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Die neue Welt · 1929-09-27 · Heft 106 (27.9.1929) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 106 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 106 Die liberalen Juden gegen die Palästina-Arbeit. Site sind deutschnational und religiös.sittlich. Am 21. September fand in BerAin eine Sitzung des Hauptvorstamdies der Vereinigung für das iiberalle Judentum statt. Nach einem einleitenden Referat des Vorsitzenden Rechtsanwaltes Heinrich Stern (Berlin) und edner eingehenden Debatte gelangte folgende Resoflution zur Annahme: „Der in der Tagespresse verbreitete Aufruf der dieutsöhen Mitglied-er der Jewish Agency und des deutschen Keren Hajessod e. V. „Das Jüdische Patau tinawerk", „HJlie durch Auifibaiu" zwingt aius, folgendes zu erJclären: Es ist unrichtig, daß, wie in dem Aufruf behauptet wird, die Eisnigwg der Judienheit für den Paläsfrinaaufbasu gefliungen sei und daß „die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaften aller Länder" sich verpflichtet haben, bei dier Errichtung der Hidibch-HberaHien Heimstätte in Palästina mitziu arbeiten. In Wahrheit steht die große Mehrheit der deutschen Juden dem jüdischnaMonalen Aufbauwerk ablehnend gegenüber, weil sie sich national als Deutsche füibü»en «und das Judentum ihnen nicht nationale, sondern religiöse Gern einschaf t ist. Deshalb haben große Vereinigungen der deutschen Juden die Beteiligung an der Jewish Agency abgellehnt. Wir beklagen die Opfer der Wutigen Unruhen in Palästina auifs tiefste. Jegliche Unterstützung des jüidiischnationail en Aufbauwerkes lehnen wi/r ab; als die wahre Aufgabe der Juden erscheint uns die Arbeit an der Verwirklichung der reiigiösrsi ttiiiehen Ideale KÜeis Judentums an ihren Heimatländern. Das Testament eines indisch-jüdischen Millionärs. Sir Sassoon Jacob David, ein reicher jüdischer Kaufmann aus Bombay, der vor einigen Tagen verstorben ist, hat seinem Sohn Sir Percival Victor David ein Vermögen von 24 Millionen Rupien (zwei Millionen Pfund) hinterlassen, mit der Bedingung, daß er den jüdischen Glauben nicht verläßt und auch seine Kinder im Geiste des Judentums erzieht. Ein Passus im Testament lautet: „Halte fest an unserem Jüdischen Glauben und halte die Gebote der Thora! Hilf denen, die in Not sind!. Erziehe Deine Kinder im Geiste unserer Religion!" — Der Verstorbene hat größere Legate für die. jüdische Gemeinde in Bombay und für soziale Zwecke hinterlassen. euiahrs-Gra Gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden, Gästen, Kunden in der der 6 9Neu£n Welt vom 4- Oktpber 1929 Sie sparen Geld. Zeit und Mühe! Um die große Fülle der einlaufenden Gratulationen unterbringen und günstigst placieren zu können, empfiehlt es sich, den anhegenden Bestellschein sofort auszuschneiden und umgehend an die Verwaltung der „Neuen Welt" einzusenden. Der Preis für das Einheitsinserat (20 mm) beträgt: Schilling 5.- Für das Ausland: entsprechender Gegenwert in der Landeswährung Muster: I. M. FROST UND FRAU 2. Bezirk, Große Mahrengasse Nr. 47 gratulieren allen Verwandten, Freunden und Bekannten , ZUM NEUEN JAHRE! ->••..............•-.......-.....i.............Hier ausschneiden .....-.........»•......................... . Bestellschein. An die Verwaltung der „Neuen Welta Wien, IX., Universitätsstraße 6-8 Ich bestelle für die Rosen HaschanähTNummer der „Neuen Welt" ... Neujahr8gratulatlon(en) zum Preise von und sende diesen Betrag gleichzeitig mit diesem Bestellschein ein. Text (deutlich ausfüllen): Name: ...... Adresse: den 1929 Der JCA-Rai - Am 28. September tritt in Paris der Rat der Jewish Colonisation Association (JCA.) zu einer Tagung zusammen. Voraussichtlich wird der neue Präsident der JCA. an Stelle des verstorbenen Herrn Franz Philippsohn, gewählt werden. Als Präsident kommt in erster* Linie der bisherige Vizepräsident Herr Leonard Cohen in Frage. Zur Sitzung werden erwartet außer den französischen Herren Reinach, Wahl und Netter, die Londoner Cohen, Montefiore und d'Avigdor Goldstnid, und aus Deutschland die Herren Dr. Klee und Justizrat Blau (Frankfurt a. M.). Aus Brüssel wird Herr Jules Philipson teilnehmen. Dr. Solomon AUkalay gestorben. Belgrad, 15. September. (J. T. A.) Dr. Solomon Alkalay, der Präsident der sephardischen Gemeinde in Belgrad und einer der Führer des Weltverbandes sephardischer Juden, ist am 11. September an Herzschlag plötzlich gestorben. Dr. AMcalay war Präsident des Landesverbandes