Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 35 (18.5.1928)
- Date
- 1928-05-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Dffi NEUE WELT Nr. 35 PORTOROSE BEI TRIEST PENSION RUBINSTIIN rÄ, Einzigrituelles Haus am Platze. Neben Kuranstalt u. Strand. Bekannt erstk). Verpflegung u.fieundl. Bedienung. Mäßige Preise. Prospekte Polizeikoramissär sah sich schließlich genötigt, den Abbruch dieses „Existenzkampfes" anzuordnen. Da der Kampf aus Verschulden der Zwirnfabrik abgebrochen wurde, dürfte Makkabäa beide Punkte zugesprochen erhalten und .^dadurch auch in der ersten Kflasse verbleiben. Jüdischer Sport in Polen. Erfolge der Lemberger Hasmonea. In Bielitz hat die Hakoah nach fast einjähriger Pause wieder den SpieKbetrieb aufgenommen und gleich schöne Erfolge erzielt. Der jüdische Verein besiegte das 3. Schützenregiment 1 :0 und den spielstarken Bielitzer S. C. 3:1. Vergangenen Sonntag wurde Hakoah nach gleichwertigem Kampf vom Bielitz-Biailaer Sp. V. 1 :3 geschlagen. Zu Pfingsten gastiert Hakoah in' Krakau. In Lemberg konnte Hasmonea den Lodzar S. C. sicher 3 :1 abfertigen und rückte durch diesen Er-, folg vom letzten Plate in der Tabelle weg. Vergangenen' Sonntag, siegte Hasmonea gegen den Thorner S. C. überlegen mit' 5 : 1. Jüdische Amateurvereine auf Reisen. Der zweitklassige S. C. Hagifbor spielt am 27. und 28. d. M. in Zbaim gegen den dortigen tschechischen Sportverein. Hagibor dürfte beide Matches sicher gewinnen. Nach Frauenkirchen(Burgentand) fährt Hechawer. Der jüdische Verein spielt am Sonntag und Montag gegen den -F; S. C. und hat ebenfalls gute Aussiebten, erfolgreich zu bleiben. K a d i m a h tritt Sonntag in Baden gegen die I B-Mannschaft des B. A. C. an. Zu Pfingsten kämpft die jüdische Mannschaft in Purkersdorf. Meeting der Hakoah. Die Leichtathletiksektion der Hakoah veranstaltet Sonntag in der Krieau ein Meeting, an dem auch der S. C Hagibor (Prag), teilnimmt Im Rahmen dieser Veranstaltung wird auch der 30-Kilometer-Sitraßenlauf des Marathon-Komitees durchgeführt. .Im Lauleo „Quer durch Wien" schnitt Hakoah diesmal sehr schlecht ab; Schon der Start Biödys war nicht sehr glücklich. Als noch S t e r n stürzte, war für die Hakoah jede Chance verloren. Der jüdische Verein endete an achter Stelle. Die zweite Hakoah-Mannschaft besetzte den;zehnten Platz. Die Hakoah-Jungen landeten auf dem dritten Platz. ..... Jüdisches Sportlest In Trnava. Am I. Juli findet In Trnava ein. jüdisches Sportfest statt. Das Programm lautet: Propagandalaufen, Rad« fahrer-Schaufahren. leichtathletische Wettkämpfe und Schauturnen. Ein Wiener jüdisches Amateurteara dürfte ein Match gegen den S. C. Trnava austragen.. Die ' Hakoah-Hockey-Damen siegten im Olympia-Cup gegen Kritzendorf 1:0. Den einzigen Treffer erzielte LebenschuO. Hakoab bestreitet das nächste Meisterschaftsspiel am 27. d. gegen Simmering. » Paul Flußmann, der bekannte Ping-Pong-Spieler und Meister von Oesterreich, ist mit seiner Frau, der ebenfalls bekannten Ping-Pong- Spielerin, vom S. C. Makkabi zu Hakoah übersiedelt. Dem S. C. Menorah sind Rosmann (Makkabi) und Klanber (Hechawer) beigetreten. Sonntag . gastierte die jüdische Mannschaft in Baden und besiegte Baden I B 2:0. Die Tore erzielten Wichs und Defris. - Die Hakoah-Rescrve unterlag gegen Wacker-Reserve 0:2. Die Hakoah-Jungen besiegten, die Wacker-Jungmannschaft 2:1. ' Mit-500 Dollar wurde vom Oesterreichischen Fußballbund der Schaden der H a k o a h beziffert, der ihr aus der Absage ihrer Budapester Spiele durch F, T. C. und Hungaria erwachsen ist. Der Oc. F. B. wird jetzt versuchen, diesen Betrag in Budapest hereinzubringen. Aus den Vereinen. Hasmonea.. Freitag, 8 Uhr, Spielerver- Sämmlung und Aufstellung. — Hagibor. Samstag, 8 Uhr, Spielerversammlung. — Hechawer. Samstag, halb 9 Uhr, Spielerversammlung . im Klubheini. '■ ' Sterbefall. Am '8. Mai d.