Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1929-11-08 · Heft 112 (8.11.1929) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 112 (8.11.1929)
Date
1929-11-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2711613-2711683-2711728--1481-2714701
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

't I' Ä 1!' Seite 10 m NEUE WELT «* Zweite Palästinareise 5690. 25. Februar bis 25. Mörz 1930. Veranstalter: Verband Demokratischer Zio nisten und Palcstine Touring Club Wien. — Vielseitigen Wünschen entsprechend hat sich die Reiseleitung ver anlaßt gesehen, auch diesmal den Teilnehmern der Palästinareise Gelegenheit zu geben, Purim in der jüdischen Stadt Tcl-Awiw zu verbringen. Die Reise wird in Wien am 25. Februar angetreten, am 27. Februar sticht die „A usonia", der jüngste Luxus eildaropfor der „Sitmar", von Genua aus in See und bring« die Reisegesellschaft über Neapel und Syrakus nach Alexandrien. Am 4. März beginnt die Landreise durch Erez Israel, die zwei Wochen dauert und die Reisegesellschaft in die wichtigsten Städte und Kolonien des Landes führt. Als Abschluß der Reise ist ein zweitägiger Aufenthalt in Kairo vorgesehen. — Ausführliche Prospekte, welche das geauc Reiseprogramm sowie alles Wissenswerte über die Reise enthalten, befinden sich bereits in Druck und werden über Verlangen kostenlos zugesendet. Auskünfte erteilen: Frau Paula Stricker, Wien, IL, Hollandstraße 10, Telephon R-45-6-89, und Frau Berta Taubes, Wien, IL, Böcklinstraße 92, Telephon R-45-905. Was ist geschehen? Freitag abends staute sich auf dem Graben die Menge. Automobile blieben stecken oder kamen nur im Schritt vorwärts, zahllose Menschen drängten sich vor einem Portal. Demonstration oder Unfall? Nein: Wien feierte die Eröffnung des „Gramola'Miauses auf dem Graben. Daß Wien die Stadt der Musik ist, das ist weit* bekannt. Der Musiksinn der ganzen Bevölkerung gibt aber auch den Schlüssel zur Erklärung, wieso die Sprech* maschine in so erstaunlich kurzer Zeit einen Siegeszug sondergleichen halten konnte. Denn das moderne Gram« mophon, allen voran die „Qramola", bringt beste Musik in jedes Heim! Wo eine „Gramola" ihren Einzug hält, fliehen Langweile und Trübsinn. Allerdings: Musik darf nicht lieblos geboten wer« den.'Wer ihren Sinn erfassen will, muß der Muse einen würdigen Rahmen bereiten. Dies iiat Direktor Weichsel« bäum erkannt; schon vor einem Jahre hat er gemeinsam mit Architekt Löb auf der Mariahilferstraße einen Musik* salon errichtet, der zu den Sehenswürdigkeiten Wiens zählt und jetzt hat er wieder mit seinem „Gramola"*Haus auf dem Graben einen Musentempel im Herzen der Inneren Stadt errichtet, der bald zum Rendezvous der Gesellschaft werden wird. Vor dem Portal staut sich die Menge. Schon von weiter Ferne leuchtet eine riesenhafte Schallplatte ent* gegen, strahlt im Lichterglanz magischer Beleuchtung. In opalisierenden- Buchstaben grüßt uns das Zauberwort „Gramolia' entgegen; hinter spiegelnden Scheiben stehen kostbare Musikschränke, die neuesten Schöpfungen der Sprechmäschinenindustrie. Wir treten ein. Hohe Spiegel« Scheiben, .'tiefroter Damast, schwellende" Teppiche; das ist kein „Geschäftshaus",' blas ist das Boudoir der Frau Musica selbst, die hier ihre Gäste empfängt! Da sind drei kleine Salons. Prachtvolle, schwellende FauteuiLs laden zum Sitzen ein. Vor uns steht der neueste Orthophonic«Schrankapparat von „Gramola"; ein reizen« des Fräulein legt die Platte auf, das Spiel beginnt. Wir schließen die Augen; da