Jugoslawiens der Weltorganisation sephardischer Juden, sowie Präsident der Belgräder Loge Bnei Brith! In der zionistischen; Bewegung war er hervorragend tätig. Er setzte sich besonders für die Berücksichtigung des sephardischen Elementes -in der jüdischen Kolonisation Palästinas ein und vertrat diesen Gedanken auf dem 16. Zionistenkongreß und in> der> konstituierenden Sitzung der Jewish Agency, wo er die jugoslawische Judenheit vertrat. Dr. Alkalay war ein in der Aerztewelt bekannter Gynäkologe. Die jugoslawischen Blätter widmen ihm ehrende Nachrufe und hehen insbesondere seine Leistungen als S a n it ä tsober st des serbischen Heeres während des Krieges* hervor/ Oberrabbiner Koppel Reich gestorben. * In Budapest starb am 22. September im Alter von 92 Jahren nach vierwöchigem Krankenlager am Sonntag der Oberrabbiner der orthodoxen jüdischen Gemeinde Budapests und Mitglied des Oberhauses Koppel Reich. Die Bestattung gestaltete sich zu einer großen Manifestation der orthodoxen Judenheit Ungarns. Hinter dem Sarge1 schritten unter deü Tausenden Leidtragenden etwa 100 aus ganz Ungarn eingetroffene orthodoxe Rabbineri Am offenen Grabe haben 15 Rabbiner Trauerreden (Hespedün) gehalten. Der Verstorbene hatte;sich bis.,zu seinem Lebensende* geistige Frische, und , körperliche Rüstigkeit bewahrt. Als 92jähriger noch konnte er "ohne Brille,« lesen und schreiben. Erhinterließ, ,?£hlreiche gelehrte Schriften, die er bei seinen Lebzeiten nicht zum Drncke freigab. Seine Hinterbliebenen' und eine Anzahl seiner begeisterten Verehrer « haben sich! nun ' zusammengeta«, um eine Ausgabe seiner Werlte zu veranstalten. Der Zusammenschluß der Alten Herren« Mitteilung des Vorbereitenden Ausschusses. Der vorbereitende Ausschuß, der von der Präsidial« konferenz der Altc*Herren»yerbändc der Wiener zionisti» sehen Verbindungen mit *en Vorarbeiten für den Zusamt menschluß betraut worden ist, hat das Statut des neuen Verbandes sowie die Verfassung und innere Ordnung' fertiggestellt. Die Genehmigung der Entwürfe ist von der Präsidialkonferenz bereits erfolgt und die Entwürfe wer* den nunmehr den Verbindungen zur Kenntnisnahme ge» druckt zugestellt. Es ergeht hiemit an alle in Wien und im übrigen k Bundesgebiet lebenden Alten Herren auswärtiger Verbindungen das Er* suchen, behufs Anschlusses an den Ver» band, der den Namen ,;Ring der Alte* HerrenaVerbände" führen wird, ihreAdres« seh an den vor b.er eit.eni en Ausschuß (z. B. „Unitas" für Ring, YUL,,}Auerspergsfcraße 21) umge» hend bekannt geben zu wollen. Sie erhalten dann die gedruckten Materialien. : Nach Abschluß der vorbereitenden Arbeiten und nach Verabschiedung der Entwürfe durch die einzelnen Verbände werden sofort die Verhandlungen mit den Ver» bänden in der Tschechoslowakei, Schweiz, Deutschland, Polen, Bukowina und Jugoslawien aufgenommen werden, zu dem Zwecke auch in diesen Ländern gleichartige Ringe zu bilden, die mit dem Wiener Verband gemeinsam operieren sollen. Es sollen überall Arbeitskommissionen für aHe Zweige,. des politischen; und •;. sozialen,. Lebens des Judentums, vornehmlich' |ugen;derziehühg,' zionistische Politik, jüdische Kunst und Kultur, körperliche Ausbtl« dung sowie für interterritoriale Stellenvermittlung, ein» gerichtet werden, ' wobei möglichst breite Kreise der Akademiker herangezogen werden. Ea sollen alle in den Verbindungen erzogenen Alten Herren auf diese Weise, insoweit dies nur möglich ist, wieder zur nationalen zionistischen Tätigkeit zurückgeführt werden. Der in Wien sich bildende Ring, dem sich aus» nahmslos sämtliche Verbände bereits angeschlossen haben, wird im gegebenen Zeitpunkt zu einem GeneraJkorivent einberufen werden, zu welchem sämtliche Alte Herren er» scheinen sollen, um in ausdrucksvoller Form ihren Willen zum; Zü^A!q|Dfei)iiiel»lüß;-v. ••j$uy: -l^kt|]i4icßEi.'':':;AucJ|.<- die Alten Herren auswärtiger Verbindungen werden zu diesem ersten Generalkonvent, der ein feierlicher Akt sein soll, geladen werden. Zum ersten Male wird die Alte»Herren* Schaft zusammentreten, uni zu erklären, daß sie entschlos* sen ist, in kritischer Zeit sich ihrem Volk und der zionisti* sehen Idee zur Verfügung zu stellen. Die Mensa academica judaica ohne Geldmittel. Helfet den jüdischen Studenten! Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Studenten in der Mensa academica judaica ein Mittagessen — oft die einzige Mahlzeit des Studenten — ohne jedes oder nur um ein sehr geringes, an die tatsächlichen Gestehungskosten nicht heranreichendes Entgelt zu bieten, steht zu Beginn des neuen Schuljahres ohne alle Geldmittel da. Um jedoch, die „Mensa academica judaica", in der hunderte jüdische Studenten ausgespeist werden, wieder eröffnen zu können, sieht sich der Verein gezwungen, die Aufmerksamkeit der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit auf diese für die jüdische Studentenschaft lebenswichtige Institution zu lenken und zur raschen und ausgiebigen Hilfe aufzurufen. Adressen für Geldsendungen: Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, IX., Zimmermannplatz 8; Postsparkassen-Konto Nr. 30.372. Internationaler Studentenausweis. Die ,,Cortf6d6ratikwi Intema/tgonaile dies EtudiamV' (C. I. E.) gibt mdt Billigung und Unterstützung dier Völkerhturtd'k'ommisston für geistigie Zusammenarbeit eine internationale Studentenlegi'tin>aition (Carte d'identttS internationale d'6t>U'diant) aus, die dem Inhaber bei Reisen ins Ausland und an ausländischen Universitäten . große Vorteile gewährt. Der Weltverhand der jüdischen Studenten- ..schalt hat nun mit der C. I.. E. ein Abkommen getroffen, das von d-em vor einem Monat in Budapest stattgefundenen internationalen Kongreß ratifiziert wurde. I'tn Sinne dieses Abkommens wird der Weitverband der jüdischen Studentenschaft und dile einzelnen Laindesverbändie das Recht haben, die Tdierititäfskarte än die Mitglieder der jüdischen . Stadentenorganfca.tionen. auszugebe** Jüdische Mittelschüler und Mittelschülerinnen! Erscheint in Massen zum großen Jüdischen Jugendmeeting, welches Samstag, den 28. September, 7 Uhr abends, iin Alten Rathaus (I., Wipplingerstrafle 8), stattfindet. Redner» Direktor Dr. Kellner und Oberbaurat Ing; Stricker. Verband zionistischer Mittelschüler. Zionistische Ortsgruppe Graz. , Am .12. „ September veranstaltete die zionistische Ortsgruppe eine von den weitesten Kreisen, der jüdischen . Bevölkerung gut besuchte Versammlung, in der über die Ereignisse in Palästina berichtet wurde., Eialeitend. schilderte flerr Karl Schwarz eingehend die historische Entwicklung der gegenwärtigen politischen Verhältnisse Palästinas und wies vor allen Dingen darauf hin, daß nunmehr energisch von England die Erfüllung seiner Mandatsverpflichtung zu ver 1 angen ist. Herr Dr. Chaim K o f 1 e r besprach in temperamentvoller Weise die Vorfälle in Palästina und schilderte, wie heldenmütig der neue Jischuw unsere Position in Palästina verteidigte. Die Einmütigkeit des ganzen jüdischen Volkes muß nunmehr in der aufbauenden Arbeit für Palästina zum Ausdruck kommen. Herr Dr. Sonnenwald, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, betonte noch die Notwendigkeit, daß vom kulturellen Standpunkt des Judentums aus nunmehr alle Kreise des gesamten jüdischen Volkes mit Erez Israel sich verbunden fühlen müßten. Nachdem noch ein Vertreter des Wiener Hechaluz gesprochen hatte, wurde die Versammlung unter Absingung der Hatikwah geschlossen. Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden in Wien. In der kürzlich nach den Sommerferien unter aem Vorsitz des Präsidenten Adolf Taub abgehaltenen Plenarversammlung erstattete Herr K.-R. Moritz Kohn ein beifällig , aufgenommenes Referat über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage und die Notwendigkeit des Ausbaues der Qrganisatipn der jüdischen Handels- und Gewerbetreibenden. Die Versammlung beschloß, unverzüglich an die Ausgestaltung der einzelnen Bezirkssektionen des Verbandes heranzutreten. Von den Anwesenden erklärten sich einige namhafte Persönlichkeiten bereit, den Ausbau der Bezirkssektion Mariahilf-Neubau in die Wege zu leiten. Gleichzeitig sollen im Zusammenhang mit einer großangelegten Werbeaktion die Bezirkssektionen Innere Stadt, Landstraße und Josefstadt-Alsergrund entsprechend ausgestaltet werden. Beitrittsanmeldungen sind an den Verband de.r jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, Wien, VI, Mariahilferstraße 113, zu richten. ■ "r r Eine arische Firma. Per Verband der jüdischen Kaufleute and Gewerbetreibenden in Wien teilt uns mii: Die Parftimeriewarenfirma „Fioris", Wien, L, Graben 29a, legt offenbar großes Gewicht darauf, a 1 s „a r i sc he Firma" erkannt zu werden, indem sie in ihrer Auslage und in ihrem Schaukasten Ankündigungen dieses Wortlautes angebracht hat. Die jüdische Oeffentlichkeit sei auf diese Art der Reklame aufmerksam gemacht.

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