Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 83 (19.4.1929)
- Date
- 1929-04-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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r Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 83 In; Hl SITMAR (( Nach ÄGYPTEN und PALÄSTINA mit den Luxusdampfern I« und J> flDSOHIA" - „ESPEEIA" Rundfahrten Im Miftelmeer Genua — Neapel — Sizilien — Aegypten — Palästina — Syrien — Zypern — Konstantinöpel — Athen — Neapel — Marseille — Genua zu besonders ermäßigten Preisen Auskünfte: „Sltmar', I. Kärntnerring 18 (Ecke Schwai zenbergpiatz) Telephon U-45009 US: Habimah und Zionismus. In der Berliner „V o s s i s c b e n Zeitung" ist ein Gespräch mit dem Moskauer Schauspieler Alex Dicki ■wiedergegeben. Dicki ist der neue nach Palästina berufene Leiter des hebräischen Theaters „Habimah". Das Gespräch dreht sich im großen und ganzen um die künstlerischen Möglichkeiten des hebräischen Theaters. Auf die Frage: „Glauben Sie, daß es einen Zusammenhang zwischen „Habirhah" und der z i on i s iis chen Beweg u n g gibt?" antwortet Herr Dicki: ' •-■ „G äbe es. keinen Zi p n i smus, wäre es 'v i e 1 b e s s e r u m d i e „H a b i m a Ii" bestellt. Dann gäbe es mehr internationale Perspektive. Jüdischer. Internationalismus, hebräischer Kosmopolitismüs würden der „Habimah" viel mehr nützen!" „Alles in,allem: sind Sie optimistisch für die Zukunft?" „Ich bin überzeugt, daß die „Habimah" einen großen Aufschwung nehmen wird* Ihre Schule, ihr Arbeitswille sind die Gewähr dafür — unter der Voraussetzung,-daß sie auch in Zukunft in stetem geist ig„en Kontakt. mit Mo sk au :• b 1 e i b t, d« s ihr e Hjeimat war , .'," Die Verleugnung und Herabsetzung des .Zionismus scheint bei der „Habimah" Tradition, richtiger gesagt, , g'eseMftTiche' Tradition zir werden\ Im Vorjahre hat die Hanptdarstellerin; r; Frau R qw i;'rt a, in efnem Wiener 'i Blatt krämpfhaft-beteuert, daß-^Habimah." mit Zionismus nichts gemein habe. Nunmehr, geht. der Regisseurv um'einten Schritt weiter und -charakterisiert .den Zionismus geradezu als ein Unglück für die „Habimah". Man soll von Künstlern keine politischen Glaubensbekenntnisse verlangen. Aber auch die talentiertesten Künstler haben;kein Recht darauf, dem Zionismus, der jüdischen Renaissancebewegung, . mit.. charakterloser, Dreistigkeit zu begegnen, um sich Bei diesem oder jenem' Teil des Publikums einzuschmeicheln.' Herr' Dicki weiß es ganz gut — und mit ihm wohl alle Mitglieder der ^Habimah" —"'daß pTine Zionismus, welcher, die hebräische Sprache und die hebräische Kunst wieder belebt hat, eine „Häbimah" hie hätte erstehen können und nie existieren könnte, aber, man will die Gunst des < antizionistisch und assimilatorisch eingestellten' Publikums vom Berliner Kurfurstendamm und der ebenso eingestellten Moskauer Machthaber . nicht verlieren, also verbeugt man sich vor Berlin und vor Moskau und gibt dem Zionismus einen Tritt, reißt dem jüdischen Theater die jüdische Seele.heraus -und plappert von, „hebräischem . Kosmopolitismüs" ..und i aixgt. sonstigenschwulstigen "Unsinn. Es ist notwendig,, das festzustellen, um so notwendiger, als die zionistische Presse bisher diese Auslassungen