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Die neue Welt · 1929-04-19 · Heft 83 (19.4.1929) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 83 (19.4.1929)
Date
1929-04-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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$ft!fe$ Dtl NEUE WELT Heitel und Restaurant 6UTH T*i. r-ü-mo II*« Hollands!!1* Nr. 14 u\. »mm-to ' ...... t mitiwooh den 34. und Donnerstag den 28. April Grosse feierliche Setter-Abende nitter Leltong de« Kantor Herrn Ifler SrOnbera Spafsan b la carte Beginn 8 Uhr Original Palästina* u. uns« Wein« roo Schleiden Billroth entgegen und, verweist darauf, daß die Juden während des Mittelalters die Träger der medizinischen Wissenschaft überhaupt waren, und meint: Wenn Herr Professor Billroth sich in seiner Schrift „Lehren und Lernen der medizinischen Wissenschaften" von Vorurteilen befangen zeigt, so mag da« seine Sache sein. Aber wie kann ein gelehrter in seinem eigenen Fach solche Un k e nn t n i s aufweisen und solche Behauptungen aufstellen? „Ich behaupte," so schließt Professor Schleiden diese Abhandlung, „wenn es diese Juden in der-Medizin im Mittelalter nicht gegeben hätte, gäbe es heute keinen Professor Billroth." „Protokolle der Welsen von Zton" in tschechischer Sprache. Die faschistische Presse in der Tschechoslowakei entfaltet in den letzten Wochen eine .lärmende Propaganda für die " Verbreitung einer tschechischen Ausgabe der ^Protokolle der Weisen, von Z i o n". Int-jressänfist, daß die faschistische „Moravsko-Slezka Stnz" ifritef anderem ein Dankschreiben des Direktors dei staatlichen Bürgerschule in Jungbunzlau in Böhmen veröffentlicht, in welchem dieser dieses Buch „jedem Tscbechoslowaken von 6 bis 106 Jahren" empfiehlt. Der Judenhaß in Rußland,; ■.'\. . * Die wachsende antisemitische Strömung. . ,.'\:Öie antijüdische Stimmung in Sowjetrußland besteht und sie wird auch gar nicht geleugnet Es wd-sogar von einsichtigen Beurteilern zugestanden, d.aß; :sje eine Gefahr für die innere Ruhe und die Entwicklung der Wirtschaft darstellt. In, Rußland aber be^ejiitet das Vorhandensein einer solchen Strömung noch;yiel mehr: es ist die; lebendige Negation aller von dem bolsche- 'j 7 Wikischen Theoretikern verkündeten Lehren , vp'äy|er Gleichheit und dem gleichen Recht aller a^eitenden Menschen. Die russische Regierung hat aj.l'ördlngs von allem Anfang an die Juden aus. der Ma^sej der übrigen Völker herausgehoben und ihnen e i; e-, S o n d e r b e h a n d I u n g angedefhen lassen, dle^^der Bevölkerung die Ansicht entstehen lassen mvjfte, daß es sich um ein gesondertes Element, halbiert;. Der i n der Z a r e n z e i t durch Beamte, ÖfflMöre und Popen verbreitete Judenhaß lebte in der-;t$uen Zeit wieder auf und er n>ahm auch die altefy^Fornien an- ^.14, Parole der Schwarzen Hundert: „Erschlaget $je;-Juden und rettet Rußland!" ist auch in der r rj; > Bolschewikenära aufgetaqcht. Die Regierung hat diese Agitation anfangs müßig gewähren lassen. Aber sie verstärkte selbst durchs Mjlf*e^' Kolonisat i o nsprojekte den Haß. Während im russischen Dorf ... der Kampf um den B^ieV:tobte, wies die Regierung den jüdischen Efcnwphne-rn, die gewaltsam ins Proletariat gedrängt wordöp waren, Boden in Südrußland und in. der Kriiri-zu, Land, auf welches' Ukrainer und Tataren Ansprüche erhoben. Dieses Vorgehen, mußte .in den. bäuerlichen Schichten wie eine