Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 1 (1927)
- Issue
- Heft 10 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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*»» öffil^fEÜßWELT Sefte* Die Tribüne. Ein Sprechsaal für unsere Leser, m Dieses Blatt, das ein Blatt für den Kaitipf um das jüdische Recht und für die Erstarkung des jüdischen Volkes sein will, räumt seinen Lesern diesen Kaum ein. Die „Neue .Welt" wird für das jüdische Recht eintreten, wo immer und in weicher Art immer es gekrankt wird. An dieser Stelle soll der jüdische Leser selbst das Wört . erhalten und wir laden jeden ein, der den Sinn und die, Funktion dieses Organs begreift, selbst zu sagen, wie^hm ums Herz ist, jeder Jude, der als Jude, als Bürger zurückgesetzt wird, soll dies hier aussprechen. Jeder, der für das Leben, der. Gemeinschaft Wichtiges rsettm ScJtak und Wiseiitliches 2u wissen glaubt, jeder, der, sich / c «an» MJOß/m ^ege|1 unfecnt se|bst zu Wehreri hat oder einen andem4 0 i 1 l*B- ^<teh slch*» w i r d a ii f g e f o r d e r t, a u f d i e- Jetrhtäk~'pCMM* f T r i b ii.it e z u er s c hei n e n. gefrtmfeH. - Selbstverständlich steht jeder, der dies wünscht, unter dem Schutze des Redaktionsgeheininisses. eleaaM SaaeiHafi, fiVSstcjHt«^.& Sesbath fretewett.; . JOfÜHMÖDELLWEiilCSTXTTE LEOPOLD JELLINEk VII. BUßGGASSE 5. kAPLSBAD ALTE WIESE Albert Kellermann tödlich verunglückt. Aus Berlin wird berichtet: Der Chordirigent der Berliner Jüdischen Gemeinde, Musikdirektor Albert K e 1- 1 er m a nn, würde.'am 16. d. nachmittags in Charlottenbur« von einem Privatauto so .urigiüoklich' überfahren, daß er -an * deii erlittenen schweren Verletzungen, sofort s t a rjb. Albert. Kellermanu . hat'.sich als Komponist und Bearbeiter altjüdischer Hausmusik: hervörgetan. Der neue Oberrabbitier von Alexandrien. ■A'l'exa'ndrie.n, (J. t. A.) Der.neugcwählte Oberrabbiner von Alexandrien, David '■■ P r a t ö, hat sein Amt angetreten.- Die Einführung vollzog' sich hv besonders feierlichen jForfriön,''•> die■«ägyptischen -Zeitungen bringen ausführliche Berichte und sprechen' dem neuen Oberrabbmec.s-wnd.-. der.: jüdischen 'Gemeinde-" ihr«5 -herzlichen Glückwünsche, aus.-v.-; .' .....;;> >..:. - ■ Doktor .Sorna Wellisch. Afn 6; November, war es' elH''; Jalir,"g:c^6"rrdeh, ^daf'Ör.' Sorna;iW e lits c h/in "seinem 60. Lebensjahr plötzlich starb. Alle bewußten Juden haben datnal^ ujj^Jpg^ ausgezeichneten Mann getrauert undjhn d}^%^^s.^f ^ntine.r'iwjgj verloren, jjr.'. ^"eflisch. war ,.ani 26*. NovemSer is%^ in Belgrad als Sohn des Weinexpör'teurs Jakob Wellisch geboren, kam ntit 17 Jahren an die Wiener medizinische. Fakultät und ging darin als Arzt 'nach Konstantinopel. Er trat 'inden. türkischen Sanitätsdienst und hat' -'sich um die Bekämpfung der pest und Cholera sehr verdient'gemacht. Für die jüdische'Sache hajt Dr. Wellisch mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit gewirkt und ins-, ■besondere den Herrschen Ideen .mit ' Feuereifer gedieht.: Seihe reichen Erfahrungen und" Kenntnisse ^—Dr. Wellisch, beherrschte nicht weniger als 12 Sprachen '— stellte er jederzeit gerne zur Verfügung und als Gene'talsänitätsirispfektor im-türkischen Untefriehtsministerium'half'er mit bei den 'Bestrebungen Herzls/den?6ultan: über den 'Zionismus aufzuklären; Durch die Revolution, in der Türkei v.erlbr- Dr. Wellisch Stellung- und-Vermögen;; Im- Jahre 1919 kam er 'mit -seiner Familie nach Wien vnd widmete sich hier ausschließlich der 'zionistischen Arbeit; aus der ihn -der Tod' abgerufen hat.