>j. starb in Lemberg im 7-1. Lebensjahr Philipp S c h e r 1 a g, Zentraldirektor der Güter der Fürstin Maria <L u b o m i rs k a. Zufolge seiner bedeutenden geistigen und seelischen Vorzüge, sowie seiner Herzensgüte und seines Edelsinns hat sich der Verstorbene überall allgemeiner- Beliebtheit, und Hochsqhätzung erfreut. Als vortrefflichjerVHebräist schrieb er viel und übersetzte auch mehrere Dichtungen ins Hebräische. Es gelangen ihm auch heitere Jargonlieder. Der Verstorbene hinterließ eine Witwe, sowie eine Tochter, Frau Sabine Lutwak, ferner drei Söhne: Dr. Marek (Wien), Ing. Lorenz (Leinberg) und Dr. Heinrich (Dresden). Die beiden älteren Söhne, Dr. Marek und Ing. Lor r e n z S c h e r 1 a g, sind als! Schriftsteller sowie, Mitarbeiter der bedeutendsteh deutschen und polnischen Zeitungen bekannt. Zionistische Jagendgnippe Leopoldstadt« . II., Zirknsgasse 33. Wochenprogramm: Samstag: 8 Uhr Hebräisch für Anfanger, 5 Uhr Sich ah der Kwuzali „Alef", 8 Uhr Sichah der Kwnzah „Hagibor"; Sonntag: 8 Uhr früh Wanderung; Montag: 7 Uhr Hebräisch für Anfänger, halb 9 Uhr Hebräisch für Vorgeschrittene; Dienstag: halb 8 Uhr Sichah der Kwuzah „Dror", 8 Uhr Sichah der Kwuzah „Hagibor"; Mittwoch: 7 Uhr Hebräisch für Vorgeschrittene II, dreiviertel 8 Uhr Plenärversammlung: Dr. L. Plaschkes: „Die Lehren Popper-Lynkeus'"; Donnerstag: halb 8 Uhr Sichah der Kwuzah „Dror", halb 9 Uhr Hebräisch für Vorgeschrittene; Freitag: dreiviertel 9 Uhr „Tanach". Hebräische Schule der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, II.. Zirknsgasse 33. 1. Kurs: Montag und Donnerstag' von halb 9 bis halb 10 Uhr; 2. Kurs: Mittwoch von 7 bis 8 Uhr, Freitag von dreiviertel 9 bis dreiviertel 10 Uhr; 3. Kurs: Montag von 7 bis 8 Uhr, Samstag von 8 bis 9 Uhr; 4. Kurs: Donnerstag und Samstag von 7 bis 8 Uhr. Union der Zlonisten-Revlslonlsten. Mittwoch, den 23. d. um 8 Uhr abends im „Metropol" Sitzung des Landesvorstandes. — Donnerstag, den 24. d. um 8 Uhr abends im Caf6 „Metropol", IX., Berggasse 33, Vortrag des Herrn M. A. Tenenblatt über „Krise fn der zionistischen Weltorganisation". Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. Verein zionistischer Hochschfller „Theodor Herzl". Samstag, den 19. d. um 8 Uhr abends in unserem Vereinsheim, IX., Glasergasse 4, Vortrag unseres A. H. Dr. Alfred Rosenfeld: „Der geistige Mensch in der sozialistischen Stadt" Akademische Gäste willkommen 1 Lese- und Redehalle indischer Studenten. Samstag, den 19. d. um viertel 9 Uhr im Rahmen des Konventes Vortrag des Herrn Kommerzialrates Theodor Ehr enstein über: „Kunstgeschichttiches im Zusammenhang mit der berühmten Haggadah von Sarajevo" (mit Bildern). Gäste willkommen. Revisionistischer Mittelschülerbund. Sanistag, den 19. d.. 6 Uhr abends, im Heime, VHL. Auerspergstraße 21, Vortrag des Herrn F. Geller Uber „Politische und wirtschaftliche Forderungen der Rcvisionisfen". Brlth-Hazollm. Samstag, den 19. d. findet um 5 Uhr im Helme, VIII., AuerspergstraGe 21, die reaktivierende Vollversammlung statt. Referenten: David Bu.ckspann und. Josef Fränkel über: „Aufgaben der revisionistischen'Jugendbewegung". Eintritt nur gegen Einladungen. Vorlesungen am Wiener Both Hamidrasch, II., Tempelgasse .3. Samstag, den 