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Die neue Welt · 1928-07-06 · Heft 42 (6.7.1928) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 42 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 32 DIE NEUE WELT Seite 7, fltkten heißt .die konstitutionelle Pflicht jedes Getreuen? Bruch und Revolution. Wird die Zionistische Organisation vernichtet, so muß eine neue Zionistische. Organisaton entstehen. Ich schreibe in meinem eigenen Namen als einzelne» Publizist. Aber ich werde diesen Standpunkt auch in den Beratungen meiner Partei mit allem Nachdruck vertreten. Noch em Wort: ich halte nur die Erweiterung der politischen ,,Agency" für verhängnisvoll. Sie finden vielleicht, daß auch auf ökonomischem Gebiete Gefahr droht. Das hat nichts mit der Sache zu tun. Man könnte sich schon einigen. Hauptsache ist: die Opposition muß in dieser Frage selbständig handeln und dabei klar feststellen, daß ihr Veto ein Ultimatum ist. Hochachtungsvoll V. JaboUnsky. Grabsteine aus Marmor S 200, aus Granit S 300, nur direkt 'bim Erzeuger Heinrich Kunstadt, Wien, II., Obre Donaustraße 75. (Entgeltlich.) HerzI und die Jugend. Von Dr. N. Samonsky. Für K»erzl war der Zionismus ein weltpolitisches Problem, dessen Verwirklichung er sich von den politischen Weltfaktoren abhängig dachte. Am Willen des Volkes als Gesamtheit zweifelte er nie. Das ließ er auch die reichen Juden, mit denen er verhandelte, wissen. Er machte nie das Gelingen eines Werkes von ihnen abhängig. Denn er glaubte mit seiner unerschütterlichen Kraft an das Bestreben des Volkes, seine Heimat aufzubauen, wo er Herr seines Schicksals werden sollte. Herzl kannte nicht die innere ideale Konstruktion des Volkes, und daher konnte er mit der Sicherheit, die nur einem Propheten eigen ist, auftreten. Herzl dachte die Realisierung seines Planes als sehr nahe bevorstehend. Er operierte mit Zeitabschnitten von wenigen Dezennien- Er kannte keine Sonderprobleme, mit denen unser Volk im Gallith sich zu beschäftigen pflegte. Für Herzl existierte auch kein Jugendproblem. In all seinen Reden und Schriften sind nur wenige Stellen zu finden, in denen er von der Jugend spricht. Und doch waren seine ersten, begeisterten Anhänger — die Jugend. Herzl hatte keine zionistische Jugendbewegung geschaffen. Die zionistische Jugendbewegung, wie sie zur Zeit Herzls bestand, ist aus sich selbst heraus entstanden. Die ganze zionistische Organisation war ihrem wahren Sinne nach eine Jugendbewegung. Die Ursachen dafür sind nicht schwer zu finden. Herzls Zionismus konnte den jungen jüdischen Menschen begeistern, ein Lebensideal geben. Die $üc Maus und Gaden, Jfüc Stcaße und Spott* der gute österreichische Slcapa<z=£eiitmsdM »Victaüa« mit starker Gummisohle und extra verstärktem Absatz in den Farben, t schwarz, "weil} und grau. Außerordentlich baltbar. In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Preise per Paar in Schillings Manner Frauen Mädchen Kinder SELTiS^ 6'90 5*50 3-80 330 «eißmit^rGu^rni. 7.5() g.QQ ^.gQ 3.^ Auf jeder Sohle die eingedruckte Sternmarke. En groi-Verkauf: Berson' Kautschuk Ges. m. b. H. Wien, I. Passauerplatz 6 klare Problemstellung Herzls — einen Judenstaat aufzubauen — konnte und mußte einer echt empfindenden Jugend imponieren, sie stellte sich unter seine Fahne und nahm aktiven Anteil an der Gestaltung des Willens der ganzen Bewegung. Und heute? Die zionistische Bewegung geht durch eine schicksalschwere Periode durch. Der Organisation droht die vollständige Vernichtung. Der Kongreß sinkt mehr und mehr ins Bedeutungslose hinab. Was tut die zionistische Jugend, um dem allem vorzubeugen? Nichts. Die Jugend ist zahlenmäßig gestiegen. Zu Herzls Zeiten waren es nur; wenige Hunderte. Heute sind es Zehntausende. Unsere Jugend ist heute auch in manchen Beziehungen jüdischer. Die Hebräisierung hat ungeahnte Fortschritte gemacht. Das Interesse für die hebräische Literatur und für alle Probleme des Judentums ist gestiegen. Gleichzeitig aber ist das Interesse für die Organisation, für ihr Leben und Gedeihen gesunken. Unsere Jugend hat aufgehört eine politische zu sein. Und das ist eine Gefahr für den Zionismus. Das ist auch zum Teil die Ursache des Niederganges der gesamten Bewegung. Herzl lehrte uns mit Recht, daß der Zionismus seinem Wesen nach ein politisches Problem sei. Und die Jugend muß wieder denken, so zu* beginnen. Denn nur die Erkenntnis dieses Prinzips und seine