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Die neue Welt · 1930-02-07 · Heft 125 (7.2.1930) · page 12

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 125 (7.2.1930)
Date
1930-02-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Bette 19 DIE NEUE WELT ffo. m Copyright 1928 by „Die Neue Welt", Wien, Nachdruck verboten. KOMÖDIANTEN. Roman von SchaJom Mechern. Ins Deutsche übertragen von P. Rosenhall. Tauber Michael, IL, Haidgasse 3. Walfisch Moses, II., Föratergasse 5. ,Wlach Viktor, II., Im Werd 3. Winter Moritz, IL, Heinestraße 9. Hacker Paula, III., Dia nagasse 8. Kornmehl Sigmund, IX., Berggasse 15. Spuller Emil, X., Planetengasse 3. Loheit Froim, XIV., Rauchfangkehrergasse 22. Margules Josef Leib, XV., Oesterleingasse 4. Melzer Simon, XVL, Friedmanngasse 29. Piontkewitz Wolf, XVL, Hofferplatz 10. Kornmehl Sigmund, IX., Währingerstraße 97. Eichner Heinrich, XX., Rauschenstraße 3. Hirschl Eugen, XX.. Treustraße 1. Hornung Leopold, XX., Jägerstraße 26. Kurzrock Osias, XX., Mortaraplatz 4. Lederer Josef. XX., Jagerstraße 24 (Heinzelmanngasse 16). Lempert Moriz, XX., Klosterneuburgerstraße 1. Petyan Wilhelm, XX., Klosterueuburgerstr. 10. Rottenstreich Hermann, XX., Hannoverg. 12. Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Rabbiner Dr. M. Rosenmann: Kaufer Äron, XXL, Schloßlioferstraße 6. W i e n, im Jänner 1930. Der Vorstand der Isr. Kultusgem. Wien. Z. 640 ex 1930. Wien, im Februar 1930. Konfirmanden-Unterricht. Der Vorstand bringt zur Kenntnis, daß der all* jährlich in den Gemeinde- und Vereins-Synagogen stattfindenden Konfirmation der Israel. Mädchen ein Konfirmandenunterricht vorausgeht. Die Teilnahme an diesem Unterrichte steht solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr bereits erreichen. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden demgemäß eingeladen, ihre Töchter bzw. Mündel zu veranlassen, sich bei ihrem Religionslehrer oder im Schulamte der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, bis spätestens 25. Februar 1930 wegen Teilnahme an dem Konfirmandenunterrichte zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Religionsunterricht genießen und über Wunsch der Eltern oder Vormünder konfirmiert werden sollen, sind gleichfalls im Schulamte der israel. Kulrusgemeinde »bis zu dem angegebenen Termin anzumelden. Der Unterricht Ist unentgeltlich. Der Vorstand. , der israel. Kultusgemeinde Wien. 4 Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Be- , zirkssynagogen. Freitag,, den 7. Februar 1930' werden bei dem um 5; Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachberiannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: IL, Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); V. , Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI. , Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); XVL, Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Samstag, den 8. Februar 1930 finden beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) in den Gemeindetempeln XVIII., Schopenhauerstraße'39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang), und XXL, Holzmeistergassc 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann), exegetische Vorträge statt. * ' Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 8. Februar 1930 findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische S c h u 1 j u g e n d in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Nissl Schwalb, wenn er euch etwas erzählt, hypno* tisiett euch. Er hält cuoh bei der Hand und er faßt euch am Kragen, blickt euch tief in die Augen hinein und legt euch mit seinen Fingern seine Geschichte mit allen kleinsten und feinsten Details ins Herz hinein. Da zum Beispiel hört etwas schönes: Er ist da neulich im HydesPark einer sehr großen Persönlichkeit begegnet, wenn nicht gar einem Lord . . . mit ihm in einen kleinen Wortstreit geraten, der ihm so, er ihm so und so, ein Wort für ein Wort . . . Und obwohl ihr sicher seid, daß das Ganze ersonnen und