der Wortführer der „Habimah" ruhig hat passieren lassen und die anderen Mitglieder der „Habimah" es für richtig gefunden haben, zu schweigen. — Es sei noch erwähnt, daß das Gespräch mit Herrn Dicki nicht in einer Berliner Redaktion, sondern in Palästina, in Tel-Awiw, der stolzen Schöpfung zionistischer Arbeit, stattgefunden hat. Rudyard Kipling In Jerusalem. Der englisch« Dichter Rudyard Kipling ist in Jerusalem eingetroffen. Sein Besuch im Lande gilt in erster Linie der Besichtigung der englischen Krieg'Sfriedhöfe. WIEN VII., KAISERS!RASSE 123 IX., ALS E R S T R A S S £ 6 FERNSPRECHER B-38.0.S4 Ein Denkmal für Theoder Herzl Der Gedanke^ Theodor. Hcr^-em Denkmal zu setzen, ist. eith.sp. naüWicbi'f...Refle^_seeiU'c1ier.,uRegunffenr , biirn, einzelnen L ii'iW Jr/ei ,den:Massen desjMscheu. Y^lkoS),. daß Pläne zur Ausführung gestern und heute allenthalben •aüftatijSheu. Es ist uns klar,, .daß die Errichtung eines Herzl-Denkmales nur In Päj^Öna einen Sinn hat und nur von dort aus jene Auss'tföhlungv besitzSn. kann,- 410; 'der geweihte Name Herzl in V^ch -birgt. Wir verkennen aber auch nicht die Schwierigkeiten,v dieeinem ' solchen Beginnen im Wege -stehen. , Schon d.aruf^y.äiföin;rrrijß. ein jungsf/durch ^ie Presse gegangener Aüffuf zur Saniwil|itj:g:i..voft^t^^eti'• f'ur Herzl-iDenkmal unsere Befremden v.effjegenv Dem. Text dleseh Aufrufes gemäß sotf ein''größer Wie rier r7 eu i11 etonist geehrt werden, aber .einer, der „außerdem die Idee des Zionismus .wie 'eihei'. brennende" Fackel in; die Welt warf". Der weitere Texl besagt, daß Thepdor Herzl „die russischen Juden aus der Enge des Ghettos 'und• der steten Angst vor •dem .Rqgro.m in. ihre Urheimat führen wollte und mit 'diesem Öed.ankejn..^in,Jüdi'jches Ideal .schuf". Der Schluß spitzt sich zn .einer'.Ueberraschung...zu: „Von der Hand des Etfldhauers.,,Sandor Jaray .ist das Modell in Gips bereits vollendet,und .ftar^'t, nun seiner Ueibertragung; in Marmor." , ..... . ,;, Herzls Bedeutung in ..der- Menschheitsgeschichte erfährt hier verwirrende Deutungen. Wem soll ein „Denkmal „geweiht" werden?. Dem. Wiener. Feuilletonisten? Dem Führer aus'dem 'russischen Gfvettö'f ''Dem Manne, der ein jüdisches. Ideal schuf? ilm,Värsteit Falle sollen ihm die Wiener;Feuü.letohiste'n ein :'Denkmal;' Bötzen, deren' sich Ja einige unter denrUntcrzeichfjeten finden.Für seinen '"Willen, die Juden aus dein ^Ghetto "zu führen und sie etwa der westlichen Zivilisation zu -nähern, können sich in erster Linie die israelitischen* •UUniohistehi'. -und' Zentralvereinsjuden ^bedanken, die bekanntlich -solche".-.Bestrebungen auf ihrem Programm haben. Das ■jüdische Ideal aber.^das heißt die Wiederaufrichtungi des .sjüdischen-Volkes durch die! Schaffung .^des. Judenistaates^'^Das -'geht wieder hur die'' Ziomsten ah. Oder :sollen:v.eiwa auf••derri'Oenkmäl alle drei Tendenzen - symbolhaft-: PJäte^finden? ■ •:• . ' '• . •, -"" So 'mosaikartig wie 'deV;Text' isf das'''Biftl' der Unterj^iwÄ^iicfe Te,l c p h o,n : V_Q-eSfc;/^ M t\ d 9 5- 9iß,!vi;>^;^rv^^ Tefephöit: <i(4 2i't ' •M^¥:'&'tL:-j\ 'cj e:n Vt^e-'*^!!^ •:' tV^ rr-tfr zeiohner; ■•■des-v.Aufhifes. 'D^.'stöße'h wi* zunächst' -a'^'-'-den Namen Her,rhä'ni)i"ß x h't-rWfr&iÄÜG® jüngste.Bekenntnis — das Bekenntnis.'