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Die neue Welt · 1929-03-15 · Heft 78 (15.3.1929) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 78 (15.3.1929)
Date
1929-03-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seit» 10 OH NEUE WELT Nf.78 Zwei aparte Frühjahrs-Modelle aus dem Warenhaus Brüder Schiffmann, ll.9 Taborstraße 48 v , Dieser elegante englische Kasha-Mantel kostet S 29*50 Dieses fesche Kasha- Kleid kostet nur S 8'90 des' bis) der die ver- Amtliche Verlautbarung der Israelit. Kultusgemeinde Wien. Kultusgebühr für die Erzeugung und den Verschleiß von Mazzoth. Gemäß den Bestimmungen des behördlich genehmigten Tax- und Gebührentarifes der israelitischen) Kultusgemeinde Wien ist dieselbe berechtigt, für die Beaufsichtigung der Erzeugung sowie des Verschleißes von Mazzoth eine Kultusgebühr im Betrage bis zu S 10.50 für 100 Kilogramm zur Einhebung zu bringen. Gemäß § 22 des Gesetzes vom 21. März 1890, R. G. Bl. NU. 57, .ist zur Einhebung der statutenmäßig auferlegten Leistungen die politische Exekution gewährt. In den letzten Jahren hat es sich mehrfach ereignet, daß Mazzotherzeuger oder Mazzothimporteure an den Kultusvorstand um Nachsicht der Gebühr nachträglich mit der Angabe herangetreten sind, sie hätten bei den Verkaufsabschlüssen dieselbe nicht in Berücksichtigung gezogen. Der Kultusvorstand sieht sich daher veranlaßt, schon derzeit auf die Verpflichtung zur Entrichtung der Gebühr aufmerksam zu machen und aufzufordern, etwaige Ansuchen um Ermäßigung der Gebühr unter Angabe in Betracht kommenden Quantums von Mazzoth spätestens 25. März 1929 einzubringen. Angesichts Finanzlage der Gemeinde und des Umstandes, daß Erträgnisse dieser Kultusgebühr für Armenzwecke wendet werden, wird eine nachträgliche Ermäßigung oder ein Nachlaß der Gebühren nicht zu gewärtigen sein. Um' die Grundlagen für die Gebührenvorschreibung zu schaffen, sind die Organe der israelitischen Kultusigemeinde angewiesen, die Erhebungen über die Erzeugungs¬ und Verkaufsstätten von Mazzoth mit aller Umsicht zu pflegen. t Karraelweine in Wien. Es wird uns mitgeteilt, daß seitens der Baron Rothschildschen Großkellereien in Rischon Lezion ein F i! i a i k e 11 e r in Wien eröffnet wurde. Zu diesem Zwecke wurden die ehemaligen ungarischen Staats'kellereien, Wien, V., Stolberggasse 17. er<wor>be*n, um eine ständige Belieferung der österreichischen Abnehmer zu ermöglichen. Mit d«r Leitung dieser Kellereien wurde der hiesige langjährige Bevollmächtigte, Herr Gustav Wilder, betraut. Vor wenigen Tagen sind bereits große Transporte Karmel-Weine aus Rischon Lezion eingelangt, welche demnächst in Originalflaschen wie auch in Fässern In den Verkehr gebracht werden. Neue hebräische Literatur. Abraham Schilionsk?, der Führer der jung-palästinensischen hebräischen Literatur, hat zwei Bände Gedichte: „Im Kreise" und „Lieder an Vater und Mutter" veröffentlicht. — Vom palästinensischen Arbeiterführer Elieser Joffe ist ein hebräisches Drama, „Die Schritte des Untergangs", im Verlag Am« riel, Tel-Awiw, erschienen. — Moses K1 e i n m a nh, der gegenwärtige Chefredakteur des „Haolam", hat „Bilder und Gestalten" (Dmujot wekomöt), Aufzeichnungen zur Geschichte der neuen hebräischen Literatur, bei R. Mazin & Co., Whitechapel Road, London, veröffentlicht. Im Schäffer-Kino, VI., Mariahilferstraße 37, wurde infolge des großen Erfolges der große jüdische Film „D e r J a z z s ä n g e r" mit AI Jolson bis Dienstag, den 19. März, verlängert, eine interessante Reklame-Neuerung bringt das Kino durch tägliche Vorführung einiger lebendiger Szenenbilder aus „Der Jazzsänger" im Foyer des Kinos. .