Der neue Anfang
- Journal
- Der neue Anfang
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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der erlogenen Autorität, die auf Macht und Unterdrückung begründet ist. An seine Stelle trete die freie offene Kameradschaft zwischen Lehrenden und Lernenden, die sich, so hoffen wir, recht oft zu einer tiefen Freundschaft steigern soll. Gewiß kann der neue Geist nicht von heute auf morgen verwirklicht sein. Aber jeder Tag muß uns in unermüdlicher Arbeit diesem Ziele näher bringen. Solange die Schule aber noch nicht zu einem Heim der Jugend geworden ist, wollen wir unser Leben außerhalb der Schule so reich und sinnvoll wie nur möglich bauen. Schließt euch zusammen zu Freundschaftskreisen (Gemeinschaften) und Arbeitsgruppen. Geht in die Wälder, befreit auch den Körper von dem Druck der Schulstube. Kommt zusammen in Sprechsälen zur gemeinsamen Aussprache über alle die Fragen, die in euch drängen. Leicht werden sich hier neue engere Kreise zusammenfinden, in denen intensivere Arbeit geleistet werden kann. Verachtet die Schranken, die man zwischen euch und euren Brüdern, den jungen Arbeitern errichtet hat, damit ihr nicht div,1 Schuld der sozialen Ungerechtigkeit sehen solltet. Schaut um euch: wo Menschen mit einem ungebrochenen Willen zu wahrem adeligen Sein leben, da ist Jugend. Jugend aller Kreise vereinige dich! Ii. k. Was ich mir vom Schülerrat erwarte? (Abschrift einer deutschen Schulaufgabe.) K. T. G. München. Sofort will ich betonen, daß ich von dem Schülerrat nachf seiner jetzigen Geschäftsordnung rein garnichts erwarte und auch nichts erwartet Tiabe. Und warum? Das will ich eben versuchen klarzulegen. Die Lehrerschaft hat uns erlaubt, Schülerräte zu bilden. Sie öffnet somit schnell eine Tür, die noch, vor einer Woche ungefähr fest verschlossen war. Eine Tür, gegen die sich ein Teil der Schülerschaft schon lange gestemmt hat. Die Lehrerschaft erreicht damit, daß sich die Schüler auf einmal durch die Tür stürzen, sich überstürzen und überkugeln. Und so sind die Schüler in ein zu großes Durcheinander geraten, 6