. t\x■• ^A$ati'Wtyei — dieses alten Herrn und...yerge<sjsen; au^h .nicht,a.n; spine Verehn'nff, des Krieges, -.-des <(deuj.s.ch;e.u.' Krieges^'-^n,..,seine:- .yerhymnung der deu-ts.c^iu..Mcrh)'lma^ der...er den ^Ertrag der ganzen deutschen Geschichte1 öieht, die bekanntlich mit den' ilebllcns^^ und Besudelungen Äe's1 'jMisch'M''' 'Kamens bekränzt ist. Wir - finden des .•W€itßren>;.^e^/.4Pref.;iJos?rf;..-R-e-4:I:ts.hv:-4er TheodQr..:Her.zl- -gar!. nicht^Ürautjhte, da:. er, fi-icti von ■ all.eiije -aus der, Enge 'des Ghettos'. befpeflUhäfe--:- durch den' Bequemen-.. ' Austritt;; aus;*dero. ainbeQuemen' .Judentum. -Wir begegnen', aber'- auch unserem;; Treben v rFreitlKlc . Jakob W a § s e r m a n h, der-r-auf r .seine- Bodenständigkeiti auf seine fränkischen vV.offa-hren ^tol^er ist* als .jejie, die zum Gabelfrühstück ein paar, Fem'e.i'nqrde11;verspeisen. Xaun e r Herzl fü.r. den > Willen, i\-die 'rtt^sischert Juden .aus 'd-gm Ppgro^mgn&ttQ, ^.Uy.;|i(efr^e^ . C e Juden, d'u:rc%!'rTer'ä' bef'reftr'^h'ätebarbaÄ 'lebensgierig, beutegierig^' "als •üwra.li'Ä^-Ä^t^ \ geliebtes Deutschland losgelassen werdeji? Kahn er Herzi für den Zioni'ämus dankbar sein.-^firch.fdeu die Juden so behauptet er «-r^ zwar. ftj^.^YAlH» v,i^?...y?.f!,0M». Staat anerkannt sein we'r4«ft/,'^be^''•hn,' ^fslj'eriien 'Sinne aufgehört haben werde.n Juden -zu seih?;' 'Also nur keinen' Zionismus, nur keinen Judenstaat!' ' " (-'' V. EnVchl^gt -die juderi, 'treibt-^le aus, löscht Ihre Namen von der Tafel der-: Geschichte, aber laßt-sie kein Volk!- kelneVNa■tiwl^•'ke•ln•,•Sllaat•^,^W€^d«^,;' Hoch das Herzl« Denkmal —. nie-derinit Theodor Herzl! Das ist Jakob Wassermanns Inneres und ^üßere's' Bekenntnis,' ein stolzes,' ein traurlgea.vBekenntnis»'--:/'s' ••: Wie komriit Al'beri 'Eifl,* t^in zu diesen'Herren? Wer hätte den Mut, .will .-sagen: den'"Zynismus, ihn in diese Zufallsliste einzufangen? -War 'sich El;vs;telii,.darübe:r nicht klar, daß qr in solcher GeseliscJiaft nichts z-u suchen habe? Warfes ein Augenhll^ der Schwäche, der kontrolllosen Güte oder gar'.ailtomatlsj&W Wer ist nun 416 .Gruppe, die Herzl'Je'in. Denkmal, weihen" will? Wer steht 'hinter «ihr und f£|r wen spricht-sie? Und wo soll das Denkmal aufgestellt werden? All das sind Fragen unpersönlicher, kultureller ~ pojijisß.h^r Natur. >. ■ W^ .4a8 Gipsmodell r^es Bild'ha-uers Jaray anlangt, •das seiner Ausführung In Marmor h,arrt,,können wir nur sagen, daß. es,., e^ine. belegte; Gruppe von -drei Figuren darstellend, bei .aller Epägojienhafrlgkeit hr^er. Form nicht uninteressant, mit. der .[Y^iörmmz,.: .<le:r.;- Herrischen. Persönlichkeit oder T4«[e» we^e-r k'llegörlsc'h noch Gemütlichste no Abende nos Feiertage in Baden b Wien f 4 i "h tl e ri " S 1 e h u' m Restauranit Stern AnSonsgaste 13, Franienirlng 34 -^yit;^. Telephon 1154/8 Anerkannt beste jüdische Küche :: Kulanteste Bedienung Herrlichste Lokalitäten Zivile Preise - Voranmeldungen erwünscht! symbolisch, das Geringste zu tun hat. Eine Art Befrelungsmotiv klingt an, jenes im Aufruf so platt und banal 'dokumentierte „Her,aus.iüh.ren aus dem Ghetto", AVorin sich die Ideologie de* Aufrufskomitecs völlig erschöpft, der Weg