(Entgeltlich.) Mit freudiger Begeisterung spricht Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Sehen k, Raw der „Talmud Thora" in Wien, von seinem Besuch bei de? „Grand Molino Palestine". Herr Rabbiner Schenk wurde über Veranlassung des Herrn Nathan Brodetzky, Generalrepräsentant für Oesterreich der Mazzothfabrik in Palästina, zur Besichtigung der palästinensischen Mazzothfabrik eingeladen, ist diesem Rufe gerne gefolgt und ist von dem dort Geschauten ungemein befriedigt. Herr Rabbiner Schenk hebt neben der Großartigkeit des mit den modernsten maschinellen Neuerungen und Verbesserungen in hygienischer Beziehung ausgestatteten Riesenbetriebes insbesondere die unbedingte Verläßlichkeit der den strengsten Anforderungen an das Kaschruth vollauf genügenden rituellen Vorkehrungen hervor. Es ist daher mit Bestimmtheit zu erwarten, daß die Palästina-Mazzoth zu ihren zahlreichen Freunden in Wien jetzt viele neue, gewinnen und die Mazzoth aus Erez Israel, welche sich auch durch vorzüglichen Geschmack auszeichnen, bald in jedem jüdischen Heim zu finden sein werden. Volksbibliof hek Zion, Wien, II., Kl. Mohrewg, 3 Samstag, den 16. März, 8 Uhr abends im Festsaal der Bibliothek Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Feuchtwang: „Die Kultiiiiiiie Hing Her iiWiiip" Um pünktliches Erscheinen wird gebeten l Jüdisches Zentrum der Sozialen HllfsKcntelnschntt, II., Untere Augarlenstraßc 35. Montag und Mittwoch von dreiviertel 9 bis dreiviertel 10 Uhr abends findet ein neuer Hcbriiischktirs für Anfänger (Erwachsene) statt. Leitung Habcr-Hcllner. — Schwedisches Turnen für Frauen u n d Mädchen. Wir beabsichtigen, im Sommersemester bei genügender Teilnehmerzahl ein 'Gesundheitsturnen ohne Geräte für Damen (zweimal wöchentlich, Montag und Donnerstag von halb 8 bis 9 Uhr abends) abzuhalten. Kursleiter: Ing. Patlaschenko. Anmeldungen täglich im Sekretariat von 6 bis 8 Uhr abends. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hillsgemelnschalt, II., Untere Augartenstraße 35. Montag und Mittwoch, 7 bis 8 Uhr Hebräisch für Anfänger (Jugendliche), von 8 bis 9 Uhr für Fortgeschrittene, von 9 bis 10 Uhr für Anfänger (Erwachsene). Anmeldungen täglich von 6 bis 8 Uhr im Sekretariat. Jugendgottesdienst Samstag 4 Uhr nachmittags. Vereinigung der zion.-demokratlschen Jugend. Wochcuprogramm: Samstag: 3 Uhr nachmittags Zionistikakurs, 5 Uhr Zusammenkunft der Kindergruppc, halb 7 Uhr Französisch für Anfänger, halb 9 Uhr Sichah der Kwuzau ,.Dror". Sonntag: Halb 7 Uhr abends Sichah der Kwuzah „Dror", anschließend gesellige Zusammenkunft. Montag: 7 Uhr Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Dienstag: Halb 8 Uhr Plenarversammlung mit anschließendem Referat des Herrn Dr. Samonsky. Pünktliches und bestimmtes Erscheinen Pflicht! Mittwoch: 7 Uhr Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr Vortrag Im Cafe Produktenbörse. Donnerstag: 7 Uhr Englisch für Anfänger, halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Montag: 7 Uhr Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Mittwoch: 7 Uhr Hebräisch für Anfänger. Donnerstag: Halb 9 Uhr Hebräisch für Fortgeschrittene. Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs (Klublictm der Hakoah, I., Wipplingers'ra'le 2<l). A*n IS. J. M., 5 Uhr nachmittags, III. Vortrag: „Moses und seine Zeit". Frau Elisabeth Luzatto zu ihrem Zyklus: „Probleme und Epochen Jer . lüdisclum Geschichte." Zionistische Frauengruppc Madahllf-Neubatt. Am 5. d. M. begrüßte die Gruppe in ihrer allwöchentlichen Sitzung die Keren Hanaschlm-Referentin Frau Dr. Gelber, die einen aufklärenden Vortrag hielt, dem eine lebhafte Diskussion folgte. — Am* ,31. d. M. Klnder-Purim-Ball im 6. Bezirk, Königseggasse 5. t '; r : Verband zionistischer Hochschülerlnnen. Am 20. d. im Jüdischen Zentrum um 8 Uhr abends zweite ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des abtretenden Ausschusses, 2. Neuwahlen, 3. Evcntualia. Jugeudvcreln „Erez Israel", II., Zirkusgassc 33. Am 19. d. M., halb S Uhr abends. Diskussionsabend und gesellige Mitgiiederzusammen- Ininft. Zu Ostern (1. April) wird ein zweitägiger Ausflug zu unseren Gesinnungsgenossen nach St. Pölten, wie auch nach Mariazell, unternommen. Anmeldungen jeden Abend im Heim. KongreO-Jugendrelse. Im Sommer des heurigen Jahres findet eine Jugendreise (mit Begünstigungen) zum*. XVI. Zionistenkongreß nach Zürich statt. Anmeldungen im Jugendverein „Erez Israel", II., Zirkusgasse 33. Zionistisch-akademischer Verein „Bar-Kochba", II., Taborstraße Nr. 10, Cafe Produktenbörse (Klubsaal). Im Rahmen des am 16. d. M. um halb 9 Uhr abends stattfindenden Konvents findet ein Vortrag des Herrn Dr. Oskar R o s e n f c 1 d über „Jüdische Kunst" statt. Akademische Gäste willkommen. Verband der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine« Der dritte Vortrag der soziologischen Arbeitsgemeinschaft: „Führcrtum und Organisation" von Dr. Leo Köppel findet am 19. d. M., 8 Uhr abends, im 8. Bezirk, Bennoplatz la, statt. Gäste willkommen. Kulturgruppe XX. Wir laden hiemit alle Mitglieder zu dem am Sonntag, den 17. d. M., um halb 5 Uhr nachmittags, in unserem Vereinslokal, Jägerstraße 30, stattfindenden Referat des Chawcrs J. Feuerstein „Ueber Entstehung des Chassidismus" höilich ein. Jüdischer Kindergarten, XX., Othmargassc 46. Am 24. d. M. in den Prachtsälen des Handelsmuseums, IX.. Berggasse 16, Gesellschaftstee mit Vorträgen und Tanz. Beginn 5 Uhr, Ende 12 Uhr. Karten bei Frau Modlinger, XX., Jägerstraße 30, bei Frau Henriette Beck, XX., Raffaelgasse 6, und im Kindergarten, XX.. Othmargasse 46. Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa acadcmlca judalca veranstaltet am 16. d. M. in sämtlichen Sälen des Kursalons, 1., Stadtpark, einen Tanzabend, dessen Reinerträgnis zur Gänze der Mensa academica judaica zufließt. Die Musikkapelle „The Midnight Colibri Amateurs" hat sich in liebenswürdiger Weise der humanitären Sache zur Verfügung gestellt. Karten zu S 6 sind erhältlich im Sekretariat des Vereines, IX., Zimmermannsplatz 8, Tel. A-25-2-28, bei den israel. Humanitätsvereinen B'nai B'rith, IX., Universitätsstraße 4, Tel. A-20-5-42, und an der Abendknssa. Lese- und Redehalle Jüdischer Hochschülcr, IX., TUrkenstraße 9. Am 16. d. M., 8 Uhr abends, Generalversammlung. JUd.