beabsichtigte Provokation wirken und sie automatisch dazu bringen, wKarmeLOriginaP ' (Friedmaan, Petach Tikwah) f , und andere edle Sorten Wein .;;Feierliche Seder-Abende Anmeldungen erwünscht: Restauration ,Wienea' Obere DonaustraSe 91 // Tel. Dia weltberühmten und bavdriugtaiUn Amerikanischen l&NISCHEWITZ mnnnnnitiiiiiiiiiiiuniimiiiiniiiiiiiiiiiiii Gries in^DT^^^i FarvcB sind bereits eingetroffen und In allen basieren Lebensmittelsescltlffan erttXIHIcti Eine Spezialität sind die neu eingeführten Ma f so-Crackers, eine besondere Freude für die Kinder Manfschewitz Matzos Vertrieb Wien« II.« Fugbachgasse 24 Tel. Nr. R-25-9-32 u. R-48-0-82 Filiale: Ig Proat, II., Haidgasse 9, Tel. A-41-8-64 illliMM •in den jüdischen Siedlern die Räuber ihres Landes zu erblicken. So ging also die Flamme des antisemitischen Hasses, von zwei Seiten her genährt, auf. Sicherlich hat auch die u h t e r i r d i s c h e g e g e nr e v o 1 u t i o n ä r e P r o p a g a n d a mitgewirkt und die Unzufriedenheit der Bauern und Arbeiter zunächst auf den populären Sündenbock gelenkt. Aber auch den RegiernngsstöHen war es nicht unangenehm, einen Blitzableiter zu besitzen, zumal auch in der Opposition gegen die leitenden Sphären jüdische Politiker hervortraten. Diese wurden, wie T r o t'zki und R a d ek beweisen, mit äußerster Brutalität ausgeschieden. Die Masse sahr in ihnen einfach die Juden und fand in deren Schicksal die Bestätigung der Üeberzeugung, daß der Antisemitismus eine gerechte und von oben anerkannte Bewegung ist Die. Symptome, in denen sich dies äußerte, sind die gleichen wie in der Zarenzeit und wie bei allen antisemitischen Vorgängen auf der übrigen Welt. Bauern griffen jüdische Kolonien an, in den Fabriken wurden jüdische Arbeiter von ihren Arbeitsgenossen BUIIMSCMEINS Unerreicht in Qualität und Preis! Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbraers S. F ür s t Darf In keinem jüdischen Haushalt fehlen nca bw wd Ueberau erhältli ch KARt BLAIMSCHEINS Vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, XIV., Diefenbachgasse 59 mißhandelt, gepeinigt und auch ermordet. An den Hochschulen wurden Jüdische Hörer verjagt. Das ist alles nicht anders wie sonst in Mitteleuropa, in Rumänien oder, in Polen. Was Rußland aber von diesen Gebieten* unterscheidet, ist der Bestand eines Jüdischen Departements im Innenministerium, der „Jewsekzie". •Sie hatte den Zweck• 'einer• internen jüdischen Verwaltungsbehörde. Aber sie wurde ein Instrument der En t ju d u n g und als dieses Ziel nicht erreicht werden könnte, ein von Juden geleitetes Organ zur Ni.ederhaltung und Entseeiung alles Jüdischen. Von der Jewsekzie sind die machiavellistisohen Bestrebungen zur Kolonisation der Juden ausgegangen, von ihr aus wird ein erbitterter Krieg gegen die jüdische Religion geführt und während das Sqwjetsystem mit Orthodoxen und Katholiken seinen Frieden macht, werden Jüdische Gemeinden zwangsweise aufgelöst, die Synagogen in Klubs umgewandelt und den Juden auch die lezte Stätte ihres Gemeinschaftsstrebens genommen. Welche Verwüstungen dies im inneren Leben des russischen Judentums erzeugt hat, ist bekannt. Es mußte aber auch auf die Stimmung der Nichtjuden zurückwirken, deren Abneigung auch von einer ihnen als autoritativ geltenden Stelle bestätigt wurde. Wenn die Leiter der jüdischen Zentralbehörde gegen ihr Fleisch und Blut so vorgehen, so scheint es doch eine