des 'Ghettojuden, aber nicht sein Ziel. Ein Herzl-Denkmal ohne Herzl. Aber selbst die Verkörperung des zionistischen Gedankens, in seinem ganzen Umfang durch die leibliche Erscheinung seines Schöpfers kommt nicht in Frage. Sie widerstrebt den Urquellen der jüdischen Tradition., sie widerstrebt der palästinensischen Landschaft, sie widerstrebt auch der politischen Situation. Würde man alle gefühlsmäßigen, künstlerischen, durch die Form der palästinensischen Landschaft bedingten, die polltische Atmosphäre nicht Irritierenden Momente zusammenfassen, könnte man sich als Weihe des Namens Theodor Herzl in Palästina nur eine geschlossene Anlage denken, einen Hain etwa mit einer zur Landschaft abgestimmten-Halle aus palästinensischem' Basalt, gleichzeitig eine Ruhestätte für den sterblichen Rest unseres Führers; und auch'nicht etwa von der Hand irgend eines zufälligen Architekten, sondern nur auf Grund eines Wettbewerbes, an dem die jüdischen Künstler der ganzen Welt teilnehmen. Alle diese Fragen kann nur die. zionistische We l t entscheiden; und nur sie allein kann den Zeitpunkt der Ausführung bestimmen. Das vom Aufrufko'mitee geplante Denkmal ist eine Privatangelegenheit. Niemand kann verwehrt werden, «ich das Andenken an Theodor Herzl bei sich z>u Hause in irgend einer Form sichtbar zu machen. Aber es darf nicht der Versuch gemacht werden, eine Privatangelegenheit mit dorn Weltzionismus zu verknüpfen. Das jüdische Volk oder zumindest derjenige teil des jünlsdien Volkes, den Theodor Herzl aus der Enge des Ghettos in die alte Heimat,, in das neue Palästina geführt hatj diese heuen Juden, die das Andenken an Theodor Herzi dadurch weihen, daß sie sein Wefk.iJt Feld und Straße und Sumpf- und' Steinbruch, in Anbeitsstuben nnd PflaUzitrigen 'täglich neu erfüllen, dieser '.neue Jude wird -zu gegebener Stunde nach seinem .Willen Thc'c^ . auch enr ys;t einer n e S Detik- 'mär;''s'ert'ze'n. riilr er allein,'' aber "nicht: ditv ' Mäh'ner., -jä'er Tkgesjnbde, deren Namen sö: 'billig' sind wie, •Brom'böfeferi. ..... ... ... ... j_ Eine Erklärung der Wiener Hakoah. Die KlubrätssitzunK. des Sportklub 'Hakoah vom 9..April Mi im Einvernehmen mit dem Fußballklub die folgende Resoilutiön , . . In Anbetracht des Umstände«, daß die ehemaligen Spieler, der .Hakoah in Amerika in vollständig, uniildischen, reinen Erwerbsunternetaen .••tätig sind, die den Namen Hakoah führen, sieht •sich die Wiener Hakoiali veranlaßt, Protest dagegen .zu erheben, ,daß, ihr Name zu diesen .ü.nj ü d i s c h e n Z w e c k e n mißbraucht wi r d. Die Wiener Hakoah wird alle. Schritte, sowohl bei den Sportverbänden, :als auch bei den iüdtscheu Organisiatione.ii Amerika? unternehmen, um d^n M i ß b r a uch ihres elirMch erworbenen Namen« zu .verhindern. .• \ iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiU;!S '•''«• Die Wknar waltbekanntan 5 Talare u. Barette! Inden mannlgTaltlqsten Formen erhalten g Sia fertia and nacfi Ma3 s In bester Qualität III (Hlii uiuiywu x\mm g nur In dar altbekannte Oaifomiierungsn.MaBsthnetderei I Wieii,II.Ta!iontielir.y (Achtung auf Hausnuramer!) W Tel. R 45-6-29 Qegr. 1866 Z»hlreiebe belobende . 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