-akad. Verein „Theulogla" und Zelrc Mlsrachl XX bringen am 24. d. M. um halb 11 Uhr vormittags im Wcltbiograph-Kino, IX.. Alserbachstraße (nächst der FriedcnsbrUckc) den neuen Film „F r ü hling in Palästina" zur Aufführung. Karten bei den Mitgliedern beider Vereine und an der Tageskassa. Mlsrachljugendzentrale Wien (IL, Praterstraße 43). Die Keren Thora we Awodah-Aktion zugunsten der religiösen Arbeiter und Chaluzim in Erez Israel wird mit Erfolg durchgeführt. Die gesammelten Gelder wurden bereits nach Erez Israel überwiesen. Im Monat w'Adar, insbesondere aber während der Purimwoche, ist eine Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen geplant. Brith Hanoar Ha mlsrachl Wien, II. (Praterstraße 43). Jeden Mittwoch, punkt 8 Uhr abends, Tenachkurs (Leiter Herr M. Gerstl), nachher Abrechnung der Sammlung. Jeden Dienstag und Donnerstag. 8 Uhr abends, Hebräischkurs (Leiter Herr S. Haber-Hellner). Freitag, 8 Uhr abends, ireie Aussprache. Samstag 3 Uhr nachmittags Tefilath Mincha, nachher Referat Bin Nun. Anschließend Schalos Seudoth. Zeire Misrachi-Sektion XX (Jägerstraße 30). Freitag, halb 9 Uhr abends, im Saale XX., Jägerstraße 30, Chumischvortrag. Am 18. d. M„ 8 Uhr abends, Referat M. L. Hager über „Aufgabe der Misrachijugendbewcgung. I g u d Akademi ThoraweAwodah (Praterstraße 43). Am 16. d. M. Aussprache über „Awodah Azmith". nachher Besprechung der Keren Thora we Awodah- Aktion. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien. Am 18. d. M., halb 8 Uhr abends, Im Klubsaale der „Hakoah", I., Wipplingerstraße 24—26 (Cafe Altes Rathaus, Eingang durchs Haustor) Vortrag des Herrn Dr. N. M. Gelber: „Marquis de Langalleries Judenstaatprojekt (1656—1717)". Cbewra-Kadlscha—Blkur-Choilm. Die Chewra-Sude findet nicht wie Irrtümlich mitgeteilt, am 9. d. M., sondern am 19. d. M. um 8 Uhr abends im Hotel Palace statt. Betliausvereln Talmud Thora. Am 16. d. M., 8 Uhr abends, findet Im Restaurant Vienna, II., Obere Donaustraße 91, die Begrüßung des Herrn Rabbiners Schenk anläßlich seiner Heimkehr aus Palästina statt. Herr Rabbiner Schenk wird über seine Reise berichten. Anschließend findet ein Festbankett statt. Predigten. Am 15, d. M. biet dem um 6 Uhr beginnenden Abend« gottesdienst: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XV.. Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht). Im Cemelndetempel XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) am 16. März beim Morgengottesdienst (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) exegetischer Vortrag. Am 16. d. M. um 3 Uhr Jugendgottesdienst in den Gemeinde- und Bezirks, tynagogeo. DIE MÜTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst. Wien. (45. Fortsetzung) Während sie die Treppen hinaufgingen, hörte Dwojre aus dem Stockwerk, wo sich ihre Wohnung befand, einen bekannten Seufzer. Sie erschrak. Als sie oben ankam, sah sie — die Mutter! Sie hat den Kopf mit einem weißen Tuch verbunden, sitzt auf der Treppe, bewegt sich wie beim Beten hin und her und kneift sich die Wangen. An der Tür, die .zu Buchholz' „Atelier" führt, lehnt der Vater, die Hände auf dem Rücken; nicht weit von ihm steht Saiomon, der Aelteste. „Wir müssen nun erfahren, ob sie beim Richter waren" — sagt er den Eltern leise, doch man kann, jedes Wort hören — „in Amerika gibt es so etwas." Wie Ansehe! Buchholz mit dem Korb auf der Schulter und dem Gasofen in der Hand und Dwojre hinter ihm kommen sieht, wird er bleich vor