patriotische und sogar sozialistische Pflicht, die Juden zu erschlagen, um Rußland zu retten! Die antijüd'ische Strömung ist also stärker geworden, so daß die Regierung sie nicht mehr mit den Mitteln des Staates bekämpfen kann. Der eben in Pekow durchgeführte Prozeß gegen die Arbeiter T r o f i n o w, Sine nik o I s k y, K u n i z i n und G u r i n, die einen .jüdischen Kollegen aus einfachem Judenhaß mit dem Bei niedergeschlagen haben, ist in dieser Beziehung sehr lehrreich. Die geständigen Angeklagten fanden wegen ihrer Jugend sehr milde Richter und kamen mit geringen Strafen davon. Das UrteiJ hat in der antijüdischen Gesellschaft helle Begeisterung hervorgerufen. Die Presse sieht die Bedeutung des Prozesses , darin, daß er die politische Atmosphäre in den. Fabriksstädten klar zeigt und daß er die Gleichgültigkeit der kommunistischen Behörden enthüllt hat. Wenn dem so ist,, dann sind alle Sorgen des russischen Judentums um die Zukunft sehr berechtigt. „Die Juden haben unter Russen nichts zu suchen" In einer Sitzung des Stadtsowjets von Boro-, witsch!, in der Maßnahmen zum Kampf gegan. den Antisemitismus erörtert wurden, erklärt das. Mitglied des Stadtsowjets Malischew: Wir sollten-, eher die Juden als den, Judenhaß bekämpfen. D i.e, Juden s i n d e i n e N a t i o n f ü r sich ü n dX haben unter Russen nichts zu suchen., Der Stadtsowjet nahm daraufhin eine Resolution aq,v iu der Malischews Haltung scharf verurteilt wird. '•' - Das Gericht in Borowitsohi verurteilte (die- Brüder L a w r :t n t i-e^i'die;ais Fabriksarbeiter ihre* Genö'ssen zum Antisemitismus aufhetzten und Aus-! schreitungen gegen die jüdischen Arbeiter begangen haben, zu je zwei Jahren Gefängnis. (J. T. A.) - Weitere Synagogen in Arbeiterklubs umgewandelt; In den Städten Kokand, Djepro-Prebwsk,, Orinin und Podolgub wurden die Stadtsyriagogen von den Behörden'beschlagnahmt und in Arbeiterklubs: umgewandelt. . . .' •, Arbeiter weigern sich, Mazzoth herzustellen. , Die Arbeiter der in Melitopol befindlichen Brot- , fabrik, die sich aus Anlaß der kommenden Pessach-. tage auf die Produktion von Mazzoth umstellen: sollten, erklärten, sie werden die Arbeit verweigern, - wenn man sie bei der Herstellung von Mazzcth he-; sebäftigen sollte, ebenso wie sie die Herstellung v,on -, Festtagskuchen für die russischen Feiertage vei-, weigern würden. Die Fabriksarbeiterschaft hielt eine , Sitzung ab und nahm eine Resolution an, m der d*e.- Päckereiarbeiter 10 dem sarzen Rayon aufgefordert. werden, ihrem Beispiel zu folgen und die Arbeit zur Herstellung von Ritualbrot, sei es fürjüdische oder für christliche Festtage, zu verweigert.- Wie zu Hause fühlen Sie sich, wenn Sie an den leierl-ichen S e d e r a b e n d e n im Resta u r an t Oper er. Taborstraße 12, teilnehmen. Voran-meldungen ab heute- Daselbst Reklameverkaiif der weltberühmten Palästina weine.. Karmel, plombiert. Originalflasdie nur S.4. Alle aaideren Weine. Tokajer. "SHbowitz und Speisen , .jkosoher soheil Pessach" billigst. Ein Sommerkleid umsonst erhält jede Dame beim Einkauf eines Mantel* während der- Werbewoche in der Damenkonfektionsaibteitong der Modenhäuser Brüder Schlffraann. 2. Bez., Tabarstraße 48. Die' Kundenwerbung erfolgt durch die AnsetzmtK verblüilend' nledriser*Einlührungsorelse. Einige Beispiele beweisen; 'Waschkleider S 1,70, Kasha- und dess. 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