- -Der' reichbega'bteyliebenswürdige ' und gütige Mensch lebt; im Gedächtnis .aller "fort,1 die ihn gekannt'haben.. . . . .'''•' ,. . v . Adreßänderung. Dr. nied,.. Ludwig Kubin, Facharzt für Haut- und, vene.rißche Krankheiten sowie, Kosmetik, hat seÜ'tie Adresse geändert und ordiniert nunmehr täglich von 3'bnis 6 Uhf: Villi;, Albertgässe 17. Tel;: 27^0-20. Hörr Markus Spiegel, der bekannte langjährige Misracbi-Arbeiter, feiert dieser Tage seinen 70.' Geburtstag in voller Rüstigkeit und geistiger Frische. Herr Spiegel hat sshän als''Junger! Mahnuslch ate ^begeisterter Monist hervorgetan und wurde,, sehieirzeit voij Theodor Herzl zu den ersten zionistischen Besprechurigen eingeladen. Seither hat:Herr Spiegel an/der Verbreitung des zionistischen Gedankens eifrig mitgearbeitet. . 1 /; - ■ Jüdische Yolksblbllothek „Zloit"; Sonnta.g,- 5 Uhr nachmittag,. Ausschußsitung.;.;;> : lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli Danksagung. ■' Anlaßlich.!der Yerleihu.n'g! der "silbernen Verdienstmedaille durch den 'Bundespräsidenten . sind Wir so viele Beweise von Freundschaft und Ehrung zugekommen, daß ich-außerstande bin, jedem einzelnen hieftirvgezie>mend Dank zu sagen. Ich spreche daher - auf diesem Wege-den verehrlichen Korporationen ' sowie meinen Kofilegeh, Freiinden uin4 Bekannten meinen wärmsteW und tiefgefühltesten Bank ans,; •. ' OberHollaterunnV im November 1937. : *. Oberka^tjor' SieVmund' J ellinek. älllllllllUBIIIIIIIIIIIIIIIII^IIllllllllllWlIMPIlHIlll . Freidenker und Kultusgemoinde. : An. den Herausgeber der „Neuen Welt"! "' Wien, am 20. November 1927; Mit Bezug auf den sensationellen Artikel. „D i c österreichischen ' Sozialdemokraten ,p r op a g'.i e r c n d e n A b f a 11 vom J u d e n t u m" in der letzten Nummer Ihres Blattes will ich Ihnen eine heitere Episöde zur Kenntnis bringen. Am 16. November fand im Cafe R cm b ran dt, in der Leopoldstadt, eine jüdische Kultüswählervefsammlung statt. Einberufer und Referent war der so z i a 1 d e m o,k r a.'t.i.s c h.e Gemeinderat B e e rmann. Die Einladungen,' weiche an Genossen gerichtet waren, wurden vom. Diener der sozialdemokratischen Bczirksoi*Äai.jisatiöh. ausgetragen. Einer meiner; Bekannten steilte ... den,Zcttelausträger, der jhm als eifriges Mitglied dqs F. rp i d.eji k e r.b.it n d-c s ,bekannt ist, .zur Rede und fragte ihn: .„Genosse! Was':.ygeht.1 uns Freidenker denn eigentlich die . israelitische kultusgemeinde. an?" Darauf erfolgte die Antwort: „Ich handle nach Auftrag, von oben. Uns,: jüdischen Freidenkern, wurde von der 'Organisation anbefohlen, . für . die Wahlen, in die Kultusgemeinde zu arbeiten, .damit . unserp Genossen, dort die , Majorität erlangen. Hochachtend..., . .. R.