sehen wir sie geradezu bildhaft vor uns:' Jeritza, Schaljapin, die Revellers. Wir beschwö« ren das Reich der Töne herauf; das ist ja keine Illusion mehr, das ist die Wirklichkeit selbst! Sieben und eine!halbe Oktave umfassen diese neuen Sprechmaschinen. Vom gl'ashellen "Sopran bis zum" tiefsten Baß, alles, alles tönt wie Natur selbst. Die „Gramola" ist ein Wunder; ein Wunder," das' jeder besitzen kann*. Sie istr das Musikinstrument der modernen Welt'geworden. Ohne „Gramola"«Schrankapparat keine Tanzunterhaltung, kein Souper, ohne „Gramola"«Kofferapparat 'keinen "Ausflug mehr! Freitag abends war die Eröffnung des „Gramola"« Hauses auf dem Graben. Schon aber ist dieser entzückende Räum zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens ge« worden. Im „Gramola"«Haus trifft man sich." Barmizwah- und Talmctdkurs. Die Elnschreibumren für den Barmizwah. und Talmudkurs der 'Israelitischen Kultusgemein de Wien im 20. Bezirke finden bis auf weiteres jeden Sonntag von halb 9 bis 9 Uhr vormittags im Unterrichtslakale. XX.. Othmargasse 46, statt. Der Unterricht ist unentgeltlich. , ■ Israelitischer Jugendgottesdienst. Arn Samstag, den 9. November 1. J.. findet Htm halb 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. _ Eine jüdische Volksbibliothek in Wien. Zum zehnjährigen Bestand der Volksbibliothek „Zion". Im November 1919 erkannten ein paar junge'Menschen die Notwendigkeit, für die jüdischen Kulturbedürfnisse eine Institution'zu schaffen.-die-ein-Zentrum'werden sollte für die Jugend und für alle Bildungsbedürffciigen. eine Bibliothek, in der alles z>u vereinigen sei. was einen Juden interessiert. Das Werk gelang unter großen persönliehen Opfern der Anreger und ersten Mitarbeiter, zu denen auch Löbl Taubes zählt. Aus einer bescheidenen Stube mit ein paar ärmlichen Stellagen wurde durch zielbewußte, systematisch aufbauende Arbeit ein geistiger Mittelpunkt, die „Jüdische V o 1 k sb ib Ii o t h ek' in der Kleinen Mohrengasse. Eine Uebersicht über die Werke gibt zugleich auch die Tenden» dieser Institution. Zunächst finden sich in den Lesesälen sämtliche jüdische Zeitungen des In- und Auslandes. An Büchern ergibt sich folgendes Bild: Von den 4000 Bänden umfaßt die deutschsprachige Abteilung rund 1000 Nummern, die durch wegs das jüdische Literafrur- und Wissensgebiet behandeln: die jiddische Abteilung rund 1000. die hebräische fast 2000 Nummern. Die jidddi sehen Abteilung enthält fast , alles, was in jiddischer Originalsprache erschienen ist. ferner die Ueberseteungen aus der Weltliteratur,- viel föinsta und WM STRENG UM SELCHWAREN-FABRIK Wien, XX., Kloslernauburgerstraße 60 unter besonderer Aufsicht des Oberhauptes de polnischen Gemeinde Wiens, Sr. Ehrwürden des Rabbiners M. Mayersohn •iViaKB-f iniens1??? vn» aD-nDön iuun *>v nw nrwn nnn, >jni no lVng mjn ra« ,#pbv jtwvkd tkö Täglich frische und erstklassige Spezial-Erzeugnisse feinster Wurstu. Selchwaren. — Provinzversand WILHELM PETYAH. SELCHWAREN-FABRIK Wleri, XX., Klösterneuburgcrstfaße 90 Telephon A-43-1-59 Kulturgeschichte, eine reiche Jugendliteratur und periodische Zeitschriften. Neben den älteren und iüneeren Autoren, wie Mendele. Schalom Alejchem. Perez. Dinesohn. Frag. Asch. Bergelsohn. Anski.. Leiwik. Opatoschu. Seisralowitsch, Übersetzungen von Dostojewsky. Tolstoi. Goethe. Heine, Shakespeare. Zola. Grimms Märchen, der Geschichte der Juden von Graetz und Dubnow. Barbusse (Feuer) und anderer Autoren, die innerhalb der Weltkultur Bedeutung