Schreck; wie er sich endlich wieder gefaßt hat, sagt er: „Da kommt deine Tochter und dein Schwiegersohn mit der Ausstattung." Sure Rifke ist so niedergeschlagen, daß sie keine eigenen Worte findet, sondern, monoton ihres Mannes Worte wiederholt: „Meine Tochter, mein Schwiegersohn mit der Ausstattung." „Vater, was treibst du? Wir sind in Amerika, hier hat jeder Boy und jedes Mädel das Recht..." — Saiomon beendigt den Satz nicht, da das Paar inzwischen oben angelangt ist. „Ich weiß, mein Sohn, ich weiß. Das ist Amerika" — Anschel nickt dem ankommenden Buchholz zu. Wie Buchholz die Szene sieht, bleibt er stehen und blickt Dwojre verlegen an. Doch Dwojre faßt sich bald: „Vater, Mutter, wie kommt ihr her?" — fragt sie. „Wir sind sehen gekommen, mit wem du durchgegangen bist, was für einen Millionär du dir ausgesucht hast..." „Vater, Vater" — ärgerlich winkt Saiomon mit den Augen. „Gehen wir ins Zimmer, dort können wir darüber besser sprechen" — sagt Dwojre gelassen. „Sie hat doch recht!" — wirft der Aelteste ein. Buchholz läßt die Besucher eintreten. In dem schönen Saal angekommen, geht Ansehe!, den Stock in der Hand, hin und her und sieht sich in Buchholz' Häuslichkeit um. „Du hast mir einen Brief zurückgelassen, Tochter, daß du das Haus verlassest und nie mehr zurückkehrst" — die Mutter zerknüllt ein Blatt Papier, das sie in der Hand hält — „womit habe ich das verdient? Was habe ich dir getan,, mein Kind?" — Sure Rifke hat ihre Sprache wieder gefunden. „Warum betrauert ihr sie? Ist sie denn, Gott behüte, gestorben? In Amerika kommt so etwas vor" — sagt der Aelteste mit gutem Humor und wendet sich an Buchholz. — „Sprechen wir zur Sache: Meine Schwester ist vom Hause weg und so . sind wir gekommen, um uns zu erkundigen, mit wem sie weg .ist und wohin sie weg äst. Wir wollen Ihre Absichten wissen. Wir sind ihre Angehörigen un[d haben ein Recht, es zu wissen." „Dwojre ist meine Frau, meine richtige Fra.u" schrie Buchholz so laut, daß Saiomon erschrak., „Da ist es doch allright, was wollt ihr haben?" — wendet sich Saiomon an die Eltern. „Was ist allright? Sind siie getraut?" ■— fragt Ansehe! befehlend. ■' „Du hörst doch, sie ist seine Frau. So haben sie doch geheiratet. Ich gratuliere herzlich! Ich bin Dwojres Bruder Zlotnik, Saiomon Zlotnik, von der Firma Aronson Shoe Company." „Was ist allright, was" — ruft Anschel unaufhörlich dazwischen. — „Sind sie getraut? Das will ich wissen — ja oder nein?" „Warum schreist du? Was meinst du, es ist;die alte Heimat? Hier kann ein Richter auch trauen!" „Womit habe ich das verdient? Ich habe, geglaubt, ich würde das Glück haben, dich an meinem Arm zum Traualtar zu führen" — ließ sich nunmehr Sure Rifke hören, „Gans, Schaf, zum Traualtar führen! Wen zum Traualtar führen? Das ist Amerika! Nicht getraut'* — Anschel zieht Sure Rifke hinter sich her. „Warum hast diu mir das getan? Womit habe ich das verdient?" — ein neuer Tränenstrom ergießt sich aus den Augen der Mutter, die ihre Hände nach Dwojre ausstreckt. „Ich habe nicht an ders ^können, Mutter" — antwortet Dwojre und blickt zur Seite. „Dummes Weib, was stehst du noch? Augenblicklich kommst du mit!" — Anschel zieht Sure Rifke fort. „Es sind ,Gr<Üne\ sie sind noch nicht lan.ge ton Lande" — entschuldigt SaJornon seine Eltern vor Buchhote,

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