-L. A n tV or t:' Sehr heiter ist die Episode nicht. Einerseits werden die* Juden •'von der-Wiener sozialdempkfatisclfeh' Partei ^'lliT'-'jÄÄitlatiÖh ^än^chalten, "d. ii.Vzujr Verleugnung ,i'hres. jüdisrchbn' Völksiiimes. Der Rat,.den der Präsident des Stadtschuirätes Giöckel den Juden erteilt hat, doch endlich "die h e b r ä i s c h e Sprache, diesen alten reaktionären Plunder aus denr Unterrichte auszuschalten, ist. noch in frischer Erinnerung. Die jüdischen Führer tun deutsohriational und verlangen von den Genossen-dasselbe. Andererseits verlangt man den Abfall von der jüdischen Religion. Alles unter Voranstellung -idealer Motive. Wenn es aber um Stimmenfang und Posten geht, wird das deutsch-freidenkerische Ideal nach hinten geschoben und die Genossen müssen während der Wahlzeit jüdisch tun. Heiter;kann es nicht stimmen, wenn jüdische Menschen zur Lüge und Heuchelei erzogen werden. Heiter kann es auch nicht'Stimmen, wenn man bedenkt, daß es bei den'Machtmitteln der Wiener Partei und bei der Gedankenlosigkeit vieler.;Juden und ihrem Hang zur Nachläuferei nicht ausgeschlossen erscheint,, daß Zynismus und Entjudungstendenz sich-in der Judengcineinde werden breit machen, Antisemitisches Marionettentheater. Df.' O. C. teilt mit, daß im Marionettentheffer in der Gis'elastraße antisemitische- Agitation ärgster Art getrieben wird. Juden werden den Kindern als verächtlich und ha'sseris'wcrt vorgeführt. Für den Besuch dieses Marionettentheaters, welches unter der Patronanz des Deutschen Schulvereines stehen soll, wird In vielen Wiener Schulen seitens der Lehrer agitiert., Den jüdischen Eltern zur Kenntnisnahme! •■ Predigten in den israelitischen Gemeindetsmpaln. Freitag den 25. November 1927 werden bei dem um 4.10 Uhr beginnenden Abendgottesdienst in nachbenatmten Gemeindeiempeln Predigten abgehalten, und zwar: 1. Bez., : Seitensteuengasse 4 (Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes); 16. Bez.;Hubergass;e 8 (Rabbiner Dia. J. M. Bach); 18. Bez., Schopenhaüerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang). Samstag,-den 26. November 1927 findet im. Gemeindetempel;21.. Bez., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmahn) beim Mqrgengottesdienst (Beginn 8.30 Uhr) ein exegetischec Vortrag statt. — Jugendgottesdienst Samstag, 3,Uhr nachmittags in den Synagogen; für die Schuljugend . des .13. Bezirkes erstmalig in der Synagoge Penzingen» sträßie 132. . jüdische Bühne (Hotel Stefanie, 2. Bez., Taborstraße 12..F:rejtag den 25. November Erstaufführung „Die Geheimnisse von New York". Komödie in vier Akten..—? Samstag den 26. November „Die Geheimnisse von New York"; — Sonntag den 27. November,;„Su.ry <? h B e n d 1 W n d B u rych Kend 1". Abends „Pie Geheimnisse von New York'*. — Montag den 28 „Die Geheimnisse von New York", — Dienstag den 29. November „C jp k e> F e i e r". — Mittwoch, den 3Öi, Npvember „S .u r y c h B e n d 1 u n d B u r y c h jK■■*ß.$'Vt- -t» Donnerstag,den 1. Dezembsr „Qas Chipekleid", Lebensbild in drei Akten. Was die Bücherschwemme u. das moderne Antiquariat der Buchhandlung R. Löwil Wien, I., Rotenturmstraße 22 Telephon 71-4-25 an Fest- und Gelegenheits- Geschenken bietet: GESCHICHTE. Schilling Beckers K. F., Weltgeschichte, neueste Zeit bis 1902, 2 Bände, reich illustriert, in Geschenkband . . 