haben, wie i. B. Einsfein. Noch bedeutender ist die hebräische Abteilung. Neben den ältesten Werken (Bibel, Talmud) stehen unzählige wissenschaftliche und belletristische Bücher, eine reiche Jugendliteratur und eine lange Reihe von Uebersetzungen. wie Shakespeare, die großen Russen und Deutschen, das Gesamtwenk Ibsens und von neueren Autoren z. B. Romain Rolland mit Jean Christoff. Die hebräische Abteilung benützen zum größten Teil Schüler des hebräischen Pädagogiums und Anhänger des Hebräischen, die in erster Linie die Originalliteratur verlangen. Für diese Abteilung war es schwer, den Betrag von S 800 für Neuerwerbungen aufzubringen. In der jüdischen Abteilung ist das Lesepublikum mannigfaltiger. Hier sind es zumeist Ostjuden: ihr Interesse wendet sich den älteren jiddischen Autoren zu. Die jiddischen Werke werden von der .jKulturli'ga" (Warschau), die hebräischen von den palästinensischen Verlagen „Dwir" (Tel-Awiw), und „Mizpah" (Tel- Awiw) und vom Berliner Stibel-Verlasr bezogen. Auf 1000 Leser entfallen 50 Prozent hebräische. 30 Prozent deutsche und 20 Prozent jiddische Interessenten. Der nationalen Richtung der Bibliothek entspricht es. daß die Leitung in zionistischen Händen legt. Die seinerzeit gepflegten hebräischen Lehrkurse sollen bald wieder aufgenommen werden. Anläßlich ihres zehnjährigen Bestandes hat die Jüdische Volksbibliothek ..Zion" das Recht, sich wegen Förderung au 'die jüdischen Kreise Wiens zu wenden. Der Abend, an dem das Jubiläum gefeiert wurde, lieferte den Beweis dafür.' daß die Notwendigkeit dieses geistigen Zentrums erkannt;und ein neuer Kreis von Mitarbeitern gewonnen wurde. * Die Jubiläumsfeier der Volksbibliothek, die am 2. November in den Räumen der Bibliothek abgehalten wurde, nahm ', einen würdigen ' Verlauf. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden DrV Birnbaum, der in hebräischer Sprache, den Mut: der Gründer, die in der Zeit schwerster Nöte ein geistiges Werk unternahmen, ins rechte Licht rückte, hielt der Präsident der Volksbibliothek Dr. David Rotblum die Festrede über „Volk und Buch" und legte in einem historischen Ueberblick die Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk und seinem Buch dar. Der Ehrenpräsident Löbl Taubes rief in einer ernsten, aber in heiterem Ton vorgebrachten Ansprache zu einer Förderung des Instituts auf. Weitere Ansprachen hielten Regierungsrat Dr. Adler im Nomen der Kültusgenieinde und Hof rat * Professor Frankfurter. Der künstlerische Teil des Abends zeigte hohes Niveau. Es wirkten mit Professor Z i m b 1 e r mit seinem Trip (Meudelssohn und Ernest Blochs „Baal Schern"), Oberkantor Margulies (hebräische und jiddische Lieder), Fräulein Lizzi Bob in söhn (Lieder zur Laute) und M. Schwager, (ausgezeichnete Rezitation Schalom. Alejchems). Um das Gelingen der Veranstaltung haben sich besonders . die Ausschußmitglieder Frau -Dr. Gelber, Fräulein Seidenfrau, Herr Kupfer mann und die Mädchengruppe „Deborah" verdient gemacht. Tanzabend Bartich Agadati Am 13. November im Großen Konz'erth a u s s ä ä 1. Dem Abend des palästinensischen Tänzers Baruch Ajsadati sieht man in Wiener Kunstkreisen mit großer Spannung entgegen. Agadati wird nämlich zum. erstenmal die Resultate seiner Studien' vorführen, die er bei den Chassidim in Rußland und bei den Yemeniten in-Palästina gemacht hat. Das wesentliche seiner Idee besiteht darin, daß er die Tanzformen aus den dem jüdischen Charakter innewohnenden Bewegungse'lementen formt und so eine Art