Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 107 (4.10.1929)
- Date
- 1929-10-04
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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r Seife 14 DIE NEUE WELT Nr. iOT W. Wallach und Frau IX., Grünetorgasse 19 a Alfred Weißhut und Frau XIX. , Billrothstraße 39 t>A AÄAÄ A4 A AA A AAAAAAA4AAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAA » r Samuel Weißmann und Frau XX. , Kaschlgasse 5 Dr. Zwi Wieselberg XIX., Biedergasse 5 Max Weitz'ner und Frau VI., Mariahilferstraße 105 ■»♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»»♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»>♦ Jochenen Zimet und Frau XX., Klosterneuburgerstraße 100 Max Zuckermann und Frau IL, Rotensterngasse 10 — Stuwerstr. 4 Salomon Weinstein und Frau II., Rotensterngasse 23 gratulieren allen Verwandten, Kun« den und Bekannten zum Neuen Jahre! Samuel Weintraub und Frau XX., Wolfsaugasse 9 P. Wühl und Frau XX., Wallensteinstraße 50 »*.*.aaaaaaaaaa a aA A A AA A A A A 44444444 44444444444 ff WW""""""" fffff?TfVffffffTffT¥fTTTf ¥ ▼ Salomon Weißbrot und Frau XX., Klosterneuburgerstraße 60 Rechtsanwalt Dr. Hermann Wenkart und Frau I., Franz^Josefskai 47 Copyright 1928 by „Die Neue Welt", Wien. Nachdruck verboten. KOMÖDIANTEN. Roman von Schalom Alechem. Ins Deutsche übertragen von P. Rosen hall. (41. Fortsetzung) „Fährst nach Kischinew, Itzigl, fahr, fahr, Diebskerl, und werd begraben neun Meilen tief", ruft ein ausge» trcckncter Schauspieler mit scharfem Adamsapfel aus, und des Direktors Schwester, Sladke Holzman, bricht in ein Gelächter aus, und wie sie alle ansehen, schämt sie sich, wird rot bis zur Nasenwurzel, verbrennt fast. Da bekomt Rafalesco Mitleid mit ihr und schlägt ihr vor, mit ihm zusammen eine Karte zu kaufen, Treff» Äs. „Heute ist der Tag für TreffsAs." Da wird sie noch röter und blickt ihn mit dankbaren Augen an und das Herz, vergeht ihr fast.. Ach wenn er zum Beispiel zu ihr hintreteri, sich nähe zu ihr stellen wolltel So denkt sich Sladke, und Rafalesco, als hätte er ihren Wunsch erraten, stellt sich' zu ihr, ganz nahe, so daß sie fast den Duft seiner schönen blonden Haare fühlt, der sie beinahe ver* rückt macht. Du lieber Gott, gibt es noch auf der Welt einen solchen Engel im Himmel wie diesen Jüngling mit dem langen blonden duftenden Haar und den schönen sanften Augen? Nein, es gibt keinen, hat keinen gegeben, wird keinen geben. So oft sie nahe bei -ihm steht, fühlt sie, daß ihr das Herz herunterfällt, und sie verliert sich, weiß nicht wo sie ist, was sie in der Hand hält, entfällt ihr. Ihre Mutter Sore Broche sieht das und sagt mit lauter Stimme: „Was ist mit dir, Tochter meine?" Da wird sie noch röter und möchte versinken. Und doch ist sie glücklich, um diesen Jüngling mit dem blonden duf* tenden Haar zu sein, und erst noch, wenn er sie mit einem Blick beglückt, wenigstens mit einem Blick aus seinen schönen guten hellen sanften Augen, die wie der Himmel leuchten und wiedie Sonne wärmen. Und was macht es ihr, wenn die Augen auf sie blicken wie auf alle andern, wenn nur der Himmel schön und klar ist und die Sonne leuchtet und wärmt! Der Bankhalter Isaak Schwalb hat mehr als das halbe Paket Karten verkauft und das eingesetzte Geld in die Tellerkassa gescharrt und gemächlich, langsam beginnt er das zweite halbe Paket Karten aufzulegen und die Leute blicken mit gierigen Augen wie die Karten fallen und der Lärm wächst und die Flüche fliegen und das Gelächter steigt bis zum Himmel und Schwalb erhitzt sich und zahlt aus. Da fällt Treff*As in der vierten Reihe. Ein Geschrei entsteht. „Wer hat