19. d.. 4 bis 5 Uhr: Lektor Rabb. Pr. S. Rubin: Wochenabschnitt Sonntag, den 20. d., 5 bis 6 Uhr: Lektor Rabb. Dr. S. Gelbhaus: Mechilla; 6 bis 7 Uhr: Lektor Rabb. Dr. S. Rubfn: Plrke Abath. Montag, den 21. d., 6 bis 7 Uhr: Lektor Rabb. Dr. S. Rubin: Religlons- Philosophie; 7. bis 8 Uhr: Prof. Dr. S. Kraus: Jüdische Geschichte. Israelitischer Jugendtfottesdienst. Samstag, den IQ. Mai, um 3 Uhr nachmittags in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. . Heiratsgesuch. Amerikaner, mittlere Jahre, sucht Bekanntschaft mit jüdischem Mädchen, 22 bis 30 Jahre, kleine Statur, aus frommem, jüdischem Hause, behufs Eheschließung. Anträge mit vollständiger Heimadresse, nicht poste xestante, unter „B. B." an die Administration des Blattes». E / Man muß nicht über den Ozean fliegen, wenn man einen modernen Warerchausbetrieib besichtigt* i sowie Ursache und Wirkung des Aufstieges kleiner Betriebe zu Riesenunternehmungen — in amerikanischen Großstädten kedn seltenes Ereignis . — an. Ort und Stelle studieren will. Das populäre Leopoldstädter Warenhaus der Brüder Schiffmann, Taborstraße 48, ist ein Musterbeispiel dafür, daß auch in Wien, trotz der schlechten Wirtschaftslage, für den modern denkenden, die Anforderungen seiner Ze>ii richtig erfassenden* Kaufmann außerordentliche Entwicklungsmögliobkeiten gegeben sind. Zielbewußte Tatkraft s und großzügiger.. Unternehmungsgeist haben auf - dem^WiAner- Platzeine -bewundernswerte Leistung vollbracht' Das Warenhaus,'Brüder Schäiffmann, noch vor wenigen Jahren eine Modewafenhandlung mittlerer Größe, hat sich in den letzten Jahren, dank seiner sprichwörtlichen Leistungsfähigkeit, zu einem maßgebenden Großbetrieb ersten Ranges emporentwickelt.' Dieser Aufschwung, an amerikanische Vorbilder erinnernd, ist voi allem dem Arbeitseifer und der immensen kaufmännischen Begabung des Seniorchefs, Herrn Max Schiiüfmann, zu danken. Von dem Gedanken ausgehend; daß man nur durch besondere Leistungen wirklich großen Kundenzuwachs erzielen könne, hat er seine Beziehungen zu leistungsfähigen Erzeugern, sein Kapital, seine Erfahrung ausscbließliob in den Dienst seiner Kunden gestellt und sich das bewährte Prinzip: Geringer Nutzen zur-Erzielung großer Umsätze,' zum leitenden Geschäftsgrundsatz gemacht. Heute ist das Warenhaus Brüder Schiffmann in ganz Wien und in der Provinz als., verläßliche und billige Einkaufsquelle längst bekannt Das Unternehmen nimmt eine führende Position im Geschäftsleben Wiens ein und zählt viele Zehntausende Stammkunden aus allen Wiener Gemedndebezirken, deren Zahl ständig im Anwachsen ist. •Bäfljqtue dePays de L'Eiirope Centrale, Zentral-Europäische Länderbank AktiBngesBihdiält, OBselMaMapital 100 Millionen Francs. Sitz der BescHsdiatt: Paris, Rne fle Castlgllone Hr. 12. KUNDMACHUNG Die Herren Aktionäre werden hlemit für Freitag, den 1. Juni 1928, vormittags 11 Uhr, zu der Im. Saale der boclete des Ingenieurs Uvils de France in Paris, Rue Blanche Nr. 19, stattfindenden einberufen. ordentlichen Generalversammlung Tagesordnung: 1. Bericht des Verwaltungsrates nnd der Zensoren, Genehmigung der Bilanz und des Rechnungsabschlusses für das am 31. Dezember 1937 abgelaufene Geschäftsjahr. Festsetzung der Dividende. 