Reproduktion der verschollenen alrjüdischen Tänze zu geben versucht. Auch die Kostüme Agadatis sind außereuropäisch. Während seines jüngsten Aufenthaltes in Paris ließ Agadati sich von den bedeutenden Künstlern Gontscharowa und Larinoff Kostümentwürfe machen. Das Kostüm. zur Studie ..Zorn" stammt von Paldi aus Tel-Awiw. Anläßlich des Abends erscheint im Verlag def ..Neuen Welt" aus der Feder Dr. Oskar Rosenfelds eine/Schrift: „Agadati der Tänzer", mit 16 Abbildungen, welche den Künstler in seinen charakteristischen Tänzen zeigen. Granowskys Rückkehr nach Moskau. Der seinerzeitige Direktor und Regisseur des Moskauer Jüdischen Akademischen Theaters, Alexis Granowsky, veröffentlicht ein Schreiben in der Sowjetpresse, worin er erklärt, daß er bereit sei, nach Moskau zurückzukehren. Wie erinnerlich, hat Granowsky während seines Wiener Gastspieles im September 1928 am Carltheater versucht, sich den Wiener „Gepflogenheiten" zu fügen und am Jom K i p j > ii r - A b e n d keine Vorstellung abzuhalten. Ein Wink uns Moskau genügte, um ihn zu einem Kompromiß zu bewegen — Granowsky setzte die Vorstellung für Nachmittag an. Aber es half ihm nicht -mehr, er war in Ungnade gefallen. Es blieb ihm jetzt nur noch eine Hoffnung, in Berlin festen Fufl zu fassen und seine regietechnischen Kunststücke an einem deutschen Theater zu versuchen. Bekanntlich hat er in Berlin, wo er der deutschen Bühnenkunst seine Moskauer Akrobatikinjektionen einzugeben versuchte, Schiffbruch gelitten. Berlin lehnte ihn ab. Nun zieht es ihn wieder, nach Moskau, wo seine einstige Truppe unter Leitung Michoels spielt. Wenn Granowsky zu Kreuz kriecht, wird er vielleicht wieder in Sowjetsgnaden aufgenommen werden. Habima in Zürich. Nach Absolvierung der italienischen Tournee hat sich die Habima nach Zürich begeben, wo Dienstag den 29. Oktober ihr Gastspiel mit Anskis „Dybuk" begonnen hat. Im Mittelpunkt der Aufführung standen die von den Wiener Gastspielen her bekannten Rowina (Lea), Ben Chaim (Batlan), Tschcmerinsky (Asriel); und Friedland (Chanan). Die künstlerische Ausgestaltung des Stückes wird in der ganzen Schweizer Presse gewürdigt. Es folgen Aufführungen von „Golem", „Krone Davids" und „Der Schatz" von Schalom Alejchem. Nach Beendigung des Züricher Gastspieles begibt sich die Habima nach Deutschland. Jüdische Künstlerspiele (Reklame). Neue Schauspieler. Nach dem großen Erfolg des Charakterkomikers S. Fostel in Gordins Schauspiel „Der Scharlatan" hat sich die Leitung des Theaters ent-., schlössen, vorläufig das literarische Genre weiter zu pflegen. Als nächste Novität gelangt Freitag, den 8. November das Lebensbild „Kol Sojfer" von A. Kobrin -mit S. Fostel in der Hauptrolle und dem neuengagierten dramatischen Schauspieler Jablonsky zur Aufführung. Dienstag, den 12. November1 (Staatsfeiertag.) finden zwei Vorstellungen des musikalischen Schauspiels „Die Glocken von Sibir ien" statt. Es ist der Direktion gelungen, den bekannten Schauspieler Michael Preiß, der seinerzeit sehr erfolgreich an der Freien Jüdischen Volksbühne gewirkt hat, für ein längeres Gastspiel zu gewinnen. M. Preiß hat seit fünf Jahren unter Prof. Max Reinhardt an der deutschen Bühne gewirkt und ist jetzt wieder zum jüdischen Theater zurückgekehrt. — Für die nächsten Vorstellungen zeigt sich regstes Interesse seitens des jüdischen Publikums. Jüdischer Schauspielerverein in Wien. Die in Wien lebenden jüdischen Schauspieler haben sich zu einem „Jüdischen S c h a u s p i e l e r v e r e i