zuversicht *zu machen. Amerika ist das Wort. Würde, ich Ver^eiQhe machen, Parallelen ziehen, sagte, ich: Amerika, djas ig^; eingroßes Meer, das in sich allJe Flüsse einsaugt. Eia'.guter Traum, der nicht immer in Erfüllung geht. Der weiteste Punkt, daß man weiter nicht mehr fahren kann. Ein letztes Heilmittel, daß, wenn es euch nicht hilft, kein Arzt und kein Tatar euch helfen kann. , „ \ Unsern hitzigen Kombinator Nissl SchwaÜb zog es schon lange dorthin, ins „goldene Land". Er .träumte schpn von Kindheit an vom Reichwerden. Und reich kann man nur dort werden im Reich des Dollar. Es gab Zeiten, wo et sogarschjon Geld „gesafed" hat, für eine Schiffskarte. Und., so oft diese oder jene seiner Kombinationen ins Nichts aufging, lief er direkt in ein Kontor, um sich ein Ticket zu bestellen, für das ,erste Schiff nach New York. Aberauf' dem Weg ins Kpntor fliegt ihm plötzlich eine neue Kombination durch den Kopf, er macht kehrt und geht an die Arbeit, bis er wieder durchfällt, sich wieder auf den Weg um ein Ticket macht und wieder umkehrt. Und so schon einigemal. Diesesmäl aber war es ein fester Entschluß auf eisernem Boden.. Es können sogar Steine vom Himmel herunterfallen.- C*ött selbst hat's nun schon selbst so 'gewollt. Alle Umstände 'haben sich in der letzten Zeit zusammengetan1 und ihm den Weg nach New York gepolstert. Der goldene Plan, ,, ins goldene Reich zu fahren, wurde unten geboren, im Kell!cr, bei der uns bekannten musikalischen Familie: Der Lomscher Chäsen hätte dieser Tage/ einen Brief - aus 'Amerika bekommen, er solle doch um "Gotteswillen mit allen>seinen. Kindern gefahren kom* men, man werde sie mit Gold behängen. Ihn und die Kinder. : Gesang und Musik, so schreibt ihm jeher im Brief, ist dort ein solcher Artikel, den, Amerika, selbst nicht besitzt und aus Europa beziehen muß. Ein,gewöhn* liehet Schundmusikant,; schreibt man ihm weiter, der alile seine Tage zu Hause mit Verlaub in zerrissenen Unter* hosen und ausgetretenen Stiefln . herumgelaufen, wird, 'n Amerika in der zweiten Woche Professor. Als/der Lomscher Chasen diesen Brief dürchgelesea hatte, sprang Nissl Schwalb - auf wie' ein :Gebrannte^ ver« setzte sich einen Schlag auf die Stirn und mit einem zweiten Schlag bedachte er " des Lomscher Chasens Schulter. „Wir fahren nach Amerika, ich soll so aller Men» sehen Gutes haben, wie wir nach Amerika fahren. Ich habe, hört ihr, eine Kombination eine; teure, eine einzig« artige Kombination! Morgen oder übermorgen sehen wir uns. Es wird schon in Ordnung sein. Good bye!" Nach. einer . Minute, war Nissl Schwalb schon auf der Gasse. Ein lebhafte?, froher, glücklicher Mensch, schritt er mit weiten Schritten durch das Whitehapel. Das Hütchen zur Seite gerückt und ein Liedel) pfeifend, bahnte er sich mit seinen breiten Schultern einen Weg durch das Londoner Gewühl, das wie. eine Wolke an; den Trottoirs lagert, wie ein Strom, der keinen Anfang und kein Ende hat. „Welch eine Stadt; das ist", dachte sich Nissl Schwalb pfeifend. „Eine Lust, eine Freude, auf der-Welt zu, leben. Ich soll so aller Menschen Gutes haben! t . SM 10. Kapitel. Selbst eine Katze kann schaden. . Der Leser wird sich erinnern, wie unfein und un* gezogen sich , unser Direktor Bernhard Holzraan einst zu der armen Brejndele Kosak benommen hat» Sie hat sich das Wort gegeben und bei Gott-geschworen, daß sie noch einmal an diesem „Drektor", der die Nase allzuhoch trägt, ihre Schadenfreude erleben müsse. (Fortsetzung folgt.) Eigentümer, Verleger, lerausgeber und verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Robert Stricker, » Druckerei und ' ~ ' beWo Wlea. IX* UnivcrsiUtMtraßo ..... (