2. Wiederwahl von Verwaltungsräten. Beftätigung der Ernennung von zwei Verwaltungsräten. Erteilung des Absolutorlums an die Ve'rfassenscbaft nach einem Verwaltungsrat und an einen Verwaltungsrat, welcher seine Demission gegeben bat 3. Erteilung der Ermächtigung an die Verwaltungsräte gemäß Art. 40, Ges.: v. 24 Juli 1867, 4. Wahl der Zensoren für das Geschäftslahr 1928 und Festsetzung der ihnen zukommenden Entschädigung. Gemäß Artikel 37 der Statuten wird die ordentliche Generalversammlung durch Jene Aktionäre gebildet,- " : '= die Eigentümer von mindestens 50 Vorzugs» oder Stammaktien sind. Aktionäre, welche weniger als 50 Vorzugs- oder Stammaktien besitzen, können sich iodoch vereinigen, um diese Zahl zu erreichen, und sich durch einen unter ihnen oder durch ein Mitglied der Versammlung vertreten lassen, falls sie ihre Vollmachtserklärungen drei Tage vor der Generalversammlung beim Sitz der Gesellschaft hinterlegen. Zur Teilnahme an der Versammlung vom 1. Juni 1928 sind berechtigt: .1. Alle. Eigentümer von auf Namen lautenden Vorzugs- oder Stammaktien, deren Aktien spätestens am 26. Mai 1928 eingetragen sein werden. . . 2- Alle Eigentümer von auf den Inhaber lautenden Vorzugs- oder Stammaktien, deren Ak.tien spätestens am 26. Mai 1928 bei der Zentrale der Gesellschalt, Paris, Rue de Castiglione No. 12; bei der Zentral-Europäischen Underbank, Niederlassung WJen, . Wien, I. Bezirk, Hohenstaufengasse Nr. 3. sowie bei des österreichischen Zweigniederlassungen dieser Anstalt; bei der Bank Mir Handel und Industrie, ehemals „Underbank'* in Prag sowie bei den Zweigniederlassungen dieser Anstalt; ' bei der Rumänischen Kreditbank In Bukarest sowie bei den Zweigniederlassungen dieser Anstalt erlegt sein werden. Legitimationskarten zur Generalversammlung werden überdies auf Grund von Depotbestätigungen der Banque de France, des Credit Fonclei de France, dir Cpmpagnie des Agents de Change de Paris und der bedeutendsten Pariser- Bankinstitute ausgefplgt Die Legitimationskarten können von beute an behoben werden. Jeder Aktionär, welcher an der Generalversammlung teilzunehmen befugt ist, hat das Recht, sich von einem gleichfalls zur Teilnahme an der Generalversammlung berechtigten Bevollmächtigten vertreten-zu Paris, am 7. Mai 1928. (Nachdruck wird ulcht honoriert.) DW VOfWdltllligSral SCHOLEM ALEJCHEM: MENACHEM MENDEL. (Aus dem Jüdischen Übertragen von Siegfried Schmitz.) Copyright 1921 by R. Löwit. Wien nnd Leipzig. (19. Fortsetzung.) 12. Brief. Scheine-Scheindel aus Kasrlllwke an ihren Gatten Menachem Mendel in Jehupez. Dem hochgeehrten, edlen und mächtigen Herrn, dem weisen Kenner der Thora, dem hochgelehrten Reb Menachem Mendel ehrfürchtigen Grußl Erstens vermelde Ich Dir, daß wir alle, Gott sei Dank, beim besten Wohlsein sind; gebe Gott uns, das gleiche von Dir zu hören fürderhin und nie Schlimmeres. Zweitens teile ich Dir mit, daß ich schon Blut spucke von deinen schönen Briefen! Es Ist eine Schmach und Schande, auch nur jemandem zu zeigen, was Du mir schreibst! Wie sagt die Mutter, sie soll leben: „Der größte Schmerz ist der, den man sich nicht vom Herzen reden kann . . ." Was ist das für eine Art, Ich frage Dich, deu ganzen Tag bei „Sime-Dine" zu sitzen (wer ist das eigentlich, die SimerDine, zu allen Teufeln? Bei uns hat's eine Sime-Dine gegeben, die Frau vom Feldscher, die ist schon lange auf der Welt der Wahrheit!) und dort Kaffee zu trinken mit Buttergebäck dazu, als wäre mitten am Mittwoch Sabbatabend? Großartig ist der Mann! Er hat „Gutes" zu verkaufen mit Sechsundsechzig Zimmern. Sechsundsechzig Plagen mögen auf meine Feinde failäen! Doch was geht es ihn auch nur im geringsten an, was ich Tag und Nacht für eine Plage habe mit seinen Kindern? Da hat sich erst gestern abends Leah-Ruchele (der Teufel soll sie holen!) mit Mojsche-Herschele (leben soll er!) geprügelt und hat ihm mit einer