n4* zusammengeschlossen, der bereits seine Tätigkeit begonnen hat. In kurzer Zeit wurden 10.000 Bausteine zu 10 Groschen abgesetzt und die nötigen Vorbereitungen getroffen, um ein Heim zu schaffen. Der Verein ha es sich zürn Ziel gesetzt, die jüdische Kultur zu fördern und das jüdische Theater auf eine höhere Stufe zu bringen.. In , den Vorstand wurden gewählt: M. Siegle r (Obmann), M. Br eitmann (zweiter Obmann), M. Pastor (Sekretär), I. Valberg (erster Kassier), O. Horowits (zweiter Kassier), M. Herschkowits (Revisor), A. Weismann (Beisitzer). In der ersten Sitzung wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt die Herren Dr. Glanz, E. Hirschel, D. Mauer (Warschau), (Seltner, Dr. Desider Friedmann, M. Maier, Dr. B. Kinsbrunner, Julius Krupnik, I. L. Pipersberg, Dn L. Plaschkes,: Oberbaurat R. Stricker, Dr. Radoj (rumänischer Konsul), Dr. Oskar Rosenfeld, Dr. Israel Waldmann, Jacques und Heinrieh Singer. — Die gegenwärtig in Rumänien und in der Tschechoslowakei gastierenden Truppen werden hiemit aufgefordert, ihre alten Legitimationen" einzusenden, damit diese gegen neue eingetauscht werden können. Herr J. G o 1 d f 1 i e ß hat dem Jüdischen Schauspielerverein die Lokale der „Jüdischen Kunst.lerspiel e" als provisorischen' Sitz zur Verfügung gestellt (IL, Praterstraße 34 [Cafe Reklame]). Jüdisches Bukarester Theater in Wien. Die jüdische' Künstlertruppe aus Bukarest, die. derzeit in der Jüdischen Bühne, IL, Taborstraße 12, gastiert, hat Ra» kovs Lebensbild „Vergessene Kinder" nicht weniger als zehnmal vor ausverkauften! Haus aufgeführt. Großen Erfolg holten sich da die Damen Rosa Siegler, Sevilla Pastor, Erna Siegler und die Herren M. Siegler, M. Pastor, Waldberg und Reiß mann. Vergangenen Montag wurde die Komödie „Dus C h a s e n d 1" mit Sevilla Pastor, in der Titelrolle neu inszeniert zur Aufführung gebracht. „Dus Chasendl" wird Freitag, Samstag und Sonntag auf allgemeines Verlangen wiederholt. In nächster Zeit gelangt die bekannte Komödie „R eisele von China", zur Aufführung. Die volkstümlichen Preise von 1 bis 4 S bleiben auch weiterhin aufrecht. Nina Schcikewitz, die bekannte jüdisch-amerikanische Soubrette, bildet den Mittelpunkt eines am 12. November (Staatsfeiertag) im Hotel Continental stattfindenden Variete-Konzertes unter dem Motto: Lachen. Singen, Tanzen. Außerdem wirken der bekannte Schauspieler und Regisseur Jakob Scheikewitz und ein großes Ensemble mit. .. , S. Stramer, der berühmte und sehr beliebte Schauspieler, derzeit verpflichtet im Londoner Pavillontheater und auf der ganzen Welt durch seine einzig schön wiedergegebenen jüdischen Lieder bekannt, hat sich besonders durch die Schallplatten populär gemacht. Jeder Besitzer einer Sprechmaschine sollte eine Platte von Stramer seiner Sammlung zulegen. Es wird interessieren, daß in den letzten Tagen einige Neuheiten vmi Stramer mittels des elektrischen Aufnahmeverfahrens hergestellt wurden, und auf unsere Umfrage haben wir . in Erfahrung gebracht, daß das rührige Musik^hans Excelsior, Adlergasse Nr. 5, dieselben in längstens apht Tagen herausbringt. Die Musterplatten liegen schon; auf. Insbesondere die Platte „Sony Boy" aus dem Tonfilm „Der singende Narr", jüdisch gesungen, auf der Rückseite „Jiddisch ist git", wird allseitig gut gefallen. Der jüdische Sprechchor übt jeden Montag von halb 9 bis 10 Uhr abends im Zentrum, IL Untere Augartenetjaßß?^ (Leitung Qsfear Teller.). ..ÄfTi

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.