TreffcAs?" „Rafalesco. Wer soll denn Treff*As haben?" „Rafalescocheri, - was schweigst du, nimm Geldl"; , „Wir haben gewonnen", bringt Rafalesco Sladke die Nachricht. Und Sladke ist im siebenten Himmel, nicht so sehr wegen des Gewinstes, wie deshalb, weil Rafalesco mit ihr spricht, mit Sladke . . . Rafalesco weist dem Bankhalter seine Karte vor und die Leute beneiden ihn: „Ihm geht's,, na,, na, ist das ein Glückspilz. Jemand ist an ihm mit. vier Eimern vorübergegangen." Und die Schau* Spieler lassen ihr galliges Herz an Schwalb, dem Bank* halter, aus. 1 „Schwalbiein, Treff*As, vierfaches, gib Geld, Itzigl, gib, gib!" '„Ich geb, * ich geb", sagt der Bankhalter Isaak Schwalb und zählt in Rafalescos Hand mit Vergnügen das Vierfache aus. Mit Vergnügen deshalb, weil Rafalesco nicht wie alle andern ist. Rafalesco schlägt nicht aus. wenn er gewinnt, lärmt und flucht'nicht, wenn er verliert. Rafalesco ist überhaupt ein anderer Mensch, ungleich den andern. Rafalesco lieben alle Schauspieler und alle Schau* Spielerinnen ohne Ausnahme. Und mehr als alle andern liebt ihn — des Direktors Holzman Schwester Sladke, die arme. . 7 8. Kapitel. Ein Telegramm aus London. Sladke, des Direktors Holzman Schwester, ist es sehr unbehaglich zu Mute. Sie weiß überhaupt nicht,' was mit ihr vorgeht. Sieht sie Rafalesco, gerät sie außer sich, Hände und Füße verliert sie, schön gar nicht zu reden von den Begegnungen im Theater, auf der Szene. Er» blickt sie ihn nur, hört sie ihn reden, dann verliert sie sich derart, daß sie fühlt, es wäre gut, sie von der Bühne wegzuführen. Nicht nur einmal bekommt sie es von ihrem Bruder,; dem Direktor, ganz scharf zu hören. (Holzman ist ein strenger Regisseur selbst an seiner eigenen Schwe» ster.) Er sagt ihr oft vor den Äugen aller: „Na, hast du heute gespielt, Sladke, wirklich wie eine; Kuh, Hände und Füße sollte man dir für ein solches Spiel abhacken." Sladke weiß selbst, daß man ihr für ein solches Spielen Hände und Füße abhacken sollte, aber was kann sie dafür, daß sie im Stillen diesen schönen Jüngling mit dem langen blonden duftenden Haar und mit den hellen sanften guten Augen liebgewonnen hat. Und liebgewonnen hat sie ihn im ersten Augenblick, da sie mit ihrer armen Mutter hierhergefahren gekommen war. Wozu hat sie •übeihaopt hierherkommen müssen? Was hat ihr denn Hause gefehlt, im kleinen Städtchen? Dort hat sie Blusen nähen gelernt und langsam zu verdienen begonnen. Nein, mußte da der Bruder mit Briefen einsetzen, ein Brief nach dem anderen, und Geld hat er ihnen geschickt, sie sollen kommen, bei Gott, sie sollen kommen. Nun, da sie eben gekommen sind, hat man sie, Sladke, in die Arbeit ge» nommen, zuerst als Soubrette — ein kurzes Kleidchen angezogen, enge Schuhchen, daß die Augen aus dem Kopf kriechen, und ihr obendrein die Wangen mit Rouge ge* färbt, die Augen mit Schwarz nachgezogen, gelehrt, wie zu stehpn, wie zu gehen, wie sich zu drehen, wie mit den Augen zu funkeln. Wer hat sie das alles gelehrt? Ihr Bruder, ihr eigener Bruder, klagte sie vor der Mutter. Da antwortete ihr die Mutter Sore Broche und sagte: „Stell dir vor, Tochter, du bist bei fremden Leuten und man befiehlt dir auf den Dachboden zu kriechen, wär dir dann besser?" Hernach wollte der Bruder eine Primadonna aus ihr machen — hatte sie aber keine Stimme zum Singen. Der Bruder war wütend, schrecklich, äffte nach, wie sie singt. „Du quietscht, Schwesterchen, wie eine richtige Katze, wenn man ihr auf den Schwanz tritt.". Erst dann wurde es Sladke ein wenig leichter auf dem Herzen, als der Bruder ihr die Rolle der „Judith" in Uriel Acosta zu lernen gab. Nicht so sehr