ersponnen ist, so denkt ihr unwillkürlich, in eurem Herzen, Nissl Schwalb vor sich, wie er in Hitze gerät und dabei so aus vollem Munde lacht, weiß ihn der Kuckuck — vielleicht ist es sogar wahr! •, Mit dem Vogel befreundete sich unser junger Held, wurde eine Seele, kroch mit ihm durch alle Mauslöcher und vor allem durch die Theater, Opernhäuser und Kon» zerte. Zeit hatten säe übergenug. Denn die gastrollierende Truppe Holzman, Schwalb et Comp, war im Pavillon» theater nicht mehr als zweimal in der Woche beschäftigt. Rafalesco fühlte sich mit seinem neuen guten Freund in London wie ein Fisch im Wasser. Er hätte sich vielleicht noch besser gefühlt, wenn Nissl Schwalb nicht der Gedanke gekommen wäre, seine Schwester mitzu« nehmen, die Primadonna Henrietta Schwalb. Nissl wollte, daß seine Schwester auch die Welt sehe, auch Musik höre. „Macht nichts, es wird ihr zunutz kommen,"' sagte er, meinte aber etwas anderes. Ihm hatte der Bruder Isaak am ersten Tag schon eingegeben, daß man den Jungen mit ihrer Schwester, mit Henrietta, unter die Haube bringen müsse. Wenn nicht, werde dieser kurzatmige Hahn (er meint damit den Kopagnon Holzman) ihn mit. seinem Schwesterchen einfädeln ... „Mit wem? Mit dieser grünen Stachelbeere?", riß sich Nissl Schwalb auf und begann breit durchs Zimmer zu schreiten. „Eine grüne Stachelbeere, sagst du? Ein Aepfel« chen", macht zu ihm Isaak Schwalb und stellt ihm sein rotes Gesicht entgegen. „Kau's und spei's", antwortete ihm der Bruder Nissl und hörte nicht auf, mit seinem breiten Schritt hin und her zu gehen. In Nissls Kopf — das könnte man deutlich sehen, arbeitete eine wichtige-Idee, eine Kombination. ' ■ 5. Kapitel. Ein Mensch mit Kombinationen. Nissl Schwalb ist ein Mensch mit Kombinationen. Im Hauptberuf ist er, dafür hält er sich, Agent. Aber davon allein kann man sich in London kein Leben machen. Muß man halt kombinieren. Und kombinieren tut Nissl Schwalb alles, was nur geht. In Wahrheit müßte man diesem Kombinator den Gesang anstimmen von seinen anfangs scheinbar ungeheuer wilden, krummverdrehten, rein verrückten Kombinationen, die aber-später so sinn» voll und folgerichtig scheinen, daß es folgerichtiger gar nicht mehr sein kann. Und geschieht es vielleicht einmal, daß es nicht so folgerichtig ist, — so ist .er doch nur ein Mensch und ein Mensch kann doch auch einmal irren. Nissl selbst erzählt, daß er mit seinen' Kombina» tionen nicht einer Firma den Kopf verdreht, ,Rippen und Lenden gebrochen hat. Schuld daran aber trägt nicht er. Zum Beweis — hätte man ihm bis zum Schluß gefolgt, wäre alles anders gewesen. Der ganze Fehler ist, sagt er, daß man ihm nicht folgt, weil man ihn nicht versteht. Einfach, die Menschen sind ein Vieh, Ochsen, Pferde, Esel. Niemand versteht das Geschäft so wie er, und keiner, sagt er, weiß, was eine Kombination heißt , , » Daß das jüdische Pavillontheater in die Hände eines Christen falle — das war auch Nissl Schwalbs eine Kombination, wie es denn einst seine Kombination war, daß die einzige jüdische Zeitung Londons „Der jüdische Kurier" just von einem Christen herausgegeben werde, nicht von einem Juden. Wo steckt da der Verstand? Nissl Schwalb wollte es so und so ist's auch gewesen. Es ist wahr, der „Jüdische Kurier" sah wie ein GescWrrfetzen aus, mit dem man in der Küche die Teller wischt, und der Herausgeber, der Crist der arme, hat sich die Glieder daran gebrochen. Er hat beim Geschäft genau soviel Pfund Sterling draufgezahlt wie er besessen hat. Hätte er mehr gemacht, so würde er mehr drauf* gezahlt haben. Aber wer kann ihm dafür? Kein jüdischer Kopf. Wollte Nissl Schwalbs Plan nicht folgen, den „Jüdischen Kurier" zweimal im Tag zu drucken, wie die englischen Zeitungen es tun. In der früh und am Abend. Wenn zwar auf der einen Seite die Frage auftaucht: wie doch, kaufen doch die Londoner Juden das jüdische Blatt nicht einmal im Tag, heißt es auf der anderen Seite, daß sie zweimal im Tag erst recht nicht kaufen werden! Darauf steht aber die Antwort: im Gegenteil, wenn es zweimal im Tag erscheint, dann erst wird es gekauft werden, weil man wird sehen wollen, was zum Beispiel ein jüdisches Blatt zweimal im Tag drucken kann. Die Geschichte, wie das Pavillontheater einem Christen in die Hände fiel, ist so interessant, daß wir sie hier unseren Lesern in Kürze wiedergeben. Nisbl Schwalb ist wie sein Bruder Isaak Schwalb ein großer Liebhaber des Theaters. Das liegt bei ihnen schon anscheinend in der Familie. Obendrein hat er auch selbst ein Stück Verbindung mit dem jüdischen Theater gehabt, wie wir später sehen werden. Deshalb war er seit jeher ein häufiger Gast, man kann sagen, ein ständiger Be* sucher, fast ein Insasse des jüdischen PaviIIontheater3. Aber während das Londoner jüdische Theater saß wie eine Schafherde und alle läppischen Dinge, die sich einem auf die Galle iegen, anhörte und alle Singereien, derentwegen man in Ohnmacht fallen kann, war Nissls Kopf mit aller« fei Kombinationen beschäftigt. Warum, zum Beispiel, dachte er sich, soll das Londoner jüdische Publikum nicht ein richtiges jüdisches Theater besitzen, und '■'nicht nur ein Theater, sondern wirklich drei Theater:, ein beson« deres fürs Drama, ein besonderes für die Operette und ein besonderes für die große Oper? Mit solchen drei Theatern könnte man die Welt erobern. In ein solches Theater wird es sich auch die jüdische Aristokratie gestatten zu körn* men, und Rothschild. selbst , auch. Hauptsache — ein schönes Haus und ordentliche Schauspieler. Und als Hatis .braucht man kein schöneres, als das Pävillontheatei\ Ein bißchen renovieren nur — und es wird ein Paradies. Und Schauspieler? Eine Sorge um Schauspieler. Gibt es doch ein Amerika. Wenig Stars in Amerika vorhanden? Für Geld kann man nicht nur Adler aus New York herunter» bringen, sondern selbst Sarah Bernhard aus Paris. Und zur Not wird man sich vorläufig mit den Polterern, die in London da sind, begnügen können und sie hineinkochen in seine Schwester, die Primadonna von seines Bruders Truppe „Holzman, Schwalb et Comp." und in den jungen Schauspieler Leo Rafalesco aus Bukarest, von dem jetzt die ganze Welt voll ist. Das war zur Zeit, als die beiden Brüder mitten im rechten Korrespondieren . über das Hereinkommen zum Gastspiel nach London begriffen waren. Damals hatte Nissl Schwalb alle seine Geschäfte niedergelegt und sich nur mit seinen drei Theatern abgegeben. (Fortsetzung folgt.) GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, I.Bee., Setten&tetiengaue 2, Telephon Ü»28-7*28 XI» Zentralfriedhof, neb» ä. 7. Tor, Telephon U-18-0-85 »iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiniifiiiiiiiiiiiiiiiitt | Begründet 1882 __ | i s B S I lebenswrslchßrunssi Gesellschaft | Zntrtdlrtktlo*: WIEN I., RitMirgtu* Nr. 2 | .PHÖNIX' s fiiiiiiiiiiiifciitiil mß » VI •••JÜW | fiB^5to UfiaktHW s Ptlijt*:m JbuHtokm k ttntttl 5 üimtitttthl WHS28 I lunMititi u 01 Vtitttnta Ii Jttnil2t ivfatkimn s tUMSt-WS») s $ / mm stfbi £ 242 Willens Utting s 2fS -- *■ I Tätigkeitsgebiet: Ottttmlch, DeutMhts Raielt, Frankreich, 1 Belgien, Holland, Italien, Spanien, Twhechötlowaklscha s £ Republik, Pelm, Ungarn, JastilawiaiL Bulgarien, Brlechans s land. Türkei, Aegypten und Palästina. 5 iiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiififiiiiiiji RADIO Fttr S 2.50 Wochenraten erhalten Sie komplette Radioapparate mit allem Zubehör in feinster Aturanrting und alla Radlo-Bastandtella nur im MUSIKHAUS SCHLESINGER, Wien, VII., Bargg«tf et22<024 Pension .Austria' Kinderheim Vöslau (OLGA KADISCH) JlgnrmaynratraBn in Talaphen 89 Stall* 8 Für Dauer" und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. - Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. - Erstklassige Verköstigung. - Mütterliche Pflege. - Mäßige Preise iie, mit u. ohne Trichter, 4ie neunten Sehlag« In gr&tattr Auiwahl erhalten Si« » J? CA Üerbmntan "wie Mandollneo. Gitarren, Harmonik« (.30 lOluBBlBlIB, Lauten. Violinen. Zithern. 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