Gabel mitten ins Gesicht gestochen; ein GJück, daß es nicht ins Auge gegangen ist! Es ist ein Jammer: ich sohreibe und schreibe und quäle mich mit Briefen, und er —- sitzt in seinem Schmerz in Jehupez, trinkt Kaffee und sieht zu, wie Makler einander auf der Börse ohrfeigen. Gott geb's, daß es einem einfiele, Dir das zu geben, was Du wert bist; Du würdest vielleicht klüger werden. So wünscht Dir alles Gute und dauernd Glück Deine wahrhaft treue Frau Scheine-Scheindel. Du kannst einpacken mit Deinen Ohrfeigengeschichtetv Mendel! Hör' zu, was bei uns vorgeht zwischen unseren zwei jungen Doktoren., dem Doktor Zhnmet und dem Doktor Lakritz! Sie leben wie Hund und Katze. Doktor Zintmet hat sich etwas Neues ausgedacht und den Doktor Lakritz angezeigt, daß der Doktor Lakritz ein Kind verr giftet hat . . . Da ist der Doktor Lakritz hingegangen und hat angezeigt, daß Doktor Zifnmet "zusammen rpit Feiwel, dem Agenten, einen Toten in die Versicherungsgesellschaft „Jaker" hat aufnehmen lassen . . . Doktor Zimmet, nicht faul, hat wieder den Doktor Laikritz angezeigt, daß Doktor Lakritz . . . aber, mögen sie beide das Sühnopfer sein für Dich und für mich und unsere Familie und unsere Freunde und für ganz Israel! " 13. Brief. Menachem Mendel aus Jehupez an seine Frau Scheine- Scheindel in Kasriliwke. Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen1 Ehefrau Scheine-Scheindel meinen Gruß! Zum ersten sei Dir kundgetan, daß ich — Dank Seinem Heben Namen! — gesund bin und mein Leben, das des Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfen, daß eines vom anderen nur Gutes höre In guter Botschaft zu Trost und Heil — Amen. Zum zweiten wisse: Ich handle jetzt. nur mit ,Wäldern: denn ein Gut ohne Wald ist wie ein Haus ohne Kamin. Der ganze Schatz jedes Gutes ist der Wald. Mit Wäldern haben Juden ihr Glück gemacht und Millionen verdient! Du wirst nun gewiß fragen, wie ich zu einem Wald komme. 'Hör'zu, wie Gott lenkt: Wie ich ein .Gütermakler geworden bin und begonnen habe, Bekanntschaft mit meinen Kollegen zu machen, da habe ich einen von den großen Maklern kennengelernt; der fragt mich: „Was habt Ihr für Sachen? Laßt sehen!" Ich nehme mein Päckchen „Pläne" heraus von Gütern auf mehr als eine Million;s{ebenmalhunderttausend. Er sieht sie an und sagt: „Nehmt mir's nicht übel, daß ich es Euch sage: aber Eure Güter sind alle zusammen keine drei Prisen Schnupftabak wert." Ich frage natürlich, warum. Und er antwortet mir: „Well alle Eure Güter leere Güter sind, Himmel und Erde, noch einmal Himmel und Erde und wieder Himmel und Erde! ' Wo ist ein Stückchen Wald? Wer braucht ein Gut, das keinen WaM hat? Was schweigt Ihr? Gebt Wald her, Wald!" Kurz und gut, ich habe geschwiegen, denn es war mir eine Schande und Schmach vor mir selber, daß ich eine Ware herumfrage, die keine Ware ist! — »Wenn dem so ist," sage'Ich endlich, „gebt mir ein richtiges Gut mit einem Wald! Ich habe einen Käufer dafür.'* „Aber," antwortet er, „wenn's weiter nichts ist, mit dem größten Vergnügen! Ich habe für Euch einen Wald, den hat noch keines Menschen Fuß betreten; dort stehen Bäume noch aus den ersten Tagen der Schöpfung, seit die Welt besteht; 'Eichen, die bis in die Wolken reichen, Libanonzedern auf einer Seite der Bahn und ein Fluß auf der anderen. Doch Ihr glaubt," sagt er, „das sei ein gewöhnlicher Fluß. Da ist der Wald und da ist der Fluß. Wenn man einen Baum schlägt, plumps, fällt er ins Wasser und schwimmt zur Säge!" ... Wie ich das höre, bin ich natürlich sofort gelaufen, um einen Kunden für einen