deshalb,, weil ihr die Rolle der „Judith" gefiel, wie deshalb, weil die Rolle des Acosta dieser schöne Jüngling mit dem langen blonden Haar und mit den hellen sanften guten Äugen spielt, den man Rafalesco nennt. Ach, welch schöner Name Rafalesco, Rafalesco! Seinetwegen allein lohnt es sich, sich hier zu plagen, Rollen zu lernen und wie ein Papagei sonderbare Worte immer wieder herzusagen, die sie nicht im entferntesten versteht, und jede Nacht auf die Bühne zu treten, was sie, nur Gott weiß die Wahr* heit we, haßt. Oh, sie haßt die Bühne, das Theater, die Schauspieler. Sie haßt die ganze Kompanie und mehr als alle haßt sie des Bruders Kompagnon Isaak Schwalb. Nicht ansehen kann sie dieses rote Gesicht, schon allein deswegen, weil er zu ihr hinter die Kulissen kriecht, wenn es niemand bemerkt. Er mächt sich an sie heran, kneift sie und zwickt sie und fragt sie noch dazu, ob sie ihn lieb habe. „Aepfeichen meins, hast du mich lieb, Aepfel» chen?" . . . Sladke schweigt. ,Gott soll ihn so lieben, diese aufgedunsene rote Fratze', sägt Sladke zu sich und läuft davon. (Fortsetzung folgt.) GRABSTEINE F RIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, 1. Bes., Seitensiettengasse 2, Telephon U-28r1-28 XL, Zentralfriedhof, neb. d. 7. Tor, Telephon V-180 85 Hebräische Kinderspiele Hebräische Kinderspiele werden eröffnet, Anmeldungen entgegengenommen Dienstag und Donnerstag von 1-2 Uhr, Teichmann, Wien XX, Karajangasse 17/16 aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiä § Gegründet 1882 | 1 Lebensversicherung- DUflMIY' I | Gesellschaft frnUmA | | Zentra direktion: WIEN I., Riemergasse Nr. 2 2 Milliarden Sdiilling s Volieingezabltes Aktlenkapital 4.1 Prämien- und Zinseneinnahraen im Jahre 1928 9} Millionen Sdiillinp s Garantiemittel Ende 1928 242 Millionen Stililling s Auszahlungen an die Venltherten im Jalue 1928 265 Millionen Schilling s 2 Tätigkeitsgebiet; Oesterreich, Qeutsches Reich, Frankreich, g Belgien, Hollend, Italien, Spanien, Tschechoslowakische s Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- 5 s land, TUrkei, Aegypten und Palastina. nittiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiifj? itera¥rrchtnioiieri die neueste!» ictiiager in .uösstei Auswahl erhalten Sit lüi S1 (fl llfnfhnnratnn sowit Mandölinen, üitarren, Harmonikas. 6.311 WüllIclirdlBll, Lauten Violinen Zithern Blasinstrument« Niisikhnus Stlilesinserwen'yj - ■** gasse 122 u. 124 RADIO Für S 2.50 Wochenrafen erhalten Sie Komplette Radioapparate mit allem Zubehör in feinster Ausführung und alle Radlo-Bettondtelle nur im MUSIKHAUS SCHLESINGER, Wien, VII., Burggasse122*l24 £jllllllllllllUllllllllllllllllllllllllllUIIIIUIIIIIIIIIIIlllUllllllllli 1 Erfahrener Pädagoge | s ei teilt Unterricht in der g | englischen und hebräischen Sprache s g Zuschriften erbeten unter „Gewissenhaft* 5 s an die Administration dieses Blattes g niniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii? Jüdin (Anfängerin) sucht Stelle! Unter „B. G." a. d. Administration des Blattes n-iidi rT?sn mit schöner Stimme j sucht Posten Fromm* an die Expedition dieses Blattes j Vermittlung erbeten j biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiniHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Unter NÄHMASCHINEN 1929 $20.— monatlich ohne Angabe! IX. Llechtensteinstraße Hr. 27 Toi, A 16-5.04 und A 16-9-65 IU. Wiedner Hauptstraße Hr.8 fei. A 30-0-36 SPORT UND TOURISTEN ARTIKEL 4Vi— m v ii a PICK Eigentümer, Verleger. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur Oberbaurat Robert Stricker. — Druckerei» und Veriags-A.-G. Isnaz Steintnana beide Wien. IX. Universitätsstraße 6—8.