Verbreitung ist imstande, der Bewegung die Jugend näher zu bringen, sie zu beleben und zu befruchten. Die zionistische Bewegung muß wieder, wie zu Herzls Zeiten, eine Jugendbewegung werden. „Wir werden es bekommen!66 Ein Brief Herzls an York-Steier. Ueber die Veranlassung zu dem unten in Fak* simile wiedergegebenen Briefe an Herrn Yo r k-S t e i n c r erhalten wir von dem Adressaten folgende Erklärung: Es war um die Zeit des zweiten Kongresses in Basel, auf dem ich mein Mandat nicht ausüben konnte, weit mich Berufspflichten als Direktor einer Druckerei- und Verlagsgesellschaft in Wien festhielten. Wenige Tage nach dem Kongreß, sofort nach seiner Rückkehr, kam Herzl zu mir ins Bureau, an das ich noch immer gebunden war. Der Abschied war nicht ganz ohne Andeutungen. Ich merkte, daß etwas Ernstes im Gange sei, denn Herz:t sagte mir: „Sie werden es einmal sehr bedauern, daß! Sie sich jetzt nicht freimachen können." Kaum daß Er satz für mich eingerückt war, depeschierte ich Herzig ''daß ich die Reise nach Palästina antrete, von wo inzwischen die Nachricht von der Zusammenkunft mit dem deutschen Kaiser eingelangt war. Herzl hatte mir bei seiner Rückkunft, von Neapel aus telegraphiert, ich möge ihn erwarten, aber ich war schon unterwegs. Interessant ist auch der Hinweis auf seine Vorhersage: „Wir werden es bekommen." Er hatte mir bei unserer ersten Zusammenkunft in seiner Wohnung in der Pelikangasse in prophetischem Tone gesagt: „W i r werden Palästina bekommen." Diese für mich so folgenschwere Episode erzähle ich ausführlich im Kapitel „Zionismus" meines Buches: „Die Kunst, als Jude zu leben." '9 xi ff V*-^LsL^jf~*~/ r-r>-4L< "*-*-©uu4 tzju^+u^ / v«* <Jl^ -^^^v (Z^Jl^^/- -*°^*tfx / Uj-n. Ak. -^^'Ujh;ir ^m-^-C^C . x &u~* y^-etM^L^ °»*<L/-«_ ^W^,^ cjctX<Lv x ^^uJ' D 0 -T^sL*££svi!LCiA<t, oL^ f<K ^Ov*. j Q<£<yi^ A^M^k . ' ^h/6l '^v^^^J^ f««ÄJ&4L+A. -«H JöJ^t. *^t/^u &-*-*^-vl hA*K^~X ^<Ur^i»<lX«L^a , A *t<L* Zo^hL^Uu /£oJL<L. CfSU^S^J:/^ '" a0t^ f^^oix^^U^u^ &-*^**XoJ) -™~+*~>vJt<^> -t^-o( ,i/~a_^^l oq><w <y£sh 6^^c^A^»^jiu^ ,; ^^"^ , ^7'„u» ^Ca. y(^*> f^t^yJL ^to, ^MU« ^Q^oü^ ^^r^SL^. -»^^ <^Aa*oLq^~<Laa, *\J^^J(^-^K^^Lm<^ l^^X^^cLt^i^ -*?J£&>*+." ^-C-ct^vt -£cÄ* <U^« A. f*. x^Xv*. :| <M~™~£^ fU^oM- ' / ,4 h^U^t^. fo-+l~ t 7x ' efA^r I^KasC^. rb •^-^-c^, /C^L. ^O. ^Jt^h^L-^L^'^ svivCt, Verehrter Freund! Mein Telegramm, das ich Ihnen sofort nach meiner Ankunft in Neapel sandte, erreichte Sie nicht mehr. Eine Aussprache wäre erwünscht gewesen, ist aber nicht unerläßlich, da Sie ja Ihre eigenen Augen haben. Als gute Informationsquellen nenne ich Ihnen Dr. Joffe in Jaffa und Herrn Marx in Jerusalem. In des letzteren Haus (gegenüber dem griechischen Konsulat) wohnten wir und waren sehr gut aufgehoben1. Bitte, grüßen Sie das ganze Haus von mir. Die beiden Herren werden Sie mit anderen vertrauenswürdigen Personen in Verbindung setzen. Wenn ich eine Ahnung gehabt hätte, daß Sie einige Wochen fortkönnen und gar nach Erez Israel, hätte ich Sie ja gebeten, sich uns anzuschließen. Aber das schien ja ausgeschlossen, da Sie njeht einmal nach Basel konnten. Darum habe ich Ihnen diese stumme Abschiedsvisite gemacht, da ich nur die Mitzunehmenden einweihen durfte. Das Resultat unserer Reise kann ich dem Papier nicht , L^Asu< '*-Vf ^-^^^r^eA^lew^e-^v, ••f; anvertrauen. Meine Ansicht ist aber, daß das Land und wir eine Zukunft haben. Sehe'n Sie sich die Verhältnisse gut an, engagieren Sie sich aber vorderhand noch nicht. Ich würde Ihnen jedenfalls empfehlen, nichts Bestimmtes zu unternehmen, bevor Sie mit mir gesprochen haben. 1 Erinnern Sie sich, was ich Ihnen sagte, als Sie zu mir in die Pelikangasse kamen? Wir werden es bek o mme.ii, Für kleine Informationen über Arbeitsverhältnisse usw. empfehle ich Ihnen den tüchtigen Kolonisten Brozie in Mozah, der in einem Holzgeschäft in Jerusalem tätig ist. Daß Sie hier solchen Verdruß hatten, hörte ich ungern. Ihre liebe Frau machte uns gestern das Vergnügen ihres Besuches. Reisen Sie glücklich, trinken 'Sie kein Wasser und kommen Sie gesund zurück! Mit herzlichen Grüßen Ihr aufrichtig ergebener Th. Herzl. Klimatischer Höhenkurort S E M M E R I N G IIHMMIIIIIIIIIIIIIIIIMmiMu Angenehmster Sommeraufenthalt / 1000 m Seehöhe / 2 Bahnstunden von Wien mmmmmmmmimmmmmmmm Sanatorien, Hotels u.Pehsionen mit modernstem Komfort. Ganzjähriger Betrieb. 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