30.— -— Weltgeschichte, 6. Auflage, 14 Bände in sieben Bänden, reich illustriert, in Geschenkband . .• . . 90.— Bibl Viktor. Der Zerfall Oesterreichs: Kaiser Franz. und sein Erbe (1922), gebunden . . ... , 7.— Chledowski Casimir. Neapolitanische Kulturbilder, 14. bis 18. Jahrhundert. Illustriert (1918), gebunden .18.— Domaszewski A. Geschichte der römischen Kaiser. Illustriert, in 2 Bände gebunden . . . . . .15 — Droysen J. G. Geschichte Alexanders des Großen. Mit ■ Vorwort von Hedin (1917), gebunden . , . . 8.— Ferrero G. Die Frauen der Cäsaren. Illustriert, geb. 7.— Frischauer P. Die geheimen Denkwürdigkeiten der Gräfin Dubarry, gebunden ........ .10.— Gebhardt Bruno. Handbuch der deutschen Geschichte. 1913 2 Bände in Hälbleder gebunden . . . . 40.— Gomoll W. C. Im Kampf gegen Rußland urid Serbien. (1916). Illustriert,, gebunden . . . . . i 12.— Goncourt E. u. J. Marie Antoinette. (1923). In Geschenkband gebunden' . ........ l0«-— — Frau von Pompadour. (1922). In Geschenband, Halbleder ............. 12.— Kugler Franz. Geschichte Friedrichs des Großen mit Zeichnungen von Ad. von Menzels. (1922). In Geschentoband . . . . . . . 38«— Lindner Th. Weltgeschichte In 10 Bänden (Cotta). 1920. ' Gebunden .... . . 120.— München. Ein Jahrhundert 1800—1900. Zeitgenössische Bilder und Dokumente von G. J. Wolf. 2. Aufl; 1921. ,. * Reich illustriert, in Originalgeschenkband . . . 20.— Pflug-Harttung. Napoleon I. Das Erwachen der Völker. 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Falh Gebunden . . . .. ... ...... BIOGRAPHIEN. Bismarck. Gedanken und Erinnerungen. Volksaus- ' gäbe. 2 Bände. (1921). Gebunden . . Chateaubriand. Napoleon Bonaparte. In Halbleder,, gebunden ..' , ... .. .;r Franz Jose! I. In seinen Briefen herausgegeben von ' r. , Otto Emst, mit vielen Faksimiles. (1924). Gebunden 11.—/ Goldoni, Carlo. Mein Leben und mein Theater. (1923). Gebunden . ... . ' ■• * /.Ao«\* Hartmann Moritz. Briefe von R. Wölkau. (1921). . Gebunden . ... , . . > Guglia Eugen. Maria Theresia, ihr Leben und .ihre Re- ' gieriui«: Mit Bildtafeln, 2 Bände; in Geschenkband , gebunden . . . . *, Herzen Alexander. Erinnerungen. Aus dem Kussisehen von Otto Buck. 2 Bände, gebunden . . . 24.— , Kainz Josef, Briefe von Herrn. Bahr. (1921). In Halb- , '. leder gebunden . . , . . '. 5i ■': Katharina II. Von G. Kircheisen, mit 21 Bildbeigaben, . .,in Halbleder gebunden . .. . . ..<..•../.,>>• .,' Kügelgen Wilh. von. :LcbenserjnnQr,"n&en eines ait?n, . .. .Mannes 1840-^1867.. 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Tausend, Gebunden in Leinen . * f;zu Wählen Sie Ihren Bedarf für Weihnachten rechtzeitig, bevor ein Teil der angebotenen Bücher ausverkauft Ist« Weitere, nach Wissenschaften geordnete Antiqüari?itsan'trägc folgen in den nächsten Nummern . der ..Neuen Welt", Buchhandlung R. Löwii Modernes Antiquariat , , / ':foiwhQnm>>4>2s ■■ « 12.— , 10.— , 12.— 19.— 5.^-;'; 7.—•"' 6.— 7«—':! 3.—; . 24.—'•